RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 10.6.2013

Tagesmeldungen vom 10.6.2013

- Vatikan: Neue Medien für Frieden in Nahost -
- Korea: Christen als moralisches Gewissen -
- Türkei: Protest gegen Armenier-Äußerung -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Jordanien/Vatikan: Neue Medien für den Frieden
Der Vatikan will die Verbreitung neuer Kommunikationsmittel im Nahen Osten fördern. Dazu sollen Bischöfe, Priester und Laien entsprechend ausgebildet werden. Der Päpstliche Medienrat organisiert deshalb vor Ort Kurse und Seminare, um den Gebrauch von Internet und allgemein sozialen Kommunikationsmitteln zu fördern. Gerade für die Christen in der Region seien die neuen Kommunikationsmittel eine Chance, betont der Präsident des Päpstlichen Medienrates, Erzbischof Claudio Celli, im Gespräch mit Radio Vatikan: „Die Christen im Nahen Osten haben Angst. Das ist eine Tatsache. Doch wir dürfen nicht vergessen, dass Kommunikation ein Werkzeug für den Frieden sein kann. Ich denke deshalb, dass christliche Medien im Nahen Osten sehr viel für die Förderung des Friedens leisten könnten.“ Celli besucht in dieser Woche Jordanien, wo vor einer Woche eine strikte Internetzensur eingeführt wurde. (rv)
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Korea: Christen als moralisches Gewissen
Nach langer Funkstille gibt es zwischen Nord- und Südkorea wieder Gesprächsbereitschaft: Am kommenden Mittwoch und Donnerstag wollen sich beide Länder in Seoul zu Verhandlungen auf Regierungsebene treffen, um wirtschaftliche und humanitäre Fragen zu klären, gab das südkoreanische Vereinigungsministerium am Montag bekannt. Beide Parteien hatten sich im Grenzort Panmunjon nach einem 17-stündigen Verhandlungsmarathon an diesem Wochenende zu den Spitzengesprächen durchgerungen. Die christlichen Religionen könnten vor allem beim Thema atomare Abrüstung eine wichtige Rolle spielen, betonte gegenüber Radio Vatikan der Koreanische Botschafter am Heiligen Stuhl, Thomas Hong-Soon Han: „Ohne die Bereitschaft zur nuklearen Abrüstung in Nordkorea können die Friedensverhandlungen auf der koreanischen Halbinsel nicht weitergehen.“ (rv/adnkronos/reuters)
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Hier ein Interview zur Lage der Christen in Nordkorea

Papstpredigt: „Das ist das Gesetz der Freien“
Was ist wahre Freiheit? Ganz sicher nicht das, was „der Geist der Welt“ unter Freiheit versteht. Das hat der Papst an diesem Montag bei seiner Morgenmesse in der Kapelle Santa Marta betont. Ausgehend vom zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther ging Franziskus zunächst auf den Begriff des Trostes ein: „Denn das ist unsere Rettung: im Trost des Heiligen Geistes leben und nicht so leben, als ob der Geist der Welt uns tröstet.“ Für wahren Trost, für wahre Freiheit, brauche es Bekehrung, so der Papst weiter. Grundlegend gehe es darum, das Herz gegenüber Gott zu öffnen: „Das ist das Gesetz der Freien, die eben jene Freiheit des Heiligen Geistes aufnehmen“, so Franziskus. (rv)
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Papst und Anglikanerprimas werden auch über Finanzmärkte sprechen
Um ethische Fragen rund um die Rolle der Finanzmärkte dürfte es unter anderem bei Papst Franziskus‘ Treffen mit dem anglikanischen Primas Justin Welby am kommenden Freitag gehen. „Anglikaner und Katholiken müssen zusammenarbeiten, um der Gesellschaft klare moralische Richtlinien aufzuzeigen“, heißt es dazu in einer vatikanischen Erklärung vom Montag. Die Begegnung biete auch eine erste Gelegenheit für Franziskus und Welby, den Stand der Beziehungen zwischen beiden Kirchen zu erörtern. Welby war vor drei Monaten nahezu zeitgleich mit dem neuen Papst ins Amt gekommen. Beim Thema globale Gerechtigkeit kann der neue Erzbischof von Canterbury auf seine Erfahrungen als früherer Manager eines Ölunternehmens aufbauen. Über das kommende Treffen sprach Radio Vatikan mit Mark Langham, der im Päpstlichen Einheitsrat für die Kontakte zu den Anglikanern zuständig ist. (rv/kna)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Deutschland: „In Köln wurde der Zweifel kleiner“
Weil heute unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein kritisches Unverständnis an Glaubensfragen häufig besonders groß ist, hatte die Jugendseelsorge des Kölner Erzbistums für den Eucharistischen Kongress ein eigenes Jugend-Programm auf die Beine gestellt. „Das fällt mir schwer zu glauben“ war der Titel einer Podiumsdiskussion am Samstag, wo Zweifel und kritische Anfragen von jungen Menschen ihren Platz hatten. Solche Initiativen seien angekommen, berichten Bischof Felix Genn von Münster und Kardinal Rainer Maria Woelki von Berlin rückblickend auf das Kölner Glaubensfest. Am Abschlussgottesdienst zum Eucharistischen Kongress nahmen am Sonntag allein 20.000 begeisterte Besucher teil, die Resonanz war insgesamt größer als im Vorfeld angenommen. (rv/domradio/pm)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/UNO
Der Zugang zu Medizin muss weltweit besonders für Arme und Benachteiligte verbessert werden. Darauf hat der Vatikanbeobachter bei der UNO in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, aufmerksam gemacht. Beim 23. Ordentlichen Treffen des UNO-Menschenrechtsrates ging es um das Thema „Medizinzugang“. Jeder Mensch müsse das Recht haben, medizinische Mittel zu haben, die er für seine Gesundheit brauche. Dies sei besonders für jene Regionen und Menschengruppen zu garantieren, die von Armut geprägt seien, so Tomasi. Die katholische Kirche unterstütze dies. In seinem Beitrag zu dem Thema wies Tomasi auch darauf hin, dass Medikamente niemals das Leben gefährden dürften und den Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod garantieren müssten. (rv/pm)

