RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 25.7.2013

Tagesmeldungen vom 25.7.2013

- Franziskus besucht Favela - Appell für Solidarität -
- Spitalbesuch: „Drogenliberalisierung ist falscher Weg“ -
- Papst betet für Opfer des Zugunglücks in Spanien -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 17.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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PAPST BEIM FAVELA-BESUCH:

„Der Ungerechtigkeit gegenüber nicht gefühllos bleiben!“
Wenn eine Gesellschaft einen Teil von sich ausgrenzt, kann sie keinen Frieden haben. Mit dieser Botschaft kam Papst Franziskus in die Favela Varginha in Rio de Janeiro. Das Armenviertel stand an diesem Donnerstag auf Wunsch des Papstes selbst auf dem Programm seiner Reise. Wie er im Flug nach Brasilien betont hatte, wolle er die Menschen in ihren Umfeldern und nicht isoliert besuchen. Das brasilianische Volk, und besonders die Einfachsten unter ihnen, könnten der Welt eine wertvolle Lektion in Sachen Solidarität erteilen, so Franziskus in seiner mehrfach durch Jubel unterbrochenen Ansprache: „Niemand kann gegenüber den Ungleichheiten, die weiterhin in der Welt bestehen, gefühllos bleiben!“ (rv)
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Die Papstansprache in der Favela

Favelas in Rio: „Wir brauchen keine Polizeigewalt, sondern Perspektiven“
Der Papstbesuch in einem Armenviertel Rios erinnert an eines der dunkleren Kapitel der Gesellschaft des Landes: Die Gewalt zwischen Arm und Reich, an die Polizei- und Militäreinsätze in den Favelas und die Gewalt, die mit der Kriminalität verbunden sind. Die Favelas sind ein Ort, in dem die Gewalt alltäglich ist, auch die, die mit der Befriedung der Viertel durch Spezialeinheiten verbunden ist. Auch das soll bei diesem WJT nicht verdrängt werden. (rv)
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Favela-Besuch: Wo die Gewalt alltäglich ist
Gewalt war im Rahmen des Weltjugendtages auch Thema auf dem internationalen politischen Forum „Youth Hearing“. Flávio Giovenale, Präsident der Caritas Brasilien und Bischof der Diözese Santarém im weitläufigen Amazonien, referierte dort über die erschreckend hohe Gewaltstatistik in Brasilien: 40.000 Todesopfer jedes Jahr, darunter viele junge Menschen, Arme und männliche Opfer, so der Geistliche, der aufgrund seines unbequemen Einsatzes für die Gerechtigkeit selbst in ständiger Lebensgefahr lebt. Papst Franziskus schlägt für den Salesianer in der Kirche ein neues Kapitel auf: „Er erlaubt uns, wiederdurchzuatmen“, so der italienischstämmige Geistliche. (rv)
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PAPST BESUCHT DROGENABHÄNGIGE:

Papst: „Liberalisierung der Drogen ist falscher Weg“
Franziskus hat sich gegen die Liberalisierung des Drogenkonsums ausgesprochen. Bei seinem Besuch im Sankt-Franziksus-Krankenhaus in Rio de Janeiro am Mittwochabend (Ortszeit) ging der Papst auf das Drogenproblem ein. Zwei ehemalige Drogenabhängige erzählten ihm, wie sie Hilfe von kirchlichen Einrichtungen bekommen haben. Das Übel des Drogenhandels, das die Gewalt fördere und Schmerz und Tod säe, erfordere ein mutiges Handeln der gesamten Gesellschaft, sagte Franziskus im „Hospital São Francisco de Assis“ vor Drogenkranken und dem Behandlungspersonal. „Nicht die Liberalisierung des Drogenkonsums, wie sie in verschiedenen Teilen Lateinamerikas diskutiert wird, ist das Mittel, um die Ausbreitung der Drogenabhängigkeit zu einzuschränken und ihren Einfluss zu verringern“, so der Papst. (rv)
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Brasilianische Presse: Die Antidrogenpolitik des Papstes
„Der Papst warnt vor einer Liberalisierung von Drogen“: Über dieses Thema berichten Online-Ausgaben großer brasilianischer Zeitungen an diesem Donnerstag besonders ausführlich. Sie stützen sich dabei auf die Papstrede im Franziskus-Krankenhaus von Rio am Mittwoch. „Der Papst bezog sich da wohl auf Politiker wie die früheren Präsidenten Brasiliens, Fernando Henrique Cardoso, Kolumbiens, Cesar Gaviria, und Mexikos, Ernesto Zedillo“, schreibt „O Globo“. „Diese Politiker treten für eine Freigabe leichter Drogen ein mit dem Argument, dass der vor allem von den USA vorangetriebene Anti-Drogen-Krieg nicht funktioniert.“ Dem widerspreche nun aber Franziskus, der Drogenhändler außerdem mit scharfen Worten als „Händler des Todes“ bezeichnet habe. Franziskus setze im Kampf gegen Drogen eher auf „größere Gerechtigkeit, bessere Ausbildung“ und mehr Chancen für junge Leute. (rv)
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AUSBLICK: BEGRÜSSUNGSFEST UND ANGELUS:

