RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 17.7.2013

Tagesmeldungen vom 17.7.2013

- P. Lombardi: „Es wird eine besondere Papstreise“ -
- Frankreich: Embryonenforschung erlaubt -
- Nordirland: Märsche der Gewalt -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

P. Lombardi: „Es wird eine besondere Reise“
Es ist eine besondere Reise, weil der „Papst vom anderen Ende der Welt“ auf den Kontinent seiner Herkunft reist. So bewertet Vatikansprecher Federico Lombardi in einer Pressekonferenz zur Programmvorstellung die kommende Woche mit der ersten Auslandsreise Papst Franziskus. Das Programm sei nach dem Wechsel im Pontifikat an den Stil des neuen Papstes angepasst worden. Besonders der Besuch in Aparecida sei von Papst Franziskus ausdrücklich gewünscht worden, so Lombardi. Damit wolle er an das Dokument von Aparecida von 2007 erinnern. Lombardi betonte auch, im Vatikan habe man angesichts der anhaltenden Unruhen im Land, die jedoch nicht gegen den Papst oder die Kirche gerichtet seien, „volles Vertrauen“ zu den Behörden und sehe der Reise ruhig entgegen. (rv)
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Frankreich: Still und leise wird die Embryonenforschung erlaubt
Das Parlament in Paris hat ein Gesetz erlassen, dass die Forschung an Embryos erlaubt. Die Bischöfe Frankreichs sind empört, denn es gab ihrer Meinung nach „gar keine parlamentarische Diskussion“ dazu. Die Erlaubnis für Embryonenforschung sei „still und leise“ eingeführt worden. Der Erzbischof von Rennes, Pierre d´Ornellas, ist bei der französischen Bischofskonferenz für bioethischen Themen zuständig. Er sagt im Gespräch mit Radio Vatikan, dass dieses Gesetz aus parteitaktischen Gründen zustande kam. Die sozialistische Mehrheit habe mit der raschen Verabschiedung Einheit demonstrieren wollen. Dies sei jedoch zu Lasten des ungeborenen Lebens geschehen, beklagt Bischof d´Ornellas. (rv)
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Nordirland: Märsche der Gewalt
Nordirland wird erneut von gewalttätigen Unruhen erschüttert: Nachdem die Parade-Kommission des Landes sich gegen eine Route protestantischer Märsche durch ein katholisches Gebiet entschieden hatte, kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die Kommission ist damit beauftragt, die Märsche zu regulieren. Sie verbot dem Orange Order, auf dem Rückweg von der zentralen Veranstaltung zum Gedenken an die Schlacht von Boyne 1690 die herkömmlichen Routen durch katholische Wohngebiete zu nehmen. Dies sei von katholischer Seite als „Sieg“ empfunden worden, erklärt Robin Wilson, Ire und Spezialist für die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gemeinschaften, die weit mehr sind als konfessionelle Streitpunkte, auch wenn sich die Gruppen immer noch danach bezeichnen. (rv)
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Indien: Prozessbeginn gegen Vergewaltiger
In Indien beginnt an diesem Mittwoch der Prozess gegen sechs mutmaßliche Vergewaltiger. Den Männern wird vorgeworfen, im Dezember vergangenen Jahres eine Studentin vergewaltigt und gefoltert zu haben, anschließend hätten sie versucht, sie zu überfahren. Die junge Frau erlag Tage später ihren Verletzungen. Peter Seidel ist Indienreferent von Caritas International. Er betont gegenüber dem Domradio, dass die Tat und jetzt der Prozess deutlich gemacht hätten, dass Vergewaltigung immer noch ein Tabu in Indien sei. (domradio)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Vatikan ist erstmals bei Turiner Buchmesse dabei
Der Vatikanstaat ist Ehrengastland bei der Turiner Buchmesse 2014. Das gab Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone in diesen Tagen am Rande eines Turin-Besuches bekannt. Mit ihrer Auswahl religiöser Schriften ist die Vatikanische Verlagsbuchhandlung schon seit Längerem auf der Buchschau vertreten. Bei der vergangenen Ausgabe des „Salone Internazionale del Libro di Torino“ im Mai hätten vor allem Benedikts und Franziskus’ Schriften zu großer Sichtbarkeit des Heiligen Stuhls auf der international bedeutsamen Buchmesse beigetragen, zog der Direktor der „Libreria Editrice Vaticana” (L.E.V.), Giuseppe Costa, nach der Veranstaltung im Interview mit der Vatikanzeitung positiv Bilanz. Dass der Vatikanstaat bei der Turiner Buchmesse 2014 nun Ehrengastland wird, habe wohl auch mit Franziskus’ piemontesischen Wurzeln zu tun, vermutet Costa im Interview mit Radio Vatikan. (rv)
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UNSER FILMTIPP:

Just the Wind
Nach dem Mordanschlag auf eine Roma-Familie herrscht in der Nachbarschaft Ausnahmezustand. Der bedrängende Film schildert einen Tag im Leben einer Familie, der von Angst und Diskriminierung geprägt ist und sich nur für kurze, trügerische Momente erhellt. Das Drama übersetzt die Not in unmittelbare Bilder. Durch die subjektive, wenngleich subtil gebrochene Erzählweise werden die Erfahrungen der Roma-Familie geradezu physisch nachvollziehbar. Realer Hintergrund ist eine Mordserie, bei der 2008/2009 in Ungarn acht Menschen ermordet wurden. (FilmDienst)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die Achtung des Lebens hat Papst Franziskus in einer Botschaft an die Katholiken in Irland, Schottland, England und Wales hervorgehoben. Der Papst hat die Botschaft anlässlich des „Tags des Lebens“ der katholischen Kirche in Irland und Großbritannien geschrieben. Auch schwache, kranke oder alte sowie arme und ungeborene Menschen hätten dieselbe Würde wie alle anderen Menschen. Alle seien ein großartiger Teil der Schöpfung Gottes, so der Papst weiter. „Ich bete, dass der ‚Tag des Lebens’ dazu beiträgt, dass jedes Menschenleben die Achtung erfährt, die ihm gebührt“, so Franziskus in der Botschaft wörtlich. Der „Tag des Lebens“ wird in Schottland, England und Wales am 28. Juli, in Irland am 6. Oktober begangen und steht unter dem Motto einer Bergoglio-Predigt aus dem Jahr 2005: „Sorge dich um das Leben – Es lohnt sich“. (rv)

Vatikan/Brasilien
60.000 Erwachsene werden sich ehrenamtlich beim Weltjugendtag engagieren. Laut der katholischen Nachrichtenagentur CNS übernehmen die Freiwilligen hauptsächlich organisatorische Aufgaben wie die Essensausgabe oder das Spalierstehen für die Fahrt des Papamobils. Der Erzbischof von Rio de Janeiro, Orani Joao Tempesta, würdigte die vielen Helfer aus dem In- und Ausland bereits im Vorfeld als „Führungspersönlichkeiten der Kirche von morgen“. Der Großevent bringt angesichts des Pilgeransturms weitere Herausforderungen mit sich. Wie der Leiter der brasilianischen Flughafenbehörde Infraero, Gustavo Vale, mitteilte, rechne man mit einem Ansturm, den es noch nie gegeben habe. Allerdings sei alles vorbereitet, betonte Vale. (kap)
Europa

Deutschland/Syrien
Die Aufrüstung der syrischen Bürgerkriegsparteien würde eine „Eskalation der Gewalt“ mit sich bringen. Mit diesen Worten warnt Caritaspräsident Peter Neher an diesem Mittwoch vor Waffenlieferungen in das syrische Bürgerkriegsgebiet. Waffenlieferungen seien nicht kontrollierbar, so Neher. Er sprach bei der Jahrespressekonferenz von Caritas International, dem Hilfswerk des katholischen Verbandes. Der Caritaspräsident bezeichnete den syrischen Bürgerkrieg als eine der „größten humanitären Katastrophen der zurückliegenden zehn Jahre“. Jeden Monat würden rund 5.000 Menschen sterben. Kranke und Verwundete könnten nur unter Lebensgefahr behandelt werden. (kna)

Österreich
Rund 150 Experten aus allen Weltreligionen versammeln sich ab Mittwoch zur interreligiösen „ComUnity Spirit“-Konferenz in Graz. Bei der bis Samstag dauernden Veranstaltung diskutieren Religionsvertreter aus zahlreichen europäischen Ländern über Themen, die das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher religiöser Überzeugung betreffen. Laut einer Pressemeldung wollen die Religionsvertreter am Samstag eine gemeinsame „Grazer Erklärung“ zum friedlichen Zusammenleben der Religionen in Europa verabschieden, die über die Konferenz hinaus Wirkung zeigen soll. Organisiert wird die Konferenz im Auftrag der Stadt Graz vom Afro-Asiatischen Institut, dem Kommunikations- und Begegnungszentrum der Diözese Graz-Seckau für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika. (kap)

