RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 10.7.2013

Tagesmeldungen vom 10.7.2013

- Papst trauert um Opfer von Zugkatastrophe -
- UNO will Vatikan-Auskunft zu Kinderschutz -
- Drama in der Zentralafrikanischen Republik -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst trauert um Opfer der Zugkatastrophe in Kanada
Franziskus trauert um die Opfer der Zugkatastrophe im kanadischen Lac-Mégantic. Bei der Explosion eines Tankzugs sind am Wochenende mindestens 13 Personen ums Leben gekommen. Noch immer werden Dutzende Menschen vermisst. Am Dienstagabend sandte der Papst ein Beileidstelegramm an die kanadische Bischofskonferenz. Die Bevölkerung am Unglücksort stehe immer noch unter Schock, berichtet der Erzbischof von Sherbrooke, zu dem Lac-Mégantic gehört, im Gespräch mit Radio Vatikan. „Viele haben ihre Häuser und auch ihre Arbeit verloren“, so Luc Cyr. (rv/afp/reuters)
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UNO/Vatikan: Auskunft zu Kinderschutz verlangt
Das Kinderrechtskomitee der Vereinten Nationen (UNCRC) hat vom Heiligen Stuhl die Darlegung seiner Maßnahmen zum Schutz von Kindern verlangt. Die betreffenden Fragen sollen mit Vatikanvertretern bei einer Sitzung vom 13. bis 31. Januar 2014 erörtert werden. Die Untersuchung ist Teil eines turnusmäßigen Berichts zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention aus den Unterzeichnerstaaten. Nach Angaben des britischen Senders BBC vom Mittwoch ist es das erste Mal, dass die Vereinten Nationen ein derartiges Gutachten vom Vatikan fordern. Der Fragenkatalog des UNCRC verlangt unter anderem Auskünfte dazu, in welchem Umfang Geistliche auf allen Ebenen dazu verpflichtet sind, Missbrauchsfälle an staatliche Behörden zu melden. Einzelberichte verlangt das UNCRC u.a. zu den katholischen „Magdalene Laundries“ in Irland. (kna)
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Zentralafrika: „Echter humanitärer Notfall“
Dramatische Lage in der Zentralafrikanische Republik – vor allem Kinder und Frauen leiden unter der Gewalt und Unsicherheit in dem Land, berichtet der Erzbischof von Bangui, Dieudonné Nzapalainga, im Interview mit Radio Vatikan. Er hat zusammen mit neun humanitären Organisationen einen Hilfsappell gestartet, in dem von einem „echten humanitären Notfall“ die Rede ist. „Viele Männer und Frauen sind geflüchtet und haben Angst, wieder in ihre Häuser zurückzukehren“, erzählt der Erzbischof. Mehr als 60.000 Kinder und ihre Familien litten unter schwerer Lebensmittelknappheit. Junge Mädchen seien in „großer Zahl Missbräuchen ausgesetzt, insbesondere sexueller Gewalt und Verheiratung im Kindesalter“. (rv)
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Deutschland: Caritas bezieht Stellung im Wahlkampf
„Wir fordern eine Kultur des Willkommens“, „Wir fordern bezahlbare Wohnungen“, „Wir fordern gleiche Chancen für jedes Kind“: Mit Forderungen wie diesen bezieht die Caritas Bayern Stellung im anstehenden Landtags- und Bundestags-Wahlkampf. Notlagen in der Gesellschaft würden immer größer, so der Direktor der Caritas München und Freising, Hans Lindenberger, gegenüber dem Münchner Kirchenradio. Mit der Kampagne „Caritas wählt Klartext“ fordert die Wohlfahrtsorganisation die Politiker dazu auf, den Sozialbereich nicht aus den Augen zu verlieren – vor allem für die Migrationshilfe und Armutsbekämpfung gebe es zu wenig Geld. (münchner kirchenradio)
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HINTERGRÜNDE:

Privatsekretär von Johannes XXIII.: „Ein Wohltäter der Menschheit“
Dass Papst Johannes Paul II. bald heiliggesprochen werden könnte, hat niemanden wirklich überrascht. Dass aber auch das Verfahren des seligen Papstes Johannes XXIII. bald abgeschlossen sein könnte, erwarteten wenige. In Angelo Roncallis Heimatort Sotto il Monte in der italienischen Lombardei hat diese Nachricht große Freude ausgelöst. Alle Glocken läuteten in dem kleinen Ort, der sich nach seinem bekanntesten Mitbürger benannt hat, nachdem bekannt wurde, dass Papst Franziskus am vergangenen Freitag per Dekret die Abstimmung der Mitglieder der Heiligsprechungskongregation approbiert hatte. Der langjährige Privatsekretär von Johannes XXIII., Loris Francesco Capovilla, zeigt sich im Gespräch mit Radio Vatikan über die Entscheidung des Papstes tief gerührt. (rv)
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Südsudan: Zwei Jahre Unabhängigkeit und „noch nicht viel passiert“
Der Südsudan feiert in diesen Tagen seinen zweiten Jahrestag der Unabhängigkeit: 2011 hatte sich das Land nach einem Bürgerkrieg vom Sudan getrennt. „Die Situation verbessert sich langsam“, sagt Schwester Giovanna Sguazza, Provinzialoberin der Komboni-Missionarinnen im Südsudan. „Es ist ein vom Krieg zerstörtes Land, das neu aufgebaut werden muss. Vor allem braucht die sehr junge Bevölkerung Bildung, auch die Bildung in Werten: Frieden, Eintracht, Ehrlichkeit und Zusammenleben. Das muss alles noch geleistet werden, davon haben wir in den vergangenen zwei Jahren wenig gesehen.“ (rv/fides)
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IN EIGENER SACHE:

Live-Übertragungen zum Weltjugendtag in Rio
Beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro sind Treffen des Papstes mit Jugendlichen an der Copacabana vorgesehen; zum Abschluss wird Franziskus auf einem Veranstaltungsgelände im Westen der Stadt die traditionelle Gebetsfeier am Samstagabend und die Messe am Sonntagvormittag leiten. Für das Großtreffen vom 23. bis 28. Juli rechnen die Veranstalter mit mehr als zwei Millionen Gästen insgesamt. Radio Vatikan überträgt live und mit deutschem Kommentar über den „Vatican Player“ alle Events mit Papst Franziskus, das angegebene Datum und die Uhrzeit entspricht jeweils der römischen Zeit. (rv)
Hier alle Live-Übertragungen im Überblick

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UNSER FILMTIPP:

Ein Freitag in Barcelona
In fünf Episoden und einem Epilog erzählt der Film von acht Männern und ihrem höchst unterschiedlichen Scheitern im Leben und in der Liebe. „Ein Freitag in Barcelona“ ist eine mit hervorragenden Schauspielern inszenierte, subtile Tragikomödie und zugleich ein Porträt der Mittelschicht in Barcelona. – Empfohlen ab 16 Jahren. (FilmDienst)
Hier die ganze Rezension

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Besseren Schutz für Flüchtlinge fordert der Präsident von Caritas Internationalis, Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga. Maradiaga unterstützt den Appell des Papstes, den Franziskus am Montag beim Besuch auf Lampedusa vorbrachte. Diese Reise des Papstes erinnere an die Notlage von Millionen von Flüchtlingen auf der ganzen Welt, erklärte Maradiaga laut einer Pressemeldung von Caritas Internationalis. Religionsführer und Glaubensorganisationen nähmen eine Schlüsselrolle ein, um einen würdigen Umgang mit Vertriebenen zu gewähren. „Wir müssen alle Flüchtlinge als unsere Brüder und Schwestern empfangen“, appellierte Maradiaga. (rv)

