RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 3.10.2013

Tagesmeldungen vom 3.10.2013

- Papst zu Flüchtlingstragödie: „Eine Schande“: -
- Papst: „Haben wir ,Pacem in Terris‘ verstanden?“ -
- Kurie: Neue gesetzliche Grundlage soll Dienst regeln -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst über neue Lampedusa-Tragödie: „Es ist eine Schande”
„Beten wir zu Gott für die Opfer des tragischen Unglücks vor der Küste von Lampedusa“. Ein Tweet von Papst Franziskus am Donnerstag reagiert auf die jüngste Tragödie vor der italienischen Mittelmeerinsel. Mindestens 82 Flüchtlinge aus Afrika ertranken, nachdem sie in Seenot aus Verzweiflung ihr Boot angezündet hatten, um die Küstenwache auf sich aufmerksam zu machen. Vor den Teilnehmern des Vatikan-Kongresses zur Friedensenzyklia Pacem in Terris fügte der Papst seiner Rede spontan hinzu:

„Wenn ich von Frieden und von der unmenschlichen Weltwirtschaftskrise spreche, die ein schweres Symptom des mangelnden Respekts vor dem Menschen ist, kann ich nicht umhin, mit großem Schmerz an die zahlreichen Opfer dieses weiteren Unglücks vor Lampedusa zu erinnern. Mir kommt das Wort ,Schande‘ auf die Lippen. Es ist eine Schande! Beten wir für jene, die das Leben verloren haben, Männer, Frauen, Kinder, für ihre Angehörigen und für alle Flüchtlinge. Einen wir unsere Bemühungen, damit sich ähnliche Tragödien nicht wiederholen! Nur eine entschiedene Zusammenarbeit aller kann sie verhindern.“  (rv)
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Franziskus: „Haben wir ,Pacem in Terris‘ wirklich verstanden?“
Die päpstliche Friedensenzyklika „Pacem in terris“, die Johannes XXIII. vor 50 Jahren veröffentlichte, ist immer noch aktuell. In diesem halben Jahrhundert nach 1963 seien zwar „Mauern und Hindernisse gefallen“, dennoch aber brauche die Welt nach wie vor Frieden, so der Papst. Er empfing an diesem Donnerstag Teilnehmer einer vatikanischen Gedenkveranstaltung zu „Pacem in terris“ in Audienz. (rv)
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Vorschläge zur Kurienreform: Neue Aufgaben, neue Grundlage
Einen „Kurienmoderator“, weniger römischen Zentralismus, anders gefasste Aufgaben für das Staatssekretariat, eine neue gesetzliche Grundlage für die Arbeit der Kurie und mehr Gewicht für Laien: Darüber haben die acht Kardinäle des Kardinalsrates gesprochen, die Papst Franziskus bei der Kurienreform beraten. Ihre erste dreitägige Sitzungsperiode endete an diesem Donnerstag im Vatikan. Vatikansprecher Pater Federico Lombardi teilte dazu mit, diese Überlegungen seien dem Papst gerade aktuell sehr nützlich: am 15. Oktober wird der neue Kardinalstaatsskretär Pietro Parolin sein Amt antreten, der sicherlich vom Papst Anweisungen für seinen Dienst erbeten werde. (rv)
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Papstpredigt: Die Freude des christlichen Gedächtnisses
Die Freude des christlichen Gedächtnisses war an diesem Donnerstag Thema bei der Morgenmesse von Franziskus im Vatikan-Gästehaus Santa Marta. (or)
Lesen Sie hier die deutsche Zusammenfassung des Osservatore Romano

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PAPSTBESUCH IN ASSISI AM 4. OKTOBER:


Live bei Radio Vatikan
Am liturgischen Festtag des italienischen Nationalpatrons Franziskus, dem 4. Oktober, besucht Papst Franziskus Assisi. Während seines 13-stündigen Aufenthalts will der Papst vor der Grabeskirche des Heiligen Franziskus eine Messe unter freiem Himmel feiern. Außerdem sind Begegnungen mit Armen und Kranken, Reden vor Priestern und Ordensleuten sowie eine Begegnung mit mehr als 10.000 Jugendlichen vorgesehen.Radio Vatikan überträgt die Messe mit Papst Franziskus an diesem Freitag live und mit deutschem Kommentar ab 10.50 Uhr. Unsere Kommentatorin ist Stefanie Stahlhofen. Sie können diese Übertragung über den Vatikan-Player mitverfolgen. (kna/pm/rv)