Afrika

Ägypten
Der koptische Papst und Patriarch Tawadros II. verzichtet angesichts anhaltender Spannungen in Ägypten auf seine Mittwochsaudienz. Er wolle wegen der „derzeitigen Umstände im Land“ nicht seine wöchentliche Ansprache halten, teilte der Informationsdienst des ägyptischen Innenministeriums am Dienstag unter Berufung auf Kirchenkreise mit. Schon in den vergangenen beiden Wochen hatte Tawadros II. seine Treffen mit Gläubigen in Kairo abgesagt. (kipa)

Naher Osten

Libanon
Patriarch Béchara Boutros Rai zeigt sich besorgt über die Entwicklungen im Land. Jede nichtstaatliche bewaffnete Gruppierung müsse als illegitim angesehen werden, denn sie provoziere eine Rückkehr des Landes zum „Gesetz des Dschungels“ und fördere einen „Anstieg von Verbrechen“. Dies sei ein Phänomen, das heute zunehmend zu beobachten sei, warnte das Oberhaupt der maronitischen Christen in seiner Predigt vom vergangenen Sonntag in der Stadt Harissa. Weiter rief der Patriarch die politischen Parteien des Landes dazu auf, zu einem neuen Sozialpakt zu finden. Dieser solle sich an dem Pakt zwischen Christen und Muslimen aus dem Jahr 1943 orientieren, mit dem nach der Unabhängigkeit von Frankreich die gerechte Verteilung der politischen und institutionellen Ämter festgelegt wurde. (fides)

Amerika

Argentinien
Der langjährige Weihbischof von Buenos Aires, Guillermo Leaden, wird am Samstag 100 Jahre alt. Damit ist Leaden der älteste Bischof Argentiniens und einer der fünf ältesten Bischöfe der Weltkirche. 1941 empfing er die Priesterweihe und wurde 1975 von Papst Paul VI. zum Weihbischof von Buenos Aires ernannt. Als Leaden 1992 in den Ruhestand trat, wurde Jorge Mario Bergoglio sein Nachfolger. Im Interview mit der Presseagentur Aciprensa sagte Leaden am Dienstag, er sehe die Papstwahl seines Nachfolgers und früheren Kardinals Bergoglio als eine „Gnade Gottes“ an. Papst Franziskus sei ein „heiliger Mann“. (kna)

Kolumbien
Der seit 1964 andauernde Konflikt zwischen Regierung und Rebellen ist laut der Rebellengruppe FARC fast beigelegt. Die letzten Friedensverhandlungen seien seit November in vollem Gange und ein friedliches Abkommen in Sicht. Das sagte der Verhandlungsführer der FARC, Ivan Marquez. Marquez warnte jedoch vor einer „Eile der Regierung“. Der FARC-Sprecher sagte gegenüber dem kolumbianischen Fernsehen, dass ein unzureichendes Abkommen schlechter sei als ein Krieg selbst. Beide Seiten hätten sich bereits bezüglich der Agrarreform geeinigt. Die wesentlich heikleren Teile der Gespräche seien die Frage um die Entwaffnung der FARC sowie die „Umwandlung“ der Gruppe zu einer rein politischen Partei. Diese Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen, so Marquez. (rv)

Venezuela
Nord- und Südamerikas Missionare werden sich über die Herausforderungen in einer säkularisierten Welt austauschen. Das kündigten die Organisatoren des vierten Amerikanischen Missionskongresses an. Rund 4.000 Missionare werden dazu in Venezuela erwartet. Wie der Nachrichtendienst Fides mitteilt, findet der Kongress vom 26. November bis zum 1. Dezember statt. Der Kongress wird von der venezolanischen Bischofskonferenz organisiert. Ziel des Treffens sei, „das Engagement der Kirche auf dem amerikanischen Kontinent zu erneuern und den Missionsauftrag jenseits der geographischen, kulturellen und religiösen Grenzen zu erfüllen“, so eine Medienmitteilung der Bischofskonferenz. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 17.07.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Slawomir Oder, Postulator für Johannes Paul II, über die Heiligsprechung / Ausblick auf Rio

Donnerstag Abend, 18.07.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Simbabwe: Die Kirche und die Wahlen / Elfenbeinküste: Gbagbo-Anhänger vor Gericht / Pakistan: Paul Bhatti kämpft gegen das Blasphemiegesetz

Freitag Abend, 19.07.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Hochwasser in Bayern: Wasser ist weg, Schäden bleiben / Neues Bistum in der Schweiz? Diskussion in Zürich / Nordirland: Protestmärsche

 

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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Im Internet:

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