RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 2.12.2013

Tagesmeldungen vom 2.12.2013

- Papst Franziskus besucht römische Vorstadt  -
- Ukraine: Kirche kritisiert die eskalierende Gewalt -
- Israels Premier Netanyahu beim Papst -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN AUS DEM VATIKAN:

Nächste Runde für Vorschläge zur Kurienreform
Ab Dienstag tritt der achtköpfige Kardinalrat, den Papst Franziskus mit Vorarbeiten zur Kurienreform beauftragt hat, zu seiner nächsten Sitzungsrunde zusammen. Die acht Kardinäle aus allen Kontinenten beraten bis einschließlich Donnerstag hinter verschlossenen Türen. Dabei wird es um die Neuaufteilung der päpstlichen Verwaltungseinheiten gehen, wie der Koordinator des Rates, Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, vor einiger Zeit ankündigte. Der Rat erarbeitet Vorschläge, trifft aber keine Entscheidungen; diese stehen allein dem Papst zu. Wegen der angepeilten Umstrukturierung der Kurie, des Verwaltungsapparates für die Weltkirche, haben viele Kurienbüros nach wie vor nur provisorische Leiter. (apic/kna/rv)
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Papst besucht römische Vorstadtpfarrei
Papst Franziskus hat Firmlinge dazu ermuntert, in ihrem ganzen Leben Jesus zu begegnen. Sonntagabend besuchte der Papst die Vorstadtkirche San Cirillo Alessandrino in der östlichen Peripherie Roms, um neun Jugendlichen das Sakrament der Firmung zu spenden. Der Weg des Lebens, sagte Franziskus ihnen, sei gerade das: einen Weg zurücklegen, um Jesus zu treffen. Das könne jeden Tag auf viele Arten geschehen: im Gebet, bei der Messe, beim Ausführen guter Taten, wenn wir Kranke besuchen und Armen helfen - „Wenn wir nicht egoistisch sind, wenn wir liebenswürdig sind“, sagte der Papst den Jugendlichen.  (rv)
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Vatikan/Niederlande: Bischöfe zu Besuch
Papst Franziskus hat die katholische Kirche in den stark säkularisierten Niederlanden dazu ermutigt, präsenter in der öffentlichen Debatte zu sein. Das solle aber auf eine positive Weise geschehen, sagte der Papst an diesem Montag den Angehörigen der niederländischen Bischofskonferenz, die dieser Tage zum Ad-Limina-Besuch in Rom sind. Die Kirche biete auch Wege zur gesellschaftlichen Entwicklung, so der Papst in seiner Ansprache. Er warb für die „Herausbildung eines kritischen Urteils“, wobei ein „positiver Zugang zu den sozialen Wirklichkeiten“ zu wahren sei, so sei Resignation zu vermeiden. (rv)
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Franziskus: „Weihnachten ist Begegnung!“
Weihnachten ist mehr – mehr als ein Winterfest und mehr als „eine schöne Sache“. Darüber hat Papst Franziskus an diesem Montag beim Frühgottesdienst gesprochen, seiner ersten Wochentagsmesse im Advent. Das Tagesevangelium stellt den römischen Hauptmann vor, der Jesus bittet, seinen Diener zu heilen, und zu ihm sagt: „Sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund“. Jesus habe sich über diesen Mann „gewundert“, sagte der Papst. Er sei aufgebrochen, den Herrn zu treffen, mit Glauben. Deshalb habe er nicht bloß den Herrn getroffen, sondern hätte „die Freude gefühlt, vom Herrn getroffen zu sein. Und das ist die Begegnung, die wir wollen: Die Begegnung des Glaubens!“ (rv)
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THEMEN AUS DER WELTKIRCHE:

