RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 28.6.2013

Tagesmeldungen vom 28.6.2013

- Papst: „Einheit der Christen mehr denn je nötig“ -
- Korruptionsverdacht gegen Ex-Vatikanmitarbeiter -
- EU: Jugendarbeitslosigkeit gefährdet Hoffnungen -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Franziskus: „Einheit der Christen mehr denn je nötig“
Die Einheit der Christen ist heute mehr denn je nötig, um den Menschen Orientierung und Halt zu geben. Das hat Papst Franziskus an diesem Freitag vor Vertretern des Ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel betont. Die vom orthodoxen Metropoliten von Pergamon, dem Theologen Ioannis Zizioulas, angeführte Delegation war anlässlich des römischen Patronatsfestes „Peter und Paul“ an diesem Samstag nach Rom gereist. Der Vatikan erwidert den Besuch aus Konstantinopel traditionell mit einer Visite in Istanbul am 30. November, anlässlich des Patronatsfestes des Heiligen Apostels Andreas. Diese seit 1969 gepflegte „brüderliche Begegnung“ erfülle ihn mit großer Freude, so der Papst. (rv)
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Papstpredigt: „Gott ist uns immer nahe“
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Vatikan bestätigt Ermittlungen gegen APSA-Rechnungsprüfer
Der Heilige Stuhl hat den italienischen Behörden bei den laufenden Ermittlungen gegen einen früheren Rechnungsprüfer der vatikanischen Güterverwaltung APSA „volle Bereitschaft“ zur Zusammenarbeit versichert. Das gab Vatikansprecher Federico Lombardi in einer Presseerklärung am Freitagmorgen bekannt. Der frühere Rechnungsprüfer des APSA, Nunzio Scarano, ist an diesem Freitag zusammen mit zwei weiteren Verdächtigen im Zusammenhang mit Untersuchungen der italienischen Staatsanwaltschaft verhaftet worden. Er sei bereits vor über einem Monat von seinem Dienst bei der APSA ordnungsgemäß suspendiert worden, nachdem seine Vorgesetzten von Ermittlungen gegen ihn erfahren hatten, so Lombardi. (rv/kna)
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EU: Jugendarbeitslosigkeit gefährdet Hoffnungen
Die Regierungschefs der Europäischen Union haben am Donnerstag in Brüssel über die Jugendarbeitslosigkeit gesprochen. Über 5,6 Millionen Jugendliche in der Union, vor allem aus den Südländern, haben derzeit keine Arbeitsstelle. Jugendorganisationen schlagen deshalb Alarm. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt der Gründer des Think tank „Think young“, Andrea Gerosa, dass man zu Recht schon von einer „verlorenen Generation“ sprechen könne. Im Widerspruch dazu stehe, dass Arbeitsplätze durchaus vorhanden seien, so Gerosa. (rv)
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Vatikan: Thomanerchor singt zusammen mit der Sixtinischen Kapelle
Ökumene, musikalisch: Anlässlich des römischen Patronatsfest Petrus und Paulus singt der evangelische Thomanerchor aus Leipzig am kommenden Samstag vor dem Papst – und zwar zusammen mit dem Chor der Sixtinischen Kapelle. Schon lange habe er sich um einen Auftritt im Vatikan bemüht, berichtet im Interview mit dem Kölner Domradio Thomaskantor Georg Christoph Biller. Er ist der 16. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach, der den Chor vor über 250 Jahren leitete. Dass der emeritierte Papst Benedikt XVI. den jetzigen Auftritt noch während seiner Amtszeit ermöglicht habe, sei ein „sehr schönes Signal“, findet Biller. (domradio/rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Debatte um EKD-Papier: „Riss in Ökumene“ oder „Auf Linie Luthers“?
Kardinal Joachim Meisner bittet die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Orientierungshilfe zu Ehe und Familie zurückzunehmen. Der Kölner Erzbischof sieht in dem Papier eine Relativierung der christlichen Ehe und Familie. In der Orientierungshilfe werden auch Patchworkfamilien und homosexuelle Partnerschaften als förderungswürdige Familienformen beschrieben. Meisner sieht die Unterschiede im Familienverständnis der beiden Kirchen als ernste Gefahr für die Ökumene. Das Papier rede, so Meisner, „in eklatantem Widerspruch zu seinem Titel (…) der Beliebigkeit und Relativierung von Ehe und Familie das Wort“. (domradio/pm)
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UNSERE LIVE-ÜBERTRAGUNG:

Live bei uns: Palliumsübergabe an neue Bischöfe
An diesem Samstag wird Papst Franziskus 34 neu ernannten Erzbischöfen aus aller Welt das Pallium als Zeichen ihrer Amtswürde überreichen. Wir übertragen live und mit deutschem Kommentar die Feier. Sie können die Übertragung ab 9.20 Uhr auf unseren Vatican Player mitverfolgen. Unsere Kommentatorin ist Christine Seuß. Traditionell erhalten die neu ernannten Bischöfe die mit sechs schwarzen Kreuzen bestickte Wollstola bei ihrer Weihe zum Erzbischof am römischen Patronatsfest Peter und Paul. (rv)

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Papst hat den Kustos im Heiligen Land, Franziskanerpater Pierbattista Pizzaballa, im Amt bestätigt. Das gab der Vatikan an diesem Freitag bekannt. Die Kustodie des Heiligen Landes ist die Ordensorganisation der Franziskaner im Heiligen Land; zu ihr gehören heute neben Israel und Palästina auch der Libanon, Jordanien, Syrien, Teile Ägyptens, Zypern und Rhodos. Der 1965 in Italien geborene Pizzaballa übt diesen Dienst seit Mai 2004 aus. (rv)
Das vatikanische Nachrichtenportal „News.va“ ist von diesem Freitag an auch in einer iPad-Version verfügbar. Wie der Präsident des päpstlichen Medienrates, Erzbischof Claudio Maria Celli, am Donnerstag mitteilte, können die Nachrichten damit künftig wie eine Zeitung gelesen und umgeblättert werden. Nach Cellis Angaben verzeichnet News.va täglich 70.000 Klicks. Für das Facebook-Profil von News.va würden wöchentlich zwei Millionen Besuche registriert. Das im Sommer 2011 von Papst Benedikt XVI. freigeschaltete Nachrichtenportal bündelt Material der Tageszeitung „Osservatore Romano“, von Radio Vatikan sowie die Mitteilungen des vatikanischen Presseamtes. (kna)

Europa

Österreich
Als „positives Hoffnungszeichen“ wertet Kardinal Christoph Schönborn den EU-Beitritt Kroatiens am 1. Juli. „Eine frühere Krisenregion“, so Schönborn in seinem Freitags-Kommentar der Wiener Zeitschrift „Heute“, werde „langsam Mitglied einer Völkergemeinschaft, die auf Frieden und Versöhnung ausgerichtet“ sei. Immer noch hätten es die 4,3 Millionen Kroaten schwer, wenngleich der Kardinal die politische Lage am Balkan heute stabiler einschätzt als unmittelbar nach den Balkankriegen von 1991 bis 1995. Positiv wertet Schönborn auch die kroatische „Treue und Liebe zur katholischen Kirche. Ihr tiefer Glaube ist auch in Zeiten der Verfolgung nicht verschwunden und heute so lebendig wie eh und je“. (kap)

Polen/Ukraine
Die Spitzen der katholischen und der griechisch-katholischen Kirche von Polen und der Ukraine haben zur Versöhnung beider Länder aufgerufen. In einer am Freitag in Warschau unterschriebenen gemeinsamen Botschaft werben sie für die gegenseitige Vergebung von Verbrechen und „ethnischen Säuberungen“, denen 1943 viele Tausende unschuldige Menschen zum Opfer gefallen seien. Polen und Ukrainer sollten „weitere Schritte auf dem Weg zur brüderlichen Annäherung“ gehen. Das sei ohne echte Versöhnung unmöglich. Das Dokument unterzeichneten die Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenzen Polens und der Ukraine, die Erzbischöfe Jozef Michalik und Mieczyslaw Mokrzycki, sowie für die mit Rom verbundene griechisch-katholische Kirche der Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk und der Warschauer Erzbischof Jan Martyniak. (kna)

