RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 21.6.2013

Tagesmeldungen vom 21.6.2013

- Papst an Nuntien: „Schlagt gute Hirten vor“ -
- Familie: Debatte über EKD-Positionspapier -
- Israel: Ein Toter an der Klagemauer -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Christine Seuß
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Franziskus an Nuntien: „Schlagt gute Hirten vor“
Papst Franziskus hat an diesem Freitagvormittag die Apostolischen Nuntien aus aller Welt empfangen, die in diesen Tagen – noch auf Einladung Benedikt XVI. – im Vatikan zu Beratungen zusammen gekommen sind. In seiner Ansprache an die päpstlichen Gesandten erinnerte Franziskus an die schwierigen Lebensumstände, die die Diplomaten im Dienste der Weltkirche auf sich nehmen, und ermunterte sie, diese als Möglichkeit zu begreifen, ohne den Ballast weltlicher Güter und Beziehungen Gott noch näher zu kommen. Er betonte außerdem die wichtige Rolle, die die Gesandten bei der Auswahl der lokalen Bischöfe hätten und rief dazu auf, „gute Hirten“ vorzuschlagen. (rv)
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Kardinal Sandri: „Zeugnisse aus Syrien bringen zum Weinen“
Tief betroffen über die Lage in Syrien hat sich der Präfekt der Ostkirchenkongregation gezeigt. Auf der jüngsten Jahresversammlung der Union der Hilfswerke der Orientalischen Kirchen (ROACO) im Vatikan hatten Kirchenvertreter über die aktuelle Situation in dem kriegsgeschüttelten Land berichtet. „Diese Zeugnisse bringen einen geradezu zum Weinen“, kommentierte Kardinal Leonardo Sandri die Sitzung im Anschluss im Gespräch mit Radio Vatikan: „Der Heilige Stuhl ist deshalb sehr besorgt; der Papst ist besorgt; und wir alle wünschen uns, dass baldmöglichst Verhandlungen beginnen, damit die Waffen verstummen.“ (rv)
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Deutschland: Positionspapier bereitet den Bischöfen Sorge
Die katholische Kirche hat die neue „Orientierungshilfe“ des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Familienpolitik kritisiert. Insbesondere die in dem Text verortete „Relativierung der lebenslang in Treue gelebten Ehe“ bereite den katholischen Bischöfen Sorgen, sagte der Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst im Domradio-Interview. Tebartz-van Elst ist Vorsitzender der Familienkommission der Deutschen Bischofskonferenz. „Es macht uns Sorge, dass Ehe hier gerade in ihrer unverwechselbaren Bedeutung geschmälert wird. Es stellt sich zudem die Frage: Glaubt man selbst nicht mehr daran, dass Ehe in lebenslanger Treue möglich ist?“ Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider betonte, dass die traditionellen Formen, Ehe und Familie zu leben, damit „überhaupt nicht in Frage gestellt“ würden. Vielmehr wolle das Papier „die Wirklichkeit zur Kenntnis nehmen, wie sie ist“ und nicht „abgehoben“ oder „mit erhobenem Zeigefinger“ über Familie sprechen. (domradio/kna)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Spezialsendung: 100 Tage Pontifikat Franziskus
Um die 100.000 Pilger und Touristen besuchen den Papst jeweils mittwochs und sonntags auf dem Petersplatz. Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio, der Mitte März überraschend zum Nachfolger Petri gewählt wurde, geht mit gewinnender Herzlichkeit auf die Menschen zu. Die globale Reichweite des Papsttums hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte – nicht zuletzt durch die mediale Präsenz des Papstes – noch einmal erheblich vergrößert. Franziskus bleibt dabei seinem Namenspatron treu – und er erntet als Papst mit seinen ungewöhnlichen Zeichen und Akzentsetzungen durchgängig Zustimmung. Umfragen bestätigen es: Über 90 Prozent der Menschen sind von Franziskus begeistert. Hören Sie zum Thema eine Spezialsendung, in der namhafte Kirchenvertreter zu Wort kommen. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Mit einem großen Symposium will der Vatikan die Jesus-Forschung weiter voranbringen. Dazu treffen sich vom 24.-26. Oktober Wissenschaftler von Universitäten weltweit und aus verschiedenen christlichen Konfessionen in der Päpstlichen Lateran-Universität, wie der Vatikan am Freitag ankündigte. Ein Schwerpunkt liege auf dem theologischen Beitrag des emeritierten Papstes Benedikt XVI., der in seinem dreibändigen Werk über Jesus Christus niedergelegt ist. Organisiert wird das Symposium von der „Vatikanstiftung Joseph Ratzinger - Benedikt XVI.“ Die Kindheit Jesu, das Ereignis des Letzten Abendmahls und das Ostergeschehen sollen bei den Vorträgen und Diskussionen im Mittelpunkt stehen. Die Forscher sollten sich bei dem dreitägigen Treffen ebenso dem historischen Jesus widmen, der als Heilsfigur aus den Evangelien spreche, hieß es. Vom 16. bis 21. September will die Stiftung im westafrikanischen Benin ein Jesus-Symposium für Theologen und Studenten ausrichten. Auch diese Tagung in der Hauptstadt Cotonou widmet sich der Theologie Benedikts XVI. Sie steht unter dem Titel „Pastorale und pädagogische Erträge aus der Jesus-Trilogie“. (kna)
Jeweils ein deutscher und ein englischer Theologe sind
die Preisträger des diesjährigen Ratzinger-Preises, der durch die Stiftung Joseph Ratzinger verliehen wird. Das wurde an diesem Freitag während einer Pressekonferenz der Stiftung im Vatikan bekannt gegeben. Am kommenden 26. Oktober werden der deutsche Dogmatiker und Vizepräsident des Regensburger Instituts Papst Benedikt XVI., Christian Schaller, sowie der am King´s College von London tätige Bibelwissenschaftler Richard A. Burridge den Preis in Rom entgegen nehmen. Der Anglikaner Burridge ist der erste nicht-katholische Christ, der den Preis erhält. Wie der Vorsitzende des Wissenschaftsrates der Stiftung, Kardinal Camillo Ruini, betonte, wird der Preis ihm zur Würdigung seines Beitrags für die historische und theologische Anerkennung des untrennbaren Zusammenhangs von Evangelium und Christus verliehen. Christian Schaller arbeitet derzeit an einer Gesamtausgabe der Werke des emeritierten Papstes. (rv)

