RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 5.6.2013

Tagesmeldungen vom 5.6.2013

- Papst fordert Hilfe für syrische Flüchtlinge -
- Eucharistischer Kongress im Zeichen des Dialogs -
- Franziskus gegen Kultur der Verschwendung -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst zu Syrien: „Mögen die Waffen schweigen!“
Da so viel Gewalt und Leid in Syrien herrschen, erneuerte Papst Franziskus an diesem Mittwoch seinen Appell für den Frieden in dem Land. „Mögen die Waffen schweigen!“, sagte Franziskus am morgen gegenüber Vertretern der Kirchen und Mitarbeitern der Caritas, die in diesen Tagen beim Päpstlichen Rat Cor Unum über die Lage in Syrien beraten. Der Papst traf die rund 30 Anwesenden im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Papst Franziskus erinnerte daran, dass viele Staaten in den vergangenen Monaten versucht hätten, Friedensinitiativen für Syrien zu fördern.

„Das sind Versuche, die wir alle unterstützen sollten, damit endlich wieder Frieden in Syrien herrschen kann. Die Kirche ist dazu aufgerufen, ein demütiges Zeugnis abzulegen, doch das soll konkret und wirksam sein, so wie es uns Christus, der Gute Samariter, vorgelebt hat. Wir Christen wissen, dass überall dort, wo einer leidet, Christus bei ihm ist. Wir können uns also nicht zurückziehen.“ (rv)
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Papst bei Generalaudienz: „Jeder soll die Schöpfung hüten“
Die Generalaudienz an diesem Mittwoch stand im Zeichen des Weltumwelttags, der an diesem 5. Juni gefeiert wird. Vor mindestens 80.000 Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz ging Papst Franziskus auf die Frage nach der Bewahrung der Schöpfung ein. Dies sei ein Auftrag Gottes an alle Menschen, wie es im Buch Genesis betont wird. Bereits sein Vorgänger Benedikt XVI. habe die Gläubigen oft daran erinnert, „den Rhythmus und die Logik der Schöpfung zu beachten“. Papst Franziskus kritisierte in diesem Zusammenhang eine „Kultur des Wegwerfens“:

„Wenn ein Börsenplatz an Wert verliert, dann ist das eine Tragödie. Alle Medien berichten darüber. Es ist jedoch eine Tragödie, dass wir quasi auch Menschen ‚wegwerfen’, denn manche Personen werden so behandelt – wie Abfall. Ich wünsche mir, dass wir die Kultur des Verschwendens und Wegwerfens überwinden und wieder neu eine Kultur der Solidarität und des Miteinanders leben. “ (rv)
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Deutschland: Eucharistischer Kongress in Dialogprozess eingebettet
An diesem Mittwoch um 19 Uhr startet der Nationale Eucharistische Kongress in Köln mit einem großen Freiluftgottesdienst und einer Prozession. Für das fünftägige Glaubensfest werden mittlerweile bis zu 50.000 Teilnehmer erwartet. Im Mittelpunkt des Kongresses steht die Eucharistie, das für den katholischen Glauben zentrale Sakrament. Die Veranstaltung bettet sich aber auch in den Dialogprozess der Deutschen Bischofskonferenz ein: In Podiumsdiskussionen und Vorträgen sollen aktuelle theologische und sozialethische Themen angesprochen werden; zahlreiche deutsche Bischöfe nehmen an den verschiedenen Veranstaltungen und Diskussionsrunden teil.(rv/dr/kna)
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HINTERGRÜNDE:

Buchautor trifft emeritierten Papst: „Benedikt XVI. geht es gut“
Der deutsche Buchautor Manfred Lütz war am Dienstagabend beim emeritierten Papst Benedikt XVI. im Vatikan zu Besuch. Ihm überreichte Lütz sein neues Buch, das er zusammen mit dem emeritierten Kurienkardinal Paul Josef Cordes geschrieben hat. Zu Benedikts Gesundheitszustand sagte Lütz nach dem Treffen gegenüber Radio Vatikan:

