RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 7.10.2013

Tagesmeldungen vom 7.10.2013

- Papst: „Flucht vor Gott tägliche Versuchung“ -
- Kurienreform: „Vorschläge vorgestellt“ -
- Flüchtlingsdrama „Schande auch für Afrika“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papstpredigt: „Flucht vor Gott ist eine tägliche Versuchung“
Manchmal sind es die Christen, die vor Gott weglaufen, die letztlich seine Stimme hören. Voraussetzung dafür sei jedoch ein „offenes Herz“. Das hat Franziskus am Montag in seiner Predigt bei der Messe im vatikanischen Gästehaus Santa Marta betont. Die Flucht vor Gott sei eine „tägliche Versuchung“, so der Papst ausgehend von den Tageslesungen zu Jona und dem guten Samariter: „Man kann ganz direkt vor ihm fliehen, aber es gibt auch andere Weisen, komplexere und ausgeklügeltere Weisen. Im Evangelium wird von diesem Mann berichtet, der halb tot am Wegesrand liegen gelassen wird. Ein Priester kommt zufällig vorbei, ein würdiger Priester im Talar, sehr schön und gut! Er sah das und sagt sich: ,Ich komme zu spät zur Messe‘, und er ging weg. Er hat die Stimme Gottes nicht gehört.“ Der einzige, der die Fähigkeit gehabt habe, die Stimme Gottes zu hören, war ein Sünder, so der Papst weiter: „Nur der Samariter auf der Reise ‚sah und hatte Mitleid’: Er hatte ein offenes Herz, er war menschlich.“ (rv)
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Kurienreform: „Vorschläge und Ideen vorgestellt
Die acht Kardinäle, die den Papst bei der Kurienreform beraten, repräsentieren nicht ihre Länder oder Kontinente. Das betont gegenüber Radio Vatikan einer der acht Papstberater, der Erzbischof von Kinshasa Kardinal Laurent Monsengwo Pasinya: „Der Heilige Vater hat uns gebeten, darüber hinweg zu schauen, woher wir kommen. Das ist eine große Verantwortung für uns. Die Kirche ist ein Hoffnungszeichen, und sie ist immer auf die Zukunft ausgerichtet. Deshalb gehört es zum Wesen der Kirche, dass sie ständig reformiert werden muss. Wir acht Kardinäle und der Papst verstehen uns als Werkzeug des Heiligen Geistes und hoffen, dass wir dessen Willen ausführen.“ Es sei noch zu früh, um über konkrete Schritte zu sprechen, so Kardinal Monsengwo weiter. Wichtig sei hingegen gewesen, dass jeder Kardinal Ideen und Vorschläge vorgestellt habe. (rv)
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BLICKPUNKT LAMPEDUSA:

Flüchtlingsdrama „Schande auch für afrikanische Regierungen“
Viele afrikanische Regierungen tragen ihren Anteil an der Flüchtlingstragödie von Lampedusa. Daran hat im Interview mit Radio Vatikan der Erzbischof von Addis Abeba, Berhaneyesus Demerew Souraphiel, erinnert: „Wenn die Situation zu Hause besser wäre, wenn es Arbeit gäbe und wenn man sich frei ausdrücken und äußern könnte, wenn es Zeichen der Hoffnung vor allem für junge Menschen gäbe, dann hätten sie diese Reise nicht gewagt“, so der Geistliche. Ein Schiff mit etwa 500 Flüchtlingen war vor vier Tagen vor der Küste der italienischen Insel gesunken, bisher wurden 200 Todesopfer bestätigt. (rv)
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Betroffenheit und Wut: „Brüssel muss was tun“
Wie lässt es sich verhindern, dass Bootsflüchtlinge wenige hundert Meter vor der rettenden europäischen Küste ertrinken? Die Stellschraube, an der jetzt gedreht werden muss, ist in Brüssel. Das sagte Christopher Hein vom Italienischen Flüchtlingsrat (CIR) im Interview mit Radio Vatikan: „Die europäischen Normen sehen keine Möglichkeit vor, einen Asylantrag in der EU von außerhalb der europäischen Grenzen zu stellen. Die Leute müssen für so etwas physisch vor Ort sein“, erläutert der deutsche Menschenrechtler:
„Aber versetzen wir uns doch mal in eine Frau aus Eritrea, die es bis Tripolis in Libyen geschafft hat: Sie kann nicht in ihr Land zurück, aus dem sie geflohen ist; sie kann auch nicht in Libyen bleiben, weil sie dort kein Asyl bekommen kann; sie kann nicht legal nach Europa, weil sie niemals an ein Visum herankommen wird. Also bleibt ihr praktisch nur noch übrig, in ein Boot zu steigen. Wir bräuchten dringend legale und geschützte Zugangskanäle nach Europa – dann könnte diese Frau sich an eine EU-Botschaft oder an die Botschaft eines EU-Mitgliedslandes wenden und schon von Afrika aus die Asylprozedur in Gang setzen. Dafür muss sie dann nicht mehr bis Lampedusa kommen.“
Im Radio Vatikan-Schwerpunkt zum Thema kommen neben Christopher Hein auch der Vize-Bürgermeister von Lampedusa, ein Caritas-Verantwortlicher des Bistums Agrigent, der italienische Staatspräsident Napolitano und ein äthiopischer Erzbischof zu Wort. (rv)
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AUS DEM RADIO VATIKAN-BLOG:

Gottsuche im Reality-TV?
Wie kann man im Unterhaltungsfernsehen über Gott sprechen? Beten und schweigen, wenn die Kamera immer dabei ist? Pater Bernd Hagenkord hat sich eine Reality-TV Sendung über Exerzitien angesehen und ist ganz angetan.
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/Lesotho
Papst Franziskus hat an diesem Montag mit König Letsie III. von Lesotho über die Lage im südlichen Afrika gesprochen. Bei der knapp fünfzehnminütigen Audienz, bei der auch Königin Masenate Mohato Seeiso anwesend war, ging es weiter um Fragen der Religionsfreiheit und die Staat-Kirche-Beziehungen. Ausdrücklich wurde der Beitrag der Kirche im Caritaswesen sowie für Gerechtigkeit und Frieden gewürdigt. In dem von Südafrika eingeschlossenen Gebirgsland sind mehr als die Hälfte der 2,2 Millionen Einwohner katholisch. (rv/kipa)

Vatikan/Dominikanische Republik
Der Nigerianer Jude Thaddeus Okolo wird künftig den Vatikan in der Demokratischen Republik vertreten. Der Papst ernannte den 56-Jährigen am Montag zum Nuntius in dem Land. Okolo wird damit Nachfolger von Erzbischof Jozef Wesolowski, der wegen Missbrauchsvorwürfen des Amtes enthoben worden war. Der aus Nigeria stammende Okolo wird auch Apostolischer Delegat in Puerto Rico. Vorher war er in Sri Lanka, Haiti, der Tschechischen Republik und in der Schweiz tätig. (rv/kna)

Europa

Deutschland
Mehr Engagement des deutschen Staates gegen Kinderarbeit fordern Entwicklungshelfer. Das Thema müsse auch auf der politischen Agenda der zukünftigen Bundesregierung stehen, so der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) am Montag in Bonn. Obwohl die Zahl der Kinderarbeiter sinke, würden immer noch Millionen Mädchen und Jungen weltweit ausgebeutet. Ziel müsse sein, „jede Art von Kinderarbeit abzuschaffen“. Laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten rund 168 Millionen Mädchen und Jungen weltweit als Straßenverkäufer, Lastenträger, Hausangestellte oder Landarbeiter. Von Dienstag bis Donnerstag findet die dritte Weltkonferenz zu Kinderarbeit in Brasilien statt. (kna)

Deutschland/Korea
Mit einer Bahnreise von Berlin ins südkoreanische Busan wollen 131 Christen aus Korea und Deutschland für eine friedliche Wiedervereinigung des geteilten Landes eintreten. Am Beginn der Reise soll ein Gottesdienst am Brandenburger Tor stehen, erläuterte der Leiter des Projekts „Peace Train“, Ra Haekjib, am Montag in Berlin. Der „Peace Train“ wird vom Nationalen Kirchenrat Koreas organisiert und von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dem Berliner Missionswerk sowie der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS/Stuttgart) unterstützt. Er soll am Dienstagabend auf dem Berliner Hauptbahnhof starten. (kna)

Schweiz
Der ehemalige Primas von England, Erzbischof Rowan Williams, hat in seinem Eröffnungsvortrag zum „Internationalen Kongress zum Reformationsjubiläum 2017“ in Zürich zu einer Versöhnung zwischen Moderne und Reform aufgerufen. Das berichtete die Nachrichtenagentur kipa am Sonntag. Laut Williams müsse eine aus der Reformation hervorgegangene neue Theologie spirituell, nüchtern, selbstkritisch, aber auch radikal politisch sein. Der noch bis Mittwoch laufende Kongress bildet den Auftakt der Vorbereitungen für die 500-Jahr-Feiern der Reformation der protestantischen und reformatorischen Kirchen. Die Feiern sollen 2017 und 2019 ihre Höhepunkte erreichen. (kipa)