Großbritannien
Jüdische Freiwillige wollen im Londoner Stadtteil Stamford Hill Moscheen gegen antimuslimische Übergriffe schützen. Wie die Zeitung „Jewish Chronicle“ am Freitag berichtet, folgen sie damit dem Beispiel jüdischer Gemeinschaften in New York, die 2008 die Organisation Shomrim, übersetzt „Wächter“, gründeten. Deren unbewaffnete Mitglieder patrouillieren durch die Nachbarschaft, um Einbrüchen, Vandalismus oder Überfällen vorzubeugen. Ein Lokalpolitiker habe die britische Stamford Hill Shomrim und eine muslimische Gemeinde zusammengebracht, die zuvor Drohungen erhalten hatte. Die Begegnung sei „ein voller Erfolg“ gewesen. Die britischen Shomrim wollten nun die lokalen Moscheen auf ihrer Patrouille bewusst einbeziehen.
(kna)

Russland/Vatikan
Der katholische Moskauer Erzbischof Paolo Pezzi hat sich für ein baldiges historisches Treffen von Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. ausgesprochen. Die Kirchenoberhäupter könnten theoretisch bereits „morgen“ zusammenkommen, sagte er in einem Interview der Moskauer Tageszeitung „Kommersant“ vom Donnerstag. Einer Begegnung stehe „grundsätzlich nichts entgegen“. Pezzi verwies allerdings darauf, dass die russisch-orthodoxe Kirche auf einer gründlichen Vorbereitung eines Treffens des Moskauer Patriarchen mit dem Papst bestehe, damit die Begegnung auch nutzbringend sei. Seit der Kirchenspaltung von 1054 gab es keine Begegnung eines Papstes mit einem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche. (kna)

Naher Osten

Syrien/Libanon/Europäische Union
Kirchenvertreter aus Syrien und dem Libanon rufen die Europäische Union dazu auf, die Rebellen in Syrien nicht mit Waffen zu versorgen. Auf Einladung des Hilfswerkes „Kirche in Not“ war eine Delegation von Kirchenvertretern aus Syrien und dem Libanon nach Brüssel gereist, um dort von der Lage im Bürgerkrieg und der Lage der Flüchtlinge zu berichten. „Nur politische Verhandlungen mit einem ehrlichen Vermittlungsbeitrag der Christen können zu Frieden im Land führen und die Syrer zum Bleiben bewegen“, sagte der melkitische Kirchenführer aus Damaskus, Gregorius III. Laham. „Die Einführung neuer Waffen erhöht nur die Zahl der Waisen und Witwen“, so der Patriarch. (rv/pm)

Asien

Pakistan
Im Kampf gegen gewaltsame Übergriffe auf die christliche Minderheit des Landes will die Kommission „Gerechtigkeit und Frieden“ Selbstschutzgruppen auf den Weg bringen. Das wurde auf der Konferenz der pakistanischen Ordensoberen in Karatschi beschlossen, wie der Fidesdienst unter Berufung auf die veröffentlichte Verlautbarung berichtet. Danach plant die Kommission die Organisation von 15 Schutzgruppen, denen Gläubige verschiedener Konfessionen, darunter auch Priester, Anwälte und Ärzte angehören sollen. In verschiedenen Teilen des Landes sollen die Selbstschutzgruppen Episoden der Gewalt und Diskriminierung beobachten und so zur Förderung der Gerechtigkeit in Pakistan beitragen. (fides)

Amerika

Kolumbien
Bei dem am Donnerstag gefundenen Leichnam handelt es sich doch nicht um den vermissten Priester Néstor Dario Buendia Martinez. Wie die Diözese Montería dem Fidesdienst mitteilte, ergab die rechtsmedizinische Untersuchung, dass es sich bei dem Toten um ein anderes Mordopfer handelt. Von dem seit 20. Juni vermissten Geistlichen fehle weiterhin jede Spur. Der Bischof der Diözese Montería, Ramon Alberto Rolon, hat die Bevölkerung nun zur Mithilfe bei der Suche nach dem Vermissten und zur Unterstützung der polizeilichen Ermittlung aufgerufen. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 28.06.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Deutschland: Die religiöse Bindung sinkt. Gespräch mit einem Soziologen / Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle im Interview: Betreuungsgelddebatte und Familienbild in Deutschland

Samstag Abend, 29.06.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 30.06.2013: Reden über Gott und Welt
Die „innere Gegenwart“ des Konzils. Ein Gespräch mit Pater Carsten Barwasser

Montag Abend, 01.07.2013: Weltkirchen-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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Im Internet:

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