RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 7.5.2013

Tagesmeldungen vom 7.5.2013

- Papstreise: Favela-Besuch beim Weltjugendtag -
- Christen sollten nicht lamentieren, rät der Papst -
- Italien: Volksfrömmigkeit vor der Mafia schützen  -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Das Programm zum WJT: Ein volles Programm für Papst Franziskus
Sieben Tage wird Papst Franziskus im Juli in Brasilien verbringen: Der Vatikan gab an diesem Dienstag das Programm der ersten Auslandsreise des Papstes bekannt. Franziskus wird vor allem am kirchlichen Weltjugendtag in Rio teilnehmen; doch auch ein Abstecher zum Wallfahrtsort Aparecida ist geplant. Schwerpunkt ist die Feier und das Gebet mit Jugendlichen, er wird Beichte hören, einen Kreuzweg beten und Messen feiern. Daneben wird er eine Favela besuchen, Häftlinge treffen und an anderen Treffen teilnehmen, unter anderem mit den lateinamerikanischen Bischöfen. Insgesamt sieht das Papstprogramm 15 Reden, Predigten oder Ansprachen vor. (rv)
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Franziskus: „Christen lamentieren nicht“
Christen sollten sich nicht vom Leid überwältigen lassen, sondern trotz aller Schmerzen die Freude Christi bezeugen. Das riet Papst Franziskus an diesem Dienstagmorgen bei seiner Frühmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Mit den Schwierigkeiten im Leben kämen Versuchungen – etwa die, zu lamentieren. Aber ein Christ, der sich ständig beklage, sei kein guter Christ, so der Papst. Jesus lehre das stille Ertragen. „Der Weg des Erduldens lässt uns den christlichen Frieden vertiefen, es macht uns stark in Jesus!“ (rv)
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Interreligiöser Dialog: „Auf positive Weise desorientiert“
Alles in Ordnung zwischen Buddhisten und Katholiken? Es ist kaum bekannt, doch gibt es in einigen asiatischen Staaten, etwa auf Sri Lanka, durchaus ein Problem mit gewaltbereiten Buddhisten – Splittergruppen, die auf Moscheen und Kirchen losgehen. Insbesondere in den vergangenen Wochen haben sich derartige Fälle gehäuft. Umso wichtiger ist, dass die katholische Kirche sich auch mit Buddhisten um ein gutes Einvernehmen bemüht. Dem diente am Montag ein Kolloquium in Rom, das der Päpstliche Dialograt unter anderen mit italienischen Buddhisten ausgerichtet hat. Der Ratspräsident, Kardinal Jean-Louis Tauran, ist im Gespräch mit Radio Vatikan davon überzeugt, dass die Bereitschaft zum Dialog das Wichtigste bleibt. In diesen Gesprächen gehe es vor allem um den inneren Frieden; ein Aspekt, den die Welt heute vielleicht am meisten brauche. (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Nhá Chica: Erst Sklavin, jetzt Selige
„Ich bin sehr beeindruckt, dass Nhá Chica zu einer Seligen wird, obwohl sie doch so arm war.“ Das sagt eine Schülerin aus Baependi im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Sie hat mit ihrer Klasse einen Ausflug gemacht und gerade ein kleines Museum zur Erinnerung an „Nhá Chica“ besucht. Nhá Chica, oder: Tante Franziska – einen Nachnamen hatte diese Frau aus dem 19. Jahrhundert nicht. Durfte sie auch gar nicht, sie war nämlich die Tochter einer Sklavin; ihr Vater war vermutlich der Direktor des landwirtschaftlichen Unternehmens, auf dem die Mutter arbeitete. Nhá Chica war Analfabetin, nur eines lernte sie: wie man den Rosenkranz betet. (rv)
Ein Portrait der neuen Seligen von Stefan von Kempis

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UNSERE LATEINNACHRICHTEN:

