RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 14.6.2013

Tagesmeldungen vom 14.6.2013

- Franziskus trifft zum ersten Mal Justin Welby -
- Papst würdigt 72-Stunden-Aktion des BDKJ -
- „Keine Patente auf menschliche Gen-Sequenzen“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Erste Begegnung zwischen Papst und Anglikanerprimas
„Sie sind kein Gast und kein Fremder, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.“ Mit diesen Worten empfing Papst Franziskus den anglikanischen Primas Justin Welby an diesem Freitag im Vatikan. Die Geschichte der Beziehungen beider Kirchen sei „lang“, „komplex“ und „nicht frei von schmerzlichen Momenten“, so der Papst. In den letzten Jahrzehnten habe es aber eine Annäherung gegeben. Franziskus gab hier seiner Hoffnung Ausdruck, dass Katholiken und Anglikaner noch stärker ein gemeinsames Zeugnis in der Gesellschaft ablegen – etwa bei Fragen des Lebensschutzes, der Familie und im Einsatz für die soziale Gerechtigkeit. Auch der anglikanische Primas hob den Willen zur ökumenischen Zusammenarbeit hervor. Zwar dürften die Unterschiede zwischen Anglikanern und Katholiken nicht übersehen werden, so Welby: „Aber unser Ziel ist groß genug, um die Anstrengungen auf dieser Reise zu rechtfertigen.“ (rv)
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Papstpredigt: Für eine „Demut mit Vor- und Familiennamen“
Wer die Gnade Christi zum Geschenk haben will, braucht sich nur ehrlich als Sünder zu bekennen. Das sagte Papst Franziskus an diesem Freitag bei seiner Frühmesse im Vatikan. An der Messe nahmen unter anderem Mitarbeiter der Kleruskongregation teil, angeführt vom Präfekten Kardinal Mauro Piacenza. Franziskus ging von der Lesung aus dem Zweiten Korintherbrief aus, in dem der Apostel Paulus betont, „dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt“. Der Schlüssel zum Aufnehmen der Gnade Jesu sei die Demut, so der Papst. (rv)
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Deutschland: Papstsegen für die 72-Stunden-Aktion
Franziskus hat die 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in einem Grußwort gewürdigt. Die Aktion sei „eine Schule“, in der man in „jedem Mitmenschen einen Bruder oder eine Schwester unseres Herrn Jesus Christus“ sehen könne. Er wünsche allen Teilnehmern „nicht nur großen Erfolg“, sondern auch „reiche Früchte“ der Aktion „auf geistlicher und menschlicher Ebene“. Die Aktionsgruppen in Deutschland erhielten die Würdigung aus dem Vatikan pünktlich zum Aktionsstart am Donnerstag. Rund 175.000 Kinder und Jugendliche wollen mit der 72-Stunden-Aktion bis Sonntag „die Welt ein Stück besser machen“. (pm/rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Argentinien: „Die Kirche ist hier ärmer – und voller“
„Viele Leute umarmten einander und haben geweint – ich auch –, als Bergoglio zum Papst gewählt wurde. Wir in Argentinien fühlen uns dadurch aufgewertet.“ Das sagt Pater Georg Matussek zur Wahl von Papst Franziskus. Matussek ist Steyler-Missionar; der gebürtige Schlesier arbeitet seit über fünfzig Jahren in Argentinien, derzeit in der Kleinstadt Colonia Aurora im nordöstlichen Bundesstaat Misiones. „Als Jorge Mario Bergoglio Erzbischof von Buenos Aires war, habe ich seine Predigten immer in den Zeitungen mitverfolgt und in meinen Predigten daraus zitiert. Er hat immer die Ungerechtigkeit und Korruption der Herrschenden angeprangert.“ Der neue Papst kenne Lateinamerika genau, und seine Äußerungen würden auf dem Kontinent sehr beachtet. Er hoffe, so Matussek im Gespräch mit dem Päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“, dass das auf längere Sicht zu mehr sozialer Gerechtigkeit in Lateinamerika führen werde, durchaus analog zum Einfluss, den Johannes Paul II. einst im kommunistischen Ostblock hatte. (rv/kirche in not)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat an diesem Freitag die Macher der einflussreichen Jesuitenzeitschrift „Civiltà Cattolica“ empfangen. Er ermunterte sie, „hart gegen Heuchelei“ anzuschreiben. Allerdings sei es ihre Hauptaufgabe, „Brücken und nicht Mauern zu bauen“: Es gehe um einen „Dialog unter allen Menschen, auch mit denen, die keine Christen sind“ und auch „mit denen, die sich der Kirche widersetzen und sie auf verschiedene Weise verfolgen“. Papst Franziskus ist selbst Jesuit. Die Leitartikel der „Civiltà Cattolica“ werden von jeher im päpstlichen Staatssekretariat gegengelesen. (rv)
Die Vatikanbank IOR setzt ihre Medienoffensive fort.
Der Generaldirektor des IOR, Paolo Cipriani, äußerte sich an diesem Freitag in der Tageszeitung „Il Giornale“. Dabei betonte er, die Kirche brauche „finanzielle Unabhängigkeit“ und damit auch „eine entsprechende Institution“, sonst wäre sie „nicht wirklich frei“. Er gehe davon aus, dass der Papst die Vatikanbank schätze und den Personen vertraue, die „die Standards an die Anforderungen der verschiedenen internationalen Einrichtungen anpassen“ sollten. Auf eine mögliche Reform des IOR angesprochen erklärte Cipriani, das Institut führe „schon seit einiger Zeit große Veränderungen im Vergleich zu früher“ durch. Dabei werde seine Arbeit „an neue Normen angepasst, die es früher noch gar nicht gab“. Das IOR „ist und muss immer auf einer Linie mit den internationalen Direktiven sein“. (il giornale)
Die spanischsprachigen Pontifex-Follower beim
Kurznachrichtendienst Twitter
haben die englischen Nutzer überholt: Am Donnerstag überschritten die Abonnenten des Accounts @Pontifex_es die Marke von 2,59 Millionen. Die des englischen Accounts lagen am Nachmittag bereits um 2.000 Nutzer zurück. Insgesamt folgen dem Papst auf Twitter über 6,9 Millionen User. Er rangiert damit unter den Top 100 der meistgefolgten Twitterer – kurz hinter dem Dalai Lama, der 7,3 Millionen Follower hat. (kna)

