RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 5.12.2013

Tagesmeldungen vom 5.12.2013

- Papst richtet Kinderschutz-Kommission ein -
- Vatikan soll Finanzministerium erhalten -
- Erzbischof Müller verteidigt Liturgiereform -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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BLICKPUNKT KURIENREFORM:

Franziskus richtet Kinderschutz-Kommission ein
Die Arbeit des achtköpfigen Kardinalsrates zur Reform der Kurie hat ein erstes konkretes Ergebnis: Papst Franziskus wird eine Kommission zum Schutz von Kindern vor Missbrauch einrichten. Das hat Kardinal Sean Patrick O´Malley an diesem Donnerstag bekannt gegeben. Der Erzbischof von Boston gehört dem Kardinalsrat an, der dem Papst die Schaffung einer solchen Kommission vorgeschlagen hatte. Sie stehe in der Linie, die Papst Benedikt XVI. in Fragen des Missbrauchs eingeschlagen habe, erklärte Kardinal O´Malley. Das erste Anliegen der Kommission sei die pastorale Aufmerksamkeit für Opfer von Kindesmissbrauch in der Weltkirche. (rv)
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Offenbar vatikanisches Finanzministerium geplant
Der Heilige Stuhl wird wahrscheinlich ein Finanzministerium erhalten. Das sagte Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga am Mittwochabend in Rom. Maradiaga leitet den achtköpfigen Kardinalsrat, der in diesen Tagen seine zweite Beratungsrunde zur Kurienreform im Vatikan abhält. Maradiaga wörtlich: „Die allgemeine Tendenz dieser Tage steuert auf etwas wie ein echtes Finanzministerium zu, wie es auch andere Staaten haben.“ Wann es soweit sein werde, konnte Maradiaga nicht sagen. Die zweite Beratungsrunde der acht Kardinäle, unter ihnen Reinhard Marx von München, geht an diesem Donnerstag zu Ende. (rv)
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Erzbischof Parolin setzt auf eine „Reform des Geistes“
Es ist „ganz leicht“, an der Seite von Papst Franziskus zu arbeiten. Das sagt der neue vatikanische Staatssekretär, Erzbischof Pietro Parolin. Es gebe da „viel Zusammenklang“, und das lasse Gutes für die Zukunft erhoffen. Am Rand einer Buchvorstellung – es ging um das Interviewbuch von Pater Antonio Spadaro mit Papst Franziskus für die Jesuitenzeitschriften – ließ sich Erzbischof Parolin am Mittwochabend in Rom das eine oder andere Statement entlocken. Zur derzeit vorbereiteten Reform der römischen Kurie, die auch das Staatssekretariat betreffen wird, sagte Parolin: „Ich hoffe wirklich auf eine Reform des Geistes.“ (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Leiter der Glaubenskongregation verteidigt Liturgiereform
Der Leiter der römischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat die Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil verteidigt. Kritiker machten das Konzil und die darauf aufbauenden Reformen der liturgischen Bücher für den Glaubensschwund und die nachlassende Kirchlichkeit der vergangenen Jahrzehnte verantwortlich, sagte Müller am Mittwochabend in Würzburg. Die Glaubenskrise habe aber schon lange vor dem Konzil eingesetzt. Die erneuerte Liturgie habe vielmehr dazu beigetragen, dass die Katholiken aktiver und bewusster an den Gottesdiensten teilnehmen könnten, betonte der Erzbischof. Gerade die in Geist und Ritus erneuerte Liturgie sei ein wirksames Mittel gegen eine Kultur ohne Gott. (kna)
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„Keine Angst vor der digitalen Welt“
Facebook, Twitter, Youtube und tausend andere Kanäle: Die Kirche muss lernen, in den digitalen Kommunikationsformen gut und böse zu unterscheiden, keine Angst vor den Entwicklungen zu haben und sie besser zu nutzen, um auf die Begegnung mit Christus vorzubereiten. Das denkt Kardinal Stanislaw Rylko, der Präsident des Päpstlichen Laienrates. Die Vatikan-Behörde tritt an diesem Donnerstag zu ihrer Vollversammlung zusammen und spricht dabei über die Verkündigung des Evangeliums im digitalen Zeitalter. (rv)
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Deutsch-tschechischer Christbaum auf dem Petersplatz
Schon an diesem Donnerstag - einen Tag früher als geplant - wurde auf dem Petersplatz in Rom der Christbaum aufgestellt. Er kommt dieses Jahr aus der Oberpfalz: Die Stadt Waldmünchen, direkt an der tschechischen Grenze gelegen, schenkt dem Papst eine 25 Meter hohe Fichte. Doch in den vergangenen Tagen herrschte Verwirrung: Wie bayerisch ist dieser Baum überhaupt? Radio Vatikan ist auf den Petersplatz geeilt und hat dort mit Alois Frank, dem Organisator des Transports, über die Herkunft des Baumes gesprochen: „Die Fichte kommt aus dem bayerisch-tschechischen Grenzgebiet, und zwar von der tschechischen Seite.“ Rund drei Tage war der Tross unterwegs. (rv)
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IN EIGENER SACHE:

Neue Frequenz für Empfang via Satellit
Radio Vatikan hat eine neue Frequenz beim Empfang via Satellit. Die Sendungen sind weiterhin über den Satelliten Eutelsat Hotbird zu hören. Es genügt, wenn man den Kanal von Radio Vatikan automatisch neu einrichtet. Wer hingegen die Frequenz manuell eingeben möchte, muss folgende Einstellungen vornehmen: Hotbird 13B; F=12034 MHz V, Tp=66, Service ID=11181, DVBS=QPSK, SR=29900, FEC=5/6. Radio Vatikan sendet auf Satellit im Bouquet von Sky Italien unter dem Titel „Radio Vaticana Italia-Europa“. (rv)

Live bei uns: Advent- und Weihnachten in Rom
Papst Franziskus begibt sich am Nachmittag des zweiten Adventssonntags, dem Fest Mariä Empfängnis, zur traditionellen Kranzniederlegung an die Mariensäule nahe der Spanischen Treppe im Zentrum Roms. An Heiligabend feiert Franziskus die Christmette im Petersdom. Am Ersten Weihnachtstag erteilt er mittags von der Loggia der Basilika den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“. Neujahr, das in der katholischen Kirche als Weltfriedenstag begangen wird, begeht Franziskus am Vormittag mit einer Messe. Im Petersdom feiert er am 6. Januar einen Gottesdienst zum Fest Erscheinung des Herrn. Am 12. Januar will er zum Fest der Taufe des Herrn in der Sixtinischen Kapelle einigen Kindern das Taufsakrament spenden. Wir übertragen diese Feiern mit Franziskus live und mit deutschem Kommentar. (kna/rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/Rumänien
Der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Kurt Koch, hat sich an diesem Mittwoch mit Rumäniens orthodoxem Patriarchen Daniel getroffen. Koch besucht noch bis zum 7. Dezember Rumänien – laut Vatikanangaben zum ersten Mal überhaupt. „Unser Wunsch und die größte Freude wäre die Einheit der Eucharistie und die Einheit der zwei Kirchen des Orients und des Okzidents“, erklärte Kardinal Koch. Sie hätten in ihrem Gespräch versucht, Lösungen in diesen Themen zu finden. (sir)

Europa

Deutschland
Gero P. Weishaupt, der Latinist der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan, ist künftig auch als Kirchenrichter nach Köln tätig. Der ursprünglich aus Aachen stammende Priester hat mehrere Jahre als Offizial, also oberster Kirchenrichter, im niederländischen Bistums ´s Hertogenbosch (Herzogenbusch) gewirkt, doch das Offizialat musste aus Spargründen aufgegeben werden. Seinen Dienst für Radio Vatikan führt Weishaupt unverändert fort. Er fertigt seit bald zehn Jahren die Lateinnachrichten für unsere Redaktion ehrenamtlich in seiner Freizeit. (rv)

