RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 24.6.2013

Tagesmeldungen vom 24.6.2013

- Franziskus trifft Vertreter des Judentums -
- Brasilien: Worum geht es bei den Protesten? -
- Papst spricht über Not von Ureinwohnern
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Christine Seuß
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst Franziskus: Ein Christ kann kein Antisemit sein!
Christen können aufgrund ihrer gemeinsamen Wurzeln mit dem Judentum keine Antisemiten sein. Das betonte Papst Franziskus an diesem Montagvormittag bei seinem ersten Treffen mit einer offiziellen jüdischen Delegation. Etwa 30 Mitglieder des International Jewish Comittee on Interreligious Consultations waren im Vatikan zu Gast, um den neuen Papst kennen zu lernen und die jüdisch-katholische Zusammenarbeit innerhalb des neuen Pontifikates einzuläuten. In seiner Ansprache verwies Papst Franziskus auf die fundamentale Bedeutung, die dem Konzilsdokument Nostra Aetate zukomme, mit dem der jüdisch-christliche Dialog von katholischer Seite neu begründet wurde. (rv)
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P. Hofmann: Papst wird Dialog zwischen Juden und Christen auf eine fruchtbare Weise fortführen
Salesianerpater Norbert Hofmann ist sich sicher, dass Papst Franziskus den Dialog zwischen Judentum und Christentum auf eine fruchtbare Weise fortführen wird. Die interreligiösen Beziehungen, die dem gegenseitigen Einvernehmen nach unter dem Pontifikat Benedikt XVI. große Fortschritte gemacht hatten, könnten unter Franziskus auch um eine persönliche Komponente bereichert werden, so Hofmann gegenüber Radio Vatikan. Er ist innerhalb des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen für den Dialog mit dem Judentum zuständig und begleitete die Delegation zu Papst Franziskus. (rv)
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Papstpredigt: Kirche soll keine Ideologien vertreten
Aufgabe der Kirche ist es, nach dem Vorbild des heiligen Johannes die Frohe Botschaft bis zum Martyrium zu verkünden, ohne dabei eigene Ideen zu verfolgen oder gar zu ideologisieren. Das betonte Papst Franziskus bei seiner Morgenmesse im vatikanischen Gästehaus Casa Santa Marta an diesem Montag, dem Gedenktag Johannes des Täufers. An der Messe nahmen Mitarbeiter des Päpstlichen Kulturrates, der Päpstlichen Archäologiekommission sowie des Philateliebüros teil. Der Gedanke an Johannes, so der Papst, lasse ihn stets an die Kirche denken. (rv)
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Syrien: Mönch bei Angriff auf Kloster getötet
In Syrien ist ein christlicher Geistlicher durch Rebellentruppen getötet worden. Wie der Kustos des Heiligen Landes, Franziskanerpater Pierbattista Pizzaballa, gegenüber Radio Vatikan bestätigte, kam der Mönch bei einem Angriff auf einen Franziskanerkonvent in Ghassanieh, im Norden des Landes, ums Leben. In Mitteilungen der vergangenen Tage habe der Mönch sich davon überzeugt gezeigt, in Lebensgefahr zu schweben, doch er habe sein Leben als Pfand für den Frieden in Syrien und auf der gesamten Welt angeboten. Die Gewaltbereitschaft, die sich in dem Angriff auf ein christliches Konvent entladen habe, sei erschreckend; ihm fehlten sprichwörtlich die Worte, so Pater Pizzaballa. (rv)
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BLICKPUNKT BRASILIEN:

Brasilien: „Allgemeine Unzufriedenheit“
Wenige Wochen vor dem Weltjugendtag gehen die Demonstrationen in Brasilien weiter: Auch am Sonntag versammelten sich in mehreren Städten erneut Protestanten, um gegen Korruption und staatliche Verschwendung zu demonstrieren. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hatte sich am Freitag zum ersten Mal seit Beginn der Unruhen vor knapp zwei Wochen an die Bevölkerung gewandt und ihre Landleute zu Einheit aufgerufen. Am Dienstag trifft sie sich mit Vertretern der brasilianischen Bischofskonferenz, wobei auch eine Lagebesprechung zum kommenden Weltjugendtag auf dem Programm stehen dürfte. Wir haben mit unserer Kollegin Bianca Fraccalvieri von der brasilianischen Redaktion von Radio Vatikan über die Hintergründe der Proteste und ihre Auswirkungen auf den kommenden Weltjugendtag gesprochen. (rv/diverse)
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Schweiz/Brasilien: Hilfswerk übergibt Protestschreiben an FIFA
Das Hilfswerk „Solidar Suisse“ übergibt am Montag dem Weltfußballverband Fifa in Zürich eine Protest-Petition mit 28.000 Unterschriften. Angeprangert werden Menschenrechtsverletzungen bei den Vorbereitungen der Fußball-WM 2014 in Brasilien. Seit Beginn der Bauarbeiten für die WM 2014 und auch für die Olympischen Spiele 2016 waren laut „Solidar Suisse“ in Brasilien mindestens 200.000 Menschen von Zwangsräumungen betroffen, um dem Bau von neuen Stadien, Straßen und Flughäfen zu weichen. (kipa)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat bereits zum zweiten Mal während seines Pontifikates den argentinischen Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel empfangen. An diesem Montagvormittag begleitete Esquivel einen Anführer der argentinischen Indigenen. Félix Díaz, seines Zeichens Anführer der Ethnie der Qom aus der Gemeinschaft „La Primavera” stammt aus der Diözese Formosa. Wie Vatikansprecher, Pater Federico Lombardi, im Anschluss an das Treffen bekannt gab, drehten sich die Gespräche um die Lebensumstände und die Schwierigkeiten, unter denen indigene Volksstämme in Lateinamerika und insbesondere Argentinien zu leiden hätten. Der Indigenenvertreter Díaz habe dem Papst gegenüber seine Dankbarkeit für seine Unterstützung ausgedrückt. (rv)
Der Ministerpräsident von Malta, Joseph Muscat, ist am Montag von Papst Franziskus im Vatikan empfangen worden. Ein Thema des Gesprächs unter anderen war der Strom von Einwanderern aus Afrika und Asien, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, wie der Vatikan anschließend mitteilte. Auch weitere „kritische Situationen“ und „wichtige Herausforderungen“ in der Mittelmeerregion habe man erörtert. Zugleich hätten beide die bedeutende Rolle der katholischen Kirche auf Malta hervorgehoben, die diese vor allem mit ihren Einrichtungen im Erziehungs-, Bildungs- und Sozialwesen spiele. Der Sozialdemokrat Muscat ist seit März 2013 im Amt. (rv/kna)

