RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 9.6.2013

Tagesmeldungen vom 9.6.2013

- Papst: „Gott ist Barmherzigkeit“ -
- Köln: Eucharistischer Kongress zu Ende -
- Vatikan/al-Azhar: Neuer Dialog? -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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TOP-THEMEN AUS DEM VATIKAN:

Papst beim Angelus: „Gott ist reine Barmherzigkeit“
„Gott ist reine Barmherzigkeit“: Das ist von Anfang an ein Leitmotiv im Pontifikat von Papst Franziskus. Auch an diesem Sonntag kam er, beim Angelusgebet, darauf zurück. Die Barmherzigkeit Gottes sei „nicht nur Gefühl“, sondern „eine Kraft, die Leben gibt, die den Menschen wiederaufrichtet“, so der Papst. „Der Herr sieht immer voller Barmherzigkeit auf uns und erwartet uns. Haben wir keine Angst, uns ihm zu nähern!“ (rv)
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Papstbotschaft zu den Zehn Geboten: Anweisungen zur Freiheit
„Die Zehn Gebote zeigen uns den Weg, den wir gehen sollen, und sie bilden auch einen ‚ethischen Kodex’ für den Aufbau einer gerechten Gesellschaft, nach dem Maß des Menschen.“ Das sagte Papst Franziskus in einer Videobotschaft an die Teilnehmer einer Aktion der italienischen Bischofskonferenz. Die Aktion machte am Samstag Abend auf zehn großen Plätzen Italiens auf die Aktualität der Zehn Gebote aufmerksam. Die Zehn Gebote zeigten „einen Weg der Freiheit“, so der Papst. Sie wollten Freiheit nicht begrenzen, sondern Anweisungen für sie geben. Außerdem seien sie „ein Gesetz der Liebe“: Ausdruck der Liebe, die von Gott komme und dem Leben einen Sinn gebe. (rv)
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Vatikan/al-Azhar: Vor einem neuen Dialog?
„Die Tür ist immer offen“: So reagiert der Vatikan auf das Angebot der al-Azhar-Universität in Kairo, den Dialog wiederaufzunehmen. „Ich hatte im Lauf der Zeit mehrere Versuche unternommen, wieder in Kontakt zu kommen“, sagte Kardinal Jean-Louis Tauran der Nachrichtenagentur afp. Aber „das Problem liegt nicht auf unserer Seite“, so der Leiter des vatikanischen Dialogrates wörtlich. Die al-Azhar-Universität hatte 2011 ihre Gespräche mit dem Vatikan unterbrochen, vor wenigen Tagen hingegen eine Wiederaufnahme angedeutet. Mit der Wahl von Papst Franziskus sei eine neue Situation eingetreten, sagte der diplomatische Berater der wichtigsten sunnitischen Lehrstätte, Mahmud Abdel Gawad, der italienischen Tageszeitung „Il Messaggero“. „Wir hatten Probleme mit dem früheren Papst, nicht mit dem Vatikan. Jetzt stehen die Türen der al-Azhar wieder offen“, so Gawad. Am Samstag machte ein al-Azhar-Statement allerdings klar, dass man sich vom Vatikan den ersten Schritt erwarte. (rv/afp/ansa/kna)
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EUCHARISTISCHER KONGRESS VON KÖLN:

Feierlicher Schlussgottesdienst
Mit einem feierlichen Gottesdienst ist an diesem Sonntag der Eucharistische Kongress in Köln beendet worden. Seit Mittwoch waren mehrere zehntausend Teilnehmer in der Domstadt zu Gast. Der Eucharistische Kongress stand unter dem Leitwort „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ (Joh 6,68). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, dankte den Gläubigen für ihr öffentliches Zeugnis während des Eucharistischen Kongresses. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner erklärte: „Nirgendwo erhält der Mensch und unsere Welt einen so unwahrscheinlichen Wertzuwachs wie in der heiligen Eucharistie.“ (rv/pm)
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Papst-Botschaft: „Gott zur Welt und die Welt zu Gott bringen“
Auf der Schlussveranstaltung des Eucharistischen Kongresses verlas Kurienkardinal Cordes eine Grußbotschaft des Papstes. Darin wünscht Franziskus, „dass die Heilige Messe nicht verkümmert zu flacher Routine und dass wir ihre Tiefe immer besser ausschöpfen“. Die Christen hätten „den Auftrag, Gott zur Welt und die Welt zu Gott zu bringen“. (rv)
Die Botschaft des Papstes im Volltext