Europa

Deutschland
Eine Kehrtwende in der Pflegediskussion fordert Caritaspräsident Peter Neher. Gute Pflege koste – und dazu brauche es eine öffentliche und ehrliche Debatte, so Neher am Mittwoch gegenüber dem Internetportal „Katholisch.de“. Er kritisierte die derzeitige Entlohnung der Pflegemitarbeiter, die bessere Verdienstmöglichkeiten erhalten sollten. Zu überlegen sei auch, wie Bürokratie abgebaut und mehr zeitliche Flexibilität ermöglicht werden könne. Der Alltag in der Pflege sei häufig davon geprägt, „dass die Mitarbeitenden unter erheblichem Zeitdruck arbeiten müssen, der sich aus der Vielfalt der Anforderungen ergibt.“ (katholisch.de)
Der Augustiner-Orden wird zum Ende des Jahres einen kleinen Konvent in Erfurt gründen. Wie das Bistum Erfurt mitteilte, sollen dem Konvent drei Priester angehören, die ab 2014 in der städtischen Seelsorge mitarbeiten. Damit lässt sich der Orden zum dritten Mal in Erfurt nieder. Zum ersten Konvent, der 1559 aufgehoben wurde, gehörte der Mönch Martin Luther; Papst Benedikt XVI. besuchte das Kloster der Gemeinschaft 2011. Die Erfurter Augustiner gehören dem Orden der Augustiner-Eremiten an, der 1244 von Papst Innozenz IV. im Rahmen der Bettelorden-Bewegung gegründet wurde. (kna/domradio)Bulgarien
Metropolit Kyrill von Warna ist im Schwarzen Meer ertrunken. Am Dienstag wurde der Leichnam des bulgarischen Geistlichen von Warna aus dem Meer gezogen, wie die Bulgarisch-Orthodoxe Kirche offiziell bestätigte. Die Leiche des 59-jährigen Metropoliten werde zurzeit obduziert, um die genaueren Todesumstände zu klären. Die in den Medien aufgetauchten Gerüchte über einen gewaltsamen Tod wurden von Seiten der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche nicht bestätigt. Laut der bulgarischen Nachrichtenagentur Focus hat die Staatsanwaltschaft indes Ertrinken bereits als Todesursache bestätigt. Nach dem Tod von Patriarch Maksim 2012 war der Metropolit bis zur Wahl des neuen Patriarchen am 24. Februar 2013 interimistisch Leiter der Bulgarisch-orthodoxen Kirche. Seine Wahl zum Interims-Oberhaupt hatten zunächst mehrere der 14 Mitglieder der Heiligen Synode nicht anerkannt, weil er die absolute Mehrheit verfehlt habe. Später wurde seine Wahl bestätigt. Kyrill stand zudem wegen seiner einstigen Mitarbeit beim kommunistischen Geheimdienst sowie wegen angeblicher Bestechlichkeit in der Kritik. (afp/kap)

Ungarn
Der anglikanische Bischof Christopher Hill ist neuer Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Dies teilte der europäische Kirchenbund am Dienstag mit. Hill war bisher bereits Vizepräsident. Zu Vizepräsidenten bestimmte der neue Verwaltungsrat die lutherische Theologin Karin Burstrand von der Kirche von Schweden und den griechisch-orthodoxen Metropoliten Emmanuel von Frankreich, der seit 2009 als Präsident der Gemeinschaft von 120 europäischen Kirchen amtierte. Hill ist seit 2004 Bischof der Diözese von Guildford und seit 2010 als Geistlicher Lord Mitglied des britischen Oberhauses. (pm)

Naher Osten

Israel
Die Kommission Justitia et Pax im Heiligen Land wendet sich gegen die israelische Praxis des Einsatzes christlicher Araber im Militär. Diese Praxis treibt laut Pax Christi einen Keil zwischen Christen und Muslime in der Region. Dies schreibt Pax Christi laut der Nachrichtenagentur Fides in einem am Dienstag veröffentlichten Dokument. Die israelische Armee werde vor allem als Mittel benutzt, um die Besetzung der palästinensischen Gebiete zu erzwingen und aufrecht zu erhalten, heißt es darin. Die Armee stelle sich damit als Angriffs- und nicht Verteidigungsarmee dar, heißt es in dem Schreiben weiter, in dem Pax Christi Unterscheidungskriterien zur Frage der Einziehung von arabischen Christen in die israelische Armee vorschlägt. In Israel werden christliche Araber nicht eingezogen, dennoch dienen einige auf freiwilliger Basis. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 10.07.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Johannes XXIII. und Johannes Paul II. auf dem Weg zur Heiligsprechung / Pater Lombardi: Lampedusa-Besuch sollte Zeichen setzen / Bischof Voderholzer begrüßt „Grenzsetzung“ für Piusbrüder

Donnerstag Abend, 11.07.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Südsudan: Zwei Jahre Unabhängigkeit / Notlage in Zentralafrika / Haiti: Drei Jahre nach dem Erdbeben – Hilfe aus Brasilien

Freitag Abend, 12.07.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Abt Martin Werlen: Was Papst Franziskus den Schweizer Katholiken weiter geben kann / Caritas Bayern wählt Klartext: Eine Aktion zur Landtags- und Bundestagswahl

Samstag Abend, 13.07.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
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Im Internet:

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