RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 10.11.2013 1

Tagesmeldungen vom 10.11.2013

- Franziskus gedenkt der Reichspogromnacht -
- Hilfsappell des Papstes für die Opfer des Taifun -
- Lammert beklagt Verlust religiöser Bindungen -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Max. Immanuel Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst gedenkt Reichspogromnacht
Beim Angelusgebet am Sonntag hat Papst Franziskus der Reichspogromnacht vor 75 Jahren gedacht. Nach dem Mittagesgebet sagte er, die Gewalt in der Nacht vom 9 auf den 10. November 1938 bezeichne einen traurigen Schritt hin zur Tragödie der Shoah.

„Erneuern wir unsere Nähe und Solidarität zum jüdischen Volk, unsere großen Brüder. Und bitten wir Gott, dass das Gedenken an die Vergangenheit und die Erinnerung an die vergangenen Sünden uns helfen, wachsam zu bleiben gegenüber jeder Form des Hasses und der Intoleranz.“

Hilfsappell für die Philippinen – Seligsprechung in Paderborn
Schon am Vortag hatte Franziskus per Twitter seine Solidarität mit den Opfern des Taifun auf den Philippinen ausgedrückt. Beim Angelus am Sonntag hielt er eine kurze Gebetsstille und rief zur konkreten Hilfe auf. Kurz zuvor veröffentlichte der vatikanische Pressesaal ein von Staatssekretär Parolin unterzeichnetes Solidaritätstelegramm des Papstes an den philippinischen Präsidenten, in der neben den Opfern auch der Regierung und den Nothelfern Ermutigung zugesprochen wird. Außerdem erwähnte Franziskus die Seligsprechung der Gründerin der Olper Franziskanerinnen Maria Teresa Bonzel, die am Sonntag Nachmittag in Paderborn stattfindet. „Loben wir Gott für ihr Zeugnis“, sagte der Papst mit Blick auf ihre eucharistische Frömmigkeit. (rv)
Hier zum Nachhören

Papst: „Maßstab ist das ewige Leben!“
„Nicht das irdische Leben ist Maßstab für das ewige Leben, sondern die Ewigkeit schenkt unserm Leben Hoffnung“: Das sagte Papst Franziskus bei seiner Kurzkatechese zum Angelusgebet am Sonntag. Das ewige Leben sei nicht nur eine „Verschönerung“ des hiesigen Lebens: „Sie übersteigt unsere Vorstellung, denn Gott überrascht uns immer wieder mit seiner Liebe und seiner Barmherzigkeit.“ Die Menschen pilgerten zu einem Leben in Fülle. Doch schon im Hier und Jetzt könne man in der Begegnung mit Jesus etwas verkosten vom Ewigen Leben: und zwar im Gebet, in den Sakramenten und in der Geschwisterlichkeit:

„Denn wenn Gott treu ist und liebt, dann kann er dies nicht zeitlich begrenzen: Die Treue und die Liebe Gottes sind ewig, sie können sich nicht ändern! Er ist auf immer treu, und er erwartet und begleitet einen jeden von uns mit ewiger Treue.“ (rv)
Hier zum Nachhören

Deutschland: Lammert beklagt Verlust religiöser Bindungen
Auf den Rückgang kirchlicher Bindung hat Bundestagspräsident Norbert Lammert warnend hingewiesen. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte der CDU-Politiker und bekennende Katholik, früher hätten christlich orientierte Menschen ihre Überzeugung durch Zugehörigkeit zur Kirche ausgedrückt. Das sei heute nicht mehr der Fall. Es sei aber vielen wichtig, sich zum Glauben zu bekennen. Schon Papst Benedikt XVI. habe in seiner Einführung in das Christentum vor diesem Problem und Risiko gewarnt, dass viele Gläubigen „an ihrer Kirche zweifeln und irre werden“. Das sei aus seiner Sicht ein sehr ernst zu nehmendes Phänomen, mit dem sich die Kirche auseinandersetzen müsse. (rv)
Hier das ganze Gespräch mit Aldo Parmeggiani in Text und Ton

Großbritannien: Kinder von inhaftierten Müttern leiden zweimal
Die Bischöfe von England und Wales haben die britische Regierung aufgerufen, bessere Vorkehrungen für Mütter im Gefängnis zu schaffen. Darauf weist der britische Bischof Richard Moth hin, der in der Bischofskonferenz für die Gefängnisseelsorge zuständig ist. Es sei wichtig, dass Mütter, die eine Straftat absitzen müssten, Kontakt zu ihren Kindern haben. Außerdem müsse alles unternommen werden, damit nicht auch die Kinder das Gefängnis als Strafe erlebten, so Bischof Moth gegenüber Radio Vatikan. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat die diplomatische Arbeit des früheren Kardinalstaatssekretärs Tarcisio Bertone gewürdigt. Dieser habe mit großem Einsatz und einer hohen kulturellen und intellektuellen Bildung die Beziehungen des Heiligen Stuhls zu den Staaten gelenkt, schreibt der Papst im Vorwort zu einem demnächst erscheinenden Buch Bertones. Mit Nüchternheit und im Geiste des Evangeliums habe Bertone eine Kultur des internationalen Dialogs gefördert, die den Heiligen Stuhl auf diplomatischer Ebene ausmache. Die Vatikan-Zeitung „L´Osservatore Romano“ veröffentlichte Franziskus’ Text vorab in ihrer Sonntagsausgabe. Die vielen Ungerechtigkeiten und Krisen der globalisierten Welt erforderten eine „neue Diplomatie“, die das Wohl aller Staaten und Völker im Blick habe, so Franziskus weiter. Dazu könne die auf den christlichen Werten fußende Diplomatie des Vatikan viel beitragen. (kipa)
Aldo Parmeggiani ist an diesem am Sonntag als Camerlengo der Erzbruderschaft am Campo Santo Teutonico im Vatikan wiedergewählt worden. Der gebürtige Südtiroler Parmeggiani ist seit 2007 „Camerlengo“ der deutschsprachigen Erzbruderschaft und damit ihr höchster Laienvertreter. Seit Mitte der achtziger Jahre arbeitet der Meraner für Radio Vatikan. Bei der Generalversammlung wurden auch weitere Mitglieder des Vorstand gewählt, u.a. Christine Maria Grafinger, die im Amt des „Vice-Camerlengo“ Johan Ickx nachfolgt. – Die Generalversammlung wählt alle drei Jahre den Vorstand, der zusammen mit dem deutschen und dem österreichischen Botschafter beim Hl. Stuhl sowie mit je einem Niederländer und einem Flamen den Verwaltungsrat bilden, der die Rechtsvertretung und Vermögensverwaltung wahrnimmt.