Europa

Deutschland
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat das Europaparlament dazu aufgerufen, dem in seinem Umweltausschuss ausgehandelten Kompromiss zur kurzfristigen Stärkung des Emissionshandels zuzustimmen. „Lieber sollten wir einem schmerzhaften Minimalkompromiss zustimmen, als das Konzept des Emissionshandels scheitern zu lassen“, erklärte ZdK-Vorsitzender Alois Glück am Freitag in Bonn. Der Kompromiss des Umweltausschusses im Europaparlament sieht vor, zeitweise 900 Millionen Zertifikate vorerst vom Markt zu nehmen und das Überangebot von CO2-Zertifikaten somit zu senken. Schließlich sei ein kontrollierter Emissionshandel nach wie vor ein „unverzichtbares Instrument“ für den Klimaschutz, so Glück. Anfang Juli stimmt das EU-Parlament über den Vorschlag ab. (kna)

Österreich
Mit der Initiative „Zukunftsforum“ will die katholische Kirche ab Herbst 2014 drängende Themen in Gesellschaft und Kirche anpacken. Das haben die österreichischen Bischöfe auf ihrer Sommervollversammlung von 17. bis 20. Juni in Mariazell beschlossen. In ihrer abschließenden Erklärung heißt es, die Kirche wolle mit der Initiative „in einen strukturierten Gesprächsprozess zu den Themen und Herausforderungen der Zeit eintreten, wo die Lebenswelt im Lichte des Evangeliums und im Gespräch mit der säkularen Gesellschaft reflektiert wird.“ Themen dieses „Zukunftsforums“ sollen Familie und Beziehung, Bildung und Arbeit, Kirche und Gesellschaft sowie Gerechtigkeit und Ökologie weltweit sein. (kap)
„Der menschliche Embryo ist kein Rohstoff.“ Das hat Kardinal Christoph Schönborn an diesem Freitag betont. Der Embryo sei „einer von uns“; ungeborenes Leben dürfe nicht „für wirtschaftliche und andere Interessen“ herangezogen werden, so Schönborn am Rande der Sommervollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz. In diesem Sinne begrüßte der Kardinal die Bemühungen der europäischen Bürgerinitiative „One of us“. Die Initiative will die politische Position Österreichs, wonach keine EU-Mittel für die Vernichtung von Embryonen verwendet werden sollen, europaweit zum geltenden Gesetz machen. (kap)

