RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 6.10.2013

Tagesmeldungen vom 6.10.2013

- Papst: Weinen um die Opfer von Lampedusa -
- Kardinal: „Vatikan-Reformen brauchen Zeit“ -
- Kirchliche Road-map zu einem Frieden in Syrien -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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DRAMA VON LAMPEDUSA:

Papst zu Lampedusa: „Lassen wir unser Herz weinen“
Papst Franziskus hat erneut zum Gebet für die vor der Insel Lampedusa ertrunkenen Bootsflüchtlinge aufgerufen. Beim Angelusgebet in Rom sagte er am Sonntag: „Beten wir schweigend für diese unsere Brüder und Schwestern: Frauen, Männer, Kinder... Lassen wir unser Herz weinen.“ Aus dem Vatikan wurde bekannt, dass der Papst den polnischen Kurien-Erzbischof Konrad Krajewski nach Lampedusa geschickt hat, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Krajewski segnete am Sonntag in Lampedusa die Leichname mehrerer Opfer der Schiffskatastrophe, die von Tauchern geborgen worden sind. (rv)
Hier mehr vom Papst-Angelus, in Text und Ton

Ca. 300 Tote in Lampedusa - Trauer und Wut
Noch immer ist das ganze Ausmaß der Tragödie von Lampedusa nicht klar. Ein Schiff mit etwa 500 Flüchtlingen an Bord ist vor drei Tagen vor der Küste der italienischen Insel Lampedusa gesunken; gerettet wurden nur 155 Flüchtlinge. Taucher kamen bis zum Sonntagmorgen wegen hohen Seegangs nicht an das Wrack in 47 Metern Tiefe heran, darum wurden bis Sonntag Nachmittag erst 121 Leichen geborgen. Die meisten der Getöteten sind offenbar Frauen. In Italien hat eine wilde Debatte über das Einwanderungsrecht eingesetzt. Wir sprachen mit dem Vize-Bürgermeister von Lampedusa, mit einem Fischer und einem Caritas-Verantwortlichen. (rv)
Hier unser ausführlicher Lampedusa-Bericht, in Text und Ton

„Lampedusa liegt auch in der Schweiz“
Unter den vielen kirchlichen Stimmen, die sich zum Tod von Bootsflüchtlingen auf Lampedusa zu Wort melden, ist auch der Abt von Einsiedeln, Martin Werlen. Er hält nichts davon, von einer „Tragödie“ zu reden. Hunderte Menschen seien bereits vor der Küste der europäischen Ferieninsel grausam ertrunken. Das Geschehen vor der Insel sei eine „Schande für das reiche Europa, eine Schande für uns“, ein Resultat der „Globalisierung unserer Gleichgültigkeit“. (kipa)
Hier lesen Sie mehr

Anfang Juli: Der Papst auf Lampedusa
Vor drei Monaten, am 8. Juli, hat Papst Franziskus Lampedusa besucht: seine erste Reise überhaupt seit der Wahl auf den römischen Bischofsstuhl. Hier können Sie unseren Bericht darüber noch einmal nachlesen und -hören.
„Sie suchten ein besseres Leben – und fanden den Tod“

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WEITERE TOP-THEMEN DES TAGES:

„Reform im Vatikan wird Zeit brauchen“
Die von Papst Franziskus vorangetriebenen Reformen im Vatikan werden Zeit brauchen. Das erklärte Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga in einem Interview mit mehreren italienischen Zeitungen. Der honduranische Kardinal ist Koordinator des neuen Kardinalsrates, mit dem der Papst in den letzten Tagen erstmals über Reformen beraten hat. „Unsere Arbeit wird nicht einfach nur eine Revision der (Apostolischen Konstitution) Pastor Bonus sein“, so Maradiaga. Pastor Bonus von 1988 ist eine Art Grundgesetz der Kurie. „Wir müssen eine tiefere Arbeit leisten, die auch ihre Zeit brauchen wird“, so der Kardinal weiter. Und wörtlich: „Erwartet bitte nicht, dass das bis zum nächsten Jahr schon fertig wird. Auch weil wir, sobald wir einen Textentwurf haben, erst einmal auch alle anhören wollen, die über Kurienerfahrung verfügen.“ (avvenire)
Hier die komplette Meldung

