RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 18.6.2013

Tagesmeldungen vom 18.6.2013

- Papst: Feindesliebe ist ein Gebot Jesu -
- Franziskus: Evangelium ist für alle da -
- Österreich: Reaktionen auf Reformationsdokument -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papstpredigt: Feindesliebe ist Gebot Jesu
Die Feinde zu lieben ist nicht leicht – aber genau das verlangt Jesus von uns. Das sagte Papst Franziskus an diesem Dienstag bei seiner Frühmesse im Vatikan. Wie man jemanden lieben könne, der zum Beispiel „ein Bombardement anordnet, bei dem viele Menschen sterben“? Oder jemanden, „der aus Geldgier dafür sorgt, dass alte Leute keine Medizin bekommen“? Das seien schwierige Fragen. Aber zuerst einmal gelte es, die eigene Blickrichtung zu ändern: „Auch wir werden oft zu Feinden von jemand anderem!“ Wie das konkret gehe mit der Feindesliebe, dazu sage uns Jesus zweierlei: erst einmal auf den Vater sehen, „der es regnen lässt über Gerechte und Ungerechte“. Gott liebe nun einmal alle. Und zweitens fordere Jesus uns dazu auf, „vollkommen zu sein“ wie der Vater und die vollkommene Liebe des Vaters soweit wie möglich nachzuahmen. (rv)
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Papst: „Das Evangelium ist für alle, auch für die Gebildeten“
„Das Evangelium ist für alle, auch für die Gebildeten.“ Das sagte Papst Franziskus am Montagabend im Vatikan. In der Audienzhalle eröffnete er den jährlichen Pastoralkongress seines Bistums Rom und sprach dabei ohne Manuskript über das Thema Verkündigung. Dabei ging er von einer Textstelle des Apostels Paulus aus. Die Taufe sei, mit Worten des heiligen Paulus ausgedrückt, ein Übergang vom „Leben unter dem Gesetz“ zum „Leben unter der Gnade“: „eine Revolution“. „Es gibt so viele Revolutionäre im Lauf der Geschichte – aber keiner hatte die Kraft zu dieser Revolution, die uns Jesus gebracht hat.“ Das sei eine Revolution, um den Lauf der Geschichte zu ändern, indem man „das Herz des Menschen von innen her ändert“. Die Revolutionen der Geschichte haben politische, wirtschaftliche Systeme verändert, aber keine von ihnen habe wirklich das Herz des Menschen umgeformt. (rv)
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Kardinal Filoni zufrieden mit Besuch in Emiraten
Kardinal Fernando Filoni ist sehr zufrieden von einer Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate zurückgekehrt. Der Präfekt der vatikanischen Missionskongregation hatte am Golf die dortigen Katholiken besucht, die in der Regel Gastarbeiter aus asiatischen Ländern sind, und auch mit vielen Muslimen gesprochen. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte Filoni:

„In den Emiraten gibt es der Kirche gegenüber viel Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Hier leben hunderttausende von Christen. Sie tragen durch ihre Arbeit zum Leben und zum Wohlstand der Emirate bei, ohne sie würde vieles nicht funktionieren. Darum wissen die Behörden ihre Präsenz zu schätzen. Damit ist gleichzeitig klar, dass man ihnen nicht geistlich-religiöse Bezugspunkte verweigern darf, und darum haben die Behörden mit viel Takt, aber auch Vorsicht den Bau mehrerer religiöser Stätten erlaubt.“ (rv)
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UNSERE LATEINNACHRICHTEN:

Jede Woche frisch: unsere Nachrichten auf Latein. Gero P. Weishaupt übersetzt für Radio Vatikan ausgewählte Meldungen unseres Programms. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Papst wird am Sonntag einen italienischen Sonderzug empfangen, der 250 Kinder zu einem Besuch in den Vatikan bringt. Das hat der Päpstliche Kulturrat an diesem Dienstag angekündigt. Der Sonderzug startet in Mailand, hält in Bologna und Florenz und endet am Vatikan-Bahnhof, wo der Papst ihn willkommen heißen will. Die Kinder, die fast ausnahmslos aus nicht-italienischem Elternhaus stammen, sind zwischen sechs und zehn Jahren alt. Sie haben in den letzten Wochen an Veranstaltungen der Vatikan-Stiftung „Vorhof der Völker“ teilgenommen; auf ihrer Rom-Tour werden sie von 160 Betreuern begleitet. Unterwegs gibt es mehrere Fest- und Spiel-Einlagen. (ansa)

