RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 15.8.2013

Tagesmeldungen vom 15.8.2013

- Messe in Castelgandolfo: Die Rolle der Frau -
- Ägypten: Westen schweigt zum Leid der Christen -
- Franziskus-Dokumentation mit Warnhinweis -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Michael Hermann
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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HOCHFEST MARIAE HIMMELFAHRT:

Papstmesse in Castelgandolfo: „Kirche erlebt Prüfungen und Herausforderungen“
Auch wenn die Kirche und Gläubigen an der Herrlichkeit Gottes teilhaben, erleben sie Prüfungen und Herausforderungen. Dies sei die Konsequenz des Kampfes zwischen Gott und dem Bösen. Das betonte der Papst an diesem Mittwoch in seiner Predigt zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Vor dem Apostolischen Palast in Castel Gandolfo feierte Franziskus mit mehreren tausend Gläubigen die Messe. In seiner Predigt ging es um drei Schlüsselworte: Kampf, Auferstehung und Hoffnung. Ausgehend von der ersten Lesung erläuterte der Papst die Stelle der Offenbarung, die die Vision eines Kampfes zwischen der Frau und dem Drachen darstellt. Die Gestalt der Frau stehe für die Kirche. Sie sei einerseits herrlich, triumphierend, und andererseits liege sie noch in Geburtswehen, so der Papst. (rv)
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Hier die Papstpredigt zum Hochfest im Wortlaut

Papst: „Beten wir für die Berufung der Frauen“
Der Papst hofft, dass in der Kirche die Rolle der Frau stärker zum Ausdruck kommt. Das sagte er zum Angelusgebet an diesem Donnerstag zum Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel. Er ging beim Mittagsgebet in Castelgandolfo auf die Bedeutung der Muttergottes ein. Gerade jenes „Ja“ Marias in Nazaret, das beim Mittagsgebet im Mittelpunkt stehe, sei der Beginn ihrer Aufnahme in den Himmel, so der Papst. Franziskus erinnerte auch an den vor genau 25 Jahren veröffentlichten Apostolischen Brief „Mulieris dignitatem“. In dem Brief vom seligen Papst Johannes Paul II. geht es um die Würde und die Berufung der Frau. (rv)
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KRISEN IM NAHEN OSTEN:

Papst gedenkt der Toten in Ägypten
Der Papst trauert um die Toten in Ägypten und hofft, dass in dem Land wieder Frieden einkehrt. Das sagte Franziskus nach dem Angelusgebet an diesem Donnerstag in Castelgandolfo. In Kairo habe nach dem Ende einer nächtlichen Ausgangssperre der Berufsverkehr normal begonnen, berichtete das ägyptische Nachrichtenportal „Egynews“ am Donnerstagmorgen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums gab die Zahl der Todesopfer infolge der Ausschreitungen am Mittwoch zwischen Mursi-Anhängern und der Polizei mit landesweit 421 an. 3.572 Personen seien verletzt worden, zitierten ägyptische Medien aus einer Mitteilung des Ministeriums. Für Donnerstag werden im Zusammenhang mit Beerdigungen weitere Kundgebungen erwartet. (rv/ap/kna)
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Ägypten: „Kein Wort aus dem Westen, wenn wir angegriffen werden“
„Die Islamisten rächen sich an uns Christen“: Mit diesen Worten kommentierte der koptisch-katholische Bischof von Assiut, Kyrillos William Samaan, gegenüber dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ die jüngsten islamistischen Übergriffe gegen Christen und christliche Einrichtungen in Ägypten. Der Bischof bezog sich laut einer am Mittwoch Pressemitteilung dabei unter anderem auf Ereignisse in den Städten Suhag, Fayum und Beni Suef sowie auf der Sinai-Halbinsel. Dort wurden Kirchen von Islamisten angegriffen und Christen bedroht. Auch Todesopfer waren zu beklagen. Man müsse aber klar zwischen Islamisten und Muslime unterscheiden, so der koptisch-katholische Bischof im Gespräch mit Radio Vatikan. (pm)
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Die ägyptischen Muslimbrüder machen die Christen in dem Land für ihren Machtverlust verantwortlich. Das schreibt der Ägypten-Experte beim katholischen Hilfswerk „Missio-Aachen“ in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen und Stunden ließen befürchten, „dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in Ägypten in größter Gefahr ist“, so Matthias Vogt. Die Armee und die Übergangsregierung hätten schwere Fehler gemacht, indem sie die Muslimbrüder seit dem Sturz von Präsident Mohamed Mursi verfolgt hätten. Doch damit wurde auch der Hass auf die Christen in Ägypten geschürt, stellt Vogt fest. Ziel der Islamisten sei es, neue Anhänger zu verschaffen. „Blickt man auf die vergangenen Stunden, droht diese Rechnung aufzugehen“, so Vogt. (pm)

