RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 12.7.2013

Tagesmeldungen vom 12.7.2013

- Fall Scarano: IOR-Konten blockiert -
- Irland: Dammbruch nach Abtreibungsgesetz? -
- Ägypten: Al Azhar fordert gleiche Rechte für alle -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Fall Scarano: Geld eingefroren, Untersuchungen könnten ausgeweitet werden
Das oberste Vatikangericht hat das auf dem „Istituto per le Opere di Religione“ (IOR, die 'Vatikanbank') befindliche Vermögen des ehemaligen Vatikanmitarbeiters Nunzio Scarano eingefroren. Die Blockade sei im Zuge der gegen Scarano laufenden Untersuchungen bereits am 9. Juli veranlasst worden, gab Vatikansprecher Pater Federico Lombardi an diesem Freitag in einer Presseerklärung bekannt. Gegen den ehemaligen Angestellten der vatikanischen Güterverwaltung APSA wird wegen des Verdachtes auf Geldwäsche und illegale Geldgeschäfte ermittelt. Die Ermittlungen könnten auch auf weitere Personen ausgeweitet werden, präzisierte Lombardi mit Blick auf die aktuellen Untersuchungen im IOR. (rv/kna)
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Irland: Dammbruch nach Abtreibungsgesetz?
Zum ersten Mal in der Geschichte Irlands ist Abtreibung jetzt legal. Nach einer ausgedehnten Debatte über mehrere Tage verabschiedete das irische Parlament in der Nacht zum Freitag mit einer Mehrheit von 127 gegen 31 Stimmen das erste Abtreibungsgesetz des Landes. Irlands designierter katholischer Primas, Erzbischof Eamon Martin, hatte die Position der Kirche gegen den Gesetzentwurf kurz vor der Parlamentssitzung noch einmal bekräftigt. In einem Interview richtete er am Mittwoch einen „allerletzten Appell“ an die Abgeordneten, gegen einen Fraktionszwang ihrem Gewissen zu folgen und gegen den Entwurf zu stimmen. Nach der Entscheidung von Donnerstagnacht bleibt Abtreibung nun straffrei, wenn Ärzte eine Gefahr für das Leben der Schwangeren sehen. Irlands Bischöfe haben wiederholt davor gewarnt, dass mit der Entscheidung ein Dammbruch einhergehen könnte. (rv/kna)
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Vatikanbotschaft zum Welttourismustag: „Wasser sparen!“
Der Vatikan hat Urlauber zum sparsamen Umgang mit Wasser ermahnt. In Hotels, Restaurants und anderen touristischen Einrichtungen stehe Wasser oft im Überfluss zur Verfügung, während die lokale Bevölkerung unter Mangel leide, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Botschaft zum Welttourismustag, der im September begangen wird. Tourismus solle „ökologisch, respektvoll und nachhaltig“ sein. Vorhandene Ressourcen müssten nach den Maßgaben einer „grünen Wirtschaft“ genutzt werden. Der 34. Welttourismustag wird am 27. September begangen und steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Tourismus und Wasser: unsere gemeinsame Zukunft schützen“. Der Aktionstag wurde 1980 von der Welt-Tourismus-Organisation UNWTO ins Leben gerufen. (kna)
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Botschaft zum Welttag des Tourismus 2013
Hier lesen Sie den Volltext der Botschaft in deutscher Übersetzung

Haiti: „Hunger ist Alltag“
Auf Haiti sind Millionen Menschen durch Hunger und Lebensmittelknappheit bedroht. Laut Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) leiden im ärmsten Land der westlichen Hemisphäre derzeit 1,5 Millionen Menschen unter akutem Lebensmittelmangel, 6,7 Millionen Menschen können tagtäglich kaum die eigene Grundversorgung leisten. In der Hafenstadt Aquin an der Südküste des Inselstaates kümmern sich brasilianische Ordensschwestern um bedürftige Kinder und Mütter. Schwester Rosa Cristina de Almeida betreut dort ein Gesundheitszentrum, das die Frauen und Kinder auch mit Essen versorgt. Der Hunger sei hier ein täglicher Gast, erzählt die Franziskanerin im Gespräch mit Radio Vatikan. (rv/pm/adveniat)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

