RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 23.6.2013

Tagesmeldungen vom 23.6.2013

- Franziskus empfängt Kinderzug im Vatikan -
- Papst würdigt „Märtyrer des Alltags“ -
- Syrien: „Waffenlieferungen schaden nur“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst Franziskus empfängt einen Kinderzug im Vatikan
Es war ein höchst ungewohntes Bild – eine Kinderschar im Vatikan. Über 250 Jungen und Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren waren an diesem Sonntag zusammen mit ihren Betreuern aus verschiedenen italienischen Städten in einem Zug direkt in den Vatikan gereist. Papst Franziskus nahm den Sonderzug der italienischen Eisenbahn, der am frühen Morgen von Mailand über Bologna und Florenz nach Rom gefahren war, am Vatikanbahnhof höchstpersönlich in Empfang und wechselte ein paar Worte mit den kleinen Gästen, von denen viele aus schwierigen sozialen Verhältnissen stammten. (rv)
Hören Sie, was der Papst den Kindern sagte

Kardinal Ravasi über den Kinderzug
Der Kinderzug ist Teil des so genannten „Vorhofes der Kinder“, den der Päpstliche Kulturrat organisiert. Der Präsident des päpstlichen Kulturrates und Initiator des Projektes, Kardinal Gianfranco Ravasi, erklärte im Gespräch mit Radio Vatikan die Idee, die hinter dem „Vorhof der Kinder“ und dem Kinderzug steckt. Es gehe um spirituelle Fürsorge, so Ravasi: In Mailand, Bologna, Florenz und Rom sei man mit den Kindern in Kathedralen und Kirchen gegangen – für viele ein erstes Mal: „Sehr viele dieser Kinder haben, obwohl sie in großen Städten leben, niemals die Kathedrale betreten, nicht einmal eine Kirche! Die Leere der fehlenden religiösen Erziehung wurde beim ,Vorhof der Kinder‘ für sie zum ersten Mal durch einen Dialog mit der geistlichen Welt ausgefüllt.“ (rv)
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Franziskus würdigt „Märtyrer des Alltags“
Was heißt es, sein Leben für Jesus zu geben? Über diese Frage hat Papst Franziskus am Sonntag beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz gesprochen. „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten“ (Lk 9, 24) - ausgehend von diesem Leitspruch Jesu würdigte der Papst die christlichen Märtyrer, die damals wie heute mit dem eigenen Leben für ihren Glauben bezahlten. Heute gebe es mehr Märtyrer als im Urchristentum, betonte der Papst dabei mit Blick auf die weltweite Christenverfolgung. Weiter würdigte er die „Märtyrer des Alltags“ – Eltern, Geistliche, Ordensleute und Jugendliche, die ihr Leben in den Dienste der Familie, der Gemeinschaft und der Bedürftigen stellen. (rv)
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Nuntius Zenari: „Waffenlieferungen nach Syrien verschlimmern die Situation“
Waffenlieferungen machen die Lage in Syrien nur schlimmer. Das hat der Apostolische Nuntius in Damaskus im Interview mit Radio Vatikan betont. Rebellen in Syrien gaben am Freitag bekannt, neue moderne Waffen erhalten zu haben, die derzeit an der Front verteilt würden; von wem die Waffen geliefert wurden, gab die aufständische Freie Syrische Armee (FSA) nicht an. Vom „christlichen Standpunkt aus“ seien Waffenlieferungen „genau das Gegenteil dessen (…), was wir uns wünschen“, so der Vatikanvertreter: „Es könnte die Dinge noch komplizierter machen.“ Man müsse im Gegenteil versuchen, den Konflikt „mit guten Kompromissen“ und „einer guten politischen Lösung“ zu beenden. (rv/reuters/faz)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Aktenzeichen: Ingeborg Bachmann
In diesem Jahr wäre Ingeborg Bachmann 85 Jahre alt geworden. Sie wurde am 25. Juni 1928 in Klagenfurt geboren und starb 47-jährig in Rom. Die Nachricht vom Tod der Schriftstellerin in einem römischen Krankenhaus machte die Runde um die ganze Welt: Ingeborg Bachmann hatte drei Wochen zuvor in ihrer Wohnung in der Via Giulia lebensgefährliche Verbrennungen erlitten. Täglich berichtete die Boulevardpresse über den hoffnungslosen Kampf der Ärzte um das Leben der Bewusstlosen. Das laute öffentliche Interesse am Sterben dieser auf „Diskretion, Noblesse, Scheu und empfindsamen Abstand angewiesenen Dichterin“ wurde von ihren Freunden als „unsäglich unangemessen“ empfunden; es war aber auch Ausdruck des großen Ansehens in der Öffentlichkeit, das die österreichische Erzählerin, Hörspielautorin, Essayistin und Lyrikerin schon zu ihren Lebzeiten gefunden hatte. Aldo Parmeggiani stellt in seiner Sendung Leben und Werk der Ingeborg Bachmann vor. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Man muss Gott mit dem Herzen antworten. Das hat der Papst an diesem Sonntag vor rund 40 Vatikanbotschaftern bei der Morgenmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta betont. „Mit Jesus kann man nicht wie mit einer historischen Persönlichkeit reden, er ist lebendig vor uns und wir müssen ihm mit dem Herzen antworten“, sagte der Papst den Nuntien, ausgehend vom Lukasevangelium. (rv)
Der Papst hat kurzfristig seine Teilnahme an einem Konzert im Vatikan abgesagt. Aufgrund „unaufschiebbarer Verpflichtungen“ könne er der Aufführung von Beethovens Neunter Symphonie durch das Orchester des staatlichen italienischen Fernsehens RAI nicht beiwohnen, teilte Kurienerzbischof Salvatore Fisichella kurz vor Konzertbeginn am Samstagabend mit. Fisichella verlas stattdessen eine Grußbotschaft des Papstes. Die Teilnahme des Papstes galt schon vor dem Konzert als ungewiss. Anlass der Veranstaltung in der vatikanischen Audienzhalle war das „Jahr des Glaubens“, das am 11. Oktober begonnen hat. (kna)
Großmut und Barmherzigkeit sind schöne christliche Tugenden – das hat der Papst an diesem Sonntag vor Vertretern der Vereinigung der Heiligen Petrus und Paulus im Vatikan betont. Er würdigte die Aktivitäten des seit 1971 bestehenden Zusammenschlusses und ermutigte die Mitglieder zu einer ständigen Vertiefung ihres Glaubens. Die „Associazione SS. Pietro e Paolo“ ist eine Laienvereinigung von Katholiken mit Wohnsitz in Rom, in der sich Gläubige in den Bereichen Liturgie, Kultur und Caritas ehrenamtlich engagieren. (rv)

