RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 28.8.2013

Tagesmeldungen vom 28.8.2013

- D: „Militärschlag nicht verantwortbar“ -
- Ratzinger Schülerkreis: Wie geht es weiter? -
- D: Missbrauchsstudie neu ausgeschrieben -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Deutschland: Kirche gegen Militäreinsatz in Syrien
Deutsche Bischöfe haben sich kritisch zu einem möglichen Militäreinsatz westlicher Staaten in Syrien geäußert. Für den Bamberger Bischof Ludwig Schick sind aus kirchlicher Sicht die ethischen Bedingungen für einen Kampfeinsatz nicht erfüllt. Auch der Trierer Bischof Stefan Ackermann hat sich im Kölner Domradio gegen ein militärisches Eingreifen in Syrien zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. Ackermann ist Vorsitzender der Deutschen Kommission „Justitia et Pax“ (Gerechtigkeit und Frieden).

„Laut der Meinung von Fachleuten kann man nicht sagen, dass zu diesem Zeitpunkt und mit den vorhandenen Informationen ein militärisches Eingreifen die Gewalt verkleinern würde. Und darum kann es ja nur gehen: Eine Einschüchterung im Sinne von Gewaltminimierung, um überhaupt wieder einen Raum für politische Lösungen und Verhandlungen zu eröffnen. Das Entscheidende ist jetzt, erst einmal die für den Einsatz von Chemiewaffen Verantwortlichen zu finden. Diese Verbrechen müssen geahndet werden. Das ist ein Bruch des Völkerrechts! Aber da muss man erst einmal Sicherheit bekommen, da helfen nicht nur Mutmaßungen. Jetzt schon einen kurzen Militärschlag führen zu wollen - was ja in der Regel auch nicht funktioniert - halte ich zu diesem Zeitpunkt für nicht verantwortbar.“ (domradio)
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Jordanien/Vatikan: „Wir erwarten das Schlimmste“
Papst Franziskus will konkret für die Menschen in Syrien einstehen. Deshalb treffe er sich am Donnerstag mit dem jordanischen König Abdullah II. Das betont der für die Katholiken Jordaniens zuständige Vikar des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem, Maroun Lahham, gegenüber Radio Vatikan. Jordanien spiele eine wichtige Rolle in der Region und sei eines der Länder, die am meisten syrische Flüchtlinge aufgenommen hätten. Friedensappelle und Aufrufe zur Zurückhaltung seien zwar bisher oft ausgesprochen worden, doch Lahham ist pessimistisch. Jordanien selbst sei ein „schwaches Land“, so Lahham. Etwa 40 Prozent der gegenwärtigen Bevölkerung dort sind Flüchtlinge. (rv)
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Ratzinger-Schülerkreis: „Es geht auch um die Zukunft unserer Treffen
Erstmals seit der Gründung des Ratzinger-Schülerkreises findet das Treffen ohne seinen Professor, den jetzt emeritierten Papst Benedikt XVI. statt. Für den Organisator des Schülerkreises und Verantwortlichen der dazugehörige Stiftung, den Salvatorianerpater Stephan Horn, geht es deshalb beim diesjährigen Treffen vor allem darum, über die Zukunft dieser Begegnungen zu sprechen. Am kommenden Freitag und Samstag treffen sich in Castelgandolfo die ehemaligen Studenten Joseph Ratzingers sowie im neuen Schülerkreis jene Wissenschaftler, die über die Theologie Ratzinger studiert haben. Beim diesjährigen Treffen des Schülerkreises wird der französische Religionsphilosoph Rémi Brague sprechen. Er doziert in Paris und München. Papst Benedikt schätze ihn sehr, so P. Horn. Dass der emeritierte Papst nicht an dem Treffen persönlich teilnimmt, habe auch damit zu tun, dass Benedikt XVI. selber betonte, er wolle „der Welt verborgen bleiben“. (rv)
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DIE SOMMERREISE:

Eichsfeld: Hörende und Gehörlose
Es ist eine starke Gemeinde auf dem Eichsfeld: Die Gemeinschaft der Gehörlosen. In Geisleden treffe ich Alfons Rogge, den langzeitigen Bundesvorsitzenden der katholischen Gehörlosenverbände. In einer Gesellschaft, wo das Sprechen und dementsprechend das Hören selbstverständlich sind, ist er engagiert darin, dass die Gehörlosen nicht nur Empfänger sind, sondern auch selber mitarbeiten an ihrer Integration. (rv)
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UNSER FILMTIPP:

Where's the Beer and when do we get paid?
Dokumentarfilm über den Schlagzeuger Jimmy Carl Black, der mit Frank Zappas Band „Mothers of Invention“ berühmt wurde. Nach dem Tod seiner erste Frau heiratete er wieder und ließ sich in einem bayerischen Dorf nieder. Ein erstaunliches, lakonisch gefärbtes Porträt des alternden Rockers, in dessen sympathisch-gelassener Lebenshaltung Melancholie und Altersweisheit zusammenfließen (teils O.m.d.U.). - Ab 14. (FilmDienst)
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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Deutschland
Die Bischofskonferenz hat ihre Anfang des Jahres gescheiterte Studie zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals neu ausgeschrieben. Für das Forschungsprojekt sollen nun Experten verschiedener Fachrichtungen ins Boot geholt werden, teilten die Bischöfe am Mittwoch mit. Ziel der Studie sei weiterhin, die sexuellen Übergriffe von Priestern und anderen Geistlichen von 1945 bis heute zu erheben und zu analysieren. Im Januar hatten die Bischöfe eine Missbrauchsstudie mit dem Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer aufgekündigt, weil sie keine gemeinsame Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit sahen. (pm)
Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist am Mittwoch nach Rom gereist. Dort traf er mit dem Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, zusammen, wie Bistumssprecher Stefan Schnelle auf Anfrage der Katholischen Nachrichtenagentur bestätigte. Tebartz-van Elst hatte den Angaben zufolge von sich aus kurzfristig um einen Termin bei Ouellet gebeten. Der Bischof habe bei dem Gespräch „größte Unterstützung und Solidarität in der aktuellen Situation erfahren“ und sei für diesen Rückhalt sehr dankbar, hieß es. Am Dienstagabend hatte das Limburger Domkapitel über die Lage im Bistum diskutiert. Bistumssprecher Schnelle nannte die Unterredung „gut und konstruktiv“. Er verwies darauf, dass es sich um die seit längerem anberaumte erste Gesprächsrunde des Gremiums nach der Sommerpause gehandelt habe. Alle Mitglieder seien zugegen gewesen. (kna)

Österreich
Kopten in Österreich rufen anlässlich der Gewalttaten gegen Christen in Ägypten zu einem Protestmarsch am Donnerstag in Wien auf. „Wir wollen damit gegen die Gewalt demonstrieren, unsere Unterstützung für das Militär und die Polizei in Ägypten kundtun und auf die schwierige Situation der Christen im Nahen Osten aufmerksam machen“, so der Journalist und Mitorganisator des Protestmarsches, Victor Elkharat, am Dienstag gegenüber „Kathpress“. Am Wochenende hatte es bereits in Holland, Frankreich und Großbritannien ähnliche Demonstrationen gegeben. (kap)

Italien
Die Diözese Bozen-Brixen sowie eine Pfarrei in Bozen sind vom dortigen Landesgericht zu 700.000 Euro Schadenersatz an ein Missbrauchsopfer und dessen Eltern verurteilt worden. Es ist das erste Mal, dass ein italienisches Bistum zu einer solchen Zahlung verurteilt wurde, wie die Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Mittwoch unter Berufung auf die italienische Bischofskonferenz berichtet. Die Diözese zeigte sich „überrascht und enttäuscht“ über das Urteil. Das Bistum Bozen-Brixen gilt in Italien als Vorreiter im Kampf gegen sexuellen Missbrauch. Als bislang einzige Diözese des Landes hat es einen eigenen Beauftragten für Missbrauchsfälle, an den sich Betroffene wenden können. (corriere della sera/kna)