Deutschland/Vereinte Nationen
Der heilige Nikolaus, der Weihnachtsmann und das Christkind sollen zum UNESCO-Weltkulturerbe werden. Dafür setzt sich das Deutsche Weihnachtsmuseum in Rothenburg ob der Tauber ein, wie dieses am Donnerstag mitteilte. Das Museum hat einen Antrag auf Aufnahme in das „Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschlands“ gestellt. Dazu gebe es auch breite Zustimmung von Kirche und Politik. Die drei Gabenbringer seien „zentrale Symbolfiguren“ der deutschen Weihnachtstraditionen, betonte Felicitas Höptner. Die Volkskundlerin und Leiterin des Museums verwies darauf, dass sie Nationen und Konfessionen übergreifend für die universellen Werte des Weihnachtsfestes im christlich-abendländischen Kulturkreis stünden. Über den Antrag entscheidet die Kultusministerkonferenz. (kna)

Naher Osten

Saudi-Arabien
Der saudische König Abdullah lässt 72 Reformvorschläge des UN-Menschenrechtsrates zu verschiedenen sozialen Fragen prüfen, darunter auch das Auto-Fahrverbot für Frauen. So zieht die saudische Monarchie in Erwägung, Frauen künftig selbständig ohne männliche Begleitung mit dem Auto zur Arbeit fahren zu lassen. Außerdem wird wohl in Zukunft auch Kindern aus Ehen zwischen einer saudischen Frau und einem ausländischen Mann die saudische Staatsangehörigkeit bewilligt. (asianews)

Asien

Indien
Das indische Parlament diskutiert seit diesem Donnerstag erneut über die Einführung von Strafen für interreligiöse Gewalt. Der entsprechende Gesetzentwurf sieht vor, dass die Zentralregierung in Fällen interreligiöser Gewalt direkt eingreifen kann. Vertreter der Hindus sehen das mögliche Gesetz teilweise kritisch: Der Kandidat der ultranationalistischen Oppositionspartei „Bharatiya Janata“ für das Amt des Premierministers, Narendra Modi, sieht es als Versuch, die Autorität der einzelnen indischen Bundesstaaten zu beschneiden. Modi ist Regierungschef im Bundesstaat Gujarat, wo im Jahr 2002 bei einem Massaker 2.000 Muslime von radikale Hindus getötet worden waren. (asianews)

Amerika

Brasilien/Vereinte Nationen
Die UNESCO hat die Marienprozession „Cirio de Nazare“ im nordbrasilianischen Belem zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Nach brasilianischen Medienberichten vom Donnerstag nehmen an der religiösen Veranstaltung jeden Oktober rund zwei Millionen Menschen teil. Damit gilt der seit 1793 stattfindende „Cirio“ als größtes katholisches Fest Brasiliens. Die Prozession in der am Südufer des Amazonasflusses gelegenen Stadt geht auf den Fund eines Marienbildnisses zurück. Ein Landarbeiter soll damals eine Figur der Jungfrau von Nazareth im Flussbett eines kleinen Baches gefunden und mit nach Hause genommen haben. Der Legende nach war die Figur am nächsten Morgen wieder an ihren Fundort zurückgekehrt. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 05.12.2013: Kreuzfeuer - Kirche, wo es kritisch wird
Themen u.a.: DBK-Vorsitzender Robert Zollitsch zur Frage der wiederverheirateten Geschiedenen in der katholischen Kirche / Gentechnik, alles erlaubt? Dazu der Theologe und Biologe Ulrich Lüke von der RWTH Aachen / Blasphemie-Gesetz in Deutschland, ja oder nein? – dazu der Literaturwissenschaftler, Essayist und Lyriker Heinrich Detering / Polen: Was die Bischofskonferenz gegen sexuellen Missbrauch tut

 

Freitag Abend, 06.12.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Die Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz / Brasilien: Bischof Erwin Kräutler übt Kritik an Zerstörungen im Kontext der Fußball-WM / Zum 200. Geburtstag von Adolph Kolping / Ein Christbaum für den Vatikan

 

Samstag Abend, 07.12.2013: Unsere Woche
Das päpstliche Lehrschreiben „Evangelii gaudium“ – wir stellen Auszüge vor / Kardinal Eijk von Utrecht zur Lage der Kirche in den Niederlanden

 

Sonntag Abend, 08.12.2013: Reden über Gott und Welt
Ein nicht-gläubiger Regisseur inszeniert in Köln „Die Genesis“

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hören

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