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat den Westen aufgerufen, die neuen Machthaber in Ägypten zum sofortigen Gewaltverzicht gegen die Demonstranten zu bewegen. „Furchtbar die vielen hundert Toten und Verletzten der letzen Tage durch die Staatsgewalt“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek am Donnerstag im Interview der Katholischen Nachrichtenagentur in Köln. Wenn das Blutvergießen weitergehe, verlören Ägypten und die Demokratie. Mazyek kritisierte die militärische Absetzung von Mohammed Mursi als ägyptischem Präsidenten: „Ein Putsch ist das Gegenteil von Demokratie.“ In der Demokratie seien Wahlergebnisse zu respektieren, auch wenn diese als Zumutung empfunden würden. (kna)

Israel/Palästina: „Wir müssen Klartext reden“
Die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern bringt auch „schmerzliche Zugeständnisse“ mit sich. Das sagt im Gespräch mit Radio Vatikan der Patriarchalvikar und Weihbischof für Jerusalem, William Shomali. Trotzdem vertraue er auf Einsehen von allen Seiten.Kurz vor einer neuen Runde der Nahost-Friedensgespräche hat Israel in der Nacht zum Mittwoch als Zeichen des guten Willens 26 palästinensische Langzeithäftlinge freigelassen. Das berichten internationale Presseagenturen an diesem Donnerstag. Die Christen im Heiligen Land fühlen sich bei diesen Gesprächen aber alles andere als „einfache Zuschauer“, so Shomali. Die Christen könnten seiner Meinung nach eine Schlüsselrolle bei den Gesprächen einnehmen. (rv/afp/ap)
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UNSERE SOMMERSERIE:

Mit Radio Vatikan unterwegs: Die neue Propsteikirche in Leipzig
Wenn man über den Ring in Leipzigs Innenstadt fährt, dann wird man in naher Zukunft einem starken Kontrast begegnen: Auf der einen Seite das Rathaus im historistischen Stil, viel Erker und Türmchen, auf der anderen Seite die gerade im Bau befindliche Kirche Sankt Trinitas, kurz Propsteikirche. Leipzig baut eine Kirche, allein das ist eine Nachricht. Und was für eine Kirche: In bester Lage, dreieckig in der Anlage, was „Trinitas“ angemessen ist, und sich nicht ästhetisch an die Umgebung anpassend. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat 100.000 Euro an die argentinische Solidaritätsaktion „Más por menos“ („Plus mal Minus“) gespendet. Die alljährliche Kollekte ist für die argentinische Caritas. Am Mittwoch richtete der Papst auch einen Brief an die argentinische Diözese Conception. Das Bistum feiert sein 50-jähriges Bestehen. In dem Schreiben hält Franziskus fest, dass „Gläubige, die nur mit sich allein beschäftigt und für sich selbst da sind“, ihm „Kopfzerbrechen bereiten“. Er fürchte diese „stummen Christen“, schreibt der Papst. Auch jene, die glaubten, alles zu wissen, verschlössen, „ohne es zu merken, ihr Herz mehr und mehr dem Herrn“ und konzentrierten sich „am Ende nur noch auf sich selbst“. Franziskus ruft die Christen in dem Brief auf, sich als aktive Missionare zu sehen. Ein Christ sei „immer auf der Wanderung; er lässt sich in einen Jünger verwandeln und verkündet die Botschaft“. Es sei wichtig, aus sich selbst herauszugehen und das Wort Gottes in der Welt zu verbreiten. „Seid nicht leise, denn es lohnt sich, die Liebe Jesu zu leben“, schließt das Schreiben. (rv)