Vatikan/Vereinigte Staaten
US-Präsident Barack Obama hat einen engagierten Katholiken zum neuen Botschafter beim Vatikan ernannt. Der 66-jährige Ken Hackett hat über vierzig Jahre lang für den „Catholic Relief Services“ gearbeitet, den Verband der US-Bischofskonferenz für humanitäre Hilfe. Er folgt auf den kubanisch-stämmigen katholischen Theologen Miguel Diaz, der sich im November 2012 vom damaligen Papst Benedikt verabschiedet hatte. Hackett muss noch sein Beglaubigungsschreiben an Papst Franziskus überreichen. (apic)

Europa

Deutschland/Vatikan
Pfarrer Johannes Wübbe ist neuer Weihbischof im Bistum Osnabrück. Am 1. September wird der 47-Jährige aus Spelle im Emsland im St. Petrus-Dom zu Osnabrück zum Bischof geweiht, wie der Vatikan und das Bistum an diesem Dienstag mitteilten. „In voller Hoffnung glauben“: dieses Zitat aus dem Paulus-Brief wählte Wübbe als Bischofs-Leitspruch. Mit ihm wird erstmals nach knapp 25 Jahren wieder ein Bischof im Osnabrücker Dom geweiht. Die Priesterweihe empfing Wübbe 1993 vom damaligen Osnabrücker Bischof Ludwig Averkamp, nachdem er in Münster und Freiburg studiert hatte. Als Kaplan und Pfarrer war er jahrelang in der Jugendseelsorge tätig, ab 2002 auch Präsens des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). (kna)

Deutschland
Kritisch sieht der Erzbischof von Rangun, Charles Bo, die Fortschritte des Reformprozesses in Burma. Bei einer Podiumsdiskussion des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ im Wallfahrtsort Vierzehnheiligen sagte Bo am Samstag, der demokratische Umschwung im Land sei 2011 nicht so plötzlich gekommen, wie es viele Kommentatoren beschrieben hätten. Die Militärregierung hätte die Reformen vielmehr jahrelang vorbereitet, um den drückenden Sanktionen der USA und ihrer Verbündeten zu entgehen. Das Verhalten der Armee während der jüngsten Auseinandersetzung verschiedener Volksgruppen gebe außerdem Anlass zur Sorge. (pm)

Österreich
Als einen „wichtigen Anstoß im bilateralen Gespräch“ begrüßt der lutherische Bischof Michael Bünker aus Wien das Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“. Der gemeinsame Text von katholischer Kirche und Lutherischem Weltbund zur Reformationsgeschichte und zum bevorstehenden Reformationsgedenken wurde am Montag in Genf vorgestellt. Das Dokument zeige die Fortschritte im lutherisch-katholischen Gespräch, sagte der Bischof, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa (GEKE) ist. Zugleich werde darin auch deutlich, dass die Reformationsfeiern 2017 „nicht wie bisher konfessionalistisch abgrenzend“ gestaltet sein werden. Der Text betone nämlich vor allem das gemeinsame Gedenken. Allerdings kämen andere Reformatoren als Martin Luther „gar nicht oder bloß am Rande“ vor. (kap)
Nicht sehr positiv urteilt der evangelische Wiener Theologe Ulrich Körtner über das neue lutherisch-katholische Dokument. Es stelle eine „weichgespülte Lesart reformatorischer Theologie“ dar und vermittle den „Eindruck eines Luthertums, das an sich selbst irrezuwerden und die Orientierung hinsichtlich seiner geschichtlichen Sendung zu verlieren droht“, so Körtner. Das Reformationsjubiläum 2017 sei „zu wichtig, als dass man es dem Lutherischen Weltbund überlassen dürfe“, wolle er den anderen protestantischen Kirchen zurufen, betonte er. Kritik äußerte der Vorstand des Instituts für Systematische Theologie und Religionswissenschaft an der Universität Wien unter anderem über die „einseitige“ Sichtweise auf die Reformation, die von Klage über Spaltung und Bekenntnis von Sünden gegen die Einheit der Kirche geprägt sei. (kap)

Schweiz
Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) hat den Kirchenbundsrat am Montag ermächtigt, die „Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe“ zu unterzeichnen. Die Anerkennung soll gemäß Mitteilung auf orthodoxe und anglikanische Kirchen ausgeweitet werden. Die Tauf-Erklärung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz sei ein starkes ökumenisches Zeichen, so die Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes. Die evangelisch-reformierte, die römisch-katholische und die christkatholische Landeskirche haben bereits 1973 gegenseitig ihre Taufe anerkannt. Auf diesen Schritt soll nun ein weiterer folgen. (kipa)