Kirche stellt Vier-Punkte-Plan für Syrien vor
Die katholische Kirche im Heiligen Land hat einen konkreten Fahrplan für einen Frieden in Syrien erarbeitet. Bei der Vollversammlung des Rates der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) in Bratislava, die an diesem Sonntag zu Ende ging, stellte der Weihbischof des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, William Shomali, einen Vier-Punkte-Plan vor. Russland, die USA und der Iran sollten zunächst einen Waffenstillstand herbeiführen und Waffenlieferungen nach Syrien unterbinden; bei anschließenden Friedensgesprächen dürfe niemand ausgeschlossen werden, auch nicht Assad und auch nicht der Iran. (rv)
Unser Interview mit Bischof Shomali, in Text und Ton

Unser RV-Blog: „Zuviel los im Vatikan“
„Ein wenig zuviel war das schon. Während heute eine neue Arbeitswoche beginnt, bin ich immer noch dabei, die vergangene Woche zu verarbeiten. Ein an Ereignissen nicht gerade armes Pontifikat hat übervolle Tage hinter sich.“ Ein Kommentar von Pater Bernd Hagenkord zu den Ereignissen der vergangenen Tage: Kardinalsrat, Papstinterview, Assisi-Reise, IOR-Bericht und Konsistorium. (rv)
http://blog.radiovatikan.de/was-fuer-eine-woche

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Päpstliche Delegat für die „Legionäre Christi“ und das „Regnum Christi“, Kardinal Velasio De Paolis, hat schriftlich ein Außerordentliches Generalkapitel einberufen, das am 8. Januar 2014 beginnen wird. Dabei sollen eine neue Leitung für das in die Schlagzeilen geratene Institut gewählt und neue Statuten erlassen werden. Mit dem Generalkapitel wird nach dreieinhalb Jahren der umfassende Erneuerungsprozess der Gemeinschaft im Frühjahr 2014 seinen Abschluss finden. De Paolis war 2010 vom Papst mit der kommissarischen Leitung der Ordensgemeinschaft beauftragt worden. Zuvor hatte eine vatikanische Untersuchung „schwerwiegende und objektiv unmoralische Verhaltensweisen“ von Ordensgründer Marcial Maciel Degollado (1920-2008) festgestellt und Missstände im Orden bemängelt. Der mexikanische Priester Marcial hatte minderjährige Seminaristen sexuell missbraucht und mit zwei Frauen drei Kinder gezeugt. Das Leben der Gemeinschaft war bislang sehr stark auf die Figur des Ordensgründers ausgerichtet gewesen. (rv/pm/kna)

Europa

Deutschland
Der armenisch-orthodoxe Bischof von Damaskus, Armash Nalbandian, hat sich enttäuscht über die Lieferung waffentauglicher Chemikalien aus Deutschland nach Syrien geäußert. Dies sei schmerzlich und unverständlich, „gerade weil sich die Bundesrepublik überall auf der Welt für freiheitliche Werte und Menschenrechte einsetzt“, sagte Nalbandian dem Münchener Nachrichtenmagazin Focus. Der Bischof sprach sich dafür aus, Präsident Bashar al-Assad als Verhandlungspartner für die geplante Vernichtung der Chemie-Waffen zu akzeptieren. (kna)
Mit einem Pontifikalamt im Kölner Dom hat das katholische Missionswerk „Missio“ am Sonntag seine diesjährige bundesweite Aktion zum Monat der Weltmission gestartet. Neben Kardinal Joachim Meisner nahmen auch das Oberhaupt der koptisch-katholischen Kirche und weitere Kirchenführer und Gäste aus Ägypten an dem Gottesdienst teil. Aus dem Vatikan war Kurienkardinal Leonardo Sandri angereist. Ägypten steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Aktion. Mit rund 300 Veranstaltungen unter dem Motto „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“ wirbt Missio für Solidarität mit Ägyptens Christen, die häufig verfolgt und angegriffen werden. (rv)

Serbien
Der orthodoxe Patriarch Bartholomaios I. ist zu Besuch im serbischen Nis. In der Stadt 250 km südlich von Belgrad leitete er am Sonntag Feiern zum 1.700. Jahrestag des Toleranzedikts von Mailand. Der Patriarch von Konstantinopel ist Ehrenoberhaupt aller orthodoxen Christen weltweit. In seiner Predigt beklagte Bartholomaios, dass es „heute wie damals Christenverfolgungen“ gebe. Die Christen liebten alle, aber sie würden dennoch „von allen verfolgt“, so der Patriarch. Vor allem in Syrien, Ägypten und im Nahen Osten allgemein gebe es Verfolgung von Christen, sagte er in Anwesenheit der orthodoxen Patriarchen von Serbien, Russland und Zypern. Unter den Tausenden von Menschen, die an der Feier teilnahmen, waren auch Vertreter der katholischen Kirche, des Islam und der serbischen Behörden. „Der Geist religiöser Toleranz muss sich erst noch durchsetzen“, so Bartholomaios wörtlich. Nis ist der Geburtsort des römischen Kaisers Konstantin, der 313 in Mailand zusammen mit seinem damaligen Mitkaiser Licinius das Toleranzedikt veröffentlicht hat. In dem Text gesteht der römische Staat allen Religionen Kultfreiheit zu. Eine große Mehrheit der etwa sieben Millionen Serben sind orthodoxe Christen. (afp)