Europa

Deutschland
Die katholische Lehre von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel ist kein Mythos. Vielmehr sei die Glaubenswahrheit von Anfang an in der Offenbarung Gottes angelegt gewesen. Das sagte Kurienerzbischof Georg Gänswein am Donnerstag in Freiburg in seiner Predigt beim Gottesdienst zum Fest Maria Himmelfahrt im Münster der Stadt. Das Dogma, also die Festschreibung als verbindliche Glaubenslehre, über Maria hatte Papst Pius XII. 1950 verkündet. Der Erzbischof räumte ein, heute stehe die Lehre „eher im Weg herum“. Das Dogma besagt nach Gänswein Worten, dass Gott den ganzen Menschen kenne und liebe, nicht nur dessen Seele. Unvergänglich sei, was im Leben im Menschen gewachsen und gereift sei. (kna)

Deutschland/Polen
„Eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit der Geschichte und ihren Folgen erfordert notwendigerweise eine konkrete Praxis.“ Das sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick anlässlich eines europäischen Workshops in Auschwitz. Der Workshop unter dem Motto „Die Vergangenheit von Auschwitz – belastet durch Gewalt“ wird von der Maximilian-Kolbe-Stiftung durchgeführt, die 2007 mit Unterstützung der Deutschen und Polnischen Bischofskonferenz gegründet wurde. Rund 30 Vertreter aus zwölf ost- und westeuropäischen Ländern treffen sich bis Freitag, um den andauernden Wirkungen von Auschwitz sowie des Zweiten Weltkriegs nachzugehen. Im Zentrum der Auseinandersetzung müsse die Zuwendung zu den Opfern stehen, betonte Schick. (pm)

Russland
Der Jesuitenorden schließt seine Hochschule für Philosophie, Theologie und Geschichte in Moskau. Nach Angaben der Internetseite des Kollegs sei der Lehrbetrieb Anfang August eingestellt worden. Mitte Juli hatte der Orden den Beschluss gefasst, das nach dem heiligen Thomas von Aquin benannte Kolleg zu schließen. Stattdessen solle Anfang 2014 ein Bildungszentrum für berufliche Weiterbildung gegründet werden. Geplant seien ein- und zweijährige Kurse in den Disziplinen Religion, Geistes- und Sozialwissenschaften. Das 1991 gegründete St. Thomas-Institut für Philosophie, Theologie und Geschichte war die größte katholische Hochschule Russlands. (kna)

Asien

Malaysia
Ein nationaler TV-Sender hat eine Dokumentation über Papst Franziskus mit einem Warnhinweis für Muslime ausgestrahlt. Am Montag war die Sendung „Der Papst vom Ende der Welt“ mit dem Hinweis untertitelt: „In dieser Sendung werden religiöse Figuren abgebildet und Ansichten präsentiert, die nicht muslimisch sind.“ Der Generalsekretär des Malaysischen Kirchenrates, Hermen Shastri, zeigte sich empört. Gegenüber dem Onlinemagazin „Malaysiainsider“ sagte er, der Vorgang belege, „wie polarisiert wir in Sachen der Religion bereits sind“. Nach Angaben malaysischer Medien verteidigte dagegen der stellvertretende Medien- und Kommunikationsberater, Jailani Johari, am Mittwoch den Warnhinweis. Der Sender „Astro“ habe sicherstellen wollen, dass das Programm nicht religiöse Gefühle von Zuschauern verletze. (kna)

Amerika

Vereinigte Staaten
Katholische Bischöfe fordern mehr Einsatz für Bürgerrechte. Das teilten sie in einem Schreiben anlässlich des 50. Jahrestags des berühmten „Marsches auf Washington für Arbeit und Freiheit“ unter Martin Luther King mit. Auch wenn die Veränderungen zum Besseren nicht zu leugnen seien, müsse noch viel geschehen. Bis heute sei der Freiheitstraum des Bürgerrechtlers King und all derer, die mit ihm marschiert seien, für viele noch nicht Realität geworden. An der Mitteilung beteiligten sich zahlreiche Bischöfe des nationalen Komitees für kulturelle Vielfalt in der Kirche. Der „Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit“ am 28. August 1963 gilt als einer der bedeutendsten Momente der Bürgerrechtsbewegung in den USA. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 15.08.2013: Kreuz des Südens
Außerdem im Programm: Papst Franziskus feiert Mariae Himmelfahrt in Castelgandolfo

Freitag Abend, 16.08.2013: Prisma-Magazin
Mit Radio Vatikan unterwegs: Die Sommerreise von Pater Bernd Hagenkord, von Zittau bis ins Eichsfeld, Sendung Nr. 2: Von Dresden bis Leipzig

Samstag Abend, 17.08.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 18.08.2013: Aktenzeichen – von Aldo Parmeggiani
Papst Johannes XXIII.

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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