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Radio Vatikan überträgt am Mittwoch und Donnerstag live und mit deutschem Kommentar
Donnerstag, 25. Juli, 22.45 -0.20 Uhr (Mitteleuropäischer Zeit):
Begrüßungsfest mit den Jugendlichen auf der Strandpromenade der Copacabana in Rio de Janeiro mit einem Grußwort und einer Ansprache von Papst Franziskus – unser Kommentator ist Mario Galgano
Freitag, 26. Juli, 16.45 - 17.30 Uhr (Mitteleuropäischer Zeit):
Angelus-Gebet vom Mittelbalkon des Erzbischofspalasts St. Joaquim in Rio de Janeiro mit Grußadresse des Heiligen Vaters und Begrüßung des Organisationskomitees und der Sponsoren des XXVIII. Weltjugendtags im Palast des Erzbischofs – unsere Kommentatorin ist Stefanie Stahlhofen
Alle Übertragungen zum WJT in Rio können auf unserem Vatican Player mitverfolgt werden. Die Termine der weiteren Übertragungen finden Sie auf unserer Internetseite

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WEITERE STIMMEN AUS BRASILIEN:

Bahnunglück in Spanien: Franziskus betet für die Opfer
Papst Franziskus hat am Donnerstag der mehr als 77 Toten und mehr als 125 Verletzten des schweren Zugsunglücks von Santiago de Compostela gedacht. Das sagte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi am Donnerstag in Rio de Janeiro. Franziskus sei über das schwere Unglück informiert worden und habe tiefste Traurigkeit zum Ausdruck gebracht. Der Papst sandte an diesem Donnerstag auch ein Beileidstelegramm an den Erzbischof von Santiago, Julian Bario Bario, in dem er ihn bittet, die Opfer seines Gebetes und seiner Nähe zu versichern. (kna)
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Frankreich/Weltjugendtag: Kardinal Barbarin erlitt Herzinfarkt
Der französische Primas Kardinal Philippe Barbarin hat auf dem Weg zum Weltjugendtag in Brasilien einen Herzinfarkt erlitten. Wie die Nachrichtenagentur „Kipa“ berichtet, wurde der 62-Jährige zunächst in Cayenne, in Französisch-Guayana, behandelt und am Dienstag in ein Spital auf Martinique verlegt. Der Infarkt sei von Ärzten sofort erkannt und unverzüglich behandelt worden, heißt es auf der Homepage der Erzdiözese Lyon am Donnerstag. Barbarin leitet die größte Diözese Südfrankreichs seit 2002. Als Erzbischof von Lyon ist der traditionell auch Primas von Frankreich. (kipa)

Weltjugendtag: Hoffnungsträger Jugend
„Jugendliche geben der Hoffnung Raum und tragen diese in die Gesellschaft hinein“. Das sagte der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn am Mittwoch bei der ersten seiner drei Katechesen im Rahmen des Weltjugendtages in Rio de Janeiro. Auch wenn es in der heutigen Zeit aufgrund von Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialproblemen nicht leicht falle, die „schwarze Brille“ abzulegen, würden immer wieder „Wunder“ geschehen, die zur Hoffnung berechtigen, erklärte Schönborn. Solange es Liebe, Mitgefühl und Tapferkeit gebe, bestehe auch Grund zur Hoffnung. Schönborn betonte, dass Zukunft möglich sei, wenn es weiterhin viele Menschen gebe, die mit ihrer starken Ausstrahlung Hoffnung wecken. (kap)

