RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 1.10.2013

Tagesmeldungen vom 1.10.2013

- Überraschung: Neues Papst-Interview -
- IOR stellt erstmals Jahresbilanz vor -
- „Reformkardinäle“ beraten mit Papst -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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TOP-THEMEN AUS DEM VATIKAN:

Überraschung: Papst-Interview in „La Repubblica“
Papst Franziskus will die vom Konzil eingeleitete Öffnung der Kirche zur modernen Kultur entschiedener voranbringen. Dazu gehöre eine religiöse Ökumene und ein Dialog mit den Nichtglaubenden, sagte er in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung La Repubblica. Das Konzil habe diese Richtung eingeschlagen, danach aber sei sehr wenig in diese Richtung geschehen. „Ich habe die Demut und den Ehrgeiz, das tun zu wollen“, so Franziskus wörtlich. Der Papst räumte ein, dass es in der Kurie Höflinge gebe. Diese Mentalität sei, Zitat, „die Lepra des Papsttums“. Der Kurienapparat ist nach seiner Einschätzung „zu Vatikan-zentriert“, er vernachlässige die ihn umgebende Welt. „Ich teile diese Sicht nicht und werde alles tun, um sie zu ändern“, betonte der Papst. (rv/repubblica)
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Erster IOR-Jahresbericht: 86,6 Millionen Euro Gewinn
Das vatikanische Geldinstitut IOR hat im Geschäftsjahr 2012 einen Gewinn von rund 86,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Das geht aus dem erstmals veröffentlichten Jahresbericht hervor. Er wurde an diesem Dienstag auf seiner Webseite „Ior.va“ publiziert. Das Finanzinstitut verwaltet Kundeneinlagen in Höhe von 6,3 Milliarden Euro und investiert hauptsächlich in festverzinsliche Wertpapiere und Staatsanleihen europäischer Länder. Mit rund 50 Prozent bilden Ordensgemeinschaften die größte Kundengruppe des IOR. (kna)
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IOR: „Verschwörungstheorien aus der Welt schaffen“
Mit der ersten öffentlichen Jahresbilanz in ihrer Geschichte will die „Vatikanbank“ IOR „Verschwörungstheorien“ entgegentreten. Das sagte der deutsche Präsident des Instituts, Ernst von Freyberg, , in einem Interview mit unserem Redaktionsleiter Pater Bernd Hagenkord. Das Dokument biete „wahnsinnig viel Neues, wenn es zu den Details kommt“, so von Freyberg. „Wir erklären jede einzelne Bilanzposition, jede einzelne Position in der Gewinn- und Verlustrechnung.“ In erster Linie sei die Bilanz „für die Kirche verfasst“ worden. (rv)
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„Reformkardinäle“ beraten mit Papst
Hinter verschlossenen Türen hat Papst Franziskus an diesem Dienstag Beratungen mit acht Kardinälen aus der Weltkirche und dem Vatikan begonnen. Dabei geht es um strukturelle Reformen der Kirchenführung. Das Gremium, zu dem auch Kardinal Reinhard Marx von München und Freising gehört, ist am Montag durch ein Handschreiben des Papstes zu einer dauerhaften Beratungseinrichtung erklärt worden. Nach seiner Frühmesse im Vatikan sprach Franziskus an diesem Diensstag von einem „wichtigen Treffen“. Er hoffe, „dass unsere heutige Arbeit uns alle viel bescheidener, sanftmütiger, geduldiger und vertrauensvoller in Gott macht, damit alle Menschen den Wunsch bekommen, sich der Kirche und dem Volk Gottes anzunähern“. (rv)
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AUS DER WELTKIRCHE:

Irak: Chaldäischer Weihbischof warnt vor Chaos
Der Irak versinkt – wieder einmal – im Chaos. Davor warnt der chaldäische Weihbischof von Bagdad, Shlemon Warduni, im Gespräch mit Radio Vatikan. Während die Staatengemeinschaft zu Recht, wie Warduni einräumt, auf Syrien schaue, verschlimmere sich die Situation im Zweistromland zusehends – auch in der bisher ruhigen, kurdischen Nordprovinz. Man zähle mittlerweile die Anschläge im Minutentakt. „Wir machen uns Sorgen, weil wir nicht wissen, was hier vorgeht“, so Warduni. Es sei noch nicht klar, ob die Anschlagswelle politische oder religiöse Motive habe. (rv/ap)
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NÄCHSTE LIVE-ÜBERTRAGUNGEN:

Live bei Radio Vatikan: Papstbesuch in Assisi
Am liturgischen Festtag des italienischen Nationalpatrons Franziskus, dem 4. Oktober, besucht Papst Franziskus Assisi. Während seines 13-stündigen Aufenthalts will der Papst vor der Grabeskirche des Heiligen Franziskus eine Messe unter freiem Himmel feiern. Außerdem sind Begegnungen mit Armen und Kranken, Reden vor Priestern und Ordensleuten sowie eine Begegnung mit mehr als 10.000 Jugendlichen vorgesehen.Radio Vatikan überträgt die Messe mit Papst Franziskus an diesem Freitag live und mit deutschem Kommentar ab 10.50 Uhr. Unsere Kommentatorin ist Stefanie Stahlhofen. Sie können diese Übertragung über den Vatikan-Player mitverfolgen. (kna/pm/rv)

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UNSERE LATEIN-NACHRICHTEN:

Jede Woche frisch: unsere Nachrichten auf Latein. Gero P. Weishaupt übersetzt für Radio Vatikan ausgewählte Meldungen unseres Programms. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des irischen Bischofs William Lee angenommen. Lee stand seit Jahren wegen seines Verhaltens in der Missbrauchsaffäre in der Kritik. Wie der Vatikanische Pressesaal am Dienstag mitteilte, wurde der Bischof der Diözese Waterford und Lismore gemäß Paragraph 2 des Artikels 401 des Kirchenrechts abberufen. Dieser kommt zur Anwendung, wenn gesundheitliche oder „andere schwerwiegende Gründe“ wie etwa Fehlverhalten die weitere Ausübung des Amtes unmöglich machen. Lee hatte 2010 zugegeben, dass sein Verhalten im Fall eines pädophilen Priesters Mitte der 1990er Jahre „ernsthaft unangemessen“ gewesen sei, zitiert ihn die Nachrichtenagentur „Afp“. (rv/afp)
Um echte und virtuelle Begegnung in sozialen Netzwerken geht es beim nächsten katholischen Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Das hat der Vatikan an diesem Dienstag mitgeteilt. Für jeden Christen gelte es, seine Werte und seine christliche Identität auch im Internet in einer neuen Sprache auszudrücken. Die meisten Ortskirchen begehen den Weltmedientag in der Osterzeit am Sonntag vor Pfingsten, in Deutschland fällt er hingegen auf den zweiten Sonntag im September. Der Papst veröffentlicht jährlich am 24. Januar, dem Fest des heiligen Franz von Sales, dem Patron der Journalisten, eine Botschaft zu diesem Thementag. (rv)

Europa

Schweiz
Die größten christlichen Hilfswerke des Landes begrüßen die Bestrebungen der Regierung, das Asylverfahren zu beschleunigen. Caritas Schweiz und das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) hatten bei einem so genannten Vernehmlassungsverfahren zur geplanten Neustrukturierung des Asylbereichs Stellung bezogen. Künftig sollen 60 Prozent aller Verfahren innerhalb von längstens 140 Tagen rechtskräftig entschieden und vollzogen werden. Gleichzeitig sollen die Rechte der Migranten durch eine kostenlose Beratung über das Asylverfahren sowie eine Rechtsvertretung gestärkt werden. (kipa)

