RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 4.7.2013

Tagesmeldungen vom 4.7.2013

- Vatikan-Finanzaufsicht bei Anti-Geldwäsche-Gruppe -
- Wirtschaftsbericht des Heiliger Stuhls -
- Ägyptens Christen zufrieden mit Mursis Absetzung -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Vatikanische Finanzaufsicht wird Mitglied in Egmont-Group
Der internationale Anti-Geldwäsche-Verband „Egmont-Group“ hat die vatikanische Finanzaufsicht AIF als Vollmitglied aufgenommen. Die Entscheidung fiel bei der 21. Vollversammlung der Vereinigung im südafrikanischen Sun City. Das teilte der Vatikan am Mittwochabend mit. Die Aufnahme sei eine „Anerkennung für die systematischen Bemühungen des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaats bei der Aufspürung und der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“, betonte AIF-Präsident René Brülhart in einer Erklärung. Sie ermögliche es dem Vatikan, sich noch intensiver am Kampf gegen die Finanzkriminalität zu beteiligen. Der 1995 gegründeten Egmont-Gruppe gehören Finanzinformationsstellen aus mehr als 130 Ländern an. (kipa/rv)
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Heiliger Stuhl erwirtschaftet Gewinn
Der Heilige Stuhl hat im letzten Jahr 2.185.622 Euro Gewinn erzielt. Das teilte der Kardinalsrat für Wirtschaftsangelegenheiten an diesem Donnerstag mit. Der Rat der Kardinäle trat am Dienstag und Mittwoch im Vatikan zusammen. Papst Franziskus traf die Kommission am Mittwoch. Insgesamt waren im Jahr 2012 2.823 Mitarbeiter für den Heiligen Stuhl tätig. Größter Ausgabeposten für den Haushalt des Heiligen Stuhls waren die vatikanischen Medien wie Radio Vatikan sowie die neue italienische Immobiliensteuer IMU. Alleine diese Posten erhöhten die Ausgaben um fünf Millionen Euro, wie ein Vatikanstatement vom Donnerstag bekanntgibt. (rv)
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Ägypten: Christen begrüßen Absetzung Mursis
Ägyptens Christen reagieren erleichtert auf die Absetzung von Präsident Mohammed Mursi. Der Oberbefehlshaber der Armee, Abdel Fattah al-Sisi, bezog auch den Papst der Kopten, Tawadros II., in die Beratungen über die Zukunft des Landes am Nil ein. Als al-Sisi am Mittwochabend gegen 21 Uhr Ortszeit im staatlichen Fernsehen die Absetzung Mursis bekanntgab, saß zu seiner Rechten der höchste Würdenträger der Sunniten, der Scheich von al-Azhar, und zu seiner Linken der Kopten-Papst Tawadros II. Bis zu Neuwahlen soll der Präsident des Verfassungsgerichts, Adli Mansur, die Geschicke des Landes lenken. Weltweit löste die Entwicklung Besorgnis aus. Doch für die überwiegende Mehrheit der Ägypter – Muslime oder Christen – seien diese Tage voller Hoffnungen, sagt im Gespräch mit Radio Vatikan der deutsche Seelsorger für den Nahen Osten, Joachim Schroedel, der seit vielen Jahren in Kairo lebt. (rv/diverse)
Hier hören Sie das Gespräch mit Joachim Schroedel zur Lage in Kairo

Papstpredigt: „Wir sind alle Kinder Gottes – das nimmt uns keiner weg“
Alle Menschen sind Kinder Gottes und dies prägt einen jeden von uns. Diesen „Personalausweis“ könne uns auch niemand rauben. Das betonte Papst Franziskus in seiner Predigt an diesem Donnerstag in der Kapelle von Santa Marta.

