RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News16.12.2013

Tagesmeldungen vom 16.12.2013

- „Kirche braucht Prophetie statt Klerikalismus“ -
- Vatikan/Russland: „Im Verhältnis vorangehen“ -
- Papst Franziskus wird am Dienstag 77 -

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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst: Kirche braucht Prophetie statt Klerikalismus
Wenn es in der Kirche keine Prophetie gibt, dann fehlt auch der lebendige Gott, und die Kirche wird zu einer klerikalen Institution. Das sagte der Papst an diesem Montag in der Casa Santa Marta. Der Prophet sei einer, der das Wort Gottes höre und dieses auch interpretieren könne, so der Papst mit Bezug auf die Lesung des Tages. Ein Prophet könne dann aus diesen Worten die Zukunft verstehen, denn ein Prophet habe das wahre Gefühl für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. (rv)
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Vatikan/Russland: Die Zeit ist gekommen, „im Verhältnis voranzugehen“
Der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates trifft in diesen Tagen in Russland mit den Spitzen der orthodoxen und der katholischen Kirche zusammen. Am Mittwoch wird Kardinal Kurt Koch von Patriarch Kyrill I. empfangen. Es ist die zweite Begegnung des vatikanischen Ökumene-Verantwortlichen mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen. Die Herausforderungen der Einheit stellen sich derzeit unter geändertem Vorzeichen, sagte uns ein Mitarbeiter des päpstlichen Einheitsrates. (rv/kna)
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Zentralafrikanische Republik: „Nelson Mandela als Beispiel“
Zu viele Christen in der Zentralafrikanischen Republik denken angesichts der Gräuel der Vergangenheit an Rache, doch Gläubige sollen „vom Geist Gottes beseelt sein und nicht ans Töten denken”. Dazu rief der Erzbischof von Bangui, Dieudonné Nzapalainga am Sonntag in einer Predigt auf. Auch gegenüber Radio Vatikan betont der Erzbischof, dass die Gläubigen dem Beispiel Nelson Mandelas folgen sollen, wenn es darum gehe, Spaltungen zu überwinden und den Frieden wieder zu finden. (fides/rv)
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Nordkorea: „Kim Jong Un will seine Macht sichern“
Während Südkorea seinen neuen Botschafter beim Heiligen Stuhl in Rom vorstellt – er überreichte an diesem Montag dem Papst sein Beglaubigungsschreiben –, ist in Nordkorea ein „familiäres“ Drama im Gange: Regimeführer Kim Jong Un ließ seinen Onkel hinrichten, der bisher die Nummer Zwei hinter seinem Neffen war. Die Exekution sei vor allem eine Botschaft an China, sagte ein Korea-Fachmann im Gespräch mit Radio Vatikan. (rv/idea)
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PAPST FRANZISKUS WIRD 77:

An diesem Dienstag feiert Papst Franziskus seinen 77. Geburtstag. Der emeritierte deutsche Kurienkardinal Walter Kasper gratuliert - stellvertretend für viele - bei Radio Vatikan und wünscht dem Papst genau das, was er am meisten braucht und was dieser sich selber wünscht: „Betet für mich!“
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat den kanadischen Kurienkardinal Marc Ouellet als Präfekt der Bischofskongregation bestätigt. Das teilte der vatikanische Pressesaal an diesem Montag mit. Zum Mitglied der Kongregation ernannte Franziskus unter anderem auch Kardinal Kurt Koch und den Bischof von Münster, Felix Genn. Alle Konsultoren der Kongregation wurden bestätigt. Die rund 30 Mitglieder der Bischofskongregation kommen in regelmäßigen Abständen zu Sitzungen in Rom zusammen. Die Kurienbehörde ist eine Art Personalabteilung für Bischöfe und für die Vorbereitung von Bischofsernennungen zuständig. (rv)

Vatikan/Argentinien
Der Vorstand des argentinischen Lieblings-Fußballklubs von Papst Franziskus, San Lorenzo del Almagro, ist am Montag Richtung Rom aufgebrochen. Man wolle dem Papst zu seinem Geburtstag am 17. Dezember gratulieren und ihm als Geburtstagsgeschenk den soeben gewonnenen Siegespokal der Herbstmeisterschaft zeigen, sagten führende Funktionäre des Vereins laut argentinischen Medien. Der Erstligist hatte sich am Sonntagabend den Herbsttitel in der argentinischen Fußballmeisterschaft gesichert. Papst Franziskus ist seit seiner Kindheit Anhänger des Fußballklubs aus Buenos Aires und wurde 2008 zu dessen Ehrenmitglied ernannt. (kap)

