RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 20.6.2013

Tagesmeldungen vom 20.6.2013

- Papst: Hunger in der Welt ist ein Skandal -
- Franziskus: Friedensappell für Syrien -
- Lourdes: Grotte überschwemmt, eine Tote -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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AUS DEM VATIKAN:

Papst ruft im Kampf gegen den Hunger zu radikaler Solidarität auf
Wir können uns nicht hinter der globalen Krise verstecken, sondern können und müssen mehr tun für die Armen und Hungernden der Welt. Das hat der Papst an diesem Donnerstag vor Vertretern der Welternährungsbehörde der Vereinten Nationen (FAO) betont. Die aktuelle globale Krise könne kein „Alibi“ sein, um die Hände in den Schoß zu legen, so der Papst. Dass „Millionen Menschen an Hunger leiden und sterben“, sei ein „Skandal“. Der Mensch und seine Würde drohten angesichts aktueller Fehlentwicklungen zu einer bloßen „Abstraktion“ zu werden. (rv)
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Zur Vertiefung: Papstrede zur Krise von Mitte Mai
Vatikan: „Produzierte Nahrung gehört den Hungernden, darf nicht anderen Zwecken dienen“
Welthungerhilfe: „Erst der Teller, dann der Tank“

Papst ruft eindringlich zu Frieden und Hilfe für Syrien auf
Versöhnung statt Hass, Dialog statt Gewalt – Papst Franziskus hat mit Blick auf den Krieg in Syrien erneut eindringlich zu Frieden aufgerufen. Bei einer Audienz für Vertreter der Union der Hilfswerke für die Orientalischen Kirchen (ROACO) im Vatikan sagte der Papst an diesem Donnerstag, sie sollten ihr Bestes geben, um das Leid der Bevölkerung und der Flüchtlinge zu lindern. Er hoffe, dass bald „allem Schmerz, aller Gewalt, jeder religiöser, kultureller und sozialer Diskriminierung ein Ende gesetzt wird“, so Franziskus. (rv)
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Kirchliche Hilfswerke: Gespräche über Syrien, Ägypten, Israel, Iran
Vertreter der kirchlichen Hilfswerke für die Ostkirchen haben sich im Vatikan getroffen und drei Tage lang vor allem über die Situation der Christen im Nahen Osten und über die Koordinierung der Hilfsmaßnahmen in den einzelnen betroffenen Ländern diskutiert. Dabei ging es auch um Maßnahmen gegen den Exodus von Christen aus der Region. Das sagte Matthias Vogt (Missio Aachen) im Gespräch mit Radio Vatikan. „Es wurde mehrfach von Teilnehmern angesprochen, dass die Kirche mehr dafür tun müsste, dass sich christliche Führungskräfte, Laien besser in der Politik engagieren können: Ausbildung christlicher Soziallehre, praktische Ausbildung, Politik zu machen für eine gerechtere Gesellschaft - damit sich Christen nicht für den Schutz von Christen im Nahen Osten, sondern für den Aufbau einer gerechten Gesellschaft mit gleichen Rechten für alle einsetzen können.“ (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Weltflüchtlingstag: „Mitleid ist universell“
Mitleid ist universell und geht über Religionsgrenzen hinweg – das sagt der internationale Direktor des Jesuitenflüchtlingsdienstes Pater Peter Balleis SJ, im Gespräch mit Radio Vatikan. Balleis äußerte sich zum Weltflüchtlingstag an diesem 20. Juni. Syrien und die Demokratische Republik Kongo seien derzeit die weltweit schwierigsten Regionen, urteilt Balleis. Im Nahen Osten und im nördlichen Afrika unterstützt der JRS mehr als 100.000 Menschen. Ein Schwerpunkt der Hilfsarbeit ist Bildung und Erziehung, um Flüchtlingskindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. (rv)
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Flüchtlingstag: „Vor_Hoffnung_sterben“