„Diese Versöhnung ist die neue Schöpfung der Welt. Das ist die tiefste Sendung Jesu. Die Erlösung von uns allen, die wir Sünder sind, und Jesus tut dies nicht mit Worten, nicht mit Gesten, nicht indem er auf der Straße daher geht. Nein! Er tut dies mit seinem Fleisch! Und gerade er ist es, Gott, der einer von uns wird, Mensch, um uns von innen her zu heilen, uns Sünder.“ (rv)
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Die Zusammenfassung der Predigt des Osservatore Romano

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BLICKPUNKT: FLÜCHTLINGE

Italien: Somalischer Flüchtling erinnert an kritische Lage auf Lampedusa
„Als ich das erste Mal von Libyen aus das Boot nahm, da kannte ich Lampedusa überhaupt noch nicht. Erst mitten auf dem Meer habe ich festgestellt, dass es diese Insel gibt. Ich wusste nicht, wohin ich unterwegs war. Das einzige, was ich wusste, war: Ich bin auf der Flucht.“

Dieses Zeugnis kommt von Zakaria Mohammed Ali, der in seinem Film „To whom it may concern“ auf dokumentarische Art und Weise über die Flüchtlingsproblematik auf Lampedusa berichtet. Die Geschichte, die der Journalist erzählt, ist: seine eigene. Im Sommer 2008 floh Ali aus Somalia über Libyen nach Italien, es war bereits der zweite Versuch, das Land auf dem Seeweg zu verlassen. Beim ersten Mal ging das Boot mitten auf dem Meer zu Bruch, fast wäre er ums Leben gekommen. Doch die Lage in seinem Heimatland trieb ihn dazu, sein Leben ein zweites Mal zu riskieren, die Überfahrt für seinen Film noch einmal zu wagen. (rv)
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Sinai: Drama der Flüchtlinge nimmt kein Ende
Schon seit Jahren werden im Sinai hauptsächlich aus Eritrea stammende Flüchtlinge brutal gefoltert. Sie wollen nach Israel, und auf dem Weg dorthin gelangen viele von ihnen über den Sudan in den Sinai, wo sie in den Händen einiger skrupelloser Beduinen Höllenqualen erleiden. Um den Opfern zu helfen, ist auch eine Eritreerin selbst im Einsatz: Seit sechs Jahren versucht Alganesh Fessaha von der Nichtregierungsorganisation Ghandi ihre Landsleute aus dem Sinai zu befreien. An diesem Montag war Fessaha in der Redaktion von Radio Vatikan zu Besuch. Im Gepäck hatte sie eine „Horror-Powerpointpräsentation“, die dokumentiert, wie schlimm die von ihrer Organisation Befreiten oft zugerichtet sind. (rv)
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Papst Franziskus will „die Toten beweinen“. Das ist nach Auskunft seines Privatsekretärs Alfred Xuereb der Grund für die Papstreise auf die italienische Flüchtlingsinsel Lampedusa. Viele Menschen aus den armen Ländern des Südens setzten alles ein, um im reichen Norden ihr Glück zu suchen, und fänden dabei den Tod, sagte der aus Malta stammende Geistliche am Donnerstag vor Journalisten im Vatikan. Franziskus wolle mit seinem Besuch in Lampedusa auf die Kluft zwischen reichen und armen Staaten hinweisen, so Xuereb am Rand einer Papstaudienz für den italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta. Papst Franziskus besucht am Montag für dreieinhalb Stunden die süditalienische Insel Lampedusa. (kna) 

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die Problematik der Jugendarbeitslosigkeit und die Rolle der Europäischen Union: dies waren u.a. die Themen der Unterredung zwischen dem neuen italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta und Papst Franziskus. Franziskus empfing am Donnerstag den seit 28. April amtierenden Regierungschef aus der Mitte-Links-Partei PD zu einer Unterredung. Weitere Themen der Gespräche seien außerdem die Beziehungen zwischen Staat und Kirche, aber auch internationale Themen, darunter insbesondere die Lage im Nahen Osten, gewesen, so eine Note des vatikanischen Pressesaals. (rv)
Kardinal Fernando Filoni hat am Dienstag mit dem Erzbischof von Bangui, Dieudonné Nzapalainga, über die explosive Lage in Zentralafrika beraten. Seit einem Putsch im März beherrscht eine Koalition von Rebellen namens Seleka das Land; es kommt immer wieder zu Gewalt. Filoni leitet die Missionskongregation des Vatikans. Er versicherte, der Vatikan verfolge die Lage in Zentralafrika sehr genau und bete für Frieden und Versöhnung im Land. (fides)