Europa

Deutschland
Erzbischof Robert Zollitsch ruft alle Christen dazu auf, zu
„Werbeträgern für Jesus Christus“ zu werden. Bei der Weihe von sechs jungen Männern zu Diakonen verwies der Freiburger Erzbischof am Sonntag in Kirrlach im Landkreis Karlsruhe auf die Werbung, der man kaum entgehen könne: „Auf Schritt und Tritt sind wir von Werbung umgeben“ und überall würden lautstark „Produkte angepriesen, die zu erwerben sich lohnen soll“. Deshalb dürfe die Kirche das Feld der Werbung nicht nur anderen überlassen - Christen müssten bereit sein, „selbst zu Werbeträgern zu werden“. Beispielhaft lobte er in diesem Zusammenhang die 72-Stunden-Aktion der katholischen Jugend, bei der sich am vergangenen Wochenende bundesweit gut 175.000 junge Menschen „aus ihrem Glauben heraus selbstlos für Andere“ eingesetzt hatten. Nichts sei so überzeugend wie das „gelebte Zeugnis“, so Zollitsch. (pm/kna)

Österreich
D
eutliche Unterstützung für das von der Bischofskonferenz beschlossene „Zukunftsforum“ kommt von der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV). Die AKV werde sich „konstruktiv an diesem Diskussionsprozess über das Verhältnis Kirche und Gesellschaft einbringen“, zumal dieser keine „innerkirchliche Nabelschau“ bringen solle, sondern sich mit den Herausforderungen und Themen der Zeit und mit den Antworten der Kirche darauf beschäftigen werde. Das betonte AKV-Präsident Helmut Kukacka in einer Aussendung am Sonntag mit Verweis auf die Worte von Kardinal Schönborn bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Vollversammlung der Bischöfe. Die Bischofskonferenz hatte bei ihrer Vollversammlung für Herbst 2014 ein „Zukunftsforum“ beschlossen und damit einen entsprechenden Vorschlag von kirchlichen Laienorganisationen aufgegriffen. (kap)

