RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 4.11.2013

Tagesmeldungen vom 4.11.2013

- Papst: Kampf gegen Menschenhandel eine Priorität -
- Bischofswechsel in Salzburg und Lugano -
- Hagia Sophia von Trabzon wird doch keine Moschee -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Vatikan: „Papst plant Aufsehenerregendes gegen Menschenhandel“
Papst Franziskus plant eine aufsehenerregende Aktion gegen Menschenhandel, Prostitution und Organhandel. Das kündigte der Kanzler der Päpstlichen Akademien für Wissenschaften und für Sozialwissenschaften am Montag im Vatikan an. Bischof Marcelo Sánchez Sorondo sprach zum Abschluss einer internationalen Expertenkonferenz über Menschenhandel, die in den letzten Tagen auf Initiative des Papstes im Vatikan stattgefunden hat. Was genau an Aufsehenerregendem Franziskus plane, verriet der Kanzler nicht. Der Kampf gegen Menschenhandel gehöre aber zu einer der Prioritäten in diesem Pontifikat.
„Die Europäische Union hat die weltweit fortgeschrittenste Gesetzgebung gegen Menschenhandel.“ Das sagte die EU-Verantwortliche für den Kampf gegen Menschenhandel, Myria Vassiliadou, im Gespräch mit Radio Vatikan am Rand der Konferenz in den Vatikanischen Gärten. Sie sei sehr zufrieden damit, dass Papst Franziskus selbst den Anstoß zu einer Konferenz über das Thema Menschenhandel gegeben habe, so Frau Vassiliadou aus Brüssel. (rv)
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Papst feiert Messe für verstorbene Bischöfe
„Nichts kann uns trennen von der Liebe Christi“: Über diese Paulus-Worte hat Papst Franziskus am Montag gepredigt. In der Petersbasilika feierte Franziskus eine Messe für verstorbene Bischöfe. Die Liebe Gottes helfe den Menschen auf dem „täglichen Weg“, der manchmal „steil“ sei, manchmal auch „langsam und mühevoll“, so der Papst. Gottes Liebe sei ein Band, das auch nach dem Tod des Menschen nicht reiße. Franziskus feierte die Messe in der Apsis des Petersdomes zur Erinnerung an neun Kardinäle und 116 Bischöfe, die im Lauf des Jahres 2013 verstorben sind. Sieben der neun verstorbenen Kardinäle waren Europäer. (rv)
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Neuer Leiter des deutschsprachigen Pilgerzentrums stellt sich vor
Abertausende Rom-Pilger deutscher Sprache docken hier jährlich an, am Tiberufer in Sichtweite der Engelsburg: im deutschsprachigen Pilgerzentrum. Demnächst bekommt die Einrichtung einen neuen Leiter. Der gebürtige Saarländer Werner Demmel, 59 Jahre alt, ist Priester des Erzbistums München und Freising und hält sich schon seit einigen Wochen in Rom auf, um sein neues Amt kennenzulernen. Wir haben ihn zu einem Gespräch eingeladen und fragten ihn zunächst, wie es zu seiner Berufung nach Rom kam… (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Deutschland/Syrien/Jordanien: „Kinder und Frauen sind die Leidtragenden“
„Fast 80 Prozent aller Flüchtlinge aus Syrien in den Auffanglagern in Jordanien sind Frauen und Kinder.“ Das berichtet der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle im Interview mit Radio Vatikan. Am Samstag und Sonntag hatte er im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), Nikolaus Schneider, Flüchtlingslager in Jordanien besucht. Im Lager al-Husn und bei Flüchtlingsfamilien in Amman informierten sich die Kirchenvertreter über die Situation der Menschen, die vor dem Krieg in ihrer syrischen Heimat geflohen sind. Auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland hat Bischof Trelle noch einige Bilder aus den Flüchtlingslagern deutlich vor Augen… (rv/pm)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