Europa

Schweiz
Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates (Kleine Kammer) lehnt die Initiative „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“ klar ab. Die Auswirkungen für betroffene Frauen seien durch die geringen Einsparungen bei den Krankenkassen nicht gerechtfertigt, heißt es in der Mitteilung der Parlamentsdienste vom Dienstag. Die ständerätliche Kommission empfiehlt mit elf zu null Stimmen bei einer Enthaltung, die Volksinitiative ohne Gegenvorschlag abzulehnen. Damit sollen Krankenkassen weiterhin für die Finanzierung von Abtreibungen aufkommen. (kipa)

Russland
Die russisch-orthodoxe Kirche setzt ein Zeichen der Solidarität mit den Christen im Bürgerkriegsland Syrien. Wie die Abteilung für Wohltätigkeit und soziale Dienste im Moskauer Patriarchat mitteilte, kamen bei einer Spendenaktion bislang mehr als 160.000 Euro für die notleidenden Syrer zusammen. Patriarch Kyrill I. hatte Ende Juni betont, dass bereits zehntausende orthodoxe Christen ums Leben gekommen seien. „Wir können diesen Krieg nicht stoppen, aber wir können unermüdlich für seine schnellstmögliche Beendigung beten und den leidenden Menschen helfen“, so das Kirchenoberhaupt. (kna)

Ungarn
Das Tauziehen um die Novellierung des ungarischen Kirchengesetzes geht weiter. Das vom Parlament am 26. Juni 2013 verabschiedete Gesetz wurde von Staatspräsident Janos Ader abgewiesen. Damit ist erneut das Parlament am Zug. Wie die Presseagentur „MTI“ am Mittwoch berichtete, sei aus der Präsidentschaftskanzlei zu erfahren, dass dieser Schritt deshalb notwendig gewesen sei, weil die unzähligen Modifizierungsanträge Widersprüche im Gesetz verursacht hätten. (kap)

Belgien
Die Bischofskonferenz würdigt den scheidenden König Albert II., der am 21. Juli von seinem Amt zurücktreten wird. „Als Mann des Zuhörens, des Dialogs und der Weitsicht hat er alle seine Fähigkeiten in den Dienst des Staates, der Regionen, der Gemeinschaften und der gesamten Bevölkerung unseres Landes gestellt“, so eine Erklärung von Mittwochabend unmittelbar nach der Rücktrittsankündigung des 79-jährigen Monarchen in einer landesweiten TV-Übertragung. Die Bischöfe wünschen seinem Sohn Philippe als designiertem Nachfolger viel Erfolg und versichern ihn ihres Gebets. Das Königshaus gilt als eine Klammer in dem Land, dass in den vergangenen Jahren durch starke Spannungen zwischen der flämischen und der französischen Bevölkerungsgruppe gekennzeichnet war. (kap)

Naher Osten

Libanon
Der Bischofsrat der katholischen Maroniten hat sich gegen jegliche Beteiligung von Libanesen am Syrien-Konflikt ausgesprochen. Bei einem Treffen am Mittwoch in Bkerke bei Beirut betonten die maronitischen Bischöfe, dass auch jegliche Waffenlieferung nach Syrien zu unterbinden sei. Der Konflikt im Nachbarland sei eine Gefahr für den Libanon, so eine Note des Rates. Die internationale Staatengemeinschaft solle dringend eine friedliche Lösung für Syrien suchen. (apic)

Amerika

Chile
Mehr als 200.000 Kinder arbeiten in für Minderjährige verbotenen Arbeitsbereichen. Das ergab jetzt eine Studie der chilenischen Regierung und der Internationalen Arbeitsorganisation für das Jahr 2012. Danach führen 229.000 Kinder jegliche Art von Arbeit aus, 219.000 von ihnen sind in für die Gesundheit gefährlichen Arbeitsprozessen beschäftigt. Ein Großteil der Minderjährigen arbeitet im Einzelhandel, in der Landwirtschaft und im Baugewerbe. Insgesamt arbeiten 6,6 Prozent aller Minderjährigen in Chile in Bereichen, die nicht für Kinder erlaubt sind. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 04.07.2013: Kreuzfeuer - Kirche wo es kritisch wird
Thema.: Flüchtlingsproblematik am Beispiel Lampedusa

Freitag Abend, 05.07.2013: Prisma-Magazin
Schwerpunkt: Die erste Enzyklika von Papst Franziskus

Samstag Abend, 06.07.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 07.07.2013: Menschen in der Zeit: Franz Alt - der Sonnenkönig
Eine Sendung von Aldo Parmeggiani

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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Im Internet:

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