„Großes Fest des Glaubens“
„Ein großes Fest des Glaubens“: So nennt Erzbischof Robert Zollitsch den Eucharistischen Kongress. Im Gespräch mit Christine Seuss zog der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz eine positive Bilanz des Events. „Das zeigt mir: Dort wo wir die Dinge ansprechen und in die Öffentlichkeit tragen, dort gewinnen wir auch Interesse!“ (rv)
Hier mehr in Text und Ton, von Erzbischof Zollitsch und Kardinal Meisner

Kardinal Woelki: „Man kann das nicht zu oft machen“
„Man kann das nicht zu oft machen, ich glaube, dass wir solche Orte brauchen und es wird sicherlich gut sein, das in einer absehbaren Zeit noch einmal zu wiederholen.“ Das sagt der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki. Der Kongress stelle einen Markstein im Rahmen des Jahres des Glaubens, aber auch des Dialogprozesses der Deutschen Bischofskonferenz dar. (domradio)
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Unsere Umfrage unter Teilnehmern
Unsere Kollegin Christine Seuss hat den Eucharistischen Kongress für uns vor Ort miterlebt. Bei ihren Gesprächen mit Teilnehmern stellte sie fest, dass vor allem die Lichtschau im Kölner Dom bei vielen tiefen Eindruck hinterlassen hat. (rv)
Wenn Sie mal reinhören wollen...

Eucharistischer Kongress: Das Fazit unserer Korrespondentin
Lange haben die Vorarbeiten dazu gedauert, und nun ist schon wieder alles vorbei: Nach fünf Tagen Gebet, Podiumsdiskussionen, Vorträgen und kulturellem Programm ist der Eucharistische Kongress zu Ende gegangen. Groß ist die Erleichterung der Veranstalter, die im Vorfeld des Kongresses befürchten mussten, dass nicht besonders viele Besucher nach Köln kommen würden: Zu sperrig der gewählte Name für die Veranstaltung, zu wenig klare Kommunikation über die tatsächlichen Anliegen des Kongresses, der ja kein abgeschottetes Treffen katholischer Würdenträger werden sollte, also kein klassischer „Kongress“, sondern ein „Fest des Glaubens“, das sich mit einem bunten Programm an alle Menschen richtete, die an Glaubensfragen interessiert sind… (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

„Das ganze Leben ist eine Wallfahrt.“ Das sagte Papst Franziskus am Samstag Abend bei einem Telefongespräch mit Teilnehmern der Fußwallfahrt Macerata-Loreto. An der traditionellen nächtlichen Pilgerfahrt, die 28 Kilometer zurücklegt, nahmen über hunderttausend Jugendliche teil. Angefangen hatte die Tradition Ende der siebziger Jahre mit nur dreihundert Fußwallfahrern. Pilgern sei „das Paradigma des Lebens“, so der Papst: „Das Entscheidende ist, dass ihr auf dieser Straße des Lebens Jesus begegnet und euch von ihm führen lasst!“ (rv)

Vatikan/Österreich
Dass mit Papst Franziskus nun erstmals ein Jesuit an der Spitze der katholischen Kirche steht, „bedeutet für uns nicht viel“. Das sagte der höchstrangige Vertreter der „Gesellschaft Jesu“, Jesuitengeneral Adolfo Nicolas Pachon, am Samstag bei einem Besuch in Österreich. Die Jesuiten sähen sich jedem Papst zu besonderem Gehorsam verpflichtet. Deren Loyalität sei nicht von der Ordenszugehörigkeit des Nachfolgers Petri abhängig und habe auch Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. uneingeschränkt gegolten. Nun würden die Jesuiten alles unterstützen, was Franziskus für das Beste für die Kirche halte, ohne sich durch dessen geistliche Wurzeln irgendwelche Privilegien zu erwarten, so Pater Nicolas bei einem Pressegespräch in Wien. Der 77-jährige gebürtige Spanier, der erst vor knapp drei Wochen auch zum neuen Präsident des internationalen Verbands der Generaloberen von religiösen Orden gewählt wurde, besucht Einrichtungen der Jesuiten in Österreich. (kap)