Europa

Deutschland
Papst Franziskus hat nach den Worten des Vorsitzenden der EKD, Nikolaus Schneider, „eine geistliche Melodie angeschlagen und einen theologischen Ton getroffen, in denen wir uns auch als evangelische Christinnen und Christen von Gottes Wort angesprochen wissen“. Der neue Papst Franziskus ermutige alle, die Barmherzigkeit Gottes und die Menschennähe Jesu Christi in die Mitte der Verkündigung in Zeugnis und Dienst zu stellen, erklärte Schneider am Sonntag in Düsseldorf vor der Synode der EKD. Wörtlich sagte Schneider: „Beten wir, dass dieser Papst erreicht, was er sich vorgenommen hat.“ (kna)
Schneider verteidigte außerdem erneut die umstrittene „Orientierungshilfe“ zur Familie

Deutschland/Philippinen
Erzbischof Zollitsch hat zu Spenden für die Philippinen aufgerufen. In einem Brief an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz der Philippinen, Erzbischof Sokrates Villegas, schreibt Zollitsch: „Wir sind zutiefst erschüttert vom Tod so vieler Menschen, die Opfer der Naturgewalten wurden.“ An die Bevölkerung in Deutschland appellierte Zollitsch, für die Krisenregion zu spenden: „Wir müssen sofort helfen. Deshalb bitte ich um sichtbare Unterstützungen für die Opfer auf den Philippinen. Spenden Sie jetzt. Caritas international koordiniert die Hilfe für die Philippinen.“ (pm)
Hier zur Internetpräsenz von Caritas International

Deutschland/Vatikan
Nuntiatursekretär Tuomo T. Vimpari (45), finnischer Vatikan-Diplomat, leitet derzeit interimistisch als Geschäftsträger die Apostolische Nuntiatur in Deutschland. Er übt diese Aufgabe aus, bis der neuernannte Papstbotschafter, Erzbischof Nikola Eterovic (62), mit der Überreichung seines Beglaubigungsschreibens sein Amt offiziell antritt, wie die Vatikan-Vertretung in Berlin am Samstag mitteilte. Der Kroate wird am kommenden Donnerstag in der Hauptstadt erwartet. Der Posten des Papstbotschafters in Deutschland ist seit der Emeritierung des Schweizer Erzbischofs Jean-Claude Perisset (74) am 21. September vakant. (kna)

Österreich
Kurienkardinal Leonardo Sandri hat die ökumenische Bedeutung des christlichen Martyriums im 20. Jahrhundert betont. Bei einem Symposium zu dem Thema in Wien betonte der Präfekt der Ostkirchenkongregation, die Bedeutung der gegenseitigen Vergebung. Katholiken und Orthodoxe müssten sich noch stärker ihrer gemeinsamen Quellen bewusst werden. Heute gehe es auch darum, gemeinsam auf die Ursprungsländer des Christentums zu schauen, wie es Papst Franziskus am 7. September mit dem weltweiten Fasten- und Gebetstag für Syrien getan habe. (kap)
Weitere Infos zur Tagung in Wien von „Kathpress“ finden Sie hier

Belgien
Die Religionsführer Belgiens warnen vor einer Ausweitung der Euthanasie auf Kinder und Demenzkranke. Wie die Webseite der katholischen Kirche berichtet, wenden sich die christlichen Kirchen, Muslime und Juden gegen ein entsprechendes Gesetzesvorhaben, das derzeit im Senat diskutiert wird. Es sei ein Unding, anstatt die Schwächsten zu schützen, sie umbringen zu wollen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Ein solcher Umgang mit den Schwächsten zerstöre die Grundlage der Gesellschaft. Schon jetzt ist in Belgien, ähnlich wie in den Niederlanden, in gewissen Fällen Euthanasie gesetzlich zugelassen. (rv)

Afrika

Zentralafrikanische Republik
Am Freitag ist in Bangui ein sog. „Republikanischer Pakt“ unterzeichnet worden, der zur Befriedung des gewaltgeschüttelten Landes beitragen soll. Der Pakt wurde in Rom unter Vermittlung der katholischen Laiengemeinschaft „Sant’Egidio“ ausgehandelt. Demnach sollen die Milizen entwaffnet werden und die Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückkehren. Aufgrund der gewalttätigen Auseinandersetzungen sind fast 400.000 Menschen auf der Flucht. Die UNO fürchtet, dass über 1 Million Menschen nun vom Hunger bedroht sind. Seit 2006 leidet der Norden des Landes unter Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den islamisch dominierten Rebellengruppen der Séléka. (rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 10.11.2013: Menschen in der Zeit - von Aldo Parmeggiani
Norbert Lammert
, Bundestagspräsident

Montag Abend, 11.11.2013: Weltkirchen-Magazin

Dienstag Abend, 12.11.2013: Radioakademie (Teil 2)

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

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