P. Graulich: Neue Vatikangesetze sind eine Präzisierung
Die Reform des vatikanischen Gesetzesbuches ist keine Verschärfung von Normen, sondern eine Präzisierung. Das betont im Gespräch mit Radio Vatikan der Richter an der römischen Rota und Salesianerpater Markus Graulich. Die Gesetzgebung des Vatikanstaates sei mittlerweile in Teilen obsolet geworden, da sie sich vor allem auf das Codice Zanardelli genannte italienische Strafgesetzbuch von 1889 stütze – Reformen wurden in der Zwischenzeit nur in kleinerem Ausmaß durchgeführt. Mit der Reform wolle der Vatikan vor allem deutlich machen, dass die Kirche „nicht nur predigen, sondern auch konkrete Maßnahmen“ einleiten möchte. Insbesondere die Verfolgung und Bestrafung von Pädophilen sei ein Beispiel hierfür, so Pater Graulich. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus wird am 28. Juli die Abschlussmesse des Weltjugendtags in Rio de Janeiro nicht auf Latein, sondern auf Portugiesisch zelebrieren. Das geht aus den liturgischen Unterlagen hervor, die der Vatikan am Freitag auf seiner Website veröffentlichte. Die liturgischen Unterlagen umfassen 200 Seiten und enthalten die Texte für neun Feiern, die Franziskus im Rahmen seiner Brasilienreise vom 22. bis 29. Juli leiten wird. Zu dem am 23. Juli beginnenden Weltjugendtag in Rio des Janeiro werden zwischen zwei und drei Millionen Teilnehmer erwartet. (rv/kap)

Vatikan/Italien
Der Vatikan ist als Ehrengast bei der nächsten Turiner Buchmesse
„Salone del libro di Torino“ vertreten. Das hat Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone jetzt am Rande eines Turin-Besuches bekanntgegeben. Der Heilige Stuhl wolle seinen Beitrag dazu leisten, dass das Buch im digitalen Zeitalter nicht verschwinde, so Bertone wörtlich. Der Präsident der Region Piemont, Roberto Cota, unterstrich, dass die Teilnahme des Heiligen Stuhls an der Buchmesse mit dem Pontifikat eines Papstes einhergehe, der piemontesische Wurzeln habe. Franziskus Vorfahren stammen aus dem italienischen Piemont. Die nächste Ausgabe der Turiner Buchmesse findet vom 8.-12. Mai 2014 statt. (adnkronos/ansa)

Europa

Österreich
Europa bedarf der Besinnung auf seine grundlegenden Werte.
Das sagte Kardinal Christoph Schönborn am Mittwoch gegenüber dem italienischen Nachrichtendienst SIR in einer Bilanz zu dem vor zehn Jahren erschienenen Apostolischen Schreiben über die „Kirche in Europa“. Das große Friedensprojekt Europa könne nicht gelingen, wenn es sich ausschließlich am Pragmatismus orientiere, betonte der Wiener Erzbischof. Bleibende Bedeutung habe laut Schönborn jener Teil des Dokuments, der den demografischen Wandel des Kontinents thematisiert: Der Geburtenrückgang sei ein Symptom eines gestörten Verhältnisses zur eigenen Zukunft, ein deutlicher Ausdruck eines Mangels an Hoffnung, so Schönborn. Das von Papst Johannes Paul II. herausgegebene nachsynodale Apostolische Schreiben „Ecclesia in Europa“ erschien vor zehn Jahren am 28. Juni 2003. (kap)

Schweiz
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) im Kanton St. Gallen
zieht ein Verbot von Kopfbedeckungen an Schulen in Betracht. Dies erklärte Kantonsrat Erwin Böhi am Freitag gegenüber der Presseagentur Kipa. In der Kantonalpartei werde eine Änderung des Volksschulgesetzes geprüft. Es soll mit einem Kopfbedeckungsverbot ergänzt werden, jedoch seien noch keine konkreten Schritte in die Wege geleitet worden, so Böhi. Die SVP reagiert damit auf ein am Donnerstag gefälltes Urteil des Bundesgerichts, das zwei muslimischen Mädchen im Ostschweizer Kanton Thurgau das Tragen des Kopftuches im Unterricht erlaubt. Das Urteil des Bundesgerichtes hatte bei islamischen Organisationen gespaltene Reaktionen ausgelöst. (kipa/kna)

Ungarn/Mazedonien
Die „Konferenz Europäischer Kirchen“ (KEK)
hat die Freilassung des in Mazedonien inhaftierten serbisch-orthodoxen Erzbischofs Jovan von Ohrid gefordert. Der Erzbischof habe nur „von seinem Menschenrecht auf freie Religionsausübung Gebrauch gemacht“, zitiert die Stiftung „Pro Oriente“ am Freitag aus einer Erklärung, die bei der vorwöchigen Vollversammlung der Dachorganisation der evangelischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen Europas in Budapest verabschiedet wurde. Hintergrund ist der Streit um die Selbständigkeit der mazedonisch-orthodoxen Kirche, die sich 1967 für unabhängig vom serbischen Patriarchat erklärt hatte. Die Trennung wird von der Weltorthodoxie bis heute nicht anerkannt. Erzbischof Jovan gehörte zu jenen mazedonischen Bischöfen und Priestern, die sich im Jahr 2002 wieder dem serbischen Patriarchen unterstellten. Seither wurde der Erzbischof mehrfach inhaftiert. (kap)

