RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 29.6.2013

Tagesmeldungen vom 29.6.2013

- Papstmesse zum römischen Patronatsfest -
- Appell an Ägypter: „Demonstriert friedlich!“ -
- Nigeria: Blutige Zusammenstöße in Plateau -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefanie Stahlhofen
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Franziskus: „Stärken im Glauben, in der Liebe und Einheit“
Der Papst und alle Kardinäle und Bischöfe haben die Aufgabe, im Glauben, in der Liebe und in der Einheit zu bestärken. Das hat Papst Franziskus anlässlich des Hochfestes der heiligen Apostel Petrus und Paulus betont. Bei der feierlichen Messe zu Ehren der Apostelfürsten im Petersdom legte Franziskus 34 neuen Metropolitan-Erzbischöfen das Pallium auf die Schultern. Neben Kardinälen und Bischöfen sowie dem beim Vatikan akkreditierten Diplomatischen Corps nahm auch eine hochrangige Delegation des orthodoxen Patriarchats von Konstantinopel an der Messe teil. Einen ökumenischen Akzent setzte der Leipziger Thomanerchor, der zusammen mit dem päpstlichen Chor der Sixtinischen Kapelle die Liturgie musikalisch untermalte (rv)
Hier mehr in Text und Ton
Hier die Predigt in offizieller deutscher Übersetzung

Franziskus: „Rom durch Petrus und Paulus Bezugspunkt der Weltkirche“
Rom ist nach Worten von Papst Franziskus durch die Anwesenheit der Apostel Petrus und Paulus und durch ihr Martyrium zum Bezugspunkt der Weltkirche geworden. Die Stadt habe diesen Rang nicht durch die Macht des Kaiserreichs erhalten, sondern „sofort und spontan“ durch das Martyrium und durch das Zeugnis der Apostelfürsten für Christus. Das sagte Franziskus beim Angelusgebet am Samstagmittag. (rv/kna)
Hier ausführlicher

Sonntagsevangelium: „Ich will dir folgen, wohin du auch gehst“
Mit großer Entschiedenheit begibt sich Jesus auf den Weg nach Jerusalem. Dort wird sich alles vollenden, wie es ihm bestimmt ist. Jesus will keine Gewalt anwenden, er gibt sich ganz in die Hand des Vaters. Im zweiten Teil dieses Evangeliums stehen drei Weisungen für die Nachfolge. Sie sind radikal; der ganze Mensch wird gefordert. Keine Halbheit und kein Rückzug ist erlaubt. Wer ist zu einer solchen Nachfolge tauglich? Wer gerufen wird und den freien Mut hat, sich wie Jesus in die Hand Gottes zu geben. (rv/schott)
Lesen Sie hier das Sonntagsevangelium

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UNSER BUCHTIPP:

Zwischen Philosophie und Theologie
Wenn die beiden Zisterziensermönche Justinus Pech und Alkuin Schachenmayr ihre Studenten im Stift Heiligenkreuz in Theologie unterrichten, stellen sie oft fest: Bei einem Großteil ihrer Hörer könne „ein Verständnis der grundlegenden philosophischen und theologischen Begriffe nicht mehr vorausgesetzt“ werden. Das erzählen die beiden Dozenten im Vorwort zu ihrem jüngst erschienen Grundlagenband „Zwischen Philosophie und Theologie – Interpretationen zu zentralen fundamentaltheologischen Begriffen“. Mit dem 210 Seiten starken Werk wollen sie diesem Manko entgegenwirken: Weil die wenigsten Theologen in spe „die alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch lernen“, seien sie auch nicht mehr „mit den antiken Autoren“ vertraut, die Pech und Schachenmayr zu Wegbereitern „der europäischen Geistesgeschichte“ und daher für wesentlich für „eine klassische humanistische Bildung“ erklären – aber eben „auch der christlichen Theologie“. Die ganze Buchbesprechung von Simon Berninger lesen und hören die hier. (rv)

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die Ermittlungen gegen den ehemaligen Vatikanangestellten Nunzio Scarano haben „absolut nichts“ mit der vatikanischen Güterverwaltung APSA zu tun. Das hat der Präsident der Kurienbehörde, Kardinal Domenico Calcagno, nach Scaranos Verhaftung im Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ betont. Nunzio Scarano war in der Behörde, die unter anderem die vatikanischen Immobilien verwaltet, bis vor einigen Wochen für die analytische Buchführung verantwortlich, wurde jedoch im Zuge von Ermittlungen der italienischen Staatsanwaltschaft bereits vor über einem Monat von seinem Amt suspendiert. Er wurde am Freitag neben anderen zwei Personen wegen des Verdachtes auf Geldwäsche verhaftet. (adnkronos)
Am Sonntag wird in allen Kirchengemeinden der Welt traditionsgemäß der so genannte Peterspfennig entrichtet. Die Erlöse der Kollekte an diesem Tag kommen direkt dem Heiligen Stuhl und den von ihm finanzierten wohltätigen Initiativen zugute. Neben kirchlichen Einrichtungen, Geistlichen und Ordensleuten in besonderen Schwierigkeiten werden mit der Kollekte, die stets um das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus stattfindet, auch humanitäre Hilfsinitiativen und soziale Projekte des Papstes gefördert. (rv)

Europa

Deutschland
Der Bundestag hat die Bundesregierung aufgefordert, weiterhin ein besonderes Engagement zu Gunsten der Religionsfreiheit weltweit an den Tag zu legen. Als weitere Schwerpunkte nannte der am Freitag verabschiedeten Entschließungsantrag des Parlaments die weltweite Abschaffung der Todesstrafe sowie den Kampf gegen die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Die ursprünglich geplante Debatte über die Menschenrechtsberichte von EU und Bundesregierung entfiel. (kna)

