RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 2.5.2013

Tagesmeldungen vom 2.5.2013

- Schweiz: Kirche gegen Verschärfung des Asylgesetzes -
- Ökumene beim Evangelischen Kirchentag -
- Papst Franziskus und die Ostkirchen -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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KORREKTUR:

In unserem Newsletter vom Mittwoch ist uns ein Fehler unterlaufen: Die Ankunft des emeritierten Papstes im Vatikan ist in der Vergangenheitsform beschrieben, das war natürlich nicht korrekt. Tatsächlich – und wie auf unserer Webseite lesbar – bezog sich das Interview mit Pater Lombardi zu Benedikt XVI. auf den Donnerstag. Wir bitten um Nachsicht.

P. Bernd Hagenkord

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THEMEN DES TAGES:

Schweiz: Kirchen gegen Verschärfung des Asylgesetzes
Die Kirchen der Schweiz sagen „Nein“ zu Verschärfungen des Asylgesetzes. Am 9. Juni stimmen die Schweizer darüber ab, ob die Asylregelung geändert werden soll. Vertreter der römisch-katholischen, reformierten und christkatholischen Kirchen wollten ein klares Zeichen setzen und haben an diesem Donnerstag zu einer Pressekonferenz eingeladen. Ort des Treffens war ein Asylzentrum bei Bern. Die Kirchen sind keine politischen Parteien, aber wenn es um die Würde des Menschen gehe, dann müsse man Klartext sprechen, so die Medienmitteilung der Kirchenvertreter. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt der Generalsekretär der bischöflichen Kommission „Justitia et Pax“, Wolfgang Bürgstein, weshalb alle Kirchen gemeinsam gegen die Verschärfung des revidierten Asylgesetztes sind. (rv/kipa/pm)
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Deutschland: Evangelischer Kirchentag - Die ganze Ökumene
Christen sollten nicht nur in der Gesellschaft leben, sondern sie auch mit gestalten wollen. Diesen Gedanken brachte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck mit zum evangelischen Kirchentag nach Hamburg. Bereits vor dem Kirchentag, aber auch im Motto „Soviel du brauchst“ wurde die weltweite Armut als eines der zentralen Themen angesprochen. Ein weiteres Thema: Die Ökumene. Vor diesem 34. Kirchentag war ihre Bedeutung immer wieder unterstrichen worden. Im Rahmen des Eröffnungsgottesdienstes auf dem Rathausmarkt war sie dann sehr präsent: Unter den Vorbereitern der Liturgie war auch ein katholischer Pfarrer, Pater Martin Löwenstein. Im Interview erklärt er uns, warum ein er beim evangelischen Kirchentag mithilft, eine Liturgie zu gestalten. (rv)
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Franziskus und die Ostkirchen
An diesem Sonntag ist Ostern, und zwar für die christlichen Kirchen im Osten, die sich nach dem Julianischen Kalender richten und nicht, wie die römisch-katholische, nach dem Gregorianischen. Für die über 20 mit Rom unierten Ostkirchen ist es das erste Osterfest mit Papst Franziskus. Der Papst kennt die Spiritualität der byzantinischen Kirchen sehr gut, wie das Oberhaupt der ukrainisch griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, weiß. Er war mehrere Jahre lang Bischof der Ukrainer in Buenos Aires, als Jorge Mario Bergoglio römisch-katholischer Erzbischof der argentinischen Hauptstadt war. Im Gespräch mit der US-Nachrichtenagentur CNS sagt Seine Seligkeit Schewtschuk:„Papst Franziskus ist ein Papst der Ökumene. Das heißt konkret: er will eine authentische und tiefe Freundschaft mit allen christlichen Kirchen aufbauen. Das gilt insbesondere für die Beziehung mit unseren orthodoxen Mitbrüdern. Er stand den Ostkirchen schon immer sehr nahe. Ihm ist die Authentizität wichtig.“ (cns/rv)
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Papst Franziskus: „Die Kirche des ‚Nein’ und die Kirche des ‚Ja’“
Wenn die Kirche den Heiligen Geist nicht wirken lässt, dann ist das bereits der Beginn der Spaltungen. Das betonte Papst Franziskus an diesem Donnerstag in seiner Predigt bei der Morgenmesse im Gästehaus des Vatikan, der Casa Santa Marta. Der Geist sorge seit den Anfängen der Kirche für den Antrieb des Glaubens, aber auch für Herausforderungen; dann aber schaffe er die Einheit der Kirche. Der Papst nahm Bezug auf die Debatte unter den ersten Christen, wie mit Heidenchristen umzugehen sei. (rv)
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Bangladesch: „Ein, zwei Monate nach der Katastrophe ist alles vergessen“
Konsumenten in Europa und den USA wollen immer billigere Ware; ein Grund für die katastrophalen Arbeitsbedingungen, die durch den Zusammenbruch eines Gebäudes in Bangladesch und den Tod von weit über 200 Menschen ins öffentliche Bewusstsein gerückt sind. Produzenten und Verkäufer vor allem der großen Billigmarken stehen unter Druck, ihre Produktionsmethoden zu überprüfen. Der Erzbischof von Dhaka, Patrick D’Rozario, wirft den Produzenten, aber auch der Regierung des Landes vor, nicht genug für die Menschen zu tun. Das Land lerne zwar aus diesen Vorfällen, aber das müsse nun auch Folgen für die Produktion von Kleidung haben. (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Im Kreuzfeuer: Frauen als Diakone?
Sollte die katholische Kirche ein neues Amt einrichten für Frauen – etwa das der Gemeindehelferin? Oder sollten Frauen sogar Diakon werden können, ohne sakramentale Weihe oder mit einer Weihe? Die Debatte ist nach einer Äußerung von Erzbischof Robert Zollitsch von Freiburg aufgekommen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hatte an diesem Wochenende Schlussfolgerungen aus der Diözesanversammlung seines Erzbistums gezogen. Und dabei erklärte er, er werde für ein spezifisches Diakonenamt für Frauen eintreten. Das dreistufige Weiheamt in der Kirche steht nur Männern offen: Diakon, Priester, Bischof. Zollitsch hat klargemacht, dass es ihm nicht um die Öffnung des bestehenden Weihe-Diakonats für Frauen geht, sondern um ein Amt anderer Art. Dabei kann er sich auf den deutschen Kurienkardinal Walter Kasper berufen, der Ende Februar das Amt einer nicht-geweihten Gemeinde-Diakonin ins Gespräch gebracht hat. In unserem „Kreuzfeuer“ hören Sie die Pro- und Contra-Argumente zum Thema Frauendiakonat. Autor dieses Audio-Dossiers ist Stefan Kempis. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