Europa

Deutschland
Junge Familien sollten mehr staatliche Unterstützung erhalten. Das fordert Caritas-Präsident Peter Neher. Durch ein frühzeitiges Hilfesystem für Schwangere und Eltern mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr sei bereits eine wichtige Voraussetzung für eine gute Entwicklung von Kindern geschaffen worden, so Neher. Doch es sei ein „Mehr“ an öffentlich getragener Mitverantwortung nötig, so der Caritas-Chef bei einer Anhörung im Bundestag am Montag in Berlin. Anlass für die Erörterung war der 14. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung. Der Bericht zeige, dass in den vergangenen Jahren die Vernetzung zwischen Eltern und öffentlichen Institutionen wie Kindertagesstätten oder Ganztagsschulen gestärkt werden konnte, so die Caritas in einer Medienmitteilung von diesem Montag. (pm)
Katholische Jugendgruppen aus ganz Deutschland beteiligen sich ab Donnerstag verstärkt an der Hilfe für die Flutopfer. Sie engagieren sich in Notunterkünften und bei der Beseitigung von Hochwasserschäden, wie das Bistum Magdeburg am Montag ankündigte. Ein Anlass ist die 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die am Donnerstag startet. Daran wirken bundesweit 175.000 Kinder und Jugendliche in Sozialprojekten mit. Für die kurzfristig ins Programm genommenen Hochwassereinsätze sicherte das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken zusätzliche Hilfe zu. (pm/kna)
Walter Jens, einer der großen christlichen Intellektuellen der Nachkriegszeit, ist am Sonntag im Alter von 90 Jahren gestorben. 1949 habilitierte sich der gebürtige Hamburger nach Studien der Germanistik und Klassische Philologie in Tübingen, dessen Universität er nicht mehr verließ - bis 1988 besetzte er den bundesweit ersten Lehrstuhl für Allgemeine Rhetorik. Seit 1950 gehörte der Schriftsteller der „Gruppe 47“ an und machte als erster die zeitgenössische deutsche Literatur zum Gegenstand akademischer Betrachtung. Jens war von 1976 bis 1982 Präsident des bundesdeutschen PEN-Zentrums und führte in seiner Amtszeit als Präsident der Akademie der Künste zu Berlin west- und ostdeutsche Intellektuelle zusammen. In seinem letzten Roman „Der Fall Judas“ thematisierte Jens 1975 einen fiktiven Seligsprechungsprozess für Judas Ischariot, ohne den der Heilsplan Gottes unerfüllt geblieben wäre. Jens übersetzte auch Teile des Neuen Testaments, darunter die vier Evangelien und den Römerbrief des Paulus. (kna)