Polen
Die Ankündigung der Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. ist in dessen Heimat Polen mit Freude aufgenommen worden. Der Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz sagte, die Hoffnung auf eine rasche Erhebung zum Heiligen sei in Erfüllung gegangen. Die gemeinsame Kanonisierung mit Papst Johannes XXIII. sei von großer symbolischer Bedeutung. Polens Ministerpräsident Donald Tusk bekundete seine Hoffnung auf eine Teilnahme vieler Polen an der Heiligsprechungsmesse im Vatikan. Der Danziger Erzbischof Slawoj Leszek Glodz nannte den Heiligsprechungstermin am sogenannten Barmherzigkeitssonntag „sehr gut aus vielen Gründen“. Johannes Paul II. hatte das Fest selbst eingeführt. Papst Franziskus hatte am Montag angekündigt, seine beiden Vorgänger am 27. April 2014 in das Verzeichnis der Heiligen der katholischen Kirche aufzunehmen. (kna)

Türkei
Nach 50 Jahren gibt es in der westtürkischen Stadt Izmir wieder eine katholische Kathedrale. Am Sonntag wurde die Johanneskathedrale feierlich wiedereröffnet und geweiht, berichtet die Stiftung „Pro Oriente“. Dem Erzbischof von Izmir, Ruggero Franceschini, war es gelungen, die Rückgabe des Gotteshauses an die „fromme Stiftung" der katholischen Kathedralgemeinde zu erreichen. Spendengelder hauptsächlich aus Italien ermöglichten die Renovierung des Gotteshauses aus dem 19. Jahrhundert. Die Kirche von Izmir geht auf die früheste Zeit des Christentums zurück. Im griechisch-türkischen Krieg eroberten die Türken 1922 die ehemals griechische Stadt. Vier Tage später brach im Armenierviertel ein Feuer aus, das einen großen Teil Smyrnas vernichtete. Bei den damit einhergehenden Auseinandersetzungen wurden Zehntausende Menschen ermordet und Hunderttausende vertrieben. (kap)

Afrika

Ägypten
Der koptische Bischof der mittelägyptischen Provinz Al-Minya ist offenbar knapp einem Mordanschlag entkommen. Nach Angaben eines christlichen Informationsdienstes feuerten Unbekannte in einem Dorf auf den Wagen von Bischof Anba Makarios. Dem Geistlichen und seinem Fahrer sei es gelungen, sich im Haus eines koptischen Christen in Sicherheit zu bringen. Daraufhin hätten die Attentäter für anderthalb Stunden das Gebäude beschossen. Die Polizei sei erst weitere anderthalb Stunden später eingetroffen. (aina/kna)

Naher Osten

Israel/Palästina
Kirchenführer verschiedener Konfessionen haben am Montag den Jerusalemer Tempelberg besucht, um ihre Solidarität mit Muslimen zu bekunden. Entsprechende Medienberichte bestätigte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem. Anlass für den Besuch waren demnach wiederholte Konflikte mit jüdischen Nationalisten an einer der Heiligen Stätten des Islam. Der Jerusalemer Großmufti Mohammed Hussein bezeichnete den Besuch der Kirchenvertreter nach Angaben des Patriarchats als „historisch“. Zu der Delegation gehörten der griechisch-orthodoxe Patriarch Theophilos III., der anglikanische Bischof Suheil Dawani, der katholische Jerusalemer Weihbischof William Schomali sowie der armenische Patriarchalvikar Joseph Kelekian. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 01.10.2013: Die Radioakademie (Teil 1) - von Stefanie Stahlhofen
Der Glaube der Schwestern

Mittwoch Abend, 02.10.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Das „Treffen der Acht“: Die Beratergruppe des Papstes in Sachen Reform trifft sich / Veröffentlichung des IOR-Jahresberichts: Interview mit Ernst von Freyberg / Das Sant’Egidio Friedenstreffen in Rom / Die Generalaudienz mit Papst Franziskus

Donnerstag Abend, 03.10.2013: Kreuzfeuer - Kirche, wo es kritisch wird
Eine Sondersendung zum Papstinterview mit „La Repubblica“

Freitag Abend, 04.10.2013: Sondersendung - Die Papstreise nach Assisi

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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