Estland
Mit seinem kürzlich zu Ende gegangenen Aufenthalt in Estland besuchte der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. zum fünften Mal ein EU-Land. Vom 14. bis 16. Juni war das Kirchenoberhaupt in Tallinn, um den 20. Jahrestag der Autonomie der orthodoxen Kirche in dem mehrheitlich lutherisch-reformierten Land zu begehen. Gegenüber dem Oberhaupt der lutherischen Mehrheitskirche des Landes, Erzbischof Andres Poder, beklagte Kyrill I. „Anzeichen einer Krise“ im „Ökumenischen Rat der Kirchen“ (ÖRK): Ein Teil der protestantischen Kirchen revidiere moralische Normen zugunsten der modernen Welt. Mit Blick auf die lutherische Kirche Estlands lobte er ihr „Nein“ zur Segnung homosexueller Geistlicher und gleichgeschlechtlicher Paare. (kna)

Türkei
Eine langjährige Untätigkeit der EU-Politik in Hinblick auf einen Beitritt der Türkei hat die autoritären Tendenzen im Land begünstigt. Das sagt der Leiter des Istanbuler Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog, Claudio Monge: Da die einst angestrebte politische Vision Europa für die Türkei zunichtegemacht worden sei, könne es jetzt nicht erstaunen, wenn Ministerpräsident Recep Tayyip „im Grunde die Legitimität des Europaparlaments missachtet“. Monge leitet auch die Dominikanergemeinschaft in Istanbul; er äußerte sich am Dienstag gegenüber der vatikanischen Nachrichtenagentur „Fides“. Bis zum Jahr 2006 hätten Erdogan und seine Partei auf den EU-Beitritt gehofft und zu dessen Förderung auch viele Reformen auf dem Weg gebracht, so Monge. Danach aber wurde einem neuen Kurs Erdogans und der Türkei im Allgemeinen der Weg geebnet. (kap)

Naher Osten

Saudi-Arabien
Gegen die Zerstörung religiöser Stätten hat sich die „Organisation für Islamische Zusammenarbeit“ (OIC) im saudischen Dschidda ausgesprochen. Die 57 islamischen Staaten, die dem Verband angehören, bekundeten am Montag ihre tiefe Besorgnis über Heiligtümer und Gebetsstätten, die im Zusammenhang mit den Kämpfen in Syrien zerstört würden. OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu betonte das gemeinsame Eintreten der zusammengeschlossenen Staaten für Toleranz und Respekt gegenüber religiösen Symbolen und Stätten der verschiedenen Glaubensrichtungen. Besonders beklagten die islamischen Staaten die Verwüstung des Grabes von Hujr ibn Adi, eines vor 14 Jahrhunderten gestorbenen Gefährten des Propheten Mohammed. (kipa)

Asien

Thailand
Der dekadente Lebensstil einiger buddhistischer Mönchen hat das Nationale Büro für Buddhismus in Bangkok zu einer Reaktion herausgefordert. Ein Internet-Video zeigte nach Angaben der „Bangkok Post“ von Montag buddhistische Mönche mit teuren Sonnenbrillen und Markenaccessoires. Darauf sind im regierungsamtlichen Buddhismus-Büro zahlreiche Beschwerden aus dem ganzen Land eingegangen. Generaldirektor Nopparat Benjawatananun kritisierte das Auftreten der Mönche als „unangebracht“, weil es nicht in Einklang stehe mit „Buddhas gelehrter Einfachheit und Selbstbeherrschung“. Bereits im letzten Jahr kam es zu offiziellen Maßregelungen von 300 Mönchen, die sich mit Alkoholkonsum und sexueller Umtriebigkeit über die traditionelle Lebensweise hinwegsetzen. Laut Benjawatananun sollen die nun auffällig gewordenen Mönche schärfer kontrolliert werden. (ap)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 18.06.2013: Radioakademie (Teil 3) - von Gudrun Sailer
Schutz im Schatten der Mauer: Der Campo Santo Teutonico im Vatikan während des Krieges

Mittwoch Abend, 19.06.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: 100 Tage Papst Franziskus: eine Analyse

Donnerstag Abend, 20.06.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Vollversammlung der Hilfswerke für die Ostkirchen (ROACO) im Vatikan

Freitag Abend, 21.06.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Sommervollversammlung der österreichischen Bischöfe in Mariazell

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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