RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 13.5.2013

Tagesmeldungen vom 13.5.2013

- Kardinal Maradiaga: „IOR-Aufgaben neu definieren“ -
- Papst: „Christ ohne Erinnerung ist Götzendiener“ -
- Katholikenzahlen in Europa rückläufig -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Christine Seuß
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Vatikan/Kolumbien: „Friedensgespräche fortsetzen“
Papst Franziskus hat an diesem Montag Kolumbiens Präsidenten Juan Manuel Santos in Audienz empfangen. Dabei ging es unter anderem um den Friedensprozess in Kolumbien, der derzeit unter internationaler Beteiligung zwischen Rebellen und Regierungsvertretern vorangetrieben wird. Franziskus und Santos gedachten der Opfer des Konfliktes und äußerten den Wunsch, dass die Friedensverhandlungen im Geiste einer ehrlichen Suche nach Allgemeinwohl und Versöhnung weitergeführt würden. Papst Franziskus hatte bereits am Sonntag zu Frieden und Versöhnung in Kolumbien aufgerufen. Präsident Santos hatte in den vergangenen Monaten einen Dialogprozess mit den FARC-Rebellen begonnen. (rv)
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Kardinal Maradiaga: „Aufgaben des IOR neu definieren“
Kardinal Oscar Maradiaga hat sich für eine Neudefinition der Aufgaben des vatikanischen Geldinstitutes IOR ausgesprochen. In einem Interview mit der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ erklärte der Kardinal, dass bereits im Vorkonklave darüber diskutiert worden sei, warum eine Stiftung wie die IOR auch Bankaufgaben übernommen habe. Diesen Punkt werde die Gruppe der Kardinäle, die Franziskus bei einer Reform der vatikanischen Strukturen unterstützen wird, neben anderen Fragen sicherlich ansprechen, so Maradiaga. Dem Präsidenten von Caritas Internationalis und Erzbischof von Tegucigalpa war von Franziskus die Leitung dieser Kardinalsgruppe anvertraut worden. Das Gremium wird Anfang Oktober zum ersten Mal im Vatikan zusammenkommen. (corriere della sera)
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Kardinal Turkson: „Finanzwelt erwartet konkrete Maßnahmen gegen Krise
Der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden will konkrete Schritte zur Überwindung der Wirtschaft- und Finanzkrise erarbeiten. Dazu findet in diesen Tagen in Rom ein Kolloquium statt, an dem neben Vertretern des Päpstlichen Friedensrates auch Protagonisten der Finanz- und Bankenwelt teilnehmen. Ein Thema an diesem Montag war der schon länger diskutierte Vorschlag einer internationalen Finanzaufsichtsbehörde zur Kontrolle der globalen Finanzwelt. Ausgangspunkt der Konferenz: ein Dokument von 2011 zur Reform des Finanzsystems. Auf dieses Dokument hätten sehr viele Bank- und Finanzexperten bei der Vorstellung in Frankfurt positiv reagiert, erzählt im Gespräch mit Radio Vatikan Kardinal Peter Turkson. Er ist der Hauptorganisator des aktuellen Kolloquiums in Rom und der Präsident des Päpstlichen Friedensrates. (rv)
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Franziskus: „Ohne Erinnerung werden wir Götzendiener“
Es ist der Heilige Geist, der den Christen die Erinnerung an ihre Geschichte und die Gnade Gottes ermöglicht. Ohne diese Erinnerung riskiert der Christ zu einem Götzendiener zu werden. Das hat Papst Franziskus an diesem Montag bei seiner Morgenmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta unterstrichen. Bei der Messfeier waren dieses Mal Angestellte von Radio Vatikan sowie Vertreter des Päpstlichen Rates für Migrantenseelsorge mit ihrem Präsidenten, Kardinal Antonio Maria Vegliò, dabei. (rv)
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Philippinen: Wahlen gegen Vetternwirtschaft
Die auf den Philippinen herrschende Vetternwirtschaft, die die Macht in den Händen einiger weniger konzentriert, verstärkt Korruption und Ineffizienz. Mit diesem harten Urteil über die herrschenden politischen Verhältnisse hatten sich die Bischöfe des Inselstaates im Vorfeld der Wahlen zu Wort gemeldet. An diesem Montag ist es nun soweit, die wahlberechtigte Bevölkerung ist an die Urnen gerufen, um über die politische Zukunft des Landes zu entscheiden. Dabei ist die Entscheidung, um die es geht, nicht nur für die Philippinen selbst interessant: Das Land hat eine wichtige Mittlerrolle in der Region, die mit dem Koreakonflikt und dem Vormarsch radikaler Islamistenbewegungen vor enormen Herausforderungen steht. Darauf verweist im Gespräch mit Radio Vatikan Luciano Bozzo, Dozent für internationale Beziehungen und strategische Studien an der Universität von Florenz. (rv)
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BLICKPUNKT WELTKIRCHE:

Statistisches Jahrbuch: Über 1,2 Milliarden Katholiken weltweit
Die Zahl der Katholiken weltweit hat erstmals die Marke von 1,2 Milliarden überschritten, doch in Europa sind die Zahlen rückläufig. Dies geht aus dem am Montag vom Vatikan veröffentlichten Statistischen Jahrbuch mit Zahlen aus dem Jahr 2011 hervor. Vor zwei Jahren gab es demnach im Vergleich zum Vorjahr 1,5 Prozent mehr Katholiken, was einen Anstieg von 1,196 Milliarden auf 1,214 Milliarden bedeutet. Die Weltbevölkerung wuchs im gleichen Zeitraum um 1,23 Prozent. Damit liegt der Anteil der Katholiken an der Weltbevölkerung wie bislang bei 17,5 Prozent. Zeitgleich wurde auch das Päpstliche Jahrbuch 2013 vorgestellt. In diesem gibt es gleich zwei Premieren: Zum ersten Mal ist ein emeritierter Papst aufgeführt. Außerdem hat Papst Franziskus in der neuen Ausgabe des Jahrbuches auf seinen Titel „Souverän des Vatikanstaates“ verzichtet, er ist nun nicht mehr verzeichnet. Beide Jahrbücher wurden Papst Franziskus durch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und Angelo Becciu, Substitut im Staatssekretariat, vorgestellt. (kna/rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

„Halte ich Christus im Alltag die Treue? Bin ich bereit, meinen Glauben sichtbar zu machen – liebenswürdig, aber auch mit Mut?“ Diese Fragen hat Papst Franziskus an diesem Montag über das soziale Netzwerk Twitter an die Gemeinschaft der Follower gerichtet. Der Aphorismus ist auf dem deutschen Account des Papstes „@pontifex_de“ nachzulesen. (rv)

Europa

Deutschland
DDR-Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft haben keine Medikamententests an ihren Patienten durchgeführt. Das sagt Hellmut Puschmann. Zu DDR-Zeiten leitete er die Zentralstelle des Deutschen Caritasverbandes in Berlin. Ihm seien derartige Versuchsreihen an Patienten nicht verborgen geblieben. Doch von Anfragen aus dem Westen, etwaige Tests in konfessionellen Kliniken durchzuführen, weiß der heutige Vorsitzende des Caritasverbandes von Dresden-Meißen nichts. Puschmann hat sich am Montag zu dem Thema geäußert, nachdem über das Magazin „Der Spiegel“ bekannt geworden ist, dass Pharmahersteller aus Westdeutschland bis zum Mauerfall bei Kliniken in der DDR mehr als 600 Patientenversuche in Auftrag gegeben haben. Durch die Tests etwa mit Herzmedikamente und Anti-Depressiva sei es nach „Spiegel“-Angaben auch zu Todesfällen gekommen. Weil dabei Gelder flossen, habe es vonseiten der DDR-Behörden keinen Einspruch gegen die Versuche gegeben. (kna)

Naher Osten

Syrien
Neue Herberge für 90 Syrer mit Behinderung: Nachdem sie aus ihrer Unterkunft durch die Eroberung syrischer Rebellen fliehen mussten, sind sie vom Apostolischen Vikariat Aleppo aufgenommen worden. Bei den 90 Personen handele es sich ausschließlich um Muslime, gab Pater David Fernandez vom „Institut des Menschgewordenen Wortes“ in Aleppo im Gespräch mit dem vatikanisches Fides-Dienst an. Der Sitz des syrisch-orthodoxen Metropoliten sei bei den Angriffen der Rebellen beschädigt worden. Die 90 Syrer wohnten nun im Studentenwohnheim, das bisher nicht benutzt wurde. Dort fänden auch Ältere und Kranke die Fürsorge der Ordensmitglieder und freiwilligen Helfer. Vor Hintergrund der „Tragödie des Krieges“ seien Gesten der Nächstenliebe „ein besonders leuchtendes und berührendes Geschenk“, so der Geistliche. (fides)

