RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 15.7.2013

Tagesmeldungen vom 15.7.2013

- Elfenbeinküste: Gerechtigkeit braucht Aufklärung -
- Simbabwe: Ein Ende der Korruption und Gewalt -
- An der „Peripherie“: Papstbesuch in der Sternwarte -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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SCHWERPUNKT AFRIKA:

Elfenbeinküste: Prozessbeginn gegen Gbagbo-Mitarbeiter
Anhänger des ehemaligen Präsidenten der Elfenbeinküste stehen zwei Jahre nach den gewaltsamen Unruhen um die Ablösung von Präsident Laurent Gbagbo nun offiziell vor Gericht. Das gab das Justizministerium des Landes bekannt. 84 enge Mitarbeiter Gbagbos sollen sich für die über 3.000 Toten bei den Wahlkämpfen vor zwei Jahren verantworten. Unumstritten ist das nicht: Kritiker werfen dem jetzigen Präsidenten Alssane Ouattara vor, er wolle mit dem Prozess gegen Gbagbo und seinen Anhängern „eine Rache der Sieger“ ausüben. Die Bischöfe des Landes fordern nun Gerechtigkeit und Frieden, so der Sprecher der Erzdiözese Abidjan, Pater Augustin Obrou, im Gespräch mit Radio Vatikan; die Menschen wollten, dass die Wahrheit über die Gewalt ans Tageslicht komme und dass die Verantwortlichen geradestehen müssten. (rv)
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Simbabwe: Bischöfe haben das Volk auf Wahlen vorbereitet
Endspurt im Wahlkampf Simbabwes: Am 31. Juli ist es soweit, das Land ist an die Urnen gerufen, um nach den Wahlen im Jahr 2008, die von Gewaltausbrüchen überschattet waren, nun ihr neues Parlament und den nächsten Präsidenten zu wählen. Diese Wahlen hatte Robert Mugabe gewonnen – allerdings erst in der zweiten Runde und nach dem Ausscheiden seines damaligen Gegenkandidaten, des jetzigen Premierminister Morgan Tsvangirai, der Bedrohungen seiner Parteimitglieder gemeldet hatte. Aufgrund der fortwährenden Proteste hatte man sich im Jahr 2009 auf eine Regierung der nationalen Einheit geeinigt, doch nach Aussage des Premierministers selbst hatte man sich nicht auf die Einführung von Reformen, die für eine faire und freie Wahl nötig gewesen wären, einigen können. Pater Frederick Chiromba ist Generalsekretär der simbabwischen Bischofskonferenz, er weist auf das Ende der Kolonisierung 1980 hin und betont, dass das Jahr 2013 nun politische Intoleranz, Gewalt, Straffreiheit und Korruption beenden müsse. (rv)
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Kenia: Die Wunder des Alltags im Zentrum „St. Martin“
Im Zentrum „St. Martin“ in der Stadt Nyahururu, die im Landesinneren von Kenia liegt, gibt es immer wieder kleine Wunder des „Alltags“: Es ist ein Zentrum für Straßenkinder, das ohne Plan entstanden und gewachsen sei. Aus der Not geboren antworteten die Gründer auf die Herausforderungen. So kam zu den bereits bestehenden Hilfsprogrammen für Menschen mit Behinderung, Aidsprävention oder Mikrokreditinitiativen auch die Arbeit mit Straßenkindern. Ein dringen nötiges Angebot – alleine in der kenianischen Hauptstadt Nairobi schlagen sich Schätzungen zufolge 60.000 Kinder auf der Straße durch: um zu überleben übernehmen sie Gelegenheitsjobs, sie betteln, sie stehlen. (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Kloster Niederalteich: Hochwasser weg, Schäden bleiben
Das Hochwasser, das Anfang Juni Deutschland heimgesucht hat, hat sich mittlerweile verzogen – doch die Folgen sind nach wie vor unübersehbar. Auch das bayerische Benediktinerkloster Niederalteich ist betroffen: Auf mehr als eine Million Euro schätzt der stellvertretende Abt Vinzenz Proz die Schäden am Kloster, das auch ein Gymnasium beherbergt.  Im Interview mit dem Domradio berichtet er über die aktuelle Lage:

„Das gleicht im Moment einem Rohbau, überall laufen Trockner um die Wände, den Boden und so weiter wieder trocken zu bringen. Die Rehgipswände sind ausgerissen, also es gleicht im Prinzip wieder einer Baustelle, Die Schule hat ihre Ausweichräume, wo wir den Betrieb nach zwei Wochen wieder aufnehmen konnten. Der Klosterkeller war auch betroffen, da war es aber vor allem Grundwasser, das eineinhalb Meter hoch stand, wo vor allem die Technik betroffen war. Da werden wir bald mit dem Trockenen aufhören können und müssen dann schauen, was an den Räumen herzurichten ist.“ (domradio)
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Sternwarte: An die Peripherien mit Papst Franziskus
Die Jesuiten des Vatikanischen Observatoriums zeigten sich nach dem Besuch von Papst Franziskus in Castel Gandolfo begeistert von der Visite: „Wir geben mit Freude bekannt, dass Papst Franziskus mit der Jesuitengemeinschaft des Observatoriums zu Mittag gegessen hat. Wir sind aufs Tiefste berührt!“ Mit diesem Tweet begann eine Serie von Kurznachrichten, mit denen die Jesuiten ihrer Freude über das Treffen mit dem Papst Ausdruck verliehen. Der Papst sei bei dem Treffen ein Jesuit unter Jesuiten gewesen, und die Atmosphäre dementsprechend sehr gelöst gewesen, erzählte der Direktor des Observatoriums, Pater José Gabriel Funes, im Anschluss an das Treffen. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Finanzaufseher des Vatikans, Rene Brülhart, sieht die Verhaftung des ehemaligen Vatikanmitarbeiters Nunzio Scarano als Beweis für das Funktionieren der vatikanischen Finanzaufsichtsbehörde (AIF). Das sagte Brülhart in einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ am Wochenende. Brülhart leitet  seit Ende 2012 die Kontrollbehörde. Er hob damit die Effizienz der von Papst Benedikt XVI. begonnenen Schritte im Finanzbereich hervor. „Papst Benedikt hat Ende 2010 der Geldwäsche den Kampf angesagt, die AIF gegründet und begonnen, das rechtliche Regelwerk einzuführen“, erklärte Brülhart. Auch der Rücktritt des Direktors der Vatikanbank IOR, Paolo Cipriani und des IOR-Vizes, Massimo Tulli, könne „als eine logische Konsequenz gesehen werden“. „Irgendwann muss man Konsequenzen ziehen“, so Brülhart. Der Schweizer Finanzaufseher zeigte sich optimistisch, dass das gespannte Verhältnis des Vatikans zur italienischen Zentralbank mit dem in Arbeit befindlichen bilateralen Abkommen vernünftig und nachbarschaftlich werde. (kap)

Europa

Deutschland
Die Kritik an dem umstrittenen Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nimmt weiter zu. Der Gründer der „Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften“, Peter Beyerhaus, forderte am Sonntag den EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider auf, sich entweder von dem Text zu distanzieren oder von seinem Amt zurückzutreten. In einem Offenen Brief kritisiert Beyerhaus, das EKD-Papier stelle „eine Revolution in der gesamten bisherigen Tradition evangelischer Ehe- und Familienethik“ dar. Schneider hatte das Dokument zuvor wiederholt gegen Kritik verteidigt. Die Konferenz Bekennender Gemeinschaften wurde vor rund 45 Jahren als Gegenbewegung zu als zu liberal empfundenen Tendenzen in der EKD gegründet. (kna)
Kulturstaatsminister Bernd Neumann will 14 weitere Projekte zum Reformationsjubiläum finanziell unterstützen. Das teilte Neumann am Montag in Berlin mit. Die Projekte, die noch in diesem Jahr anlaufen sollen, beinhalten Symposien, Ausstellungen, Konzerte, Bildungsinitiativen und die Restaurierung von Kirchen, erklärte Neumann. Die zweite Fördertranche für 2013 umfasst zwei Millionen Euro. Laut Neumann biete das Reformationsjubiläum die große Chance, Deutschland als weltoffene Kulturnation mit ihren Traditionen kennen und erleben zu lernen. (kna)
Erzbischof Ludwig Schick hat die Wahlversprechen aller Parteien zum Thema Pflege kritisiert. Die Aussagen seien zu allgemein, zu theoretisch und zu unverbindlich, sagte der Bamberger Erzbischof am Montag. Anrechte wie eine bessere Ausbildung, Entlohnung und Unterstützung der Pflegenden seien dagegen konkrete Forderungen. Diese lassen sich in den Parteiprogrammen zur Bundestagswahl allerdings nicht oder nur in vagen Andeutungen finden, betonte Schick. (kna)