Großbritannien/Österreich
Als „enormen ethischen Rückschritt“ hat das Wiener Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) jene Form der Erbgutmanipulation bezeichnet, deren Einführung Großbritannien am Freitag beschlossen hat. Künftig gibt es dort unter bestimmten Voraussetzungen die künstliche Befruchtung mit dem genetischen Erbgut von zwei Müttern und einem Vater, wodurch Paare mit einer mitochondrialen Erkrankung Chance auf ein gesundes Kind bekommen sollen. Der Kern einer Eizelle der erbkranken Mutter wird bei diesem Verfahren in die Eizelle einer Spenderin gegeben, der man zuvor sämtliche genetische Informationen außer den Mitochondrien entnommen hat; das Ergebnis wäre ein Kind mit der DNA von drei Personen. Das von der britischen Regierung nun genehmigte Verfahren, das in Großbritannien in zwei Jahren verfügbar sein soll, ist in der Wissenschaft höchst umstritten. (kap)

Russland
Die russisch-orthodoxe Kirche hat keine Bedenken gegen das verschärfte Anti-Blasphemie-Gesetz,
das am Montag in Russland in Kraft tritt. Das betonte der Außenamtschef des orthodoxen Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion Alfejew, am Freitag in Wien. Die österreichische Nachrichtenagentur Kathpress zitiert ihn mit den Worten, die Entwicklungen in den vergangenen Jahren, die in dem Protestauftritt der Punkband „Pussy Riot“ in der orthodoxen Erlöserkathedrale in Moskau gipfelten, hätten dieses Gesetz notwendig gemacht. Das neue Gesetz sieht bis zu drei Jahre Haft für die Verletzung religiöser Gefühle vor. (kna/kap)

Afrika

Ägypten
Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Tawadros II.,
hat die Ägypter dazu aufgerufen, bei Demonstrationen auf Gewalt zu verzichten. „Ägypten hat es nötig, dass alle seine Bürger miteinander sprechen und sich ohne Gewalt und Blutvergießen äußern. Betet für Ägypten!“, schreibt Tawadros auf seinem Twitter-Account. Anlässlich des ersten Jahrestages von Mohammed Mursis Amtsantritt als Präsident sind an diesem Wochenende mehrere Großdemonstrationen seiner Anhänger und Gegner geplant. In den vergangenen Tagen kam es bereits zu gewalttätigen Demonstrationen. Insbesondere der Tahrir-Platz könnte zum Schauplatz von Zusammenstößen zwischen den beiden Gruppierungen werden. (ansa/rv)

Nigeria
Ethnisch motivierte Zusammenstöße haben in dem Land mindestens 48 Todesopfern gefordert.
Wie die Nachrichtenagentur "Ansa" unter Berufung auf Militärangaben berichtet, ging es bei den jüngsten Auseinandersetzungen zwischen christlichen Bauern und muslimischen Hirten um Landbesitz und Viehdiebstahl. Bereits am Mittwoch sei es in verschiedenen Orten des Bundesstaates Plateau zu gewaltsamen Streitigkeiten gekommen. In deren Verlauf hätten muslimische Fulani christliche Dörfer angegriffen und Häuser in Brand gesteckt. Unter den Toten seien sowohl Dorfbewohner als auch Angreifer zu verzeichnen. Im Zusammenhang mit Viehdiebstahl kommt es in der zentralen Plateauregion immer wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen. (ansa)

Asien

Malaysia
Ein geplantes Gesetz zur Reform des Elternrechts ist nach Auffassung
eines Verbandes von Religionsgemeinschaften verfassungswidrig. „Religiöse Gesetze können nicht die Verfassung außer Kraft setzen“, betonte der Malaysische Konsultativrat der Buddhisten, Christen, Hindus, Sikhs und Taoisten am Freitag in Kuala Lumpur. Der unmittelbar nach Zusammentreten des neuen Parlaments am Donnerstag eingebrachte Gesetzentwurf sieht vor, dass zum Religionsübertritt von Kindern zum Islam die Zustimmung eines Elternteils ausreicht. In den vergangenen Jahren häufen sich Medienberichten zufolge in Malaysia Fälle der Zwangskonversion von Kindern sowie der posthumen Konversion von Verstorbenen zum Islam. (kna)

Amerika

Vereinigte Staaten
Der von der Demokratischen Partei dominierte Senat hat für eine Reform des Einwanderungsrechts gestimmt. Damit kommt das Gesetzespaket, eines der wichtigsten Wahlversprechen von Präsident Barack Obama, jetzt in den Kongress. Um republikanischen Abgeordneten entgegenzukommen, sieht der Text auch mehr Abriegelungsmaßnahmen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko vor. Vor allem aber zielt er auf eine Legalisierung beim Status der bereits in die Staaten gelangten Einwanderer. Das geht bis zur Erlangung der Staatsbürgerschaft – ein Punkt, gegen den sich viele Republikaner im Kongress wehren. „Es ist noch ein langer und steiniger Weg bis zu einer Einwanderungsreform“, sagte der republikanische Abgeordnete Tom Cole der Nachrichtenagentur ap. Die meisten seiner Parteikollegen stünden dem Text skeptisch oder ablehnend gegenüber. Die US-Bischöfe haben sich in den letzten Jahren immer wieder für eine Einwanderungsreform stark gemacht. (ap)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 29.06.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 30.06.2013: Reden über Gott und Welt
Die „innere Gegenwart“ des Konzils. Ein Gespräch mit Pater Carsten Barwasser

Montag Abend, 01.07.2013: Weltkirchen-Magazin

Dienstag Abend, 02.07.2013: Radioakademie (Teil 1)

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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