Schweiz
Der Zürcher Regierungsrat will keine aufsichtsrechtlichen Bestimmungen über die organisierte Suizidbeihilfe erlassen. Er beantragt deshalb vor dem Kantonsrat, eine diesbezügliche Motion nicht zu überweisen. Eine kantonale Regelung der organisierten Suizidbeihilfe oder gar kantonal unterschiedliche Regelungen würden zu Rechtsunsicherheit führen, schreibt der Regierungsrat in seiner Stellungnahme zu dem Antrag. Die Motion der christdemokratischen CVP vom Februar forderte, dass der Kanton Zürich eigene aufsichtsrechtliche Bestimmungen über die organisierte Suizidbeihilfe erlässt, „damit die Sterbehilfeorganisationen und ihre Mitarbeitenden die Sorgfaltspflichten im Umgang mit sterbewilligen Personen einhalten“. Der Regierungsrat spricht sich für eine nationale Regelung aus und bedauert, dass eine solche nicht zustande gekommen ist. Die Schweizer Bischöfe lehnen eine Regelung der organisierten Suizidbeihilfe grundsätzlich ab; im Vernehmlassungsverfahren für die schließlich gescheiterte Regelung auf Bundesebene hatte die Bischofskonferenz ein Verbot der organisierten Suizidbeihilfe gefordert. (kipa)

Naher Osten

Israel
Am Eingang zur Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt ist ein jüdischer Israeli erschossen worden. Nach israelischen Medienberichten soll er wiederholt die islamische Gebetsformel „Allahu akbar“ – auf Deutsch: „Allah ist groß“ – gerufen haben. Der Sicherheitsdienst habe ihn für einen islamistischen Extremisten gehalten und mehrere Schüsse auf ihn abgegeben. Sanitäter des „Roten Davidsterns“ versuchten erfolglos, den 46-Jährigen wiederzubeleben. Eine polizeiliche Untersuchung wurde eingeleitet. (kna)

Israel/Gaza
Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem hofft auf internationale Unterstützung bei der Fortführung der christlichen Schulen in Gaza. Es sei wichtig, eine „Lösung im Interesse der Kinder und Jugendlichen“ in Gaza zu finden, so das Patriarchat. Gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur „SIR“ sagte der Schulverantwortliche im Lateinischen Patriarchat, Faysal Hijazin: „Der Augenblick ist gekommen, dass die Parlamente und die Bildungsinstitute in aller Welt ihre Stimme erheben im Hinblick auf das, was bald in Gaza geschehen könne.“ Im Hamas-regierten Gaza-Streifen soll ab Herbst eine verpflichtende Geschlechtertrennung an allen Schulen eingeführt werden, wovon auch die drei katholischen Schulen der Region betroffen wären. Hinzu kämen auch finanzielle Einschränkungen. Hijazin ruft deshalb zur internationalen Mobilisierung zur Erhaltung der christlichen Schulen im Gaza-Streifen auf. Zuletzt kündigte der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, ein Treffen mit den Führern der Hamas und dem Unterrichtsminister an. (kap)

Asien

Indien
Die katholischen Bischöfe haben sich solidarisch mit den Opfern der heftigen Monsunregen gezeigt. Die Caritas ist derweil mit Hilfen in der betroffenen Region unterwegs. Aktuellen Zahlen zufolge beläuft sich die Zahl der Menschen, die durch die Folgen des Regens ums Leben kamen, auf rund 207 Tote. Seit einer Woche ist die nordindische Region um die Stadt Lucknow von den monsunartigen Regenfällen betroffen. Nach Angaben der Polizei wurden aktuell 34.000 Menschen evakuiert, die meisten unter ihnen hinduistische Pilger, die die Heiligtümer der Region aufgesucht hatten. (ap/asianews)

Amerika

Brasilien
Die aktuellen Protestaktionen in Rio de Janeiro bedrohen nicht die Sicherheit des anstehenden Weltjugendtages. Diese entwarnende Einschätzung gab der Erzbischof der Stadt, Orani Joao Tempesta, am Donnerstagabend. Die Demonstrationen und der Weltjugendtag Ende Juli zielten beide auf „die in Brasilien geforderten Veränderungen“, so der Erzbischof. In Rio de Janeiro hatten in den vergangenen Tagen rund 300.000 Menschen gegen Korruption und hohe Bustarife sowie für eine Verbesserung des Bildungs- und Gesundheitswesens demonstriert. Dabei kam es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Polizeikräften. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 21.06.2013: Sondersendung: 100 Tage Papst Franziskus: Analysen und Kommentare

Samstag Abend, 22.06.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
Papst bei der römischen Diözesanversammlung: Das Evangelium ist für alle!

Sonntag Abend, 23.06.2013: Aktenzeichen – von Aldo Parmeggiani
Ingeborg Bachmann

Montag Abend, 24.06.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Blickpunkt Syrien / Neue Perspektiven für das katholische Wirken in Nordkorea. Missionsbenediktiner Bruder Ansgar berichtet

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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