Vatikan/Großbritannien
Der Dialogverantwortliche des Vatikan macht sich
in diesen Tagen vor Ort ein Bild
von der Vielfalt der Religionen und Kulturen in Großbritannien. Am Donnerstag hat Kardinal Jean-Louis Tauran unter anderem Europas wichtigsten Hindutempel „Baps Shri Swaminarayan Mandir“ in der Nähe von London besucht. Dabei stellte er fest, dass Hindus und Christen „einen Schatz an gemeinsamen Werten haben“, unter denen „das Mitgefühl“ vielleicht der wichtigste sei. Tauran leitet den Päpstlichen Dialograt. London wurde unlängst durch die Hinrichtung eines Soldaten durch islamische Extremisten auf offener Straße erschüttert. (rv)

Vatikan/Vietnam
Der Vatikan will seine Beziehungen zu Vietnam „noch weiter
ausbauen“.
Das erklärt ein Statement nach einem zweitägigen Arbeitstreffen zwischen Vertretern des Heiligen Stuhls und der vietnamesischen Regierung in Rom. Vor allem wünscht sich der Vatikan „so bald wie möglich einen ständig im Land residierenden Päpstlichen Repräsentanten“, was „im Interesse aller Beteiligten“ sei. Seit wenigen Jahren nimmt ein italienischer Erzbischof die Aufgabe eines nicht-residierenden Päpstlichen Repräsentanten wahr, er hat mehrere Reisen nach Vietnam unternommen. Zu einem fünften Treffen wollen sich beide Seiten das nächste Mal in Hanoi treffen, ein Datum dafür wurde noch nicht vereinbart. (rv)

Vatikan/Saudi-Arabien
Der Präfekt der vatikanischen Missionskongregation, Kardinal
Fernando Filoni,
hat eine neue Kirche am Stadtrand von Dubai geweiht. In seiner Predigt nannte er die Antoniuskirche in Ras Al Khaimah „ein Abbild des göttlichen Tempels“ und überbrachte den Gläubigen Grüße von Papst Franziskus. Die neue Kirche ist die achte überhaupt in den arabischen Golf-Emiraten. Fast alle Katholiken am Golf sind Gastarbeiter, etwa von den Philippinen. (fides)