Ukraine: Kirchen rufen zu Gewaltverzicht auf
Keine Gewalt – mit diesem Appell versuchen die Kirche in der Ukraine die aufgebrachten Demonstranten zu beschwichtigen und weiteres Blutvergießen zu verhindern. Eine noch größere Eskalation der Gewalt könne „zu noch tragischeren Konsequenzen führen“, warnte Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, das Oberhaupt der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, laut Medienberichten. Ähnlich äußerte sich die Leitung der Ukrainisch-orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchates. Hunderttausende Befürworter einer EU-Annäherung waren am Wochenende in dem Land auf die Straße gegangen. Schwere Krawalle überschatteten am Sonntag die Demonstrationen im Zentrum von Kiew, Sicherheitskräfte hatten massiv Tränengas und Blendgranaten gegen Randalierer eingesetzt. Die Wurzeln der aktuellen Krise reichen tief. Das betont Bischof Borys Gudziak von der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche im Gespräch mit Radio Vatikan. (rv/kap)
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Die Kirchen in der Ukraine haben an die Demonstranten in Kiew appelliert, auf die staatliche Gewalt nicht mit Gegengewalt zu reagieren. „Wir bitten euch, nicht eine noch größere Eskalation der Gewalt zuzulassen, die zu noch tragischeren Konsequenzen führen könnte“, heißt es laut der Kiewer Religions-Nachrichtenagentur „RISU“ in dem Aufruf des Oberhaupts der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk. Ähnlich äußerte sich die Leitung der Ukrainisch-orthodoxen Kirche im Kiewer Patriarchat. Unterdessen forderten auch am Montag bei erneuten Protesten Tausende Oppositionsanhänger direkt im Regierungsviertel in Kiew den Rücktritt von Ministerpräsident Nikolai Asarow. (kap)

Philippinen: Hilfe weiter dringend nötig
Tausende Menschen kamen ums Leben, als der Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen wütete, Millionen sind obdachlos und traumatisiert. Mittlerweile sind seitdem drei Wochen vergangen, doch den Überlebenden drohen neue Gefahren: Zahlreiche Trink- und Abwasserleitungen sind zerstört, Brunnen verunreinigt. Aufgrund des verschmutzten Wassers können sich Epidemien wie Cholera und Typhus leicht ausbreiten - besonders Kinder sind gefährdet, berichten die Salesianer Don Boscos von den Philippinen. Dass dringend weitere Hilfe nötig ist, hat Ende vergangener Woche auch die UN-Koordinatorin auf den Philippinen, Luiza Carvalho, betont: Es gebe mehr als 3,8 Millionen Menschen ohne Obdach. Vielen sei komplett die Lebensgrundlage entzogen worden. (radio stephansdom/pm/agi/kna)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu und Papst Franziskus haben über eine mögliche Reise des Papstes ins Heilige Land gesprochen. Franziskus empfing den Politiker an diesem Montag in Privataudienz. Vorrangig sprachen der israelische Premier und Franziskus über die „komplexe politische und soziale Lage im Nahen Osten“, hieß es in einem anschließenden Vatikan-Statement. Besonders vertieft wurde bei den Gesprächen die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern, wobei der Wunsch nach einer „gerechten und dauerhaften Lösung im Respekt der Rechte beider Parteien“ geäußert wurde. Anschließend ging es um die Frage des Status der katholischen Kirche in Israel sowie um den Abschluss eines seit längerem angestrebten Abkommens darüber. (rv)

Papst Franziskus hat ein Beileidstelegramm nach Glasgow geschickt. In der schottischen Stadt war am Freitagabend ein Polizeihelikopter auf ein vollbesetztes Pub in der Nähe der Kathedrale gestürzt und hatte etliche Menschen getötet. Er bitte den Erzbischof von Glasgow, den Familien der Opfer in diesen schwierigen Momenten seine Nähe auszudrücken, heißt es in dem Telegramm, das der Päpstliche Nuntius Erzbischof Antonio Mennini dem Ortsbischof zukommen ließ. (rv)

Europa

Deutschland
Rund 80 Prozent aller Menschen mit Behinderung leben in Entwicklungsländern. Darauf macht das katholische Hilfswerk MISEREOR zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember aufmerksam. Die Ursache für körperliche und geistige Behinderungen sei häufig Armut. Manchmal fehlten selbst einfache Hilfsmittel wie Brillen oder Hörgeräte. Oft sind auch Kinder- und Infektionskrankheiten die Ursache für Behinderungen, so das Hilfswerk. Kinder und Jugendliche mit Behinderung gehen in vielen Entwicklungsländern nicht zur Schule, sie werden zu Hause versteckt und vernachlässigt. (pm)
Zu einer uneingeschränkten und gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben hat der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Menschen mit Behinderung aufgerufen. Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am kommenden Dienstag appellierte Bischof Otto Georgens an jeden Einzelnen der Gesellschaft, sich für Gleichberechtigung auch von behinderten Menschen einzusetzen. Allein politische Bemühungen reichten nicht aus, so der Weihbischof von Speyer. Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung wird am 3. Dezember 2013 unter dem Motto „Nur mit uns“ begangen. (pm)