Jede Woche frisch: unsere Nachrichten auf Latein. Gero P. Weishaupt übersetzt für Radio Vatikan ausgewählte Meldungen unseres Programms. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Präfekt der Päpstlichen Ordenskongregation, Kardinal Joao Bráz de Aviz, hat sich in Rom mit 800 leitenden Ordensfrauen aus aller Welt getroffen. Dabei bedauerte er, innerhalb des Vatikan nicht in Entscheidungen über den Verband von US-Ordensfrauen (LCWR) einbezogen worden zu sein. Er betonte aber auch, dass „mittlerweile völliges Einvernehmen“ zwischen der Glaubenskongregation und ihm in dieser Angelegenheit bestehe. Wenn seine Äußerungen als Kritik an der Kurie gedeutet würden, „wäre das ein falscher Eindruck“, vielmehr gehe es darum, „künftig stärker untereinander zu kommunizieren“, so der brasilianische Kurienkardinal. Die Glaubenskongregation sieht bei der LCWR „lehrmäßige Schwächen“; Bráz de Aviz sprach sich deshalb für mehr Gespräche mit den leitenden US-Ordensfrauen aus. (apic/avvenire/rv)
35 neue Rekruten der Schweizergarde sind am Montag Abend im Vatikan vereidigt worden. Unter den 35 neuen Gardisten sind 28 Deutschschweizer, sechs Rekruten stammen aus dem französischsprachigen, einer aus dem italienischsprachigen Landesteil. Die Zeremonie vor rund 2.000 Gästen war aufgrund des schlechten Wetters vom Innenhof des Apostolischen Palasts in die Audienzhalle verlegt worden. Die gegenwärtig rund 110 Mann zählende Schweizergarde bewacht den Papst und seinen Palast seit 1506. (kipa)
Auch beim Heiligen Stuhl trauern viele um Giulio Andreotti: Der wohl einflussreichste italienische Politiker der Nachkriegszeit ist am Montag im Alter von 94 Jahren gestorben. Der überzeugte Katholik, der sieben Mal italienischer Ministerpräsident war, galt vielen Italienern als enger Freund, ja geradezu als „Außenminister“ des Vatikans. Ein Vatikantelegramm vom Montagabend würdigt ihn als „wertvollen Diener der Institutionen, Mann des Glaubens und treuen Sohn der Kirche“, der ein „reiches und fruchtbares Leben“ geführt habe. Das Telegramm ist von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone unterzeichnet. (rv)
Die vatikanischen Gärten sind erstmals seit zwei Monaten wieder für Besucher geöffnet. Wie die Vatikanischen Museen auf ihrer Internetseite mitteilen, haben die Führungen für Gruppen am Montag wieder begonnen. Die Gärten waren Anfang März vor der Papstwahl für Besucher geschlossen worden. Damals wurde das vatikanische Gästehaus Santa Marta für die Unterbringung der Kardinäle während des Konklaves vorbereitet. Nachdem Papst Franziskus auch nach seiner Wahl weiterhin im Gästehaus residiert, waren die Führungen zunächst weiterhin aus Sicherheitsgründen ausgesetzt worden. Die Besichtigungen mit einem Kleinbus, die das Römische Pilgerwerk bis zum Konklave anbot, bleiben vorerst weiterhin ausgesetzt. (kipa)

Europa

Italien
Gegen eine Unterwanderung religiöser Feste durch die Mafia wollen Süditaliens Bischöfe künftig entschiedener vorgehen. Nach Angaben der Tageszeitung „Avvenire“, die sich auf ein Dokument der kampanischen Bischofskonferenz bezieht, sollen religiöse Feierlichkeiten nur noch von kirchlich engagierten Personen mit tadelloser Lebensführung veranstaltet werden. Ausschließlich das Ordinariat einer jeden Diözese dürfe daher mit der Organisationsleitung einer kirchlichen Feier betraut sein. Mit ihrem Schreiben „Die Volksfrömmigkeit evangelisieren“ wollen die Bischöfe populäre Feste gezielter vor Auswüchsen und „Formen der Hysterie“ schützen. So sollen Heiligenstatuen bei Prozessionen nicht mehr von dem Meistbietenden getragen werden. Auch der Verkauf von Devotionalien in liturgischen Räumen sei unangemessen. (avvenire)

Ukraine
Die Zukunft der Ukraine liegt innerhalb der EU: zumindest nach Einschätzung des Kiewer Großerzbischofs Swjatoslaw Schewtschuk sähen die meisten religiösen Ukrainer einen EU-Beitritt als ein Gebot der Stunde an. Derzeit führt die ukrainische Regierung Verhandlungen mit der EU, deren Ergebnis ein Assoziierungsabkommen zur Schaffung einer Freihandelszone sein könnte. Dass Brüssel zunächst von der Unterzeichnung eines solchen Abkommens abgesehen hatte, lag maßgeblich an der Verurteilung und Inhaftierung der Oppositionsführerin Julia Timoschenko. Bei einem Treffen mit EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle im März in Brüssel hatte sich Großerzbischof Schewtschuk gemeinsam mit anderen ukrainischen Religionsführern für ein Assoziierungsabkommen stark gemacht. (kna)

