RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 2.7.2013

Tagesmeldungen vom 2.7.2013

- Direktor der Vatikanbank IOR zurückgetreten -
- Deutsche Studie: Religionsfreiheit weltweit in Not -
- Nigeria: Bischöfe entsetzt über Hinrichtungen -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Christine Seuß
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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BLICKPUNKT IOR:

IOR-Generaldirektor Cipriani tritt zurück
Der bisherige Generaldirektor der Vatikanbank IOR, Paolo Cipriani, und sein Vize Massimo Tulli haben ihren Rücktritt angeboten. Sie hätten beide entschieden, dass diese Entscheidung das Beste für das IOR sei. Das teilte der Vatikan am Montagabend mit. Die Kardinalskommission und Aufsichtsbehörde des IOR haben die Rücktritte angenommen, so der Vatikan weiter. IOR-Präsident Ernst von Freyberg hat das Amt des Generaldirektors vorläufig mit übernommen, die zuständige Aufsichtsbehörde AIF und die vom Papst neu ernannte Untersuchungskommission seien umgehend informiert worden. (rv)
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P. Lombardi: Gendarmerie hat sich korrekt erhalten
Erneut hat sich der vatikanische Pressesaal zum Fall des verhafteten ehemaligen Mitarbeiters der apostolischen Güterverwaltung geäußert. Pater Federico Lombardi erklärte an diesem Dienstag vor Journalisten: „Ich bin überzeugt, dass die Vatikangendarmerie sich stets kompetent und korrekt verhalten und in völliger Übereinstimmung mit den zuständigen italienischen Stellen gearbeitet hat.“ Er antwortete mit dieser Erklärung auf einen Zeitungsartikel von diesem Dienstag, in dem auf Beziehungen zwischen dem mittlerweile verhafteten Nunzio Scarano sowie der Gendarmerie verwiesen wird. Gemeinsam mit dem Prälaten sind auch der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Giovanni Maria Zito und der Broker Giovanni Carenzio verhaftet worden. (ansa)

Die unendliche Geschichte des IOR: Ein Kommentar
Erst waren es ein Priester und einige andere, die mit Verdacht auf Geldwäsche verhaftet wurden. Schnell war von der Vatikanbank IOR die Rede, obwohl die Beteiligten auf den ersten Blick nichts damit zu tun hatten. Dann traten aber der Direktor und der Vizedirektor des Instituts zurück. Erinnerungen an eine Aussage Papst Franziskus´ werden wach, als er während einer Morgenmesse meinte, die IOR sei zwar wichtig, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Wird es nun Zeit für die Auflösung des IOR? Ein Kommentar von Redaktionsleiter Pater Bernd Hagenkord. (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Papstpredigt: Ein Christ muss in seiner Schwäche mutig sein
Der Christ ist dazu aufgerufen, in seiner Schwäche mutig zu sein. Das betonte Papst Franziskus bei seiner Morgenmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta an diesem Dienstag. Am Gottesdienst nahmen eine Gruppe von Priestern und Mitarbeitern des Gerichts der Apostolischen Pönitentiarie sowie eine Gruppe aus der Päpstlichen Diplomatenakademie teil. Manchmal, so der Papst, müssen wir anerkennen, dass wir schwach sind, und vor der Versuchung fliehen, ohne Sehnsucht nach der Sünde zu haben und ohne zurück zu blicken. (rv)
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Deutschland: Zur Wahrung der Religionsfreiheit von Christen
Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben eine weltweit wachsende Einschränkungen der Religionsfreiheit beklagt. Seit 2007 sei die Zahl der Länder mit Restriktionen gegen Angehörige von Religionsgemeinschaften von 147 auf 160 gestiegen, heißt es in dem am Montag in Berlin vorgestellten ersten „Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit“. Der Bericht wurde gemeinsam von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und dem Rat der Evangelischen Kirche (EKD) in Auftrag gegeben. Der evangelische Auslandsbischof Martin Schindehütte und der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick, betonten vor Journalisten in Berlin, der Einsatz für religiös Verfolgte sei Christenpflicht und müsse von Christen aller Konfessionen gemeinsam unterstützt werden. (pm/erzbistum berlin)
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Deutschland: Premiere am Lehrstuhl für Medienethik in München
Der Inhaber des bundesweit ersten Lehrstuhls für Medienethik mit philosophischem Schwerpunkt steht fest: Der Sozialethiker und Theologe Alexander Filipović wird ab September 2013 als Professor die Leitung der neuen Einrichtung an der Hochschule für Philosophie München übernehmen. Neben Grundsatzfragen der Politischen Philosophie und Medienethik befasst sich der 38-Jährige insbesondere mit ethischen Herausforderungen, die mit der Digitalisierung öffentlicher Kommunikation verbunden sind. Am 30. Oktober wird er sein Forschungs- und Lehrkonzept im Rahmen eines Festakts zur Eröffnung des Lehrstuhls präsentieren. Im Interview mit Radio Vatikan gab der Wissenschaftler bereits einen Ausblick auf die Fragen, die er mit seinen Studenten behandeln wird:

