RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 27.8.2013

Tagesmeldungen vom 27.8.2013

- Syrien: Hoffen „gegen alle Hoffnung“ -
- Kongo: „In Goma herrscht Krieg“ -
- Papst ruft Vergewaltigungsopfer an -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefanie Stahlhofen
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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BLICKPUNKT SYRIEN:

Syrien: Hoffen „gegen alle Hoffnung“
Im syrischen Kloster von Dair Mar Musa wird an diesem Dienstag ein Gebetstag für Frieden in Syrien und für die Freilassung von Pater Paolo Dall’Oglio abgehalten. Der Geistliche, der das Kloster im Jahr 1982 neu gegründet hatte, wurde vor etwa einem Monat in Syrien entführt. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt Pater Jihad Youssef, einer der Mönche des Klosters: „Wir haben über Radio Vatikan bereits um Solidarität gebeten und wiederholen unseren Aufruf nun: Katholiken und Nicht-Katholiken, Christen und Nicht-Christen, betet für den Frieden in Syrien und überall dort, wo es Konflikte gibt und Ungerechtigkeit.“ Auch wenn es immer noch keine Nachrichten über Pater Dall’Oglio gibt, haben die Mönche in dem von ihm gegründeten Kloster Hoffnung, so P. Youssef. (rv/fides)
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Deutschland/Syrien: „Christen haben Angst vor Militäreinsatz“
Ein Militäreinsatz westlicher Kräfte gegen das Assad-Regime wird immer wahrscheinlicher: Über die möglichen Folgen eines Militäreinsatzes der westlichen Kräfte in Syrien und welche Alternativen es vielleicht doch noch gibt – darüber hat Radio Vatikan mit dem Islamwissenschaftler und stellvertretenden Leiter der Missio-Auslandsabteilung, Matthias Vogt gesprochen. Er sieht es als äußerst gefährlich an, wenn die Nato oder die US-Regierung, die Franzosen oder die Briten ohne UNO-Mandat und gegen den erklärten Widerstand von Russland in Syrien militärisch eingreifen: „Gerade die Christen leiden in besonderer Weise unter dem Chaos, was sich nicht nur die Rebellen, sondern auch Gruppen von Banditen zu Nutze machen.“ (rv/diverse)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Demokratische Republik Kongo: „In Goma herrscht Krieg“
In Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo, sind bei Kämpfen in den vergangenen Tagen mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen. Die Spannungen zwischen Rebellen der M23-Gruppe und Soldaten, die von einer UNO-Eingreiftruppe unterstützt werden, verschlechterten die humanitäre Lage in der Region. Die katholischen Hilfswerke gehörten mittlerweile zu den wenigen Organisationen, die vor Ort helfen, gab ein Seminarist des Priesterkollegs „Redemptoris Mater“ von Goma an. Davide de Arcangelis sagte gegenüber Radio Vatikan: „Der Bischof von Goma, Théophile Kaboy, versucht zwischen den verschiedenen Gruppen zu vermitteln.“ Und die Kirche helfe nicht nur materiell über die Caritas Goma, sondern sie versuche auch, spirituell Hilfe anzubieten. Man müsse bedenken, dass in Goma seit 1994 ständig Krieg oder kriegsähnliche Situationen herrschen. (rv/ap)
Hier hören und lesen Sie den Bericht von Mario Galgano

Prior Prevost: „Augustinus auch heute aktuell“
Papst Franziskus feiert am Mittwochabend in der römischen Kirche Sant´Agostino einen privaten Gottesdienst. Anlass ist die Eröffnung des 184. Generalkapitels des Augustinerordens, das am Fest des heiligen Augustinus, am 28. August, seine Arbeiten aufnimmt. Die Augustiner hätten von Papst Franziskus verschiedene Zeichen der Wertschätzung erhalten, sagte der 96. Generalobere des Augustinerordens, Pater Robert Prevost, im Gespräch mit Radio Vatikan: „Der heilige Augustinus ist eine Figur, die Christen und überhaupt allen Menschen auch heute viel zu sagen hat, als Theologe und als Hirte.“ (rv/kna)
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UNSERE SOMMERSERIE:

Radio Vatikan unterwegs: Ein Gebäude in einer Kirche
Leere Kirchen, was tun? Kreativität ist gefragt. Ein Beispiel: Helmsdorf. Zwei Kirchräume waren hier zusammengebaut wie ein „T“, der Querbalken wird die neue Kirche, im ehemaligen Hauptschiff steht nun ein würfelartiges Gebäude, das die Gemeinderäume enthält, ein Bau im Bau. Cornelia Schimeck ist Leiterin der Regionalstelle des bischöflichen Bauamtes, Markus Hampel ist Pfarrer, unter anderem dieser Gemeinde. (rv)
Hier zum Nachhören

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UNSERE LATEINNACHRICHTEN:

Jede Woche frisch: unsere Nachrichten auf Latein. Gero P. Weishaupt übersetzt für Radio Vatikan ausgewählte Meldungen unseres Programms. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat ein Vergewaltigungsopfer in Argentinien angerufen. Das berichten italienische Medien. Wie die Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Dienstag in ihrer Onlineausgabe berichtete, telefonierte er am Sonntagnachmittag rund eine halbe Stunde mit einer 44 Jahre alten Frau aus dem Ort Villa del Rosario im Norden des Landes, die von einem Polizisten vergewaltigt worden war. „Sie sind nicht allein“, sagte der Papst Alejandra Pereyra laut dem Bericht am Sonntag. Franziskus habe ihr sehr aufmerksam zugehört und sie ermutigt, Vertrauen in die Justiz zu haben, berichtete die Frau. (rv/corriere della sera)
Der jordanische König Abdullah II. wird am Donnerstag im Vatikan zu einer Privataudienz mit Papst Franziskus zusammentreffen. Das teilte das vatikanische Presseamt am Dienstag ohne weitere Angaben mit. Im Mittelpunkt der Begegnung dürften jedoch der Bürgerkrieg im benachbarten Syrien sowie der israelisch-palästinensische Konflikt stehen. Gegenwärtig befinden sich Hunderttausende syrische Flüchtlinge in jordanischen Aufnahmelagern. (rv/kna)

Europa

Deutschland
Eine Ergänzung der umstrittenen EKD-„Orientierungshilfe“ zur Familienpolitik hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, in Aussicht gestellt. „Ich könnte mir schon vorstellen, dass wir bei einer weiteren Auflage noch erläuternde oder ergänzende Texte dazu schreiben“, sagte Schneider in einem Interview des Fachdienstes „Ökumenische Information“ der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Außerdem sei ein theologisches Symposium zur Kommentierung und Einordnung des Papiers geplant, erklärte Schneider. (kna)
Militärbischof Franz-Josef Overbeck sieht den Westen weiter in der Verantwortung für die Menschen in Afghanistan. Auch nach dem Abzug der internationalen Truppen im Jahr 2014 dürfe das Land nicht sich selbst überlassen bleiben, sagte der Essener Bischof in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Zeitschrift „Kompass“ der katholischen Militärseelsorge. Es komme vielmehr darauf an, den afghanischen Autoritäten die Verantwortung so zu übertragen, dass das Risiko des Rückfalls in einen Bürgerkrieg unwahrscheinlicher werde und der Schutz der Zivilbevölkerung gewährleistet sei. (kna)

Afrika

Ägypten
Die christlichen Kirchen nehmen den Imam der Al-Azhar-Universität vor den jüngsten Anschuldigungen des türkischen Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan in Schutz. Das betont der koptisch-orthodoxe Priester und Generalsekretär des Rates der christlichen Kirchen in Ägypten, Bishoy Helmy, gegenüber dem Fidesdienst. „Für die Tugendhaftigkeit des Imam und dessen menschliche Statur“, so der Geistliche, „liefert seine persönliche Geschichte genügend Beweise“. Bei einer Ansprache an der Universität Rize hatte der türkische Premierminister am vergangenen Sonntag den Imam im Zusammenhang mit der Krise in Ägypten angegriffen. (fides)

