RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 13.6.2013

Tagesmeldungen vom 13.6.2013

- Franziskus wird Glaubensenzyklika fertigstellen -
- Papstpredigt: Milde statt Verleumdung -
- EU: Asylgesetzpaket in Diskussion -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papstpredigt: Milde statt Verleumdung
Der Herr möge uns die Gnade geben, dass wir auf die Kommentare achten, die wir über andere machen: Das hat Papst Franziskus an diesem Donnerstag bei seiner Messe in der Casa Santa Marta betont. Anstelle von Verleumdung solle Milde treten. Franziskus predigte dieses Mal auf Spanisch, denn er feierte den Gottesdienst mit Mitarbeitern der argentinischen Botschaft und des argentinischen Konsulats in Italien. Seit dem 26. Februar habe er keine Messe mehr auf Spanisch gefeiert, gestand Franziskus, der sich nun über diese Möglichkeit freute: „das hat mir gut getan“. Zugleich dankte der Papst den Anwesenden für alles, was sie für seine Heimat täten. (rv)
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Franziskus: „Keine Angst, bei Neuevangelisierung aus sich heraus zu gehen“
Die Neuevangelisierung sollte aus der Inspiration des Heiligen Geistes schöpfen. Daran hat der Papst an diesem Donnerstag gegenüber Vertretern der Bischofssynode erinnert, die in diesen Tagen in Rom zu ihrer 13. Generalversammlung zusammenkommen. Es geht bei der Sitzung um das Thema der vergangenen Synode vom Oktober 2012: „Die neue Evangelisierung zur Weitergabe des Glaubens“. Weiter lobte Franziskus die Einrichtung der Bischofssynode mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil; sie habe in den vergangenen 50 Jahren reiche Frucht getragen. Er hoffe, die Bischofssynode möge „den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den Bischöfen sowie zwischen ihnen und dem Bischof von Rom“ „noch mehr fördern“. (rv)
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EU/Italien: „Gesetzespaket zum Asylverfahren geht an Realität der Bootsflüchtlinge vorbei“
Die EU-Bischofskommission COMECE begrüßt das neue Gesetzespaket zum EU-Asylsystem. Die am Mittwoch vom EU-Parlament in Straßburg verabschiedete Neuregelung könne zu einem nützlichen Instrument werden, um jene zu schützen, die gemeinsam mit ihren Familien in Drittstaaten verfolgt würden, sagte COMECE-Sprecherin Johanna Touzel in Brüssel. Der Italienische Flüchtlingsdienst (CIR) zeigte sich dagegen über das Paket „insgesamt eher enttäuscht“. Für CIR-Direktor Christopher Hein geht die Neuregelung, die von den EU-Staaten innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht überführt werden sollen, an der Realität der Mittelmeerflüchtlinge vorbei. (rv/kna/cir)
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Militärpfarrer in Syrien: „Artillerie statt Orgelmusik“
Der syrische Bürgerkrieg weitet sich zunehmend auch Richtung Israel aus. Dabei ist inzwischen auch die von UNO-Truppen bewaffnete Pufferzone bei den Golanhöhen von den Auseinandersetzungen betroffen. Nachdem zwei Soldaten der UNO-Mission verletzt worden waren, hatte Österreich in der vergangenen Woche den Abzug seiner Blauhelmsoldaten vom Golan angekündigt. Über die unübersichtliche Lage und das tägliche Leben im Ausnahmezustand berichtete jetzt der letzte österreichische Militärseelsorger, Pater Raphael Kaspar, im Gespräch mit Kathpress. (kap/n24)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Venezuela: „Maduro sucht die Unterstützung der Kirche“
Der neue venezolanische Präsident Nicolás Maduro sucht angesichts der gespannten Lage in seinem Land die Unterstützung der katholischen Kirche. Das sagt der Venezuela-Länderreferent des Lateinamerikahilfswerkes Adveniat, Reiner Wilhelm, im Interview mit Radio Vatikan. Maduro trifft am kommenden Montag mit Papst Franziskus im Vatikan zusammen.

