RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 2.10.2013

Tagesmeldungen vom 2.10.2013

- Kardinalsrat: Neuerungen beim Ablauf von Synoden -
- Kardinal Sandri: „Papst betont Kollegialität“ -
- Papst: „Wir alle müssen uns wandeln“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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DIE KURIENREFORM:

Kardinalsrat: Neuerungen beim Ablauf von Synoden
Der achtköpfige Kardinalsrat, der Papst Franziskus in Fragen der Kurienreform assistiert, hat in seinen derzeit laufenden Sitzungen als erstes konkretes Anliegen den Ablauf von Bischofssynoden verhandelt. Darüber informierte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi in einem Pressebriefing an diesem Mittwoch. Franziskus hatte mehrmals ausdrücklich „weniger starre“ Abläufe bei Synoden und Konsistorien gewünscht. Thematisch werde es bei der nächsten Synode im Vatikan um Familienseelsorge gehen, wobei unter anderem die Frage der Sakramente für wiederverheiratete Geschiedene zur Sprache kommen soll. Lombardi:

„Verschiedene Redebeiträge der Kardinäle befassten sich mit dem Ablauf der Synode, um sie zu verbessern. Wir können uns, denke ich, darauf einstellen, dass das Synodensekretariat binnen ein, zwei Wochen genauere Informationen über das Thema und die Arbeitsweise der Synode gibt.“ (rv)
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Kardinal Sandri: „Papst betont die Kollegialität“
Der Papst will Kollegialität als Merkmal der Kirche unterstreichen. Dies betont Kardinal Leonardo Sandri, der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation. Ein Hinweis darauf sei die Einrichtung der achtköpfigen Beratergruppe zur Kurienreform durch den Papst sowie seine Betonung der Bedeutung der Bischofssynode und deren Teilhabe an Entscheidungsprozessen. Ein Anliegen der auf den Weg gebrachten Kurienreform ist laut Kardinal Sandri die Garantie einer Kirche nah am Menschen:

„Die Kirche Jesu ist die Kirche des Evangeliums, der Evangelisierung und des Dienstes am Nächsten, vor allem für die Armen und Verstoßenen. Die Strukturen, die man braucht, um dies tun zu können, muss man versuchen zu behalten, doch das Leben und die Begegnung der Menschen muss dabei Vorrang haben vor den Strukturen. Denn diese ersticken oft die Stimme des Geistes.“ (rv)
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Der Kardinalsrat soll unter anderem das Dokument Pastor Bonus, überarbeiten, so will es Papst Franziskus. Dieses Dokument bestimmt, wie die päpstliche Kurie strukturiert ist und wie sie arbeitet. Ein Kommentar von Pater Bernd Hagenkord. (rv)
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DIE GENERALAUDIENZ MIT FRANZISKUS:

Papst: „Wir sind eine Kirche der Sünder, wir alle müssen uns wandeln“
Papst Franziskus hat an diesem Mittwoch zu einer grundlegenden Erneuerung der katholischen Kirche aufgerufen. Dabei seien alle „sündigen“ Mitglieder der Glaubensgemeinschaft gefragt, redete der Papst den Menschen bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz ins Gewissen – Männer und Frauen, Priester und Schwestern, Bischöfe und Kardinäle, alle seien „sündig“ und müssten sich wandeln. Auch sich selbst schloss Franziskus dabei ein. Ausgehend vom Brief des Apostels Paulus an die Epheser stellte der Papst in seiner Katechese Gedanken zur Heiligkeit der Kirche vor. (rv)
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UNSER FILMTIPP:

Klänge des Verschwindens
Eine packende detektivische Spurensuche des Dokumentarfilmers Klaus Stanjek. Er deckt die verdrängte Vergangenheit seines Onkels Willi Heckmann auf, der als Homosexueller acht Jahre im KZ Mauthausen eingesperrt war. Der Dokumentarfilm wirft ein Schlaglicht auf die tragischen Schicksale Tausender KZ-Insassen mit dem rosa Winkel. Inszenatorisch überzeugt der kunstvoll fotografierte Film mit einer klar strukturierten Ton-Bild-Montage, klugen Animationen und ein dezidiert anti-agitatorischen Erzählperspektive. - Sehenswert ab 14. (FilmDienst)
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LIVE BEI RADIO VATIKAN:

Papstbesuch in Assisi
Am liturgischen Festtag des italienischen Nationalpatrons Franziskus, dem 4. Oktober, besucht Papst Franziskus Assisi. Während seines 13-stündigen Aufenthalts will der Papst vor der Grabeskirche des Heiligen Franziskus eine Messe unter freiem Himmel feiern. Außerdem sind Begegnungen mit Armen und Kranken, Reden vor Priestern und Ordensleuten sowie eine Begegnung mit mehr als 10.000 Jugendlichen vorgesehen.
Radio Vatikan überträgt die Messe mit Papst Franziskus an diesem Freitag live und mit deutschem Kommentar ab 10.50 Uhr. Unsere Kommentatorin ist Stefanie Stahlhofen. Sie können diese Übertragung über den Vatikan-Player mitverfolgen. (kna/pm/rv)