Naher Osten

Irak
„Verkauft eure Häuser nicht!“ Dazu ruft der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. Sako die Christen im irakischen Kurdistan auf. Sie sollen vor allen nicht die von ihren Vätern geerbten Grundstücke verkaufen. Dies sei wichtig, „um nicht als Ausländer in der Diaspora zu enden“, so Sako wörtlich. In dem Schreiben wendet sich der Patriarch an die Einwohner von vierzig christlichen Dörfern in der neuen Kirchenprovinz unter Leitung des Bischofs Rabban Al-Quas. Die Christen des irakischen Kurdistan bezeichnet der Patriarch in seinem Schreiben als „Ureinwohner mit tiefen Wurzeln, die nicht ausgerissen werden können und 2.000 Jahre in die Geschichte zurückreichen“. (fides)

Asien

Indien
Der Erzbischof von Bombay, Kardinal Oswald Gracias, hat nach der Gruppenvergewaltigung einer Fotografin in der Stadt eine systematische Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen und Kindern in der indischen Gesellschaft angeprangert. Selbst innerhalb der Familie seien sie oft Gewalt und Missbrauch ausgesetzt, sagte Gracias am Montag dem römischen Pressedienst „Asianews“. Die Vergewaltigung der 22 Jahre alten Inderin durch fünf Männer am Donnerstag wertete der Vorsitzende der Indischen Bischofskonferenz als Symptom eines „geistlichen, sozialen und kulturellen Niedergangs“ des Landes. (kipa)

Amerika

Vereinigte Staaten
Für die Reform des Einwanderungsgesetzes setzten sich die Bischöfe weiterhin ein. Ein entsprechender Entwurf ging im Juni bereits durch den Senat; nun muss das Abgeordnetenhaus noch zustimmen. Um dies zu unterstützen, wollen die amerikanischen Bistümer am 8. September Sonder-Messen feiern. Die Reform des Einwanderungsgesetzes würde etwa acht der insgesamt elf Millionen illegalen Einwanderer die Teilnahme an einem Eingliederungsprogramm ermöglichen: mit dem Ziel, die Staatsbürgerschaft zu erhalten. (rv)

Mexiko
Nach einem schweren Zugsunglück im Südosten Mexikos haben Vertreter der katholischen Kirche die Behörden des Landes sowie die Betreiberfirma kritisiert. Es sei weithin bekannt, dass das Eisenbahnnetz zu wenig gewartet sei, was besonders in Regenzeiten zu gefährlichen Situationen führe, so der Priester Alejandro Solalinde gegenüber der Tageszeitung „El Milenio“. Solalinde engagiert sich für illegale Migranten im Land, von denen bei dem Unfall mindestens fünf getötet und rund 20 verletzt worden waren. Güterzüge sind für viele Migranten aus Mittelamerika ein bevorzugtes Transportmittel für die Reise an die US-Grenze. (kipa)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 27.08.2013: Radioakademie
Franz von Assisi (Teil 4)

 

Mittwoch Abend, 28.08.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Vatikan will Aktionsplan gegen Menschenhandel / Vatikan/Italien: Papst besucht bald ein Flüchtlingszentrum in Rom / Vatikan will Dialog mit Al-Azhar-Universität fortsetzen / Vor 35 Jahren: Wahl Johannes Paul I. / Ausblick auf den Ratzinger-Schülerkreis, der Samstag zusammenkommt

Donnerstag Abend, 29.08.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Dem. Rep. Kongo: Kirchenleute zu den Angriffen der M23-Rebellen / Friedensverhandlungen der kolumbianischen Regierung mit Farc-Rebellen auf Kuba

Freitag Abend, 30.08.2013: Prisma-Magazin
Die Sommerreise von Radio Vatikan

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
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· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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Im Internet:

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