Europa

Deutschland
Der Passauer Bischof Wilhelm Schraml hat die Hilfsbereitschaft für Flutopfer als „spontane Nächstenliebe“ gewürdigt. Rettungskräfte, Bundeswehr und freiwillige Helfer hätten „der Mitmenschlichkeit ein starkes und hoffnungsfrohes Gesicht gegeben“, sagte Schraml am Sonntag im Passauer Dom. Angesichts der Katastrophe sei „fremde Not als Sache des eigenen Herzens“ entdeckt worden. Der Bischof dankte den Helfern und Rettungskräften und rief zu weiteren Spenden für die Opfer des Hochwassers auf. Viele hätten Hab und Gut verloren, Existenzen seien bedroht. Schraml hatte mehrfach vom Hochwasser betroffene Gebiete in seinem Bistum besucht und mit Opfern sowie Helfern gesprochen. Die Diözese stellte 3,5 Millionen Euro als Soforthilfe bereit. (kna)
Der katholische Sozialbischof Reinhard Marx hat Mindestlöhne als “hochproblematisch” bezeichnet. Sie seien „eine gewisse Kapitulation der sozialen Marktwirtschaft“, sagte der Münchner Kardinal am Samstag in Köln. Ziel müsse bleiben, dass Löhne von starken Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften frei ausgehandelt würden. Mit Sorge sehe er jedoch, dass die Tarifbindung in Deutschland abnehme, so Marx. Weiter verlangte er Korrekturen an den Hartz-IV-Reformen. Durch diese sei zwar sei die Arbeitslosigkeit gesunken; prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie die Zeitarbeit hätten aber  zugenommen. Viele problematische Punkte der Hartz-Reformen seien gar nicht auf der politischen Tagesordnung, kritisierte der Kardinal. (kna)

Schweiz
Die Stimmberechtigten in der Schweiz haben mehrheitlich für eine Verschärfung des Asylrechts gestimmt. Nach den ersten Ergebnissen aus neun von 23 Kantonen liegt das „Ja“ zur Verschärfung vorne, meldet das Schweizer Fernsehen. (afp)

Afrika

Demokratische Republik Kongo
Der katholische Priester Apollinaire Malumalu ist am Freitag zum Vorsitzenden der Nationalen Unabhängigen Wahlkommission des kongolesischen Parlaments gewählt worden. Pfarrer Malumalu war bereits 2006 Vorsitzender der Wahlkommission, die die damalige Präsidentschaftswahl beobachtete. Wie einheimische Zeitungen betonen, gilt er als Experte bei der Organisation von Wahlen und war bereits als Wahlbeobachter in verschiedenen Teilen des der Welt tätig. In einer Verlautbarung hatte die Katholische Bischofskonferenz von Kongo bereits Mitte Mai ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Priester und Ordensleute keine „staatlichen Stellen, die sich mit der Organisation von Wahlen befassen“, leiten dürfen. Die Bischofskonferenz „stellt keine Priester zur Verfügung, damit sie Mitglieder der Wahlkommission werden“. Es sei „offensichtlich, dass ein Priester, der in der Wahlkommission tätig wird, damit gegen das katholische Kirchenrecht und gegen die gemeinsame Position der Bischöfe verstößt“, heißt es in der Verlautbarung wörtlich. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 09.06.2013: Sondersendung: Der Eucharistische Kongress in Köln

Montag Abend, 10.06.2013: Weltkirchen-Magazin

Dienstag Abend, 11.06.2013: Radioakademie (Teil 2)

Mittwoch Abend, 12.06.2013: Die Woche in Rom

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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