RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 2.11.2013

Tagesmeldungen vom 2.11.2013

- Umfrage vor Synode: Familie und ‚heiße Eisen’ -
- Papst will Einsatz gegen moderne Sklaverei -
- Austritte: „An Limburg hat sich viel entzündet“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Vatikan-Umfrage zur Familie
Am kommenden Dienstag will der Vatikan den Fragebogen zur Vorbereitung der kommenden Bischofssynode zu Fragen der Familie vorstellen. Bereits vorab ist die Vatikan-Umfrage auf hohes Interesse etwa bei Laien gestoßen, die auf Änderungen in der Familienseelsorge hoffen, so über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Das Sekretariat zur Vorbereitung der Bischofssynode hat die Fragebögen unter seinem neuen Leiter Erzbischof Lorenzo Baldisseri an alle Bischofskonferenzen der katholischen Kirche weltweit verschickt. Die Bischofskonferenzen von Großbritannien und den Vereinigten Staaten verbreiteten das 7-seitige Dokument daraufhin auf ihren Webseiten. Demzufolge legt der Fragebogen neun Leitthemen mit insgesamt 39 Einzelfragen zur Beantwortung vor. Viele der Punkte, die bei der Sonderbischofssynode im Herbst 2014 auf den Tisch kommen sollen, fallen unter die bekannte Kategorie „heiße Eisen“. (rv)
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Kampf gegen Menschenhandel: Mehr Einsatz der Weltkirche
Papst Franziskus will die Weltkirche offenbar auf mehr Einsatz gegen Menschenhandel einschwören. Aus diesem Grund findet an diesem Samstag und Sonntag in den vatikanischen Gärten ein internationaler Kongress über Menschenhandel statt. Am Samstagmorgen begrüßte Franziskus die Teilnehmenden kurz in seiner Residenz. Zu der Konferenz haben zwei Päpstliche Akademien eingeladen, nämlich jene für Wissenschaft und jene für Sozialwissenschaft. Der argentinische Bischof Marcelo Sanchez Sorondo ist Kanzler beider Akademien, er berichtet, dass der Papst ausdrücklich wünsche, dass man diese neuen Formen der Sklaverei zum Thema mache. Das geschieht nun, auch durch die Einbindung von Ärzten und Naturwissenschaftlern. (rv)
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Austritte: Langfristige Gründe und aktuelle Anlässe
Kirchenaustritte hängen mit dem Verlust von Glaubwürdigkeit der Kirchen zusammen, Geschichten um Finanzen und fehlende Transparenz führen zu stark ansteigenden Austrittszahlen. Darauf weisen Untersuchungen hin, die in Nordrhein-Westfalen nach der Geschichte um das Bistum Limburg stichprobenartig erhoben wurden. Aber ist das wirklich so? Sind die vom WDR veröffentlichten Zahlen wirklich auf die Geschichte um Limburg, um das Geld der Kirche zurückzuführen? Detlef Pollack ist Religionssoziologe an der Universität Münster. Er sieht einen Zusammenhang, aber deutet auch das Zusammenspiel vieler Faktoren, die zu Austritten führten. (rv)
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UNSER BUCHTIPP:

Clemens Meyer: Im Stein
Eine Besprechung von Stefan von Kempis
„Wir fordern: Prostitution abschaffen!“ So titelt in ihrer neuesten Ausgabe die deutsche Frauenzeitschrift „Emma“. Auch der von der katholischen Schwester Lea Ackermann gegründete Verband „Solwodi“ hat vor ein paar Tagen eine Unterschriftenkampagne für eine Neuregelung des Prostitutionsgesetzes gestartet, und die von der CDU-Abgeordneten Maria Böhmer geleitete „FrauenUnion“ macht Druck, dass das Thema bei den Koalitionsverhandlungen auf den Tisch kommt. Vor dem Hintergrund dieser aktuellen Nachrichten empfehle ich Clemens Meyers meisterhaften neuen Roman „Im Stein“: ein De Profundis unserer Zeit. Aus den Monologen und Gedankenprotokollen von Bordellbetreibern, Prostituierten oder Polizisten aus Leipzig entsteht ein tief bedrückendes Bild der Schattenseite unserer Gesellschaft. Besonders schmerzhaft ist das völlige Fehlen von Fragen nach Gott oder dem Sinn des Lebens; nur hin und wieder blitzt die andere Welt in der hiesigen Neonhölle auf. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus betet am Abend des Allerseelentages an den Gräbern der verstorbenen Päpste unter dem Petersdom. Um 18 Uhr steigt er in die so genannten Grotten, in denen viele von Franziskus´ Vorgängern beerdigt sind. Das erste Mal betete Franziskus am Ostermontag, zwei Wochen nach seiner Wahl, an den Gräbern der verstorbenen Päpste. In den Grotten sind Benedikt XV., Pius XI., Pius XII. Paul VI. und Johannes Paul I. bestattet. Die seligen Johannes Paul II., und Johannes XXIII., die der Papst im April heilig sprechen wird, ruhen dagegen im Petersdom selbst. (rv)