Katechesen und Gottesdienste: „Viel Wachsamkeit und Nachdenklichkeit“
Wie Kathpress mitteilt, finden beim Weltjugendtag 800 Katechesen-Glaubensvorträge statt, die von insgesamt 250 Bischöfen in 20 verschiedenen Sprachen gehalten werden. Auch Bischof Franz-Josef Overbeck hat am Mittwoch seine erste Katechese zum Tagesthema „Die Hoffnung und Nähe Gottes“ gehalten. Am Donnerstag und Freitag stehen dagegen die Themen „Jüngerschaft“ und „Mission“ im Mittelpunkt. Der Bischof berichtet, wie er die spirituellen Momente des Weltjugendtages bisher erlebt hat. Der erste Katechese-Tag sei wegen des Verkehrschaos in Rio etwas turbulent gewesen, so Overbeck, er habe Stunden im Straßenverkehr zugebracht, bis er in der Gemeinde „Paróquia Santos Anjos“ eingetroffen sei. Nichtsdestotrotz gehe es ihm „gut“ und die Stimmung der jungen Leute sei prächtig.
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WJT: Immer alles dabei
Jeder angemeldete Pilger bekommt in Rio de Janeiro ein Pilgerpaket, das verschiedene nützliche Dinge enthält, um den Aufenthalt in der brasilianischen Metropole so angenehm wie möglich zu gestalten. Was drin ist im Pilgerrucksack hat uns in Rio die deutsche Pilgerin Eva Schockmann aus dem westfälischen Emsdetten verraten. Außerdem steckt in den Pilgerrucksäcken natürlich der Jugendkatechismus „Youcat“ mit einem Vorwort des emeritierten Papstes Benedikt XVI. – das internationale Hilfswerk „Kirche in Not“ hatte davon bereits vor dem Weltjugendtag etliche Ausgaben zur Verteilung in den brasilianischen Diözesen spendiert. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Vatikan-Diplomat Leo Cushley ist zum Bischof des schottischen Erzbistums Saint Andrews und Edinburgh ernannt worden. Damit wird der aus Schottland stammende Cushley der Nachfolger des im Februar zurückgetretenen Kardinals Keith O´Brian. Cushley empfing 1975 die Priesterweihe und wurde 1992 nach Rom in die englischsprachige Sektion des Staatssekretariats berufen. Vorgänger Kardinal O´Brian war im Februar aus Altersgründen zurückgetreten. Sein Amtsverzicht wurde überschattet von Vorwürfen sexueller Belästigung von Priesteramtskandidaten. O´Brian räumte daraufhin moralische Verfehlungen in seiner Zeit als Seminarleiter in den achtziger Jahren ein. (kna)

Europa

Deutschland
„BILD“ schließt ihr Korrespondentenbüro in Rom. Wie die Axel Springer AG am Mittwoch in Berlin mitteilte, wird das römische Büro der „BILD“ im Zuge einer globalen Umstrukturierung spätestens zum Jahresende 2013 geschlossen. Das Korrespondentenbüro der „BILD“ berichtete seit Jahrzehnten intensiv über den Vatikan. Die „BILD“ wird zum 01. September ein Büro in Los Angeles eröffnen, aus dem während der deutschen Nachtstunden Nachrichten für die digitalen Kanäle des Konzerns produziert werden. (kna)
Caritas-Präsident Peter Neher fordert zu verstärkter humanitärer Hilfe angesichts der Situation von Flüchtlingen auf. Das teilte der Deutsche Caritasverband in einer Pressemeldung am Donnerstag mit. „Wenn wir auf die dramatische Lage in Syrien schauen und die Not in vielen anderen Ländern der Welt sehen, müssen auch wir in Deutschland uns aufgefordert fühlen, mehr Flüchtlinge aufzunehmen“, betonte Neher. Das syrische Flüchtlingsdrama sei eine der größten humanitären Katastrophen der vergangenen zehn Jahre. Daher sei es umso wichtiger, dass die Bundesregierung die Hilfe für syrische Flüchtlinge in Syrien und in den Nachbarländern weiterhin großzügig unterstütze, machte Neher deutlich. (pm)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 25.07.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Papstbesuch im Krankenhaus / Bericht Youth Hearing / Bericht zur Favela

Freitag Abend, 26.07.2013: WJT 2013 in Rio
Papstbegrüßung an der Copacabana / Stimmungsbericht aus Rio von unserer Korrespondentin / Favelabesuch des Papstes

Samstag Abend, 27.07.2013: WJT 2013 in Rio
Papst feiert Kreuzweg / Papstbesuch bei Strafgefangenen / Messe mit Geistlichen / Vorbericht Gebetsvigil

Sonntag Abend, 28.07.2013: WJT 2013 in Rio
Gebetsvigil mit Papst Franziskus / Abschlussmesse des WJT / Treffen mit Vertretern von Kirche, Politik und Gesellschaft

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hören

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