USA: Bischöfe hoffen auf Durchbruch bei Einwanderungsreform
Sie könnte elf Millionen Ausländern ohne Papiere in den USA einen Weg in die Legalität eröffnen – die Reform der Einwanderungsgesetze, die aktuell im US-Senat debattiert wird. Die Bischöfe der Vereinigten Staaten drängen schon lange auf eine Neuregelung. Und nun stehen die Chancen nicht schlecht, dass ein Gesetz vielleicht schon vor der Sommerpause auf den Weg gebracht wird. Der Vorsitzende der bischöflichen Kommission für Migration in der US-Bischofskonferenz, Erzbischof José Gomez von Los Angeles, hatte bereits Ende vergangenen Jahres auf eine Einigung in der Frage gedrängt. Er habe an den Kongress appelliert, die Vorschläge des Senats aufzugreifen, berichtet Kevin Appleby von der Migrationskommission der US-Bischöfe im Interview mit Radio Vatikan. (rv/fides)
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Woelki über Obama in Berlin: „Jetzt müssen Taten folgen“
Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki hat an US-Präsident Barack Obama appelliert, seiner Berliner Rede auch Taten folgen zu lassen. Im Interview mit dem Kölner domradio sprach der Berliner Erzbischof am Donnerstag von einem „wichtigen Besuch“ des US-Präsidenten, der die Freundschaft zwischen den USA und Deutschland bestärke. Wenn Obama „einen Frieden in Gerechtigkeit einfordert und auch die Armutsfrage anspricht, dann muss man eben auch sehr deutlich einen Frieden für die schwächsten Glieder einer Gesellschaft mit einfordern“, so Woelki. „Und das ist eben der Schutz des ungeborenen Lebens und eine klare Option gegen Abtreibung.“ (domradio/kna)
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US-Katholiken begrüßen Obamas Ankündigungen

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RV SPEZIAL:

100 Tage Franziskus - ein Kommentar
Papst Franziskus ist am Freitag 100 Tage Papst - Anlass für Radio Vatikan, Rückschau zu halten. Lesen und hören Sie hier einen Kommentar von unserem Redaktionsleiter, Pater Bernd Hagenkord SJ. (rv)
Hier finden Sie unseren Kommentar
Weitere Stimmen zu 100 Tagen Franziskus

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Ein Handbuch für Bischöfe, geschrieben von Kardinal Jorge Mario Bergoglio: Dieses Werk stellt nun der vatikanische Verlag LEV vor. Es handelt sich hierbei um eine Sammlung von Exerzitien, die der damalige Erzbischof von Buenos Aires und jetzige Papst im Januar 2006 hielt. Die Exerzitien galten spanischen Bischöfe, teilte die Libreria Editrice Vaticana mit. In seinen Texten erklärt Bergoglio, die größte Herausforderung für einen Bischof sei die Überwindung der Angst. Das Buch ist nun auf Italienisch erschienen. (rv)
Der Jesuit Francois-Xavier Dumortier wird weitere drei Jahre Rektor der Päpstlichen Universität Gregoriana bleiben. Das erklärt der Großkanzler der Universität und Präfekt der Bildungskongregation, Kurienkardinal Zenon Grocholewski, in einem Schreiben an den gesamten Lehrköper der Universität vom 30. März. Dumortier ist damit in der zweiten Amtsperiode Leiter der traditionsreichen, von Jesuiten geleiteten Universität. (rv)

Europa

Deutschland
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Kritik zurückgewiesen, dass die CDU nicht mehr christlich oder katholisch genug sei. Die CDU bleibe dem christlichen Menschenbild verpflichtet, habe aber keinen „Alleinvertretungsanspruch“ für Christen oder Katholiken, sagte Merkel in einem Interview mit dem Magazin „Credo“ vom Donnerstag. „Wenn eine Gesellschaft von Haus aus nicht mehr überwiegend christlich ist, dann kann eine Partei sie nicht christlich machen“, so die Bundeskanzlerin. Dies sei vielmehr Aufgabe der Familien und der Kirchen. (kna)