Tschechien
Dank der Hochwasserhilfe konnten viele Kirchen gerettet werden. Dies gab der Prager Erzbischof Kardinal Dominik Duka jetzt bekannt. Er dankte Ministerpräsident Petr Necas und mehreren Ministern in einem Schreiben für die rasche und praktische Hilfe, die während der Überschwemmungen in der Tschechischen Republik geleistet worden sei. Auch viele wichtige Kulturschätze seien dadurch gerettet worden, so Duka. Es gehe weiter Angst um, allerdings sinke der Wasserpegel der Moldau in Prag wie auch in den stromabwärts gelegenen Ufergemeinden von Moldau und Elbe inzwischen wieder. Ab Montagabend soll auch die Karlsbrücke wieder für Fußgänger geöffnet sein. (kap)

Türkei
Die Türkei hat gegen eine Äußerung von Papst Franziskus über die Vertreibung der Armenier während des Ersten Weltkriegs offiziell Protest eingelegt. Die türkische Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom bestätigte am Montag, dass der Nuntius des Heiligen Stuhls vom Außenministerium in Ankara einbestellt worden sei. Franziskus hatte die Gräueltaten an den Armeniern während einer Zusammenkunft mit dem armenisch-katholischen Patriarchen Nerses Bedros XIX. Tarmouni im Vatikan als „ersten Genozid des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Die Begegnung fand am 3. Juni statt. Die Äußerung war durch Aufnahmen des vatikanischen Fernsehzentrums bekanntgeworden. Auf einer im Internet veröffentlichten Erklärung verurteilte das türkische Außenministerium die päpstliche Aussage am Wochenende als „inakzeptabel“. Von vatikanischer Seite lag hierzu bis Montagmittag keine Stellungnahme vor. (kna)

Asien

Indien
Die bereit gestellten Schadenersatzzahlungen für die Opfer von Orissa sind nicht angemessen. Dies geht aus einem neuen Bericht hervor, den das „Centre for Sustainabel Use of Social und Natural Resources“ (CSNR) und das „Housing and Land Rights Network (HLRN) im Auftrag der katholischen Kirche in Orissa und des Roten Kreuzes erstellten. Viele Christen waren von der Gewalt im Jahr 2008 betroffen. Der Bericht dokumentiert Schätzungen zu den tatsächlich von den antichristlichen Übergriffen in Kandhamal verursachten Schäden. Bei den gewaltsamen Übergriffen wurden über 400 christliche Dörfer angegriffen; über 5.600 Wohnungen und 296 Kirchen wurden in Brand gesteckt, über 100 Menschen starben, von denen jedoch die Regierung nur 56 anerkennt. (fides)

Amerika

Brasilien
Bewaffnete Banden haben am Wochenende eine der Zufahrtsstraßen zum Austragungsort der Abschlussmesse des Weltjugendtags in Rio de Janeiro überfallen. Mindestens sieben mit Gewehren bewaffnete Männer hätten die Straße blockiert und anschließend zwei Autos und zwei Motorräder gestohlen, berichtete die Zeitung „Estado de Sao Paulo“ am Montag. In den letzten Wochen waren die Behörden verstärkt gegen illegale Milizen und Drogenbanden vorgegangen, die einzelne Stadtteile dieser Region im Westen der Stadt beherrschen. Rios Polizei will vor dem Weltjugendtag vier Armenviertel in der Umgebung des Papstfeldes „Campus Fidei“ im Stadtteil Guaratiba vorsorglich besetzen. Zudem soll ein massives Aufgebot an Polizei und Soldaten das 3,5 Millionen Quadratmeter große Feld schützen, auf dem Papst Franziskus am 27. Juli ein Abendgebet sprechen sowie am 28. Juli die Abschlussmesse des Weltjugendtags feiern wird. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 10.06.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Erzbischof Schick zur Lage in Syrien / Süd- und Nordkorea treffen sich zu Verhandlungen / Eucharistischer Kongress: „So etwas sollten wir wieder machen“

Dienstag Abend, 11.06.2013: Radioakademie (Teil 2)
Schutz im Schatten der Mauer: Der Campo Santo Teutonico im Vatikan während des Krieges

Mittwoch Abend, 12.06.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Der Papst und die Zehn Gebote / Papst telefoniert mit Fußwallfahrern nach Loreto / Generalaudienz des Papstes

Donnerstag Abend, 13.06.2013: Kreuz des Südens

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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