RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 24.8.2013

Tagesmeldungen vom 24.8.2013

- Vatikan hofft auf Dialog mit Al-Azhar-Universität -
- Libanon: „Wir brauchen Papst Franziskus“ -
- Japan zwischen Hiroshima und Fukushima -
____________________________________
Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefanie Stahlhofen
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

____________________________________

THEMEN DES TAGES:

Kardinal Tauran: Vatikan will Dialog mit Al-Azhar-Universität fortsetzen
Der Vatikan hofft trotz der schwierigen Situation in Ägypten auf eine baldige Wiederaufnahme der Gespräche mit der Al-Azhar-Universität in Kairo. „Unsere Tür ist offen“, bekräftigte der für den Dialog mit dem Islam zuständige Kurienkardinal Jean-Louis Tauran am Wochenende beim italienischen Katholikentreffen der Bewegung „Comunione e Liberazione“ in Rimini. „Ich hoffe, dass wir ungeachtet der komplexen Situation in Ägypten die Kontakte wieder aufnehmen können“, so der Präsident des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag. In seinem Vortrag zum Thema Religionsfreiheit sagte Tauran, die Gläubigen zeigten, dass Unterschiede keine Gefahr seien, sondern eine Bereicherung. (rv)
Mehr in Text und Ton

Libanon: Wir brauchen Papst Franziskus
Die maronitische Kirche im Libanon hat die Autobombenanschläge in der nordlibanesischen Stadt Tripoli verurteilt. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt der maronitische Patriarch von Antiochien, Kardinal Béchara Rai, dass die Christen im gesamten Nahen Osten in einer sehr prekären Lage stünden. Er sei pessimistisch, wie die Situation im Libanon sowie in den übrigen arabischen Ländern sich entwickeln werde. Zwei Autobomben waren am Freitag vor zwei sunnitischen Moscheen in Tripoli explodiert. Patriarch Rai weist auf den Doppelkonflikt hin: Einerseits Schiiten gegen Sunniten, andererseits Fundamentalisten gegen Moderate. Es brauche für Lösungen international und von allen Parteien anerkannte Persönlichkeiten, wie etwa Papst Franziskus, um ins Gespräch zu kommen. (rv)
Mehr in Text und Ton

Japan zwischen Hiroshima und Fukushima
Japan erhöht die Warnstufe in Fukushima: Wegen eines Lecks an einem der Wassertanks rief die Regierung des Landes einen „ernsthaften Zwischenfall“ aus. Fukushima ist aber nicht das einzige Atom-Thema, das Japan derzeit umtreibt. Der alte und neue Premierminister Shinzo Abe überlegt, den Artikel Neun der Verfassung zu ändern: Dieser Artikel verbietet dem Land, eine Armee zu unterhalten, sogar über eigene Atomwaffen soll er nachdenken. Kardinal Peter Turkson, der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, war zu Beginn des Monats zu Besuch in Japan. Er gedachte dort mit der Kirche den Atombombenabwürfen, im Interview mit Radio Vatikan betont er, dass Japan das einzige Land sei, das über Frieden rede und damit nicht Abschreckung meine. (rv)
Mehr in Text und Ton

____________________________________

DER SONNTAG:

Man wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen: Aus dem Lukasevangelium 13: 22-30. Als Meditation zum Sonntagsevangelium hören wir einen Text aus dem Dokument von Aparecida 2007, dem Text der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen, der dem Papst sehr am Herzen liegt. (rv)
Mehr in Text und Ton

____________________________________

DIE SOMMERREISE:

Unser nächster Halt: Erfurt. Ein Bistumssitz, aber wir wollen hier die Laien besuchen, bzw. den Vertreter der Laien. Alois Wolf ist Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und vertritt die Laien seines Bistums, was in Erfurt nicht einfach ist, denn da gehört Diaspora genauso dazu wie das Eichsfeld. Er sieht es als seine Aufgabe, all das, was wir in den vergangenen Wochen besucht haben, als Erfahrung der ganzen Kirche zu vermitteln.Nach der Wende habe man den organisierten und auch politischen Katholizismus erst aufbauen müssen, so Wolf, aber bis heute begegnet ihm immer wieder eine Frage: „ZDK – Was ist denn das?“ (rv)
Hier hören Sie den Beitrag

____________________________________

UNSER BUCHTIPP:

Hann-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens. Eine Besprechung von Anne Preckel
Ein Junge, der nicht spricht. Eine Mutter, die nicht spricht und deren Liebe erdrückt. Und ein Vater, der seine Familie unerschütterlich zusammenhält. Um dieses Dreigestirn entspinnt sich im Roman „Die Erfindung des Lebens“ von Hanns-Josef Ortheil die Geschichte einer deutschen Familie der Nachkriegszeit. Es ist Ortheils eigene Geschichte, wenn er der Hauptfigur des Romans auch einen anderen Namen gibt. Er erzählt von seiner Kindheit in Köln, von seiner abrupt endenden Pianisten-Laufbahn, von seiner Liebe zur Wahlheimat Rom und vom Beginn seiner Schriftstellertätigkeit. - Eine Ichwerdung und die Geschichte einer Berufung, behutsam und solide erzählt. (rv)
Mehr in Text und Ton

____________________________________

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die Schweizergarde wirbt in der Heimat um Nachwuchs: Während einer Wallfahrt zum Marienheiligtum Ziteil im Kanton Graubünden vom 7. bis zum 9. September will die päpstliche Wachtruppe jungen Männern aus dem Kanton ihren Dienst persönlich nahebringen, wie die Schweizergarde am Wochenende in Rom mitteilte. Die Garde hat seit einigen Monaten ihre Werbemaßnahmen in der Schweiz verstärkt, unter anderem durch ein Netz ehemaliger Gardisten, die als Ansprechpartner vor Ort fungieren sollen. (pm/kipa)

Europa

Deutschland
Das Bistum Münster verurteilt geplante Demonstrationen der rechtspopulistischen Organisation „Pro Deutschland“ vor Moscheen. Das teilte die Diözese in einer veröffentlichten Erklärung am Freitag mit. Die Demonstrationen seien eine Provokation für die Muslime, die in Deutschland zu Hause seien. Die Kirche trete zwar für das Demonstrationsrecht ein, heißt es in der Erklärung. „Wir wenden uns entschieden gegen menschenverachtende und populistische Parteien und Gruppierungen“. (kna)
Steuerreform statt voreilige Steuergeschenke – das fordert der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV): „Auch, wenn der Wahlkampf sicherlich dazu verleitet - es ist nicht die Zeit, über Steuergeschenke zu reden. Deutschland braucht vielmehr eine grundlegende Vereinfachung seines Steuersystems“, erklärt Bernd Wehner, der Bundesvorsitzende des KKV in einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung. Entscheidend sei dabei nicht, ob „Formblatt oder Bierdeckel“, sondern ob darauf „Steuergerechtigkeit und Familienfreundlichkeit ihren Platz finden“, führt Wehner weiter aus. Der katholische Sozialverband warnt davor, den vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Steuerüberschuss von 8,5 Milliarden im ersten Halbjahr 2013 als Anlass für neue Steuergeschenke zu nehmen. (pm)
Die katholische Kirche will einen amtsenthobenen Priester aus dem Klerikerstand entlassen. Er hatte im September 2011 unmittelbar vor dem Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. einen kirchenrechtlich nicht erlaubten Gottesdienst gefeiert. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck beantragte für den aus seiner Diözese stammenden suspendierten Geistlichen Christoph Schmidt in Rom die Entlassung aus dem Klerikerstand. Das geht aus Unterlagen hervor, die Schmidt am Freitag in Köln veröffentlichte. Schmidt hatte gemeinsam mit dem ebenfalls amtsenthobenen Priester Norbert Reicherts im Vorfeld des Papstbesuches am 21. September 2011 in Berlin zu einem „Abendmahl mit Christen verschiedener Konfessionen“ eingeladen. (kna)

Schweiz
Für die Zusammenarbeit katholischer Kirche und staatskirchenrechlichen Körperschaften in der Schweiz hat die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) einen Leitfaden veröffentlicht. Dieser wurde durch ein Expertengremium erstellt und ist auf der Seite der Bischöfe einsehbar. Der 13-seitige Leitfaden weist in der Einleitung darauf hin, dass es „aus theologischen Gründen in der katholischen Kirche nicht zwei nebeneinander stehende Leitungen geben" kann. Staatskirchenrechtliche Organisationen seien nur dann legitim, „wenn sie helfender sowie unterstützender Natur sind und auxiliaren Charakter" hätten. Ferner geht das Vademecum auf die Terminologie von Kirche und Synode ein. Es soll der Grundsatz gelten, dass „staatskirchenrechtliche Körperschaften oder Einrichtungen nicht mit Begriffen bezeichnet werden, die in der Theologie oder im kirchlichen Recht bereits in anderem Sinne verwendet werden". (kipa)