Russland
Das Moskauer Patriarchat hat am Mittwoch die Androhung eines einseitigen Militärschlags gegen Syrien ohne UNO-Mandat verurteilt. „Weitere Opfer sollen auf dem Altar einer imaginären Demokratie dargebracht werden“, sagte der Außenamts-Leiter des Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew), in einem Interview mit der Presseagentur „Asianews“ in Rom. Er warf den USA vor, „sowohl die Christen als auch die Muslime in Syrien zu opfern“. Die russisch-orthodoxe Kirche sei „tief besorgt“ über die möglichen Entwicklungen. „Einmal mehr, so wie im Fall Irak, verhalten sich die USA wie ein internationaler Strafgerichtsvollzieher“, kritisierte der hochrangige Kirchenamtsinhaber. Dies sei inakzeptabel. (asianews)

Afrika

Benin
In einem Hirtenbrief beziehen die Bischöfe von Benin kritisch Stellung zu einer geplanten Verfassungsänderung, die dem Präsidenten ein drittes Mandat ermöglichen würde. Mit der Verfassungsänderung soll eine Bestimmung abgeschafft werden, die festlegt, dass ein Staatschef nur zwei Amtszeiten innehaben darf. Die Debatte über die Reform finde in einem Kontext „der Armut und des Elends vieler Bürger statt, die nicht das Nötigste zum Leben haben und dem Reichtum einer kleinen Minderheit gegenüber stehen“, so die Bischöfe. (fides)

Naher Osten

Palästina
In Bethlehem sollen in Kürze die Restaurierungsarbeiten an der Geburtskirche starten. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten die an der Kirche beteiligten Konfessionen sowie Vertreter der palästinensischen Autonomiebehörde in Bethlehem, wie die Franziskaner-Kustodie in Jerusalem mitteilte. Bereits 2008 und 2010 konnten sich Kirchenvertreter und Behörden auf ein Abkommen einigen, das Ende 2010 zu umfassenden Vorstudien durch Experten geführt hatte. In einer ersten Phase sollen die Fenster der Basilika erneuert werden. Der Zugang zur Geburtsgrotte für Pilger und Touristen soll während der Arbeiten weiter möglich sein. (kna)

Israel
Angesichts der gegenwärtigen Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern spricht der Jerusalemer Weihbischof William Shomali von einem „Hin- und Hergerissensein zwischen Hoffnung und Skepsis“. Sein Glaube halte ihn zur Hoffnung an, die vergangenen Verhandlungsrunden in u.a. Madrid, Oslo und Camp David seien aber alle unbefriedigend ausgegangen. Sie hätten gezeigt, wie schwer Friede zu erzielen sei, so der im Lateinischen Patriarchat für die palästinensischen Gebiete zuständige Bischof am Mittwoch gegenüber „Kirche in Not“. Die Christen Israels und Palästinas seien jene Gruppe, die im Konflikt eine mäßigende Rolle spielten. Dies könnte eine große Hilfe bei den Verhandlungen sein, so der Bischof. (pm/kap)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 28.08.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Vatikan will Aktionsplan gegen Menschenhandel / Vatikan/Italien: Papst besucht bald ein Flüchtlingszentrum in Rom / Vatikan will Dialog mit Al-Azhar-Universität fortsetzen / Vor 35 Jahren: Wahl Johannes Paul I. / Ausblick auf den Ratzinger-Schülerkreis, der Samstag zusammenkommt

Donnerstag Abend, 29.08.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Dem. Rep. Kongo: Kirchenleute zu den Angriffen der M23-Rebellen / Friedensverhandlungen der kolumbianischen Regierung mit Farc-Rebellen auf Kuba

Freitag Abend, 30.08.2013: Prisma-Magazin
Die Sommerreise von Radio Vatikan

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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