Slowakei
Die Wahrnehmung von Kirche in der Öffentlichkeit ist viel zu sehr durch Predigten und durch Zurückweisungen charakterisiert. Das kritisierte der tschechische Kardinal Dominik Duka am Samstag vor der Presse in Bratislava/Pressburg. Die Jugend verstehe zudem die Sprache der Kirche nicht. Wörtlich sagte der Prager Erzbischof: „Die Kirche muss weniger als Mahnerin und mehr als Trägerin von Einrichtungen, die für die Menschen attraktiv sind, hervortreten.“ Duka erinnerte an die Zeiten großer katholischer Aufbruchsbewegungen in Europa, etwa in der Zeit von Don Bosco. Die Kirche habe damals große Anstrengungen für Bildung, gegen Armut und gegen Krankheit initiiert, und sie habe dadurch Anziehungskraft entwickelt. (kap)
Der Konflikt in den slowakischen Erzdiözesen Trnava und Bratislava kommt nicht zur Ruhe. Weil es am Donnerstagabend während des Gipfels der Episkopatsvorsitzenden Europas in Bratislava zu Demonstrationen kam, veröffentlichte die Slowakische Bischofskonferenz eine Erklärung. Sie nimmt zu der von Papst Benedikt XVI. im Januar 2012 verfügten Absetzung des populären Erzbischofs Robert Bezak, der die Erzdiözese Trnava geleitet hatte, Stellung. Die Hintergründe der Absetzung sind weiterhin nicht klar. Benedikt XVI. hat laut der Erklärung, die im wesentlichen aus einem in Interviewform abgegebenen Statement des kanadischen Kurienkardinals Marc Ouellet besteht, die Causa Trnava „nach profundem und persönlichem Studium“ entschieden. Wörtlich schreibt der Präfekt der Bischofskongregation: „Wir begleiten Bischof Bezak mit unserem Gebet. Wenn er es möchte, bin ich bereit, ihn in Rom zu treffen.“ (kap)

Afrika

Kenia
Das konservative anglikanische Netzwerk GAFCON plant einen Gegengipfel gegen den als zu liberal empfundenen Kurs der anglikanischen Weltgemeinschaft. Das berichtet die britische Sonntagszeitung Sunday Telegraph. Noch in diesem Monat wollten in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mehr als 1.000 konservative Bischöfe und hochrangige Geistliche zusammenkommen. Sie nehmen für sich in Anspruch, 40 Millionen der insgesamt rund 77 Millionen Anglikaner weltweit zu repräsentieren. Für den neuen Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, bedeutet der Plan eine Herausforderung. Der Gipfel von Nairobi markiert den zehnten Jahrestag der Weihe eines offen homosexuellen Bischofs in den USA; dies ist einer der Streitpunkte innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft. GAFCON strebt an, den globalen Anglikanismus zu „reformieren und zu erneuern“. Zu dem Netzwerk gehören in erster Linie zahlreiche Bischöfe des so genannten „Global South“ aus Afrika, Asien und Australien. (kna)

Amerika

Vereinigte Staaten
Die Mormonen haben nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 15 Millionen Mitglieder. Damit habe sich ihre Zahl in den letzten dreißig Jahren verdreifacht, hieß es auf einer Konferenz der Gemeinschaft, die sich selbst „Kirche der Heiligen der letzten Tage“ nennt, in Salt Lake City. 1982 habe die Gemeinschaft erst fünf Millionen Mitglieder gehabt. Mehr als die Hälfte der heutigen Mitglieder leben nach den neuen Zahlen außerhalb der USA. (ap)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 06.10.2013: Menschen in der Zeit – von Aldo Parmeggiani
Der Journalist Jan Roß

Montag Abend, 07.10.2013: Weltkirchen-Magazin

Dienstag Abend, 08.10.2013: Radioakademie (Teil 2) 

Mittwoch Abend, 09.10.2013: Die Woche in Rom

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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