RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 1.11.2013

Tagesmeldungen vom 1.11.2013

- Allerheiligen und Allerseelen: Feste der Hoffnung -
- Weltweite Vatikan-Umfrage zu Familienpastoral -
- Weltkirchenrat will in Syrien vermitteln -

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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefanie Stahlhofen
Redaktionsschluss 1
7.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst Franziskus: „Sie wurden gerettet nicht nur, weil sie Gutes taten“
Allerheiligen und Allerseelen sind Feste der Hoffnung. Das sagte der Papst an diesem 1. November am römischen Friedhof Campos Verano, wo er am Abend einen Gottesdienst feierte. Jene, die uns vorangegangen seien, befänden sich in der Güte, der Wahrheit und der Zärtlichkeit des Herrn, so der Papst. „Sie wurden gerettet, nicht nur weil sie Gutes getan haben. Nein, sie sind gerettet vor allen Dingen, weil der Herr der Erretter ist.“ Mit seinem Friedhofsbesuch zu Allerheiligen nahm Papst Franziskus eine Tradition wieder auf, die unter Johannes Paul II. in den neunziger Jahren abgerissen war. (rv)
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Papst beim Angelus: „Heilige sind keine Supermenschen“
Heilige sind auch nicht perfekt. Das betonte Papst Franziskus beim Angelusgebet zu Allerheiligen auf dem Petersplatz. Der an diesem Freitag begangenen Festtag erinnere alle daran, dass das Ziel unserer Existenz nicht der Tod, sondern das Paradies sei, so Franziskus weiter. Die Heiligen stünden als „Freunde Gottes“ dafür, dass diese Verheißung nicht enttäuscht werde. „Die Heiligen sind wie wir, wie jeder von uns“, sagte der Papst. Sie hätten, ehe sie die Herrlichkeit des Himmels erreichten, ein ganz normales Leben geführt. Ihr Leben verändert habe die Liebe Gottes: „Als sie die kennen gelernt, haben sind sie ihm mit ihrem ganzen Herzen gefolgt.“ (rv/kna)
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Vatikan: Weltweite Umfrage zu Familienseelsorge
In einer weltweiten Umfrage will der Vatikan herausfinden, wie die katholischen Gemeinden mit strittigen Fragen wie Empfängnisverhütung, Scheidung und homosexuellen Paaren umgehen. Die Bischöfe werden auch gefragt, wie sie sich gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren und ihren Kindern und gegenüber nicht verheirateten Paaren verhalten. Der Heilige Stuhl verschickte die Fragebögen Mitte Oktober an alle katholischen Bischofskonferenzen. Sie dienen der Vorbereitung der kommenden Sondersynode zur Familienpastoral. Ähnliche Umfragen bei den Ortskirchen gibt es vor jeder Synode.  (kna/ap)
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Korea: Weltkirchenrat bereit für Kirchenführertreffen zu Syrien
Der Ökumenische Rat der Kirchen, kurz Weltkirchenrat, ist bereit, ein Treffen bedeutender Religionsvertreter zur Krisensituation in Syrien zu organisieren. Daran sollen auch muslimische Vertreter teilnehmen. Ziel eines solchen Treffens sei es, führenden Politikern bei einem Friedensprozess in dem Bürgerkriegsland zu helfen, sagte Generalsekretär Olav Fykse Tveit. Es gebe bereits inhaltliche Vorstellungen, doch diese könnten erst veröffentlicht werden, falls das Treffen tatsächlich stattfinde. Fykse Tveit äußerte sich bei der Vollversammlung des Weltkirchenrats im südkoreanischen Busan. (kna/idea)
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Deutschland: Gestiegene Kirchenaustritte in NRW
In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Kirchenaustritte offenbar sprunghaft angestiegen. Dies geht aus einem Bericht des Radiosenders WDR2 vom Donnerstag hervor: Eine stichprobenartige Untersuchung habe ergeben, dass im Oktober verglichen mit dem Vormonat im Durchschnitt doppelt so viele Katholiken der Kirche den Rücken gekehrt hätten. In Gelsenkirchen und Paderborn soll sich die Zahl sogar verdreifacht haben. Hintergrund sei die Debatte um Bischof Tebartz-van Elst und die Baukosten in Limburg. Im Interview mit dem Kölner Domradio berichtet der Kölner Generalvikar Stefan Heße, wie sein Erzbistum darauf reagieren will. (domradio/rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Österreich: Schuld der Kirche beim Schoah-Gedenken nicht ausblenden
Die Erinnerung an Gewalt gegen Christen durch das NS-Regime darf kein Freibrief sein, „die Kirche als Ganze zur Märtyrerin im NS-Staat zu machen und die Verfolgung von Christinnen und Christen in die Nähe der Schoah zu rücken“. Das betonte der Geschäftsführer des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Markus Himmelbauer. 2013 jähren sich die Novemberpogrome zum 75. Mal. (kap)
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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Europäische Union
Die Unterschriftenaktion im Rahmen der Europäischen Bürgerinitiative „Einer von uns“ (One of Us) zum Schutz des Lebens ist an diesem Freitag ausgelaufen. Sie hat die Zielvorgabe von einer Million Unterschriften deutlich überschritten. Papst Franziskus unterstützt die Initiative. Sie fordert von der EU einen Finanzierungsstopp für Aktivitäten, bei denen Embryonen zerstört werden, etwa in Forschung, Entwicklungshilfe und öffentlicher Gesundheit. Dabei berufen sich die Organisatoren auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom 18. Oktober 2011, wonach das Leben des Menschen mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt. Die nationalen Behörden müssten nun innerhalb von drei Monaten die Zahl der gültigen Unterschriften prüfen und bescheinigen, so die EU-Mitteilung weiter. Wenn die Zahl ausreiche, habe die Europäische Kommission danach drei Monate Zeit, die Initiative selbst zu bewerten und über weiteres Vorgehen sowie Konsequenzen zu entscheiden. (kna)