„Die Ethik muss bemüht sein, den Gegenstand, mit dem sie beschäftigt ist, zu durchdringen und neu zu betrachten. Wir können nicht mit den guten alten Kriterien arbeiten, wie Wahrheit, Authentizität, Ehrlichkeit, und diese auf neue Formen der Kommunikation anwenden. Wir müssen beispielsweise untersuchen, was bedeutet Authentizität eigentlich bei Facebook? Wie bauen Menschen hier ihre Identität? Sind denn da noch die gleichen Kriterien anwendbar wie beispielsweise bei Kommunikation vor 15 Jahren?“ (rv/pm)
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UNSERE LATEINNACHRICHTEN:

Jede Woche frisch: unsere Nachrichten auf Latein. Gero P. Weishaupt übersetzt für Radio Vatikan ausgewählte Meldungen unseres Programms. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Am kommenden Sonntag wird Papst Franziskus anlässlich des Tages der Seminaristen, Novizen und Novizinnen einen Gottesdienst feiern. Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr in der Vatikanbasilika. Radio Vatikan überträgt live und mit deutschem Kommentar ab 9.20 Uhr. Sie können die Live-Übertragung über den Vatican-Player auf unserer Internetseite mitverfolgen. Der Gottesdienst am Sonntag reiht sich ein in die Veranstaltungen zum Jahr des Glaubens, das noch bis Oktober andauert. Rund 6.000 Menschen mit geistlicher Berufung aus aller Welt werden bereits am Donnerstag zu einem viertägigen Besuch in Rom und dem Vatikan erwartet. Papst Franziskus will die jungen Gäste am Samstag in der großen Audienzhalle im Vatikan empfangen und über die Berufung zum geistlichen Amt sprechen, wie das vatikanische Presseamt mitteilte. (rv/kap)

Europa

Österreich
Die 63 Flüchtlinge, die bis März die Wiener Votivkirche besetzt hatten, beharren weiterhin auf einem gemeinsamen Folgequartier. Aufgrund von Sanierungsarbeiten müssen die Flüchtlinge das Servitenkloster, in dem sie aktuell untergebracht sind, bis Ende Juli räumen. „Solange wir keinen legalen Aufenthaltstitel haben, werden wir als Gruppe zusammenbleiben und lassen uns nicht auf Quartiere aufteilen“, so der Sprecher der Gruppe, Khan Adalat, in einer Pressemitteilung. Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas Wien, bestätigte die angespannte Lage. Der Protest der Flüchtlinge habe sich von Beginn an stark über die bestehende Gruppe definiert, deshalb sei es nachvollziehbar, dass sich die Flüchtlinge nur schwer trennen wollten. (kap)

Italien
Positive Reaktionen zum angekündigten Papstbesuch auf Lampedusa kommen von Vertretern der italienischen Kirche und Caritas: Als Zeichen der Hoffnung für die Mittelmeerflüchtlinge und als Aufruf an die ganze Gesellschaft, diese würdig und respektvoll aufzunehmen, wertet der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, den Papstbesuch am kommenden Montag auf der Mittelmeerinsel Lampedusa. Die Visite bezeuge die besondere Aufmerksamkeit der Kirche und des Papstes für die Probleme dieser Menschen, „die ein besseres Leben suchen und oft vor Situationen extremster Armut, Elend und mangelnder Freiheit fliehen.“ (agi/ansa)

Moldawien
Der orthodoxe Heilige Synod hat die Regierung von Moldawien exkommuniziert. Als Grund nannte Metropolit Vladimir Cantarian von Chisinau und Moldova, das neue Antirassismus-Gesetz, in dem Homosexuelle mit rassisch Verfolgten, besonders den Juden, gleichgestellt würden. Das Andenken an die jüdischen Opfer des Holocausts, der gerade im heutigen Moldawien zwischen 1941 und 1944 „grausige Dimensionen“ angenommen hatte, werde dadurch entweiht. So wie die Moldawische Orthodoxe Kirche nimmt auch die russische Orthodoxie bezüglich Homosexualität eine kompromisslose Haltung ein. (kna)