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Am 24. Oktober diesen Jahres wird Papst Franziskus zum ersten Mal als Papst zwei neue Bischöfe weihen. Der Franzose Jean-Marie Speich und der Italiener Giampiero Gloder werden an diesem Tag im Petersdom zu Erzbischöfen geweiht. Jean- Marie Speich leitete bis zuletzt die französische Sektion des vatikanischen Staatssekretariates und soll Apostolischer Nuntius in Ghana werden. Giampiero Gloder, zuständig für die Reden des Papstes, soll nach seiner Weihe Präsident der Päpstlichen Diplomatenakademie in Rom werden. (apic)

Vatikan/UNO
Die Vereinten Nationen haben die Syrienkrise lange verdrängt. Das deutete der vatikanische „Außenminister“ am Montag in einer Rede vor den Vereinten Nationen in New York an: „Das, was vielleicht zu lange fehlte, ist der Mut der Mitgliedsstaaten, der Lösung des Konfliktes im internationalen Engagement Priorität zu geben“, so Erzbischof Dominque Mamberti. Der Vatikanvertreter erneuerte zugleich die Bedenken des Heiligen Stuhls vor einem Eingreifen in Syrien, das das Leid der Zivilbevölkerung noch ausweiten könnte. (rv)

Europa

Deutschland
Von den Feiern zum Tag der deutschen Einheit sollte der Impuls ausgehen, sich für Freiheit, Versöhnung und Gerechtigkeit in der Bundesrepublik und Europa einzusetzen. Dazu hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, aufgerufen. Das vereinigte Deutschland habe die Aufgabe, „zu einem Europa beizutragen, das verlässlich der Verständigung und dem Frieden unter den Völkern und Staaten dient“, schreibt Zollitsch in einem am Mittwoch in der Bistumszeitung „Konradsblatt“ veröffentlichten Beitrag. (kna)
Der Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, ernennt zum 1. Januar 2014 den bisherigen Stadtdekan von Wiesbaden, Pfarrer Wolfgang Rösch, zu seinem Generalvikar. Diese Entscheidung teilte der Bischof am Mittwoch in Limburg bei einem Treffen mit allen Priestern im aktiven Dienst des Bistums mit. Zugleich sprach Tebartz-van Elst dem scheidenden Generalvikar Franz Kaspar seinen Dank und seine Anerkennung für die Jahre seines Wirkens in dieser Aufgabe aus. Generalvikar Kaspar hatte im Mai 2013, wie es das Kirchenrecht vorsieht, dem Bischof zum Tag seines 75. Geburtstags den Verzicht auf sein Amt angeboten. (pm)
Im Rahmen des Jahres des Glaubens will der Münchner Kardinal Reinhard Marx mit Gläubigen ins Gespräch kommen. In Fürstenfeldbruck wird er am 8. Oktober über das Thema „Ich glaube an die Vergebung“ sprechen. Bei der Initiative der Diözese München sollen abschnittsweise Katechesen über einzelne Glaubenssätze des Apostolischen Glaubensbekenntnisses reflektiert werden. Die Veranstaltung wird live via Internet unter anderem auf „Katholisch.de“ übertragen. (pm)

Deutschland/Vatikan
Papst Franziskus ist mit dem Frankfurter Theologieprofessor und Jesuiten Michael Sievernich, seinem ehemaligen Mentor in Deutschland zusammengetroffen. Nach der Generalaudienz auf dem Petersplatz überreichte Sievernich dem Papst am Mittwoch die deutschsprachige Buchfassung von dessen Interview mit der italienischen Jesuiten-Zeitschrift „Civiltà Cattolica“. Begleitet wurde Sievernich von Verleger Manuel Herder, in dessen Verlag das Interview erscheint. Der heutige Papst hielt sich im Jahr 1986 für mehrere Monate an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen der Jesuiten in Frankfurt auf. Er betrieb dort Vorstudien für eine geplante, aber schließlich nicht weiterverfolgte Doktorarbeit. (kipa)

Österreich
Am Dienstag haben im Wiener Stephansdom Angehörige sowie Vertreter von Staat und Gesellschaft den Opfern des Attentats von Annaberg gedacht. Am 17. September 2013 hatte ein Wilderer dort drei Polizisten und einen Sanitäter ermordet; später tötete sich der Täter selbst. Die Trauer habe die Menschen in Annaberg „spüren lassen, dass wir Menschen zusammengehören“ so Kardinal Christoph Schönborn. (kap)