Bulgarien
Die offizielle Todesursache des Metropoliten von Warna
liegt nun vor: Laut den am Freitag veröffentlichten Obduktionsergebnissen sei der Metropolit an Unterkühlung und Lähmung der Atemwege gestorben. Der bulgarisch-orthodoxe Metropolit Kyrill kam bei einem Badeunfall im Schwarzen Meer ums Leben. Die Leiche Kyrills war am Dienstag nördlich von Warna aus dem Meer gezogen worden. Bereits am Donnerstag wurde er in seiner Bischofsstadt unter großer Anteilnahme beigesetzt. (apic)

Afrika

Ägypten
Die Kairoer Al Azhar-Universität ruft zu gleichen Rechten
für Muslime und Christen in dem Land auf. „Wir wollen keinen islamischen Staat, sondern eine demokratische, moderne und konstitutionelle Republik“, sagte Mahmoud Azab von der einflussreichen Lehreinrichtung des sunnitischen Islam im Gespräch mit dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“. Eine strikte Trennung von Staat und Religion wie etwa in Frankreich schließt der Berater von Großimam Ahmed Al-Tayyeb als Modell für Ägypten jedoch ebenso aus wie jede „fundamentalistische Interpretation des Korans“. Auch der koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak sieht einen strikten Säkularismus auf Ägypten nicht anwendbar. In Kairo gehen unterdessen an diesem Freitag Anhänger und Gegner des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi zu zehntausenden auf die Straßen. (pm/rv)

Demokratische Republik Kongo
Der Rat der Bischofskonferenzen Afrikas und Madagaskars (Secam)
will den Beobachterstatus bei der UNO beantragen. Das kündigte der Präsident des Bischofsrates, Kardinal Polycarp Pengo, bei der Eröffnung der Vollversammlung der Bischofskonferenzen in Kinshasa am Donnerstag an. Pengo erklärte die Entscheidung damit, dass die Kirche einen Beitrag zur Unterstützung des Kontinents Afrika leisten wolle. Er forderte die afrikanische Regierung auf, sich stärker um angemessene soziale Strukturen zu bemühen. Auch sollen die afrikanischen Politiker eine umfassende humanitäre Weiterentwicklung gewährleisten. Die Vollversammlung der Secam dauert noch bis zum kommenden Sonntag. (rv)

Naher Osten

Israel
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal
, hat die Gläubigen zu Beginn des Fastenmonats Ramadan aufgefordert, besonders an die Menschen in Syrien zu denken. Das teilte er in einem Appell auf der Internetseite des Patriarchats am Donnerstag mit. Twal erinnerte, dass die Gläubigen und Kinder in Syrien bereits den dritten Ramadan während des Krieges erleben. Im Mittleren Osten hätte sich in der vergangenen Zeit viel Grausames und Schmerzvolles zugetragen. Der Friedensappell zu Beginn des Ramadan richte sich an alle Länder, besonders Ägypten und den Libanon, in denen die Menschen derzeit in Angst und Anspannung leben, betonte Twal. (rv)

Asien

Malaysia
Ein Bündnis malaiisch-islamischer Organisationen in Malaysia
hat die Regierung aufgerufen, den vatikanischen Botschafter „aus dem Land zu jagen“. Nuntius Joseph Marino mische sich mit seiner Stellungnahme zur Verwendung des Begriffs „Allah“ durch örtliche Christen in islamische Angelegenheiten ein, zitiert das Onlinemagazin „Malaysiakini“ am Freitag den Verband. Ohne Einschreiten des Staates sei eine weitere Einflussnahme von Christen zu erwarten, „einschließlich einer Förderung der Christianisierungsbewegung gegen Muslime in diesem Land“, hieß es in der Erklärung. Die Organisation kündigte an, sich mit einem Brief direkt an Papst Franziskus zu wenden. Der Vatikandiplomat und Erzbischof Marino hatte am Donnerstag in einem Interview mit „Malaysiakini“ die Praxis von Christen in Malaysia verteidigt, für Gott das in der Landessprache übliche „Allah“ zu verwenden. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 12.07.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Abt Martin Werlen: Was Papst Franziskus den Schweizer Katholiken weiter geben kann / Caritas Bayern wählt Klartext: Eine Aktion zur Landtags- und Bundestagswahl / Serbien: Nuntius im Gespräch


Samstag Abend, 13.07.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
Themen u.a.: Vatikanisches Strafgesetzbuch reformiert

Sonntag Abend, 14.07.2013: Reden über Gott und Welt

Montag Abend, 15.07.2013: Weltkirchen-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
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· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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