Afrika

Ägypten
Das Oberhaupt der koptischen Kirche Tawadros II. hat sich hinter die friedliche ägyptische Protestbewegung „Tamarod“ gestellt. „Es ist wunderbar, das ägyptische Volk zu sehen, wie es sich auf friedliche Weise die ihm gestohlene Revolution zurückholt, mittels der Idee einer Rebellion und der Jugend“, schreibt Tawadros II. laut Angaben der Nachrichtenagentur „Adnkronos“ auf Twitter. (adnkronos)
Der koptisch-katholische Bischof von Luxor, Johannes Zakaria, zeigt sich besorgt über die Lage in Ägypten. Wie er gegenüber „Kirche in Not“ verlauten ließ, bete er mit seinen Gläubigen dafür, dass es zu keinen weiteren Gewalttaten komme und man eine Lösung für die Situation finde, die „wie eine neue Revolution“ erscheine. Am Montag hatte sich das Militär in die Staatskrise eingeschaltet und Präsident Mursi ein Ultimatum von 48 Stunden gesetzt, binnen denen er eine Lösung des Konflikts präsentieren sollte. Die ägyptische Opposition forderte dagegen von Präsident Mursi bis Dienstag 17.00 Uhr Ortszeit (16 Uhr mitteleuropäische Zeit) auf die Forderungen der Demonstranten einzugehen. Mursi wies das Ultimatum zurück. (adnkronos/diverse)

Nigeria
Die Vollstreckung der Todesstrafe an vier Verurteilten in dem nigerianischen Staat Edo ist von den Bischöfen des Landes mit Entsetzen kommentiert worden. In einer Erklärung kritisierte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Ignatius Kaigama, den Bruch des seit 2006 bestehenden Moratoriums über die Todesurteile, Die Bischöfe appellieren erneut, „dass die Verfassung geändert und damit jedes Gesetz verboten wird, das die Rechte der Person und insbesondere das Recht auf Leben verletzt.“ Am 24. Juni waren vier Personen im Gefängnis im Süden Nigerias durch den Strang hingerichtet worden. Die Behörden antworten auf die Kritik, indem sie daran erinnern, dass die Todesstrafe in der nigerianischen Verfassung nach wie vor bestehe. „Die Verfassung zur Rechtfertigung dieses Aktes zu benutzen ist ein offensichtlicher Rückfall von der Moderne in die Barbarei“, heißt es dazu in der Erklärung der Bischöfe. (fides)

Kenia
Die Bischöfe von Kenia begrüßen den Dezentralisierungsprozess des Landes. Dieser sieht im Sinne der neuen Verfassung die Abgabe der Staatsmacht an die 47 Bezirke des Landes vor. Gleichzeitig warnten die Bischöfe die Lokalregierungen jedoch davor, die Übel wie Korruption, Vetternwirtschaft und Führungsarmut zu übernehmen, die die Zentralregierung stets belastet hätten. Die Bischöfe äußerten zudem den Wunsch, in kooperativer Form bei der Kontrolle der neuen Lokalbehörden mitzuwirken. Abschließend brachten die Bischöfe mit Blick auf die Armut in der Bevölkerung ihre Besorgnis über die Steuererhöhungen für Grundnahrungsmittel zum Ausdruck. (fides)

Amerika

Vereinigte Staaten
Homosexuelle Paare haben ab sofort dieselben Rechte und Pflichten bei der Anfrage für die Aufenthaltsbewilligung. Das teilte die US-amerikanische Regierung am Montag mit. Damit wolle die Regierung für die sogenannte „Green Card“, wie die Aufenthaltsgenehmigung genannt wird, jegliche Diskriminierung von Homosexuellen beseitigen. Die Entscheidung sei eine Konsequenz des Urteilsspruchs von vergangener Woche. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hatte die Rechte für gleichgeschlechtliche Ehen ausgeweitet. In zwölf Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington sind homosexuelle und heterosexuelle Ehen bereits gleichgestellt. (afp)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 02.07.2013: Radioakademie (Teil 1) - von Pater Bernd Hagenkord SJ
Die Weltjugendtage

Mittwoch Abend, 03.07.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Sicherheitsvorkehrungen zum Weltjugendtag in Brasilien / Lampedusa erwartet Papst Franziskus / Rummel um das IOR / Schweizer Bischöfe beim Chef der Glaubenskongregation

Donnerstag Abend, 04.07.2013: Kreuzfeuer - Kirche wo es kritisch wird
Themen u.a.: Flüchtlingsproblematik am Beispiel Lampedusa

Freitag Abend, 05.07.2013: Prisma-Magazin
Schwerpunkt: Die erste Enzyklika von Papst Franziskus

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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