Papstbesuch in Assisi: Das Programm
Am Gedenktag des Franz von Assisi besucht der Papst die Stadt des großen italienischen Heiligen. Er wird am Franziskus-Grab beten und viele verschiedene Gruppen von Gläubigen treffen. (rv)
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Papst Franziskus und der hl. Franz von Assisi
Franziskus: Dieser erstmalige Papstname ist Programm: Der Papst erzählte bei einer Audienz für Journalisten, dass ihm ein befreundeter brasilianischer Kardinal in der Sixtinischen Kapelle während der Stimmenauszählung nach dem entscheidenden Wahlgang gesagt habe: „Vergiss die Armen nicht!“ Und da sei ihm der heilige Franz von Assisi eingefallen. „Er ist für mich der Mann der Armut, der Mann des Friedens, der Mann, der die Schöpfung liebt und bewahrt… Ach, wie möchte ich eine arme Kirche für die Armen!“ (rv)
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HINTERGRÜNDE:

Papstkenner: „So wie ich ihn kennengelernt habe, ist er auch heute“
Ein alter Bekannter Jorge Mario Bergoglios hat den Papst bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch getroffen und sich mit ihm an gemeinsame Zeiten in Frankfurt erinnert: Pater Michael Sievernich, Jesuit wie der Papst selbst, und damals während der geplanten Promotion Bergoglios so etwas wie sein Mentor. Sievernich ist emeritierter Professor für Pastoraltheologie, Schwerpunkt: Seelsorge in Lateinamerika. Über Papst Franziskus, den er damals als Pater Bergoglio 1985 kennen lernte, sagte Sievernich im Gespräch mit uns:

„Er ist immer ein pastoraler Mensch gewesen, also ein Seelsorger, der aber auch über seine Seelsorge reflektiert und darüber geschrieben hat, gerade als Bischof. Dabei hat er wichtige Aspekte herausgestellt. Zwischen den Pater Bergoglio und den Bischof Bergoglio geht eigentlich kein Blatt, sowie auch jetzt kein Blatt zwischen den Bischof und den Papst Franziskus geht. Es ist ein ganz authentischer Mensch, und so wie ich ihn kennengelernt habe, so ist er auch heute.“ (rv)
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Vatikan: Der „Monsignore-Stopp“ in historischer Brechung
Papst Franziskus hat in seiner gut sechs Monate währenden Amtszeit einige vatikanische Bräuche ausgesetzt, die bisher gang und gäbe waren. Wir beschäftigen uns heute mit den päpstlichen Ehrentiteln. Franziskus hat nämlich die Verleihung solcher Ehrentitel scheinbar vorerst auf Eis gelegt, vielleicht auch mit Blick auf Vorschläge der acht Kardinäle. Ist das das Aus für die „Monsignori“ – so die Anrede für die derart ausgezeichneten Prälaten? Jedenfalls: Der Papst wünscht in der Frage der Ehrentitel für Priester möglicherweise eine Neuorientierung, analysiert der Kirchenhistoriker Ulrich Nersinger. (rv)
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Treffen der Bischöfe Europas: „Jeder Christ braucht Reformen“
Die Beratungen der acht Kardinäle mit Papst Franziskus im Vatikan sind auch für die Katholiken Europas wichtig und können einen Impuls zur Verbesserung der eigenen Stellung in der heutigen Gesellschaft führen. Das betont der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen, der ungarische Primas Kardinal Peter Erdö, im Gespräch mit Radio Vatikan. (rv)
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Jordanien: „Bitte schickt uns keine Visa“
„Helft uns Christen hier im Orient - aber schickt uns keine Visa.“ Mit diesen Worten hat sich der katholische Patriarchalvikar für Jordanien, Bischof Maroun Lahham, an Kirchen und Politik im Westen gewandt. Im Gespräch mit „Kathpress“ und weiteren österreichischen Journalisten in der jordanischen Hauptstadt Amman betonte Lahham: „Wir Christen müssen dort leben und unseren Glauben bezeugen, wo Gott uns hingestellt hat.“ Das sei nur möglich, wenn die Christen in die arabische Gesellschaft integriert seien. „Und wir werden von den anderen auch als Araber angesehen“, wenn auch mitunter ein „sehr kleiner“ Vorbehalt von Seiten der muslimischen Mehrheit bliebe. Gerade in Jordanien fühlten sich die Christen aber auf jeden Fall nicht diskriminiert, betonte der Bischof.. (kap)
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AUS DEM RADIO-VATIKAN-BLOG:

Anlässlich der Tagung des Kardinalsrates im Vatikan nimmt sich Pater Bernd Hagenkord noch einmal eine Ansprache des Papstes zum Thema Leitung und Veränderung vor, die dieser in Rio de Janeiro gehalten hatte. (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Papstinterview in der „Repubblica“: „Auf einmal war der Papst am Telefon“
„Da ruft mich meine Sekretärin auf dem Handy an, sehr aufgeregt, und sagt: „Ich habe den Papst hier in der Leitung.“ So erzählt Eugenio Scalfari, wie es zu seinem aufsehenerregenden Interview mit Papst Franziskus kam. Der Linksintellektuelle von der Tageszeitung „La Repubblica“ hatte zwar in den vergangenen Monaten Briefe mit dem neuen Papst ausgetauscht, aber nicht damit gerechnet, dass Franziskus sofort auf eine Bitte um ein Gespräch eingehen würde. „Auf einmal höre ich seine Stimme: Buongiorno, hier ist Papst Franziskus. Sie haben mir einen Brief geschrieben und um ein Treffen gebeten. Was halten Sie von Dienstag 15 Uhr? – Ich sage: Perfekt. – Er wieder: Das ist in Santa Marta. – Ich: Sie müssen entschuldigen, ich kenn mich nicht so aus, wo muss ich denn da reingehen? – Wir reden noch kurz, und am Schluss sag ich ihm: Ich habe übrigens Ihr Interview mit den Jesuitenzeitschriften gelesen. Und er darauf: Und? Sind Sie nicht eingeschlafen?“ In diesem Audio-spezial hören Sie Auszüge aus Scalfaris Papst-Interview, gelesen von Aldo Parmeggiani. Außerdem berichtet Scalfari selbst von seiner Begegnung mit Franziskus. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Slowakei
Die estnische Bischofskonferenz tritt dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen bei. Die Aufnahme wurde zu Beginn der Vollversammlung des Rates an diesem Donnerstagabend in Bratislava beschlossen. Damit besteht der CCEE mittlerweile aus 39 Bischofskonferenzen, die von Portugal bis Russland und von Skandinavien bis Malta reichen. (rv)

Asien

Indonesien
Militante Islamisten wollen den Bau einer katholischen Kirche auf der Insel Java verhindern. Religiöse Vertreter des Christentums und des Islams äußerten sich besorgt über den Vorfall. Etwa 200 militante Anhänger der Islamic Defenders Front wollen demnach den Bau der Sankt Bernadette Kirche 25 km von der Hauptstadt Jakarta entfernt verhindern. Der Pfarrer der zukünftigen Kirche bestätigte, dass mit dem Bau schon am 11. September hätte begonnen werden sollen, aber aus Angst vor islamistischen Anschlägen bis jetzt noch nichts geschehen sei. Die Kirche soll planmäßig Platz für 11.000 Gläubige bieten. (fides)

Indien
Kirche und Menschenrechtsorganisationen fordern die Freilassung von sieben Christen, die im Bundesstaat Orissa des Mordes an einem Hindu-Führer schuldig gesprochen wurden. Das Urteil fiel vor zwei Tagen. Die Männer seien schuldlos, bekräftigte ein Sprecher der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden. Dasselbe Gericht habe Tags darauf auch einen maoistischen Aktivisten für dasselbe Verbrechen verurteilt. Der Mord an dem Hindu-Führer 2008 war der Auslöser für die antichristlichen Massaker, bei denen über 100 Gläubige getötet, 600 christliche Dörfer geplündert und tausende Häuser in Brand gesteckt wurden. Über 54.000 Menschen mussten fliehen und lebten teils über Jahre in Wäldern. Das Urteil gegen die Christen sei paradox: In Orissa seien Christen immer noch Opfer, so der Sprecher der katholischen Kirche. (fides)

Vietnam
Ein Gericht in Hanoi hat einen katholischen Blogger und Regimekritiker zu 30 Monaten Haft verurteilt. Zusätzlich soll er eine Geldstrafe von 50.000 Dollar bezahlen. Der Blogger Le Quoc Quan war bereits seit vergangenem Dezember in Arrest, sein Gerichtsverfahren dauerte aber nur zwei Stunden. Menschenrechtsorganisationen halten den Richtspruch für politisch motiviert. Quan gehört der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden an; er setzt sich unter anderem für Religionsfreiheit in Vietnam ein. Bereits Anfang dieser Woche hatten sich in Hanoi Tausende Katholiken aus Solidarität mit dem inhaftierten Anwalt zu einer Mahnwache versammelt und seine Freilassung gefordert. (asianews)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 03.10.2013: Kreuzfeuer - Kirche, wo es kritisch wird
Themen u.a.: Das Papstinterview in „La Repubblica“

Freitag Abend, 04.10.2013: Sondersendung - Die Papstreise nach Assisi

Samstag Abend, 05.10.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
Europas Bischöfe über Laizismus und Laizität. Mit der Betrachtung zum Sonntag aus den Morgenmessen des Papstes in dieser Woche

Sonntag Abend, 06.10.2013: Menschen in der Zeit– von Aldo Parmeggiani
Der Journalist Jan Roß

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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Im Internet:

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