Tschechische Republik
Angesichts der andauernden Anti-Roma-Märsche zeigt sich erstmals ein hoher katholischer Würdenträger des Landes solidarisch mit der Minderheit. Der Bischof der nordmährisch-schlesischen Diözese Ostrava-Opava, Frantisek Lobkowicz, warnte am Freitag vor wachsenden Spannungen zwischen der tschechischen Mehrheitsgesellschaft und der Roma-Minderheit. Roma dürften nicht automatisch mit Kriminellen gleichgesetzt werden, wie das „neuzeitliche Rassisten“ täten. Der tschechische Inlandsgeheimdienst BIS bezeichnete kürzlich in seinem Extremismus-Quartalsbericht die Zuneigung „normaler weißer Tschechen“ zu Rechtsextremen als eine ernster zu nehmende Gefahr für die Demokratie im Land. (kna)

Italien/Ägypten
Die Vizepräsidentin des Obersten Verfassungsgerichts in Ägypten, Tahani al-Gebali, hat die Absetzung von Präsident Mohamed Mursi als eine unvermeidliche Notmaßnahme bezeichnet. Das sagte Gebali am Freitagabend beim italienischen Katholikentreffen der Bewegung „Comunione e Liberazione“ in Rimini. „Wir konnten nicht zulassen, dass Ägypten in die Hände von religiösen Extremisten fällt. Wir wollen einen modernen Staat“, betonte Gebali. Ihr tue es weh, dass viele westliche Medien behaupten, es sei ein Putsch gewesen. Die Wahrheit sei vielmehr, dass die Armee dem Willen von 40 Millionen nachgekommen sei, die sich gegen Mursi ausgesprochen hätten. (kap)

Slowenien
Die Kirche in Slowenien steht nach dem Rücktritt zweier Bischöfe vor der juridischen Aufarbeitung eines Finanzskandals. Am Freitag musste sich der ehemalige Ökonom der Erzdiözese Maribor, Mirko Krasovec, vor einem Gericht in Celje verantworten. Krasovec wies dabei den Vorwurf der Dokumentenfälschung im Zuge der Renovierung des diözesaneigenen Schlosses Betnava zurück. Er wird beschuldigt, mehrere untergeordnete Mitarbeiter, die bereits ihre Mitschuld einbekannt hatten und verurteilt wurden, zu den Straftaten verleitet zu haben. Im Zuge der Schlossrenovierung war es zu schweren Unregelmäßigkeiten gekommen. So sollen die Baudokumentation und mehrere Rechnungen gefälscht worden sein, um vom Wirtschaftsministerium 1,7 Millionen Euro aus EU-Mitteln zu bekommen. (kap)

Amerika

Peru
Die diesjährige Solidaritätskampagne „Compartir der peruanischen Bischofskonferenz steht unter dem Motto „Nein zu Menschenhandel und Handel mit Migranten“.Das Ministerium für Frauen und benachteiligte Bevölkerungsschichten sowie das Ministerium für Außenhandel und Fremdenverkehr in Peru unterstützen die Kampagne. Gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migranten und der Nationalen Migrationsbehörde weisen die Institutionen auf die notwendige Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen hin. 92 Prozent der Opfer sind Mädchen und junge Frauen. (fides )

____________________________________

Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

____________________________________

Programmvorschau:

Heute Abend, 24.08.2013: Unsere Woche
Thema: Alarmstufe in Fukushima: Japan und die Atomenergie. Ein Interview mit Kardinal Turkson, sowie die Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 25.08.2013: Reden über Gott und Welt
TreffPunkt Sankt Klara – Junge Frauen und Klarissen im Gespräch über Themen des Lebens.

Montag Abend, 26.08.2013: Weltkirchen-Magazin

__________________________________________

Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hören

Weitere Informationen hier

Unseren aktuellen Programmflyer können Sie anfordern bei:
Ulrich Knop, Im Hafer 2, D-71636 Ludwigsburg, Tel./Fax: 0049 (0) 7141 - 43212, Email: programm@radiovatikan.de
oder hier zum downloaden

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039 - 06 - 6988 3844
e-Mail: deutsch@vatiradio.va