Schweiz
Im Fall von Nunzio Scarano hat Italien die Schweiz um Rechtshilfe gebeten. Das berichtet die Schweizer „Handelszeitung“ an diesem Mittwoch. Ein Sprecher des Schweizer Justizministeriums bestätigte der Zeitung, dass die italienischen Untersuchungsrichter eine Anfrage gestellt hätten. Scarano soll mit zwei Gehilfen geplant haben, 20 Millionen Euro von der Schweiz nach Italien zu schmuggeln. Das Rechtshilfegesuch an die Eidgenossenschaft stehe im Zusammenhang mit anderen Strafermittlungen gegen den 61-jährigen Monsignore. (pm/handelszeitung)
Die katholische Gemeinde im Kanton Zürich spendete zu ihrem 50-jährigen Bestehen rund 10.000 Schweizer Franken an den Jesuiten-Flüchtlingsdienst. Das teilte sie an diesem Mittwoch mit. Das Geld wurde bei einer Kollekte während des Festgottesdienstes für das Jubiläum gesammelt. Mit der Spende will der Flüchtlingsdienst der Jesuiten vor allem Projekte in Syrien unterstützen. kipa)

Italien
Mit einer Verurteilung von religiös motiviertem Terrorismus ist am Dienstagabend das internationale Friedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio in Rom zu Ende gegangen. „Niemand kann die Religion für die Rechtfertigung von Gewalt verwenden“, heißt es in dem von Repräsentanten der großen Religionen vorgebrachten Aufruf. Im Namen Gottes zu töten, sei „Blasphemie“. Zugleich werden die Angehörigen aller Religionen zum Einsatz für den Frieden aufgerufen. An dem am Sonntag eröffneten Treffen hatten rund 400 Repräsentanten christlicher Kirchen und der großen Religionen sowie Vertreter von Politik und Kultur teilgenommen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Zusammenkunft unter dem Titel „Der Mut der Hoffnung“ standen der Syrien-Konflikt und die Lage im Nahen Osten. (rv)
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Afrika

Zentralafrikanische Republik
Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik bleibt weiter gefährlich. Wie der Fidesdienst am Mittwoch berichtet, seien die Angriffe der Seleka-Rebellen auf die Zivilbevölkerung heftiger und aggressiver geworden. Bischof Juan Jose Aguirre Munos sagte: „Das wahre Problem ist nicht der Religionskonflikt zwischen Christen und Muslimen, sondern die ständigen Übergriffe der Rebellen auf die Bevölkerung. Die Situation ist gefährlich und könnte zu einer Tragödie führen“. Mittlerweile hätten sich die Bürger selbst bewaffnet und Bürgerwehren gegründet, um sich zu schützen. (fides)

Asien

Indien
Die katholische Bischöfe des Landes ermutigen Priester, Ordensleute und Laien zu sozialem Engagement nach dem Vorbild von Papst Franziskus. Die Katholiken Indiens sollten „zu den Armen und Marginalisierten der Gesellschaft gehen“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der indischen Bischofskonferenz. Sie äußerte sich nach einem Treffen der Bischöfe zum Thema „Katholische Soziallehre“ in Andhra Pradesh. (kna)

Amerika

Vereinigte Staaten
Religionsvertreter in den USA haben die Haushaltsblockade des Kongresses in Washington kritisiert. 33 Vertreter christlicher, jüdischer und muslimischer Organisationen beklagen, die Budgetkrise sei „komplett vermeidbar“ gewesen. Auch die katholische US-Bischofskonferenz zeigte sich besorgt über die politischen Entwicklungen und ihre Auswirkungen. In einem Brief an den Kongress in Washington äußerten die Bischöfe Bedenken, dass Kürzungen im Haushalt vor allem die Armen treffen könnten. Nachdem sich der US-Kongress im Streit um den neuen Haushalt nicht einigen konnte, wurden am Dienstag (Ortszeit) mehr als 800.000 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst in unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Grund für den ersten sogenannten Shutdown seit 17 Jahren sind die verhärteten Fronten zwischen Republikanern und Demokraten. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 02.10.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Das „Treffen der Acht“: Die Beratergruppe des Papstes in Sachen Reform trifft sich / Veröffentlichung des IOR-Jahresberichts: Interview mit Ernst von Freyberg / Interview mit Ulrich Nersinger: Abschied vom Monsignore - weniger Ehrentitel im Vatikan / Die Generalaudienz mit Papst Franziskus

Donnerstag Abend, 03.10.2013: Kreuzfeuer - Kirche, wo es kritisch wird
Themen u.a.:
Das Papstinterview in „La Repubblica“

Freitag Abend, 04.10.2013: Sondersendung - Die Papstreise nach Assisi

Samstag Abend, 05.10.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
Europas Bischöfe über Laizismus und Laizität. Mit der Betrachtung zum Sonntag aus den Morgenmessen des Papstes in dieser Woche

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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