„Nicolás Maduro steht intern unheimlich unter Druck. Einerseits wirft ihm die Opposition nach wie vor Wahlbetrug vor. Andererseits ist auch in den eigenen Reihen der interne Machtkampf noch nicht zu Ende. Insofern muss er auch Alliierte suchen, und die versucht er bei der Kirche zu finden.“ (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus wird die von Benedikt XVI. begonnene Enzyklika zum Glauben zu Ende schreiben. Das gab der Papst an diesem Donnerstag auf Anfrage vor Vertretern der Bischofssynode bekannt. Weiter ging der Papst auf die Postsynodale Exhortation zum Thema Neuevangelisierung ein, die er nach der Synode zum Thema vom vergangenen Oktober ausarbeiten wird. Er werde dafür neben den Ergebnissen der Synode auch die Neuevangelisierung „in einem breiteren Rahmen“ berücksichtigen, so der Papst – und zwar aus der Perspektive der „Evangelisierung allgemein“. (rv)
An diesem Donnerstag hat Papst Franziskus die Premierministerin von Slowenien, Alenka Bratušek, empfangen. In der Unterredung betonten Bratušek und Franziskus die guten Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der slowenischen Republik. Beide wollen den konstruktiven Dialog weiterführen, besonders wenn es um Fragen der Religionsfreiheit geht. Außerdem sprachen sie über die Herausforderungen, mit denen sich Slowenien angesichts der derzeitigen Wirtschaftskrise konfrontiert sieht. Im Anschluss traf Bratušek auch mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone zusammen. (rv)

Europa

Europäische Union
Die EU-Bischofskommission (COMECE) veranstaltet eine „Woche der Hoffnung“ im Brüsseler Europaviertel. Mit Diskussionsrunden und Vorträgen will das Festival vom 24. bis 26. Juni ein Schlaglicht auf kirchliche Vorbilder werfen, die sich mit Themen befasst haben, die noch heute in Europa aktuell seien. Dazu zähle der Franziskaner Bernhardin von Siena (1380-1444). Er beschäftigte sich bereits im 15. Jahrhundert mit der Bedeutung ethischer Grundsätze für wirtschaftliches und geschäftliches Handeln. Als Beispiel für eine politisch engagierte Frau erinnert die COMECE an Hildegard Burjan (1883-1933), die 2012 seliggesprochene Gründerin der Schwesterngemeinschaft „Caritas Socialis“. Das Festival erinnert zugleich an das Schreiben „Ecclesia in Europa“, das Johannes Paul II. vor zehn Jahren - am 28. Juni 2003 - im Anschluss an zwei Europa-Synoden veröffentlichte. (kna)
Die EU-Bischofskommission (COMECE) begrüßt das neue gemeinsame EU-Asylsystem. In diesem Zusammenhang sagte COMECE-Sprecherin Johanna Touzel am Freitagabend der KNA in Brüssel, es sei wichtig, dass die Betroffenen „vom ersten Moment an unterstützt werden, in dem sie um internationale Hilfe nachsuchen“. „Unangemessene administrative Hindernisse dürfen nicht dazu führen, dass eine faire Entscheidung in überschaubarer Zeit verhindert wird“, so die Sprecherin der Bischöfe. Zudem müsse es auch zwischen den EU-Mitgliedstaaten Solidarität mit jenen Ländern geben, die bereits durch einen starken Flüchtlingsandrang belastet seien. Die Asylpraxis müsse speziell den besonders gefährdeten Flüchtlingsgruppen Aufmerksamkeit schenken; dazu zählten schwangere Frauen, ältere Menschen und Minderjährige. (kna)

Deutschland
Erstmals erhält eine muslimische Gemeinschaft in Deutschland den Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das hessische Kultusministerium erteilte der in Frankfurt ansässigen Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) den entsprechenden Rechtstitel, wie das Ministerium in Wiesbaden am Donnerstag auf Anfrage bestätigte. „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ steht damit rechtlich auf einer Ebene mit den großen Kirchen. Die GAMJ erklärte am Donnerstag vor Journalisten in Frankfurt, die Vereinbarkeit des muslimischen Glaubens mit dem Rechtsstaat sei für sie gelebte Realität. Die Ahmadiyya-Gemeinschaft versteht sich als eine weltweite islamische Reformbewegung; in der Bundesrepublik zählt sie nach eigener Darstellung über 35.000 Mitglieder. (kna)