Europa

Deutschland
Die teilweise „skandalösen Verhältnisse“ in der Fleischindustrie hat Prälat Peter Kossen angeprangert. Dafür macht der Ständige Vertreter des bischöflichen Offizials Vechta in der „Süddeutschen Zeitung“ von diesem Montag auch die Verbraucher mitverantwortlich: Viele Konsumenten wüssten um die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen die ausländischen Arbeiter in der Branche tätig seien. „Wenn wir zulassen, dass Menschen mitten unter uns so leben und arbeiten, dann verrohen wir“, so Kossen bereits am Sonntagabend in der ARD-Talksendung „Günther Jauch“. Umso schlimmer sei es, dass dabei vielen Verbrauchern ein Einkauf nach sozialen Kriterien zu teuer sei. Der Prälat verwies auf Errechnungen von Gewerkschaften, wonach ein Kilo Fleisch in Discountern nur 5,7 Cent teurer sei müsste, damit alle Beschäftigten 8,50 Euro pro Stunde erhielten. (kna)
Erstmals seit ihrem Bestehen hat das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ über 90 Millionen Euro Spenden erhalten. Das geht aus dem Jahresbericht 2012 hervor, den das pastorale Hilfswerk an diesem Montag in München vorgelegt hat. Die Spenden stammen aus 19 Ländern. Insgesamt sind über 8,6 Millionen Euro mehr als 2011 eingegangen. Die Hilfen von „Kirche in Not“ kamen im vergangenen Jahr pastoralen Projekten in 140 Ländern auf vier Kontinenten zugute. Finanziell am stärksten unterstützt wurde die wachsende Kirche in Indien (4,1 Millionen Euro), Brasilien und der Ukraine (jeweils 3,8 Millionen Euro) sowie in Russland (2 Millionen Euro). (pm)
Gleichgeschlechtliche Paare „sollten von der Kirche nicht verlangen, das Sakrament zu ändern.“ Das hat der Abtprimas der Benediktiner, Notker Wolf, im Newsletter des Deutschen Ökumenischen Predigtpreises gefordert. Nach katholischem Eheverständnis gebe die Gesellschaft der Ehe unter Homosexuellen „eine Bedeutung, die sie nicht hat“. Daher lehnt es der Benediktinerobere ab, gleichgeschlechtlichen Paaren das katholische Sakrament der Ehe zu spenden. Wenn Partner des gleichen Geschlechts „ihr Verhältnis rechtlich regeln wollen“, so Wolf weiter, „dann sollten sie das untereinander tun, oder der Staat macht ein Gesetz“. (pm)

Naher Osten

Libanon
Aufgrund des andauernden Bürgerkriegs in Syrien ist der für kommenden Oktober im Libanon geplante Weltkongress der katholischen Organisation für Kommunikation, Signis, abgesagt worden. Die Entscheidung, den Kongress zum Thema: „Die Medien für eine Kultur des Friedens: Bilder schaffen gemeinsam mit der neuen Generation“ abzusagen, sei auf Anfrage der lokalen Veranstalter erfolgt, so der Präsident der Vereinigung Augustine Loorthusamy. Gleichzeitig zeigte sich der Präsident auf Tiefste solidarisch mit dem Nahen Osten und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, ein Kongress könne in Zukunft dennoch am ursprünglich geplanten Veranstaltungsort Beirut stattfinden. (rv)

Amerika

Uruguay
Nur zehn Prozent der Wähler hat am Wochenende an der Volksabstimmung zur Abschaffung des umstrittenen Abtreibungsgesetzes teilgenommen. Da dies zu wenig Wähler waren, wird das Abtreibungsgesetz weiterhin gültig bleiben. Demnach sind künftig Abtreibungen in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten gesetzlich zugelassen. Die Bischofskonferenz hatte im Vorfeld des Referendums zur Teilnahme aufgerufen und gebeten, für die Abschaffung des Gesetzes zu stimmen. (ap)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 24.06.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Blickpunkt Brasilien / Neue Perspektiven für das katholische Wirken in Nordkorea. Missionsbenediktiner Bruder Ansgar berichtet / Syrien: Zur Lage in dem Land

Dienstag Abend, 25.06.2013: Radioakademie (Teil 4)
Schutz im Schatten der Mauer: Der Campo Santo Teutonico im Vatikan während des Krieges

Mittwoch Abend, 26.06.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Kardinal Tauran: Statt Clash der Zivilisation gibt es ein Clash der Ignoranzen / Franziskus würdigt Paul VI.

Donnerstag Abend, 27.06.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Dialoginstitut in Kairo der Dominikaner wird 60. Im Schatten der großen Krisen und Konflikte

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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