Deutschland/Österreich
Die Hochschule Heiligenkreuz hat am Montag den Großteil der theologischen Fachbibliothek der Hochschule der Salesianer in Benediktbeuern/Bayern geschenkt bekommen. 265.000 Bände aus der Bildungseinrichtung des Salesianerordens wechseln am 1. Oktober von Bayern in den Wienerwald, sieht die am Montag vom deutschen Salesianer-Provinzial Pater Josef Grünner und Abt Maximilian Heim unterzeichnete Schenkungsvereinbarung vor. Es sei „ein Geschenk des Himmels" und für beide Orden „eine große Sache", so der Heiligenkreuzer Hochschulrektor Pater Karl Wallner: Man danke den Salesianern „von ganzem Herzen für diese innerkirchliche Solidarität und Großherzigkeit". Die Schenkung erfolgte laut einer Mitteilung der deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos, da der theologische Lehrbetrieb in Benediktbeuern mit 30. September 2013 eingestellt wird. (kap)

Afrika

Ägypten
Der Weltkirchenrat hat zu einer friedlichen Kooperation der Christen und Muslime in Ägypten aufgerufen. Gemeinsam sollten sich die Führungspersönlichkeiten der Religionen für Stabilität, Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, betonte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Olav Fykse Tveit, laut einer am Freitag in Genf veröffentlichten Mitteilung. Der norwegische Lutheraner Tveit gab sich zuversichtlich, dass die Einheit der ägyptischen Nation gewahrt werden könne. Zwischen sechs und zehn Prozent der etwa 80 Millionen Einwohner Ägyptens sind koptische Christen. (pm)

Ghana
Die katholische Kirche will das Recht auf Gesundheit in die neue nationale Verfassung Ghanas einbeziehen. Das fordert das Katholische Nationalsekretariat, dem Exekutivorgan der Bischofskonferenz, wie der Fidesdienst berichtet. Dazu hat die bischöfliche Kommission eine Kampagne gestartet unter dem Motto „Agenda für das Recht auf gute Gesundheit“. Konkret fordert die Kampagne, dass das bisher in der Verfassung festgeschriebene „Recht des Kranken“ ersetzt werden soll mit dem „Recht auf Gesundheit“. Damit soll jedem Bürger des Landes Zugang zu einem vollständigen Gesundheitsdienst garantiert werden. (fides)

Naher Osten

Syrien
In Aleppo spitzt sich die Situation weiter zu. Laut dem Nachrichtendienst Fides sind in der Stadt und dem umliegenden Gebiet, das von Milizen der „Freien Syrischen Armee“ und oppositionellen islamistischen Gruppen belagert wird, jetzt auch die Fluchtwege unterbrochen worden, die bisher in den Libanon führten. (fides

Asien

Indien
Eine muslimische Frauenorganisation will landesweit eigene Scharia-Gerichte für Frauen schaffen. Das berichtet die Tageszeitung „Times of India“ am Montag. Demnach sollen innerhalb der nächsten sechs Monate entsprechende Institutionen in einigen Bundesstaaten eingerichtet werden. Die ersten islamischen Religionsgerichte wurden bereits Anfang Juli in vier anderen indischen Bundesstaaten eröffnet. Sie verhandeln Streitsachen, die Frauen betreffen, wie etwa Ehescheidungen und Unterhaltsklagen. Die Organisation „Bharatiya Musilm Mahila Andolan“ begründet ihre Initiative mit der Unzufriedenheit über Urteile männlicher Religionsrichter und Muftis. Bislang erhielten 20 Muslima eine Ausbildung im islamischen Recht. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 15.07.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: : Irland: Kirche gegen Abtreibungsgesetz / Ägypten: Angespannte Lage

Dienstag Abend, 16.07.2013: Radio-Akademie
Die Weltjugendtage (Teil 3)

Mittwoch Abend, 17.07.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Slawomir Oder, Postulator für Johannes Paul II, über die Heiligsprechung / Ausblick auf Rio

Donnerstag Abend, 18.07.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Simbabwe: Die Kirche und die Wahlen / Kinderheim in Fukushima eröffnet / Elfenbeinküste: Gbagbo-Anhänger vor Gericht

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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