Deutschland
Die beiden großen Kirchen haben erneut an die Bundesbürger appelliert, syrischen Flüchtlingen zu helfen. Gerade angesichts des kommenden Winters müsse eine humanitäre Katastrophe verhindert werden. Dies erklärten der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, und der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Norbert Trelle, am Freitag zum Auftakt einer Reise zu syrischen Flüchtlingen in Jordanien. Sie bescheinigten den Nachbarländern Syriens eine große Aufnahmebereitschaft. Sie müssten in den kommenden Monaten die volle internationale Solidarität und Aufmerksamkeit erhalten. Trelle erklärte, Jordanien habe bei einer Bevölkerung von 6,5 Millionen Menschen rund 500.000 Flüchtlinge aufgenommen. (kna/pm)

Österreich
Wenn zu Allerheiligen in besonderer Form der Verstorbenen gedacht wird, so ist das auch Anlass, all jener Opfer zu gedenken, die auf der Flucht nach Europa gestorben sind. Darauf weist das Don Bosco Flüchtlingswerk an diesem Freitag in einer Pressemitteilung hin: „Wir laden alle Christen ein, beim Besuch des Grabes ihrer Angehörigen und Lieben auch eine Kerze für die toten Flüchtlinge anzuzünden“ und so ein „Zeichen der Verbundenheit und der Hoffnung“ zu setzen, erklärte der Geschäftsführer des Don Bosco Flüchtlingswerkes, Floridus Kaiser. Auch in der Liturgie gebe es zahlreiche Möglichkeiten, für die Toten zu bitten, ihrer zu gedenken oder etwa die Kollekte überlebenden Flüchtlingen oder unbegleiteten Minderjährige zu widmen. (kap)

Italien
Der Einsatz kirchlicher Einrichtungen für Notleidende ist weder PR noch Marketing, denn er wurzelt im Glauben: Das hat der Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) im Vorfeld zum Treffen der „Caritas-Bischöfe“ in Triest erklärt. Stießen auch die karitativen Initiativen meist auf einhellige Zustimmung, so sei die Kirche dennoch keine Nichtregierungsorganisation. Christliche Nächstenliebe sei erst durch starke Bindung zum Glauben in Christus verstehbar, da diese zum Zeugnis verpflichte. Die Bischöfe und die zuständigen Delegierten für karitative Einsätze der Bischofskonferenzen Europas treffen sich vom 4. bis 6. November. (pm/kap)

Italien/Österreich
Benediktiner-Abtprimas Notker Wolf hält die aktuelle Flüchtlingswelle insbesondere aus Krisengebieten für eine weltweite Herausforderung, bei der Klöster nur bedingt helfen können. Der oberste Benediktiner forderte im Gespräch mit der österreichischen katholischen Presseagentur „Kathpress“ vom Donnerstag einen UNO-Gipfel für Migrationsfragen. Außerdem sieht Abtrpimas Wolf die Regierungen in der Pflicht. Auch wenn sie verstärkt zur Flüchtlingsaufnahme aufgefordert würden, könnten Klöster nur punktuell Hilfe leisten. Im Konkreten werde es schwierig, weil „geeignete Brüder oder Schwestern“ vorhanden sein müssen, die mit diesen Menschen umgehen könnten, so der Abtprimas. (kap)

Naher Osten

Irak
Muslime haben Christen gebeten, das Land nicht zu verlassen, und die Massen-Abwanderung zu stoppen. Wie die Nachrichtenagentur „Agi“ meldet, sagten dies Muslime, die sich am Donnerstag als Zeichen der Solidarität mit den Christen vor der Kirche in Bagdad versammelt hatten. Dort waren bei einem Angriff auf das Kirchenhaus am 31. Oktober vor drei Jahren 44 Christen und zwei Priester getötet worden. Im Jahr 2003 lebte im Irak noch etwa eine Million Christen, mittlerweile sind es weniger als 500.000. Unter den Gemeinden der irakischen Christen ist mit den Chaldäern auch eine der ältesten der Welt. Sie sprechen noch aramäisch, die Sprache Jesu. (agi/ansa/afp)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 01.11.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Papst betet beim römischen Friedhof Verano / ÖRK-Treffen in Südkorea: Ökumene-Kardinal Koch und Theologen beim Treffen im Gespräch / Limburger Generalvikar Rösch: „Ich will konstruktiv sein“

Samstag Abend, 02.11.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
Kirchenaustritte in Deutschland / Rückblick auf Festival der Sakralmusik mit dem Kölner Domchor

Sonntag Abend, 03.11.2013: Reden über Gott und Welt
Neubeginn einer Ordensgemeinschaft – die Legionäre Christi und die Aufarbeitung der Vergangenheit

Montag Abend, 04.11.2013: Weltkirchen-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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