Polen/Russland/Vatikan
Der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz hat den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. zum nächsten Weltjugendtag im Juli 2016 nach Krakau eingeladen. Dabei würde es zu einer Begegnung mit Papst Franziskus kommen. Wie die Erzdiözese Krakau am Montag mitteilte, sprach Dziwisz am Vortag in seiner Bischofsstadt mit dem Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, über einen möglichen Besuch Kyrills I. bei der Großveranstaltung. Hilarion habe jedoch keine klare Antwort gegeben. (kap)

Kroatien
Die Bürger Kroatiens haben sich in einem Referendum für ein Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe ausgesprochen. Nach Angaben der Wahlkommission in Zagreb befürworteten fast 66 Prozent der Wähler die Aufnahme einer Formulierung in die kroatische Verfassung, wonach die Ehe eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist. Knapp 34 Prozent stimmten dagegen. Das Referendum war von der konservativen Bürgerinitiative „Im Namen der Familie“ angestrengt worden. Die katholische Kirche, der fast 90 Prozent der 4,2 Millionen Kroaten angehören, hatte dazu aufgerufen, für die Verfassungsänderung zu stimmen. (dw)

Naher Osten

Irak
Der chaldäische Patriarch Raphaël I. Sako aus Bagdad hofft auf einen Besuch von Papst Franziskus im Irak. „Für uns Christen im Irak ist ein solcher Besuch eine Notwendigkeit; denn wir brauchen seine Solidarität und Hilfe", erklärte er gegenüber dem römischen Pressedienst „Asianews" am Dienstag. So wie Franziskus in Syrien ein „Wunder" vollbrachte, indem er eine drohende Militärintervention gestoppt habe, „kann er auch bei uns ein Wunder vollbringen", sagte der Patriarch nach der Rückkehr von einem Rombesuch in seiner Heimat. Franziskus habe seine Einladung zur Kenntnis genommen und sich notiert, fügte er hinzu.
(asianews)

Afrika

Ägypten
Das ägyptische Verfassungskomitee hat am Sonntagabend einen neuen Verfassungsentwurf verabschiedet, in dem das Recht auf Religionsfreiheit verankert ist. In der Vorbemerkung der Verfassung wird zudem betont, dass der Staat von einer bürgerlichen Regierung geführt werde. Das berichtet die Gesellschaft für bedrohte Völker an diesem Montag. Der Entwurf sei ein wichtiger Schritt für den Schutz der christlichen Minderheit in Ägypten. Zudem forderte die Verfassungskommission das Parlament dazu auf, ein Gesetz zur Regulierung des Neubaus und der Renovierung von Kirchen zu erarbeiten. Die aktuell gültigen Bestimmungen stammen noch aus dem 19. Jahrhundert und erschweren es Christen im Vergleich zu Muslimen, Gotteshäuser zu bauen. (pm)

Amerika

Mexiko
Kardinal Norberto Rivera Carrera wird nach eigenen Angaben von einem Drogenkartell erpresst. Der Erzbischof von Mexiko-Stadt sagte laut Berichten mexikanischer Medien, vor zehn Tagen seien bei der Hauptstadtdiözese Anrufe eingegangen, in denen angebliche Mitglieder des Drogenkartells „La Familia Michoacana“ die Zahlung eines Schutzgeldes gefordert hätten. Auch er selbst sei bedroht worden, sagte Rivera. Die Anrufer hätten angekündigt, einen Seminaristen zu töten, sollte die Diözese der Forderung nicht nachkommen. Er selbst habe Strafanzeige gestellt, sagte der Kardinal. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 02.12.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Protest in der Ukraine: eine Einordnung des griechisch-katholischen Bischofs von Paris, Borys Gudziak / Philippinen: „Weitere Hilfen dringend notwendig“ / Pakistan: Fortschritte im interreligiösen Dialog

Dienstag Abend, 03.12.2013: Radioakademie (Teil 1) - von P. Bernd Hagenkord SJ
Papst Paul VI.: Ein moderner Papst

Mittwoch Abend, 04.12.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Die Generalaudienz mit Franziskus / Kurienreform: Die zweite Sitzung des Kardinalsrates

Donnerstag Abend, 05.12.2013: Kreuzfeuer - Kirche, wo es kritisch wird

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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