@Pontifex, der Twitter-Account des Papstes, hat an diesem Dienstag die sechs-Millionen-Marke erreicht. Das berichtet die Agentur Kathpress. An diesem Donnerstag seien es bereits 100.000 Follower mehr. Auch das Design der päpstlichen Twitterseite wurde am Donnerstag erstmals seit der Amtseinführung leicht verändert: Das Hintergrundbild zeigt Petersplatz und Basilika nun aus einer niedrigeren Vogelperspektive, die die versammelte Menschenmasse besser erkennen lassen, zudem hat der Papst ein neues Profilbild mit je nach Sprachversion gelbem oder blauem Hintergrund. Stets werden die Intervalle kürzer, in denen er die auf 160 Zeichen begrenzten Gedanken aussendet, seit der Vorwoche erfolgt dies sogar täglich. (kap)
Christen und Buddhisten sollen gemeinsam Bedrohungen für das menschliche Leben aufzeigen und für gemeinsame Werte einstehen. Das schreibt der vatikanische Verantwortliche für interreligiösen Dialog, Kardinal Jean Louis Tauran, anlässlich des Vesakhfestes in einer Botschaft an die Buddhisten. Das oberste Gebot der Buddhisten, nämlich kein empfindungsfähiges Leben zu zerstören, stehe in Einklang mit den christlichen Geboten Jesu. Das Zweite Vatikanische Konzil habe gelehrt, dass die Kirche nichts ablehne, was in anderen Religionen wahr und heilig sei, so Tauran. Aufbauend darauf wolle man gemeinsam in „freundschaftlichem Dialog“ und „enger Zusammenarbeit“ für die Verteidigung und Förderung des menschlichen Lebens einstehen. Vesakh ist der höchste buddhistische Feiertag. Buddhisten verschiedenster Tradition begehen dieses Fest zusammen, um an die Gemeinsamkeiten zu erinnern; Vesakh ist also auch so etwas wie ein buddhistisches „Ökumenefest“. (rv)