Afrika

Gabun
Eine Prozession gegen so genannte rituelle Verbrechen wird am kommenden Samstag in allen Bistümern des Landes veranstaltet. Es handelt sich um eine Initiative der Bischöfe des Landes. Rituelle Verbrechen sind in Gabun weit verbreit. Dabei wird von Anhängern der so genannten Hexerei Blut aus bestimmten Organen (Augen, Ohr, Gehirn) von Opfern entnommen. Oft sind dies Kinder oder Jugendliche, die für magische Riten zur Verfügung gestellt werden. Ziel der Praktiken sind finanzielle oder andersartige Vorteile. Wie aus dem jüngsten Bericht eines Verbands gegen rituelle Verbrechen (ALCR) hervorgeht, wurden in vier von insgesamt neun Provinzen des Landes im Jahr 2010 insgesamt 34 rituelle Verbrechen gemeldet. 2011 waren es bereits 62. (fides)

Naher Osten

Syrien
Auf internationaler und ökumenischer Ebene gibt es zahlreiche Bemühungen um eine Freilassung der beiden Bischöfe, die vor zwei Wochen in der Nähe von Aleppo entführt worden sind. Dies bestätigt der syrisch-orthodoxe Metropolit Timotheus Matta Fadil Alkhouri vom Patriarchat Antiochien im Gespräch mit dem vatikanischen Fidesdienst. „Wir sind sehr besorgt“, so der Bischof, „denn wir wissen nicht, wo und in wessen Händen die Bischöfe sind. Wir warten und beten und hoffen, dass sie noch leben.“ Kirchenleute bemühten sich fieberhaft um einen Kontakt zu den Entführern. „Unsere Bischöfe in der Türkei, in Syrien und im Libanon nutzen ihre Verbindungen“, so der Metropolit wörtlich. Auch die Bischöfe anderer Kirchen, Länder und Konfessionen seien eingeschaltet. (fides)

Asien

Indien
Fünf Jahre nach den antichristlichen Massakern im Distrikt Kandhamal im indischen Bundesstaat Orissa gibt es für die Opfer keine Gerechtigkeit, denn die Täter bleiben straffrei. Das sagte der katholische Menschenrechtsaktivist John Dayal gegenüber dem vatikanischen Fidesdienst. Bei dem Pogrom des Jahres 2008 wurden über 400 christliche Dörfer „gesäubert“; über 5.600 Wohnungen und 296 Kirchen wurden in Brand gesteckt, über 100 Menschen starben, von denen die Regierung allerdings nur 56 anerkennt. Zusätzlich gab es tausende Verletzte, viele Frauen (darunter auch eine Ordensschwester) wurden vergewaltigt, 56.000 Menschen wurden obdachlos. Nach Dayals Analyse verschleppen die Behörden Ermittlungen oder führten sie nur oberflächlich durch: Lediglich zwei Inspektoren und ein kleines Ermittlerteam befassten sich mit den unzähligen Fällen. (fides)

Burma
Die Rechte der muslimischen Minderheit mit all seinen Möglichkeiten zu schützen: das hat der Präsident des mehrheitlich buddhistischen Burmas, Thein Sein, versprochen. In seiner Rede, die das burmesische Fernsehen am Montag ausstrahlte, versicherte er, die Regierung wolle „alle nötigen Maßnahmen ergreifen“, um weitere Ausschreitungen im Zusammenhang mit religiösen Unruhen zu verhindern. Gleichzeitig müsse für ein friedliches Zusammenzuleben im Land aber auch „Toleranz und gegenseitiger Respekt“ zwischen den Glaubensanhängern herrschen. Seit seiner Wahl zum Präsidenten des südostasiatischen Staates 2011 war Sein immer wieder vorgeworfen worden, zu wenig zum Schutz der muslimischen Rohingya-Volksgruppe zu tun. (ap)

Amerika

Kolumbien
In Kolumbien gibt es zwischen 4,9 und 5,5 Millionen Binnenflüchtlinge. Dies geht aus einem Bericht der katholischen Kirche hervor, der auf Grundlage von Daten des Zentrums für Flüchtlingshilfe erstellt wurde. Damit ist Kolumbien weltweit das Land mit den meisten Binnenflüchtlingen, noch vor Syrien und der Demokratischen Republik Kongo. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 07.05.2013: Radioakademie (Teil 1) - von Anne Preckel
Kirche und Hilfsarbeit in Rumänien

Mittwoch Abend, 08.05.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Die Vereidigung der jungen Schweizer Gardisten / Papst Franziskus äußert sich zu Pädophilie / Neuigkeiten zum Weltjugendtag / Generalaudienz

Donnerstag Abend, 09.05.2013: Kreuz des Südens

Freitag Abend, 10.05.2013: Prisma-Magazin

 

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
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Im Internet:

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