Europa

Deutschland
Die Bischofskonferenz fordert die neue Bundesregierung und die Europäische Union zu Änderungen in der Flüchtlingspolitik auf. „Die Staaten Europas betreiben eine Flüchtlings- und Migrationspolitik voller Widersprüche“, kritisiert der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, am Montag in einem Gastbeitrag für das Internetportal „Katholisch.de“. Nur auf dem Papier bekundeten die EU-Staaten ihren Willen, die Menschenrechte von Flüchtlingen und Migranten zu achten. (kna)
Die beiden großen Kirchen haben von der neuen Bundesregierung eine Kehrtwende in der Rüstungspolitik verlangt. Bei der Vorstellung des Rüstungsexportberichts 2013 mahnte die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), die Genehmigungen für Waffenexporte restriktiver zu handhaben. Das gelte besonders für die Ausfuhr von Rüstungsgütern in Konfliktregionen sowie in Länder, die Menschenrechte missachten oder Entwicklungshilfe beziehen. Der katholische Vorsitzende der GKKE, Prälat Karl Jüsten, forderte die Bundesregierung auf, bei der Genehmigung von Exporten Friedens-, Entwicklungs- und sicherheitspolitischen Fragen den Vorrang vor Wirtschaftsinteressen zu geben. (pm/kna)
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wirbt für eine veränderte kirchliche Sexuallehre. In einer am Montag in Bonn veröffentlichten Stellungnahme zur römischen Bischofssynode über Ehe und Familie setzt sich das oberste Laiengremium für einen positiven Umgang mit nichtehelichen Partnerschaften und Homosexuellen sowie für die volle Teilhabe von wiederverheirateten Geschiedenen am Leben der Kirche ein. In dem Papier geht das ZdK von einer großen Kluft zwischen Lehren der Kirche und dem täglichen Leben der Christen aus. (pm/kna)

Deutschland/Ukraine
Die deutschen Bischöfe sind solidarisch mit der Bevölkerung der Ukraine. „Unsere Anteilnahme gilt zu allererst den vielen mutigen Menschen, die große Gefahren in Kauf nehmen, um ihr Verlangen nach Freiheit und Gerechtigkeit öffentlich zu bekunden“, schreibt der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, in einem am Montag in Bonn veröffentlichten Brief an den Vorsitzenden der Ukrainischen Bischofskonferenz, den Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk. Die Kirchen der Ukraine unterstützen die Demonstranten. (pm/rv/kna)

Schweiz
Das Friedenslicht aus Bethlehem ist am Sonntag in mehr als einem Dutzend europäischer Länder feierlich empfangen worden. Europäische Pfadfinder, die am Samstag an der internationalen ökumenischen Segnungs- und Sendungsfeier in der Wiener Votivkirche teilgenommen hatten, brachten das Licht aus der Geburtsgrotte in ihre jeweiligen Länder. Besonders spektakulär war die Ankunft in Zürich. Ein Schiff mit dem Friedenslicht an Bord legte am späten Nachmittag am Bürkliplatz an. Der Veranstaltung wohnten mehrere Tausend Menschen bei. (kap)

Großbritannien
Eine neue Flüchtlings- und Migrationspolitik in Großbritannien und der EU fordert der Erzbischof von Westminister, Vincent Nichols. Er bezeichnete am Montag die britische Einwanderungspolitik wörtlich als „unmenschlich“. Mit Nicht-EU-Bürgern verheirateten Briten werde die Bestätigung über ein Mindestjahreseinkommen von umgerechnet 22.000 Euro abverlangt, kritisierte der Erzbischof in einem Gastbeitrag für die britische Zeitung „The Guardian“ am Montag. „Diese Summe liegt deutlich über dem, was eine Vollzeitkraft auf Mindestlohnniveau verdient“, so Nichols, zugleich Vorsitzender der Bischofskonferenz von England und Wales. (kap)

Naher Osten

Syrien
Tausende syrische Kinder beneiden das Christkind um seinen Stall. Das sagt der maronitische Erzbischof Samir Nassar zu den Bedingungen, unter denen Kinder in Syrien in der Vorweihnachtszeit leben. In seiner Weihnachtsbotschaft beschreibt der maronitische Erzbischof von Damaskus, was die Menschen in Syrien mit Blick auf ein weiteres Weihnachtsfest im Krieg fühlen. „Jesus ist mit seiner Armut nicht alleine“, so der Erzbischof wörtlich. Für viele Familien in Syrien sei die Botschaft des Friedens und der Freude kaum im eigenen Leben vorstellbar: „Der höllische Lärm des Krieges“, so Erzbischof Nassar, „überdeckt den Lobgesang der Engel“. (fides)

Vereinte Nationen

Das Unterrichtsniveau in Syrien ist drastisch gesunken. Wie das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF und weitere Organisationen berichten, waren seit Beginn des Konflikts im Jahr 2011 rund drei Millionen syrische Kinder gezwungen, ihre Schulausbildung abzubrechen: Schulen wurden zerstört, der Schulgang wurde zu gefährlich oder die Familien mussten ins Ausland flüchten. Nachdem 2010 noch 97 Prozent aller Kinder Syriens die Schule besucht hatten, gebe es nun für sie im besten Fall einen immer wieder unterbrochenen Unterricht, während sie im schlechtesten Fall durch Arbeit zum Familienunterhalt beitragen müssen, heißt es in dem Bericht. Jede fünfte Schule Syriens sei derzeit nicht dauerhaft für den Unterricht nutzbar, sei es aufgrund von Zerstörungen und Beschädigungen oder wegen ihrer Nutzung als Unterkunft für Inlandsvertriebene. (kap/sir) 

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 16.12.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Mexiko: Regierung will Initiative von Papst Franziskus gegen Menschenhandel aufgreifen / Kardinal Schönborn: Jetzt ist nicht der Moment für Politiker-Bashing

Dienstag Abend, 17.12.2013: Radioakademie (Teil 3) - von Pater Bernd Hagenkord SJ
Papst Paul VI., der unterschätzte Papst - Heute: Der Streit um Humanae Vitae

Mittwoch Abend, 18.12.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Vor dem Besuch von Papst Franziskus: das Kinderkrankenhaus Bambin Gesú / Die Generalaudienz mit Franziskus

Donnerstag Abend, 19.12.2013: Kreuz des Südens

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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