Israel
Gegen das „brutale“ Verhalten der israelischen Polizei an den heiligen Stätten Jerusalems haben sich die Oberhäupter der Kirchen vor Ort ausgesprochen. Anlass gab ihnen das Eingreifen israelischer Polizisten während der orthodoxen Osterfeierlichkeiten, die drei ägyptische Diplomaten am 4. Mai an der Teilnahme der Ostermesse in der Grabeskirche gehindert hatten. Die Sicherheitskräfte seien „unter dem Vorwand von Sicherheit und Ordnung wahllos und brutal“ vorgegangen, so die Kirchenführer in ihrem gemeinsamen Schreiben. Unterschrieben haben es unter anderem das Oberhaupt der Katholiken, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, sowie der oberste Hüter der heiligen Stätten, Franziskanerkustos Pierbattista Pizzaballa. Im Allgemeinen nähme das Eingreifen der israelischen Polizei bei religiösen Feierlichkeiten von Jahr zu Jahr zu, heißt es darin. (pm/kap)

Asien

Pakistan
Das Land hat einen neuen Regierungschef: Nawaz Sharif ist Sieger der Wahlen vom Samstag. Die Wahlen wurden von blutigen Ausschreitungen der Taliban überschattet. Bis zum Wahltag wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur „AP“ 150 Menschen durch Bombenangriffe getötet; am Tag der Wahl kamen durch Attacken der Taliban mindestens 29 Menschen ums Leben. Nach offiziellen Angaben lag die Wahlbeteiligung trotz der unsicheren Lage aber bei 60 Prozent. Der neue Regierungschef deutete bereits an, Verhandlungen mit den Taliban aufnehmen zu wollen. Priorität für den Frieden im Land wird für die Regierung unter Sharif die Entscheidung sein, ob das militärische Vorgehen gegen die Terrorgruppe weitergehen soll. Obwohl die konservative Muslimliga PML-N, der Sharif angehört, die Mehrheit der Stimmen aus dem Volk bekam, reicht das nach Hochrechnungen vom Sonntag nicht für eine absolute Mehrheit. Ein offizielles Stimmergebnis steht noch aus. (ap)

Bangladesch
Die Regierung will Medienberichten zufolge die Mindestlöhne der über drei Millionen Textilarbeiter im Land anheben. In Zusammenhang mit einem Fabrikeinsturz, der jüngst mehr als 1.000 Todesopfer forderte, waren die Arbeitsbedingungen in der lokalen Textilindustrie weltweit harscher Kritik ausgesetzt. Eine Gruppe von Gewerkschaftern und Industrievertretern soll nun gemeinsam die aktuellen Normen untersuchen, die die Arbeitsverträge und die Sicherheit am Arbeitsplatz, die bislang jedoch kaum Eingang in die Normen gefunden hat, regeln. Die Mitglieder der Gruppe werden in naher Zukunft bestimmt werden. Unfälle wie der Gebäudeeinsturz in Dakka ereignen sich in der Regel aufgrund der mangelhaften Struktur der Gebäude, die nicht den Bauvorschriften entsprechen. (asianews)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 13.05.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Syriens Christen halten einen gemeinsam Gebetstag für den Frieden / Wer waren die Märtyrer von Otranto? / Nigeria: „Irgendjemand muss mit Boko Haram reden.“ / Bangladesch: Auseinandersetzungen um Blasphemiegesetz

Dienstag Abend, 14.05.2013: Radioakademie (Teil 2) - von Anne Preckel
Kirche und Hilfsarbeit in Rumänien

Mittwoch Abend, 15.05.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Vatikan-Pavillon auf der Biennale in Venedig / Ein langjähriger Bergoglio-Begleiter erzählt / Der Papst grüßt die Radio Vatikan-Hörer / Die Generalaudienz

Donnerstag Abend, 16.05.2013: Kreuz des Südens

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hören

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