„Es war eine sehr vertraute, heitere Atmosphäre, wie wir ihn eigentlich auch von früher kennen. Ich fand ihn total geistesgegenwärtig. Natürlich ist er älter geworden, er geht ein bisschen gebückt, aber ohne Stock. Also ich habe ihn als sehr geistesgegenwärtig und schlagfertig erlebt. Es gab Situationen, in denen wir etwas erzählt haben, und er dann sagte: ,Das haben Sie mir schon erzählt.’ Insofern ist er also auch witzig, wie das so seine Art ist. Er wirkt überhaupt nicht irgendwie bedrückt.“ (rv)
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Kardinal Koch vor Ukraine-Reise: Hoffnung auf Fortschritte im Dialog
Als „herausfordernde Situation für die Ökumene“ beschreibt der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates die Beziehung der christlichen Kirchen in der Ukraine. Kurt Koch ist an diesem Mittwoch zu einer einwöchigen Reise in das osteuropäische Land aufgebrochen; es ist das erste Mal, dass sich der Schweizer Kurienkardinal vor Ort ein Bild der Lage macht. Im Zentrum der Visite stehen ökumenische Gespräche und Treffen mit Vertretern der römisch-katholischen, der mit Rom unierten griechisch-katholischen und der orthodoxen Kirche; Stationen sind Kiew und Lemberg. (rv)
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UNSER FILMTIPP:

Ihr werdet euch noch wundern
Nach dem Tod eines Theaterautors versammeln sich 13 Schauspieler in seinem Haus, um sich die Eurydike-Aufzeichnung einer jungen Truppe anzusehen. Während des Screenings verstricken sich die Trauergäste, die zu verschiedenen Zeiten alle einmal selbst in einer der vielen ?Eurydike?-Inszenierungen des Toten mitgewirkt haben, zunehmend in dem Stoff, wobei sich Darsteller- und Rollenidentität ebenso vermischen wie Fiktion und Wirklichkeit, Leben und Tod. Ein brillanter Film von Alain Resnais über Nachbarschaften und Differenzen von Film und Theater. - Sehenswert ab 16. (FlimDienst)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der polnische Kardinal Stanislaw Nagy, ein enger Freund von Papst Johannes Paul II., ist am Mittwoch in Krakau im Alter von 91 Jahren gestorben. Papst Franziskus hat in einem Beileidstelegramm an den Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz den langjährigen Dienst des Verstorbenen für die Kirche gewürdigt. Wegen Nagys theologischer Verdienste wurde der langjährige Professor der Katholischen Universität Lublin 2003 im Alter von 82 Jahren zum Kardinal ernannt. (rv/kap)
Sich wegen der eigenen Leiden vor Gott zu beschweren, ist keine Sünde. Das sagte der Papst an diesem Mittwochmorgen bei dem Gottesdienst in der Kapelle von Santa Marta. Vor Mitgliedern der Gottesdienstkongregation und der Vatikanischen Bibliothek sagte er, dass man für alle Leidenden Verständnis haben solle und für sie beten solle. Es gefalle ihm nicht, wenn man über Leidende nur „auf akademische und nicht humane Weise“ spreche, so der Papst. Oft würden Leidende nur statistisch wahrgenommen. Man müsse stattdessen „mit dem Herzen für sie beten“. (rv)

Europa

Deutschland
Mit Blick auf die Flutkatastrophe in Ostdeutschland setzt der Dresdner Bischof Heiner Koch auf die Solidarität aller deutschen Katholiken. In seinem Bistum werde es am Sonntag eine große Kollekte für die Menschen geben, die durch das Hochwasser in Existenznöte geraten sind, sagte Koch am Mittwoch im Kölner Domradio. (domradio/kna)

Schweiz
Der langjährige Bischof von Sitten Norbert Brunner tritt vorzeitig zurück. Papst Franziskus habe den Amtsverzicht von Brunner angenommen, teilte das Bistum Sitten am Mittwoch mit. Bis zur Amtsübernahme durch seinen Nachfolger bleibt Brunner Bischof. Er leitete das Südschweizer Bistum über 18 Jahre. Die Kräfte des 70-Jährigen reichten nicht mehr aus, um die großen Aufgaben, die heute und in naher Zukunft an das Bischofsamt gestellt würden, wirklich zu erfüllen, heißt es zur Begründung des Rücktritts. Brunner sei überzeugt, dass der Aufbruch und die dringende geistige Erneuerung, die gerade in den Jubiläumsjahren des Zweiten Vatikanischen Konzils ihren Anfang nehmen sollten, einer neuen Kraft in der Leitung des Bistums anvertraut werden müssten. Gemäß dem Kirchenrecht bieten Bischöfe dem Papst in der Regel erst mit Vollendung des 75. Lebensjahres ihren Rücktritt an. (kipa)