Großbritannien
Die anglikanische Staatskirche von England will bei ihrer bevorstehenden Generalsynode auch über die Einschnitte der Regierung ins britische Wohlfahrtssystem beraten. Es gelte, ein „scharfes Auge auf die Auswirkungen zu haben, die soziale Einschnitte auf die verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft“ hätten, heißt es in einem am Sonntag bekanntgewordenen Bericht, der in zwei Wochen vor der Generalsynode vorgestellt werden soll. Der „irreführenden Charakterisierung aller Sozialhilfeempfänger als Schnorrer“ gelte es entschieden entgegenzutreten. In dem Bericht an die Synode wird betont, dass der größte Teil des sogenannten Wohlfahrtsbudgets für staatliche Pensionen verwandt werde. Die öffentliche Wahrnehmung habe sich aber sehr schnell auf eine Armutsdebatte mit vermeintlich „verdienter“ und „unverdienter“ Armut eingeschossen. (kna)

Griechenland
Angesichts der Krise im Land muss die orthodoxe Kirche bei grundlegenden Sozialleistungen für den Staat einspringen. Dabei kann und will sie allerdings staatliche Strukturen nicht ersetzen. Das ist die Einschätzung des Direktors der Orthodoxen Akademie von Kreta (OAK), Metropolit Amphilochios. Er äußerte sich bei einem Treffen des Metropoliten von Austria, Arsenios Kardamakis, mit Journalisten. „Der Lebensweg vieler Griechen in den letzten Jahrzehnten, der leichte Weg zum schnellen Gewinn ohne Opfer, hat die Blase hin zur Krise anwachsen lassen“, so Amphilochios. Deshalb müsse Griechenland selbstkritisch auf die hausgemachten Fehler der Vergangenheit reflektieren und aus diesen lernen. An der Krise Griechenlands sei aber auch der Rest Europas nicht schuldlos: „Warum haben Geldgeber die griechische Politik so lange und so großzügig finanziert, obwohl sie genau wussten, dass sie nicht in Ordnung war? Warum werden den Griechen Sanierungsmaßnahmen mit einer derartigen Radikalität aufoktroyiert, dass ein soziales Augenmaß und die Gewinnung von Akzeptanz und Einsicht der Betroffenen naturgemäß scheitern muss?“, so die Anfrage des orthodoxen Bischofs an Europa. (kap)

Kroatien
Zehn Tage vor dem EU-Beitritt des Landes ist ein Streit über die Verfassung des Balkan-Staates ausgebrochen. Ein von den Kirchen unterstütztes Bürgerkomitee hat nach eigenen Angaben in nur 15 Tagen rund 750.000 Unterschriften für einen Volksentscheid gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe gesammelt. Minister der Mitte-Links-Regierung lehnen ein Bürgervotum zu diesem Thema ab. Sie erklärten örtlichen Medienberichten zufolge, über „Menschenrechte“ dürfe nicht abgestimmt werden sowie dass das Parlament sich nicht an das Ergebnis eines Volksentscheids halten müsse. Abgestimmt werden soll über die Frage: „Sind Sie für eine Ergänzung der kroatischen Verfassung um eine Bestimmung, die besagt, dass die Ehe eine Lebensgemeinschaft zwischen Frau und Mann ist?“ Bislang heißt es in Artikel 62 der Verfassung nur: „Die Familie steht unter dem besonderen Schutz des Staates.“ Mit der Änderung soll auch das von der Regierung angekündigte Einführung eingetragener Lebenspartnerschaften von homosexuellen Paaren verhindert werden. (kap)

Naher Osten

Saudi-Arabien
Der tödliche Coronavirus gefährdet die Pilgerfahrten nach Mekka. Saudi-Arabiens Vizeminister für öffentliche Gesundheit, Ziad Memish, rät Kranken, Schwangeren und Kindern von einer Reise zum Pilgerfest Hadsch im Oktober ab, wie der Münchner Arzt Clemens Wendtner dem Magazin „Focus“ sagte. Wendtner nahm an einer Konferenz der Weltgesundheitsorganisation WHO in Kairo teil, auf der Memish sprach. Ein Mal im Leben an der Hadsch teilzunehmen, zählt zu den religiösen Pflichten jedes Muslims. Das Coronavirus ruft grippeähnliche Symptome hervor und kann zu Nierenversagen und schweren Lungenentzündungen führen. Bislang wurden insgesamt 64 Patienten infiziert, 38 davon starben. Besonders betroffen ist dabei Saudi-Arabien. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 23.06.2013: Aktenzeichen - von Aldo Parmeggiani
Ingeborg Bachmann

Montag Abend, 24.06.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Blickpunkt Syrien / Neue Perspektiven für das katholische Wirken in Nordkorea. Missionsbenediktiner Bruder Ansgar berichtet

Dienstag Abend, 25.06.2013: Radioakademie (Teil 4)

Mittwoch Abend, 26.06.2013: Die Woche in Rom

 

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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