Europa

Deutschland
Mehrere interdisziplinäre Forschungsverbünde haben sich für das Forschungsprojekt der Bischofskonferenz zu sexuellem Missbrauch durch Priester beworben. Das gab nun Bischof Stephan Ackermann bekannt, der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz. Die Ausschreibungsfrist endete am 31. Oktober. Ziel der Studie sind die Erhebung verlässlicher Zahlen, die Untersuchung von Täterstrategien und Erleben durch die Opfer sowie die Frage des Umgangs mit Missbrauchsfällen durch Institutionen. Nach der Sichtung der nun eingegangenen Bewerbungen werde der Missbrauchs-Beraterkreis der Bischofskonferenz ein Votum vorlegen, erklärte Ackermann. (pm/rv)

Italien
Die Stadt Rom hat sich nach einem Appell von Papst Franziskus zur Aufnahme von 155 Überlebenden der jüngsten Tragödien vor Lampedusa bereiterklärt. Franziskus hatte zu Allerheiligen am Ende eines Gottesdienstes auf dem römischen Friedhof „Campo Verano" zum Gebet für die geretteten Bootsflüchtlinge aufgerufen. Daraufhin erklärte Roms neuer Bürgermeister Ignazio Marino die Bereitschaft der Stadt Rom, 155 Überlebende aufzunehmen, wie die italienische Tageszeitung „La Repubblica" am Samstag berichtete. Er hoffe, dass die rechtlichen Fragen innerhalb der nächsten Stunden geklärt würden, zitiert die Zeitung Marino. (kap)

Russland
Die Verteidigung ethischer Grundsätze in der Gesellschaft und der Wirtschaft kann ein wichtiger Punkt der Zusammenarbeit zwischen der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche sein. Das haben der Moskauer Patriarch Kyrill I. und Kardinal Paul Poupard bei einer Begegnung in der russischen Hauptstadt betont. Poupard, der emeritierte Präfekt des päpstlichen Kulturrates, nahm mit einer Gruppe von in Russland arbeitenden italienischen Bankern an einer Konferenz über Ethik in der Wirtschaft teil. Bei dem Treffen mit dem Vatikan-Kardinal berichtete Patriarch Kyrill von der Ausbildung des orthodoxen Klerus nach europäischen Standards und von den Schwierigkeiten des russischen Staates, Theologie als universitäres Fach anzuerkennen. (sir)

Afrika

Ägypten
Islamistische Studenten haben versucht, eine Marienkirche in Ostkairo zu attackieren. Nach Berichten der katholischen Agentur Asianews kamen die den Muslimbrüdern nahe stehenden jungen Männer soeben aus dem Freitagsgebet einer nahegelegenen Moschee. Sie riefen christenfeindliche Parolen und sprühten Beleidigungen gegen den koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros sowie gegen die ägyptische Armee an die Fassade der Kirche im Stadtteil Zaytoun. Eine Gruppe christlicher Jugendlicher hinderte die Islamisten daran, das Kirchenportal aufzubrechen und verhinderte schlimmere Gewalt. Erst vor zwei Wochen waren bei einer Attacke auf eine andere ägyptische Marienkirche, al-Waaraq, fünf Menschen ermordet wurden.
(asianews)

Asien

Pakistan
Kardinal Fernando Filoni, der Präfekt der vatikanischen Missionkongregation, hat das Durchhaltevermögen der Katholiken in Pakistan gewürdigt. In den letzten Jahrzehnten sei es „nicht immer leicht gewesen, als Christ in Pakistan zu leben“, sagte der Vatikan-Kardinal vor den Bischöfen des Landes bei einer Begegnung in Lahore. Wegen „Extremismus und Fanatismus“ seien viele Christen zu Märtyrern geworden. Die Antwort auf diese Wellen der Gewalt sei immer „Gebet, Vergebung und Einsatz für Frieden“ gewesen, lobte Filoni. Die katholische Kirche gehöre heute nicht nur im historischen Sinn, sondern auch im religiösen und sozialen Sinn zum „Leben dieses edlen Landes“. (fides) 

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 02.11.2013: Unsere Woche
Kirchenaustritte in Deutschland / Rückblick auf Festival der Sakralmusik mit dem Kölner Domchor

Sonntag Abend, 03.11.2013: Reden über Gott und Welt
Neubeginn einer Ordensgemeinschaft – die Legionäre Christi und die Aufarbeitung der Vergangenheit

Montag Abend, 04.11.2013: Weltkirchen-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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