Griechenland
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat von Präsident Karolos Papoulios den höchsten griechischen Orden, das Goldene Verdienstkreuz, erhalten. Bis Freitag besucht Kyrill Griechenland. Bereits vor seinem Eintreffen dort sagte er, seine Kirche stehe den griechischen Glaubensgeschwistern in ihrer gegenwärtigen Notlage zur Seite. Angesprochen auf ein vielleicht zu enges Zusammenspiel von Kirche und Staat im heutigen Russland machte der Moskauer Patriarch unmissverständlich klar, dass es eine rein russische Angelegenheit sei, die Beziehungen zwischen der Orthodoxie und dem neuen, postkommunistischen Russland festzulegen. In diesem Punkt halte er es für unzulässig, von außen Belehrungen zu erteilen. Das Werk der „geistlichen Wiedergeburt“ Russlands bleibe säkular-antichristlichen Kritikern unverständlich. (kap)

Ungarn
Das Parlament in Budapest hat die Abstimmung über das sogenannte Kirchengesetz verschoben. Bei dem Gesetz geht es um die Anerkennung für Kirchen und Religionsgemeinschaften. Laut dem Vorsitzenden des parlamentarischen Ausschusses für die Kirchen, Tamas Lukacs (Christdemokraten/KDNP), müssten noch mit mindestens vier Kirchen Gespräche geführt werden, um deren Rechtstellung zu regeln. In Ungarn sind zurzeit 30 Religionsgemeinschaften durch Parlamentsabstimmung staatlich anerkannt; eine europaweit einmalige Regelung. Hintergrund der Verschiebung der Abstimmung dürfte nach Meinungen von Beobachtern sein, dass die Regierung einem erneuten abschlägigen Urteil des Verfassungsgerichts vorbeugen wollte. Die Verfassungsrichter hatten das Kirchengesetz zuletzt bereits gekippt, weil wesentliche Veränderungen im Antrag erst in letzter Minute - und nach der Diskussion - eingereicht wurden, so dass die Abstimmung nicht mehr jene Version betraf, über die auch diskutiert worden war. (kap)

Afrika

Ägypten
Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die Zahl der Anklagen wegen Gotteslästerung sprunghaft zugenommen. Mindestens sieben Todesurteile seien bekannt, berichtete die IGFM am Mittwoch in Frankfurt. Unter Hosni Mubarak habe es jährlich im Schnitt ein bis zwei Prozesse dieser Art gegeben. Die GfbV sprach von 36 Blasphemieverfahren in den Jahren 2011/2012. Zehn Personen seien verurteilt worden. Seit der Machtübernahme der Muslimbrüder seien Blasphemie-Vorwürfe „von einem Randphänomen zu einem Machtmittel“ geworden, betonte die IGFM. Erschreckend sei die Härte der Urteile. Die IGFM sprach sich für die Abschaffung von Blasphemiegesetzen aus. Opfer der Vorwürfe seien meist Minderheiten. Laut GfbV fühlen sich die koptischen Christen in Ägypten durch die steigende Zahl der Blasphemieverfahren zunehmend eingeschüchtert und in ihrer Glaubenfreiheit verletzt. (pm/kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 05.06.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Papst an Syrien-Konferenzteilnehmer im Vatikan: „Mögen die Waffen schweigen!“ / Deutscher Jesuit Zollner spricht mit Papst über Missbrauch / Kardinal Kurt Koch besucht die Ukraine / Franziskus würdigt Papst Johannes XXIII. / Generalaudienz

Donnerstag Abend, 06.06.2013: Sondersendung: Der Eucharistische Kongress in Köln

Freitag Abend, 07.06.2013: Prisma-Magazin

Samstag Abend, 08.06.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

 

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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