„Hallo Anna Rosa, ich bin Papst Franziskus“: Mit diesen Worten hat sich der Papst bei einer Römerin auf dem Handy gemeldet. Nach Angaben des „Corriere della Sera“ vom Montag hatte die 38-Jährige im Mai einen Brief an Franziskus geschrieben. Darin schilderte sie das Scheitern ihrer ersten Ehe, die vor kurzem vom vatikanischen Ehegericht, der „Sacra Romana Rota“, annulliert worden ist. Nun erhielt sie überraschend einen Anruf des Papstes. Er habe ihr versichert, dass die Kirche für alle offen stehe, und sie gebeten, für Getrennte und Geschiedene besonders zu beten. Sie seien „Kinder Gottes, die auf der Suche nach dem Vaterhaus sind“. Die überraschte Frau bat den Papst, ihre Trauung mit ihrem neuen Freund vorzunehmen. Dieser habe geantwortet, das ginge leider nicht, doch werde er „am Tag meines wirklichen Ja besonders für mich beten“. Grund für die Annullierung der ersten Ehe war nach Angaben des „Corriere“ der fehlende Kinderwunsch des Mannes. (corriere della sera)

Europa

Deutschland
Der Bischof von Dresden-Meißen, Heiner Koch, strebt in seiner Diözese eine spirituelle Neubesinnung an. „Ziel ist keine Bistumsstrukturreform, sondern ein Neu-Besinnen auf unser Wesen und unseren Auftrag als Kirche.“ Das sagte Koch im Interview mit der KNA am Montag in Dresden. Es könne nicht darum gehen, nur Althergebrachtes zu bewahren, sondern den Menschen die Botschaft Jesu Christi nahezubringen. „Wir sind nicht dazu da, nur unsere Strukturen und Institutionen zu erhalten.“ Zugleich betonte Koch, dass es nicht nur eine einzige Schablone für das gesamte Bistum geben könne. (kna)
Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat ein Ende der Prostitution in Deutschland gefordert. Allein eine Welt ohne Prostitution sei eine „humane Welt“, sagte die Herausgeberin des Frauenmagazins Emma an diesem Montag gegenüber der Tageszeitung Die Welt. Die Gesetzeslage in Deutschland müsse daher geändert werden, um Menschenhändler, Zuhälter und Bordellbesitzer besser verfolgen und bestrafen zu können. Für eine Deregulierung des Frauenhandels und der Eindämmung der Prostitution plädieren aktuell auch rund 90 Prominente in einer Kampagne der Zeitschrift Emma. Teilnehmer sind unter anderem die Ex-Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, und der Katholische Deutsche Frauenbund. (kna)

Österreich
Der Papst hat den Rücktritt des Erzbischofs von Salzburg, Alois Kothgasser, angenommen. Das gab der Vatikan an diesem Montag bekannt. Kothgasser gehört dem Orden der Salesianer Don Boscos an. 1997 wurde er Bischof von Innsbruck, 2002 übernahm er als Erzbischof das Bistum Salzburg. Mit diesem Amt ist ehrenhalber auch der Titel des „Primas Germaniae“. Bereits am 18. April 2012 war bekannt geworden, dass Kothgasser im Vatikan seinen Rücktritt eingereicht hatte. Wie das Erzbistum bekannt gab, wurde Kothgasser mit der Annahme seines Rücktritts vom Papst zum apostolischen Administrator ernannt. Gemäß Konkordat darf das Domkapitel aus einer vom Vatikan vorgelegten Dreierliste innerhalb von 90 Tagen einen neuen Bischof wählen, laut Agentur „Kathpress“ liegt eine solche Liste aber noch nicht vor. (rv/kap)

Schweiz
Valerio Lazzeri ist der neue Bischof von Lugano. Das gab der Vatikan an diesem Montag bekannt. Gleichzeitig nahm Papst Franziskus den Rücktritt seines Vorgängers, Pier Giacomo Grampa, an, der das Amt seit 2004 inne hatte. Lazzeri ist Priester des Bistums Lugano, hat aber in den 90er Jahren ebenfalls in der Bildungskongregation im Vatikan gearbeitet. Zuletzt war er Bischofsvikar, Spiritual im Priesterseminar und Dozent für Theologie. (rv)

Türkei
Die Hagia Sophia von Trabzon wird doch nicht in eine Moschee umgewandelt. Stattdessen bleibt die frühere Kirche voraussichtlich ein Museum. Das Verwaltungsgericht der Stadt lehnte einen Antrag auf Umwandlung des Gebäudes in eine Moschee ab. Zur endgültigen Bestimmung der Hagia Sophia soll sich nun der Staatsrat äußern. Derweil verhindert das Urteil des Gerichts erste Umbauarbeiten, die bereits geplant waren. Im vergangenen April wurde der Besitz des Gebäudes nach langem Rechtsstreit als unveräußerliches Eigentum der islamischen Stiftung „Sultan Mehmed“ zugesprochen. Bei der Hagia Sophia handelt es sich um eine ehemals byzantinische Kirche, die 1461 von Sultan Mehmed II in eine Moschee umgewandelt wurde und seit 1961 von der türkischen Regierung als Museum benutzt wird. (fides)