Europa

Deutschland
Der Ratspräsident der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, hat die Menschen in Deutschland aufgefordert, zu Maß und Mitte zurückzufinden. Anlässlich des Kirchentages in Hamburg sprach sich Schneider am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur für eine Umverteilung der Mittel und mehr Steuergerechtigkeit aus. Es sei falsch gewesen, in den vergangenen 20 Jahren die Steuern für die oberen Zehntausend zu senken, kritisierte er. (kna)
Lebensschützer haben strengere Regeln für Gendiagnostik-Tests in Deutschland gefordert. Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) und die Christdemokraten für das Leben (CDL) appellierten am Donnerstag an den Bundestag, bei der zu erwartenden Novellierung des Gendiagnostikgesetzes nur solche Gentests zuzulassen, bei denen nach Krankheiten gefahndet wird, für die es auch eine Therapie gibt. „Es gibt kein Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch“, sagte die ALfA-Bundesvorsitzende Claudia Kaminski am Donnerstag in Köln. Die am Dienstag vorgelegte Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zur Gendiagnostik lege eindrucksvoll dar, wie gering bei den vorhandenen und in der Entwicklung befindlichen Verfahren die Aussichten auf fehlerfreie Diagnose seien. (kna)
Irreguläre Zuwanderer dürften nicht von der medizinischen Versorgung abgeschnitten sein. Das sagte laut Nachrichtenagentur KNA der Vorsitzende der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer, Urban Wiesing, am Donnerstag in Berlin. Besonders bedenklich sei es, wenn Kindern und Jugendlichen medizinische Versorgung vorenthalten werde. In einer Stellungnahme setzt sich die Kommission unter anderem dafür ein, bürokratische Hindernisse für eine angemessene Behandlung abzubauen. Nach Angaben des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesärztekammer, Ulrich Clever, geht die Zahl der Menschen mit einem nicht ausreichenden Versicherungsschutz in die Hunderttausende. (kna)

Großbritannien
Die Ausbildung von religiöser Identität junger Muslime in Europa kann auch für Christen bei der Beurteilung der eigenen Religion von Interesse sein. Das betonte Kardinal Jean-Pierre Ricard, Erzbischof von Bordeaux, zum Beginn des dritten Dialogforums für Christlich-Muslimische Beziehungen in London. In der Analyse der Situation junger Katholiken könne der Vergleich mit jungen Muslimen helfen. Ricard beklagte in seinem Eröffnungsreferat, dass die Religionen immer noch zu wenig voneinander wüssten. „Die Situation von Muslimen und muslimischer Gemeinschaften ist komplexer, als wir das wahrhaben wollen.“ Bei dem vom Europäischen Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) veranstalteten Treffen in London geht es vor allem um das Spannungsverhältnis von Dialog und Verkündigung. (rv)

Asien

China
Staatliche und religiöse Würdenträger haben sich an diesem Donnerstag in einer Zeremonie vom verstorbenen Bischof von Shanghai, Aloysius Jin Luxian, verabschiedet. Auch zahlreiche Bürger standen Schlange, um an dem Begräbnis teilzunehmen. Das Requiem sei bereits am 29. April gefeiert worden, wie die Agentur Asianews meldet. Bischof Jin Luxian war in der vergangenen Woche im Alter von 97 Jahren verstorben. Da der Weihbischof von Shanghai, Ma Daquin, unter Hausarrest steht, leitete ein Vertreter die Zeremonie. Anwesend waren neben dem Sekretär des vatikanischen Dikasteriums für die Verbreitung des Glaubens, Erzbischof Savio Hon Tai-Fai, zahlreiche Vertreter des Staates. Die Situation der Kirche in Shanghai bleibt schwierig, weil der vorgesehene Nachfolger das Amt nicht antreten kann. Die patriotische Vereinigung – die staatstreue Kirche – erkennt ihn nicht an. (asianews)

Amerika

Vereinigte Staaten/Italien
Der US-Staat Maryland hat die Todesstrafe abgeschafft. Mit der Zustimmung von Senat und Abgeordnetenhaus des Ostküstenstaates tritt das Gesetz nun in Kraft. Damit ist Maryland der 18. US-Staat, der diese Form der Strafe nicht mehr kennt. Die Gemeinschaft Sant’Egidio feiert die Abschaffung auf traditionelle Weise: Während das Gesetz vom Gouverneur unterschrieben wird – am Donnerstag gegen 18.30 Uhr europäischer Zeit – wird das Kolosseum in Rom festlich angestrahlt. (rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 02.05.2013: Kreuzfeuer - Kirche wo es kritisch wird
Themen u.a.: Frauen als Diakoninnen? Gegensätzliche Positionen und ihre Argumente

Freitag Abend, 03.05.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Großerzbischof Schewtschuk zum Verhältnis von Papst und Ostkirchen / Referendum zum Schweizer Asylgesetz: Wolfgang Bürgstein von Justitia et Pax Schweiz im Gespräch / Trommeln für den Papst: Basler Werkstatt beliefert die Schweizergarde

Samstag Abend, 04.05.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 05.05.2013: Menschen in der Zeit: Friedrich Christian Delius

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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