Frankreich
Überschwemmungen im französischen Marienwallfahrtsort Lourdes haben ein Todesopfer gefordert. Es war eine 70-jährige Frau. Über 5.000 Pilger mussten evakuiert werden. Die Erscheinungsgrotte stand bis Donnerstag unter Wasser, jetzt läuft das Wasser ab; wann die Grotte wieder geöffnet werden kann, ist völlig ungewiss. Die Kirche rechnet mit mindestens 2,5 Millionen Euro Schäden in Lourdes. Der Pressesprecher von Lourdes, Mathias Terrier, sprach von einer „katastrophalen Lage“. (apic)

Portugal
Der neue Patriarch von Lissabon, Manuel Clemente, übernimmt von seinem Vorgänger den Vorsitz der Portugiesischen Bischofskonferenz. Die Bischöfe wählten ihn bei ihrer Vollversammlung in Fatima zum Nachfolger des 77-jährigen Jose Policarpo. Papst Franziskus hatte Mitte Mai den altersbedingten Rücktritt Policarpos angenommen und den bisherigen Bischof von Porto, Clemente, zu seinem Nachfolger ernannt. Seine Amtseinführung als Patriarch in Lissabon ist für 7. Juli vorgesehen. Wie sein Amtskollege in Venedig trägt der Erzbischof von Lissabon aus historischen Gründen den Titel Patriarch. Policarpo war seit Mai 2011 Vorsitzender der Portugiesischen Bischofskonferenz. Zuvor hatte er den Vorsitz bereits von 1999 bis 2005 inne. (kna)

Frankreich/Algerien
Die Angehörigen der 1996 in Algerien ermordeten Ordensleute fordern vom französischen Präsidenten, er solle Druck auf die Behörden in Algerien ausüben. In einem offenen Brief schreiben die Hinterbliebenen an François Hollande, dass die algerischen Behörden bisher Widerstand gegen jegliche Zusammenarbeit an den Tag legten. Am 26. und 27. März 1996 waren im algerischen Thibrine sieben Trappisten entführt und zwei Monate später getötet worden. Die Köpfe der Ermordeten wurden Ende Mai 1996 am Rand einer Strasse wiedergefunden. Als Mörder galten bislang islamistische Terroristen. Doch unlängst erweckten französische Berichte den Eindruck, die entführten Mönche könnten auch bei einer Militäraktion ums Leben gekommen sein. (apic)

Asien

Burma
Mehr politischem Willen zur Beendigung von Konflikten mit ethnischen Minderheiten wünschen sich die Bischöfe von der Regierung ihres Landes. Das geht aus einer Abschlusserklärung zur Jahresvollversammlung der Oberhirten hervor. Eine Zeit des Friedens und der Aussöhnung kann es nach Ansicht der Bischöfe durch die Wahl einer föderativen Staatsform geben. Mit Blick auf die jüngsten Konflikte zwischen Buddhisten und Muslimen erinnern die Bischöfe daran, dass das harmonische Zusammenleben zu den höchsten Gütern gehört, weshalb religiöser Fundamentalismus verhindert werden sollte. Weitere Forderungen der Kirche sind Bildung für alle, Umweltschutz und eine Lösung der Flüchtlingsfrage. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 20.06.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Vollversammlung der Hilfswerke für die Ostkirchen (ROACO) im Vatikan zu Ende / Nordkorea: Missionare machen sich ein Bild der Lage / Syrien: Im Fokus der Hilfswerke / Kardinal Filoni berichtet aus den Vereinigten Arabischen Emiraten / Weltflüchtlingstag

Freitag Abend, 21.06.2013: Sondersendung: 100 Tage Papst Franziskus: Analysen und Kommentare

Samstag Abend, 22.06.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
Papst bei der römischen Diözesanversammlung: Das Evangelium ist für alle!

Sonntag Abend, 23.06.2013: Aktenzeichen - von Aldo Parmeggiani
Ingeborg Bachmann

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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