Naher Osten

Syrien
Ein katholischer Bischof aus Syrien fordert die Großmächte auf, die syrischen Konfliktparteien „ernsthaft unter Druck zu setzen und an einen Tisch zu bringen“. Viele Medien vermittelten „ein falsches Bild von der Lage in Syrien“, sagte der maronitisch-katholische Bischof von Latakia, Elias Sleman, im Gespräch mit „Kirche in Not“. Der Arabische Frühling werde oft „als eine klar ausgerichtete Bewegung für Freiheit und Demokratie dargestellt“. In Wirklichkeit hätten jedenfalls in Syrien „die moderaten Rebellen und die Islamisten angefangen, sich gegenseitig zu bekriegen“. Slemans Bischofsstadt an der Küste ist das Ziel vieler Flüchtlinge aus den umkämpften syrischen Städten Damaskus, Aleppo und Homs. Der Bischof ist fest überzeugt davon, dass das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen in Syrien nach 1.400 Jahren jetzt nicht auf einmal zu Ende sei. (pm)

Asien

China
Der Erzbischof von Shanghai, Thaddeus Ma Daquin, ist unerwartet öffentlich aufgetreten. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur „Ansa“ unter Berufung auf katholische Quellen in Shanghai. Ma steht eigentlich seit Juli 2012 unter De-facto-Hausarrest im Priesterseminar von Shanghai. Jetzt wurde er bei einer Trauerfeier für den verstorbenen katholischen Herausgeber Shen Baoyi gesehen. Der heutige Erzbischof Ma war nach Ansa-Angaben Nachfolger Shens gewesen, als dieser in den Ruhestand gegangen war. Der Hausarrest Mas im Priesterseminar gilt offiziell als „geistliche Exerzitien“. Grund für die Maßnahme war, dass der Erzbischof bei einer öffentlichen Messe zur Amtseinführung seinen Austritt aus der Patriotischen Vereinigung erklärt hatte. Durch diesen Verband versucht das Pekinger Regime die katholische Kirche in China unter Kontrolle zu halten. (ansa)

Korea
Kirchenvertreter aus aller Welt haben am Wochenende die Grenze zwischen Süd- und Nordkorea besucht. Damit wollten sie hungernden und unterdrückten Menschen in Nordkorea ihre Solidarität zeigen. Die Teilnehmer der Fahrt sind Delegierte auf der 10. Vollversammlung des Weltkirchenrates. Sie tagt derzeit in der südkoreanischen Metropole Busan. Der deutsche evangelische Bischof Martin Hein aus Kurhessen-Waldeck erhofft sich von der Großkonferenz „möglichst konkrete“ Ergebnisse. „Wir dürfen nicht zu viele verschiedene Anliegen unter eine gemeinsame Überschrift packen“, sagte er in Busan in einem Interview. (pm)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 04.11.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Ökumenischer Besuch bei Syrienflüchtlingen in Jordanien: Bischof Trelle und Präses Schneider im Interview / Pakistan: Die Lage der Christen nach den Anschlägen / Südkorea: Anglikanerprimas Welby gegen „Suppenchristentum“

Dienstag Abend, 05.11.2013: Radioakademie (Teil 1)
„Um über sich selbst zu siegen und sein Leben zu ordnen“: Die Exerzitien des Ignatius von Loyola, geistliches Rückrad des Jesuitenordens (Folge 1)

Mittwoch Abend, 06.11.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Menschenrechtstagung im Vatikan / Neuer deutscher Pilgerseelsorger in Rom / Die Generalaudienz

Donnerstag Abend, 07.11.2013: Kreuzfeuer - Kirche, wo es kritisch wird
Themen u.a.:
Der Fragebogen und die Vorbereitung zur Bischofssynode

Freitag Abend, 08.11.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Vollversammlung der österreichischen Bischofskonferenz

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hören

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Fax: 0039 - 06 - 6988 3844
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