Schweiz
Der Basler Bischof Felix Gmür hat sich auf die Seite der philippinischen Einwohner der Inselregion Tampakan gestellt. Grund für seine deutliche Positionierung ist das Vorhaben des Unternehmens „Sagittarius Mines Inc.“ (SMI), das innerhalb von 17 Jahren den gewaltigen Bodenschatz an Gold und Kupfer abbauen will. Weil das Unternehmen eine Tochterfirma des Rohstoffkonzerns „Glencore-Xstra“ mit Sitz im schweizerischen Zug ist, sagte Gmür am Mittwoch: „Auch Firmen mit Sitz in unserer Diözese tragen Verantwortung für die Einhaltung der Rechte jener Menschen, die weit weg von uns von den Tätigkeiten dieser Firmen oder deren Tochterfirmen betroffen sind.“ Für das Großprojekt sollen rund 5.000 Menschen umgesiedelt werden, besonders betroffen sind die lokalen indigenen Gemeinschaften. (kipa)

Afrika

Mali
Islamisten, Tuareg-Rebellen und regierungsfreundliche Milizen haben bei bewaffneten Konflikten im Norden des Landes Kinder als Soldaten missbraucht. Das geht aus einem Jahresbericht der Vereinten Nationen hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde; er bezieht sich auf 2012. In dem Papier ist von einer „massiven Rekrutierung“ und der Ausbeutung hunderter Kinder in Mali die Rede. Vor allem auf Jungen zwischen zwölf und 15 Jahren hätten es die bewaffneten Gruppen abgesehen, auch über sexuellen Missbrauch wird berichtet. (afp)

Naher Osten

Israel
In Tel Aviv ist es erneut zu Schändungen von christlichen Stätten gekommen. Auf einem christlichen Friedhof im jüdisch-arabischen Stadtteil Jaffa hat die Polizei am Dienstag den aufgesprühten Schriftzug „Pice Tag“ (Preisschild) gefunden. Der Ausdruck sei gebräuchlich für Protestaktionen jüdischer Extremisten, die ihr Land als besetzt betrachten. Das Graffiti ist das Zweite, mit dem christliche Stätten innerhalb der letzten zwei Wochen besprüht worden ist. Zuletzt war die Dormitio-Kirche auf dem Jerusalemer Zionsberg von extremistischen Beschmierungen betroffen. (ap)

Asien

Malaysia
Ein Verband der Religionsgemeinschaften in Malaysia fordert die Regierung auf, Zwangskonvertierungen von Kindern zum Islam zu verhindern. Die 2009 angekündigte Abschaffung der automatischen Konversion von Kindern nach dem Übertritt eines Elternteils zum Islam sei bis heute nicht umgesetzt, beklagte der Malaysische Konsultativrat von Buddhisten, Christen, Hindus, Sikhs und Taoisten am Donnerstag in einer Erklärung in Kuala Lumpur. Darin fragt der Verband, ob die damalige Ankündigung nur dazu dagewesen sei, „angesichts der zahlreichen Fälle solcher himmelschreiender Ungerechtigkeiten die nicht-muslimischen Malaysier einzulullen“. Jüngster Fall, so der Verband, sei die Konvertierung von zwei minderjährigen Kindern durch ihren Vater ohne Einwilligung der hinduistischen Mutter. (kna)

Pakistan
Das „Marie Adelaide Leprosy Centre“ (MALC) der Deutschen Ärztin und Ordensschwester Ruth Pfau war in den vergangenen Tagen wiederholt das Ziel von gewalttätigen Angriffen. Am Sonntag wurde ein Mitarbeiter des Lepra-Heims nördlich der pakistanischen Hauptstadt Karachi schwer verletzt. „Erst einige Tage vorher wurden in der nur 500 Meter vom Heim entfernten Schule zwei Mitarbeiter von uns erschossen“, berichtet Geschäftsführer Mervyn Lobo. Während er beim ersten Angriff noch vermutet habe, es handele sich um eine private Angelegenheit, spricht Lobo nun von „gezielten Anschlägen gegen uns und unsere Patienten“. (diverse)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 13.06.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Jorge Matussek, ein deutscher Missionar in Argentinien erzählt von seiner Arbeit / Neue Runde der Friedensverhandlungen in Kolumbien

Freitag Abend, 14.06.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, zum Besuch im Vatikan / 72 Stunden: Eine Aktion des BDKJ / Pax Christi begrüßt UN-Waffenhandelsabkommen

Samstag Abend, 15.06.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 16.06.2013: Reden über Gott und Welt
Wie ein Gesellschaftssystem Egoismus produziert. Ein Gespräch mit FAZ-Herausgeber und Buchautor Frank Schirrmacher

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
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· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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