Vatikan/Venezuela
Kardinal Robert Sarah ist in Venezuela.
In der Hauptstadt Caracas nimmt der Leiter des Päpstlichen Hilfswerks Cor Unum an einer Regionalkonferenz lateinamerikanischer Caritas-Verbände teil. Themen der Konferenz sind unter anderem „gleiche Chancen und Rechte für Mann und Frau“ sowie ein Programm namens „Hunger Null“. (rv)

Europa

Deutschland/Vatikan
Papst Franziskus hat Ansgar Puff zum Weihbischof von Köln
ernannt.
Das wurde am Freitag in Rom und Köln zeitgleich bekannt gegeben. Puff ist seit 2012 Direktor der Hauptabteilung Seelsorge-Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat und war zuvor Pfarrer in Düsseldorf. Die Bischofsweihe soll am Samstag, 21. September, erteilt werden. Als Weihbischof wird Puff für den Pastoralbezirk Süd zuständig sein, der durch den Wechsel von Bischof Heiner Koch vakant geworden ist. Der Pastoralbezirk Süd umfasst die Stadt Bonn, die Kreise Euskirchen und Altenkirchen sowie Rhein-Sieg- und den Rheinisch-Bergischen Kreis mit insgesamt gut 600.000 Katholiken. (pm)

Frankreich
Die Mobilisierung in der französischen Gesellschaft
gegen die gleichgeschlechtliche Ehe hat sich trotz allem gelohnt. So urteilt der Ständige Rat der Französischen Bischofskonferenz. Bei seiner Tagung in Paris wies er darauf hin, dass die Proteste in der Regel friedlich verliefen und vor allem von jungen Leuten geprägt worden seien. Die „Wachsamkeit“, die sich bei den Demonstrationen gezeigt habe, gelte es jetzt für ähnliche Themenfelder zu nutzen, die mit dem „Respekt vor der menschlichen Person“ zu tun hätten. Trotz der Proteste hat die sozialistische Regierung unter Präsident Francois Hollande die gleichgeschlechtliche Ehe in Frankreich legalisiert. (apic)

Polen
Am 23. Juni soll der wichtigste kirchliche Neubau in dem Land
seit Jahrzehnten geweiht werden: Das Johannes-Paul-II.-Heiligtum vor den Toren Krakaus. Insgesamt 50 Millionen Euro wurden investiert, um den ehemaligen Erzbischof von Krakau (1964-1978) mit einer achteckigen Hauptkirche auf einer insgesamt 13.000 Quadratmeter großen Anlage zu ehren. Neben der Hauptkirche besteht die Gedenkstätte mit dem Beinamen „Habt keine Angst!“ aus einem nach Johannes Paul II. benannten Institut und einem Freiwilligenzentrum. An einem Konferenzzentrum mit Pilgerzentrum und Hotel wird derzeit noch gebaut. (kna)

Amerika

Vereinigte Staaten
Menschliche Gensequenzen sind nicht patentierbar.
Das hat der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten in Washington an diesem Donnerstag beschlossen. Ein natürlich auftretendes Segment des Erbgutes DNA sei ein Produkt der Natur, daher könnten darauf keine Patente erhoben werden, heißt es in der Entscheidung des Gerichtshofs. Patentierbar sind gemäß dem Urteil lediglich synthetisch hergestellte Gensequenzen. Ein gesetzlich geregelter Beschluss wurde notwendig, weil das Unternehmen „Myriad Genetics“ Gensequenzen identifiziert hatte, die als Risikoindikator für Brust- und Eierstockkrebs dienen und darauf das Patentrecht erhob. Gegen die Patente hatten Krebspatienten, Mediziner und Genforscher geklagt. (faz)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 14.06.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, zum Besuch im Vatikan / 72 Stunden: Eine Aktion des BDKJSamstag Abend, 15.06.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
EU-Asylkompromiss: Für und WiderSonntag Abend, 16.06.2013: Reden über Gott und Welt
Wie ein Gesellschaftssystem Egoismus produziert. Ein Gespräch mit FAZ Herausgeber und Buchautor Frank Schirrmacher

Montag Abend, 17.06.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Venezuela: „Maduro sucht die Unterstützung der Kirche“

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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Im Internet:

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