Slowakei
Mit einem Gottesdienst im Pressburger Martinsdom hat der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) am Sonntag seine diesjährige Vollversammlung abgeschlossen. An den Beratungen über das Thema einer „gesunden Laizität“ im Gegensatz zum „ideologischen Laizismus“ nahmen Kardinäle und Bischöfe aus 40 Ländern teil. Präsident des CCEE ist der Budapester Erzbischof Kardinal Peter Erdö, auf fünf weitere Jahre wieder gewählter Generalsekretär ist der Portugiese Duarte da Cunha. Die Kirche in Europa müsse mutiger sein und das Evangelium stärker in glaubensfernen Milieus verkünden, um den Dienst an Gott und den Menschen zu leisten, sagte CCEE-Vizepräsident Erzbischof Jozef Michalik aus Polen bei der Abschluss-Pressekonferenz. (kap/pm)
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Naher Osten

Irak
Das chaldäische Patriarchat hat den illegalen Verkauf von kirchlichen Grundstücken und Wohnungen verboten. Der Beschluss sei in einer Verlautbarung bekannt gemacht worden, die den Vatikan als oberste Instanz für eine Genehmigung des Verkaufs von Kirchengütern nennt, berichtet fides. Das Patriarchat verweise bei dem Verbot u.a. auf das postsynodale Schreiben „Ecclesia in Medio Oriente“ von Papst Benedikt XVI., in dem auch vom Umgang mit kirchlichen Gütern im Nahen Osten die Rede ist. Die Kirche im Irak hat mit der Entfremdung kirchlicher Güter zu kämpfen. Der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. Sako hat bereits mehrfach über die schwierige Verwaltung kirchlicher Güter in dem Land geklagt. (fides)

Asien

Vietnam
Religionsführer haben die Freilassung von 14 katholischen und protestantischen Gläubigen gefordert, die sich derzeit in Haft befinden. Das geht aus einer an die vietnamesische Nationalversammlung und an internationale Einrichtungen gerichteten Petition von Katholiken, Protestanten und Buddhisten hervor. In dem Schreiben, das u.a. an den UNO-Menschenrechtsrat ging, fordern sie „Gerechtigkeit und Achtung der Menschenrechte in Vietnam“. Seit Monaten beklagen verschiedene Menschenrechtsorganisationen in Vietnam ein strengeres Vorgehen gegen Aktivisten, die sich für Meinungsfreiheit und Menschenrechte einsetzen. (fides)

Amerika

Argentinien
Mehr als 2,5 Millionen Menschen haben laut argentinischen Medienberichten am Wochenende für eine Rekordbeteiligung am traditionsreichen Pilgermarsch zur Basilika in Lujan gesorgt. Die überwiegend jungen Teilnehmer feierten nach einem 65 Kilometer langen Fußmarsch aus der argentinischen Hauptstadt einen Gottesdienst mit dem Erzbischof von Buenos Aires, Mario Poli. Beobachter führen die hohe Teilnehmerzahl auf die Begeisterung in Argentinien für Papst Franziskus zurück. Der erste Lateinamerikaner als Kirchenoberhaupt war während seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires einer der eifrigsten Förderer des vor allem bei Jugendlichen beliebten Pilgerwegs. (kna)

El Salvador
Nach zahlreichen Protesten gegen die Schließung des erzbischöflichen Menschenrechtsbüros in San Salvador hat Erzbischof Jose Luis Escobar Alas die Entscheidung mit internen Korruptionsfällen begründet. Diese hätten die Ziele der Institution untergraben, sagte der Oberhirte laut lokalen Medienberichten. Die Kirche werde die Staatsanwaltschaft über ihre Untersuchungen informieren. Zugleich betonte Escobar Alas, dass die Büroschließung eine Restrukturierung ermöglichen solle, um die Arbeit zu modernisieren. Das international anerkannte Menschenrechtsbüro war 1982 gegründet worden, um die Hintergründe des Attentats an San Salvadors Erzbischof Oscar Arnulfo Romero sowie Verbrechen während des Bürgerkrieges in El Salvador aufzuklären. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 07.10.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Blickpunkt Lampedusa: Trauer und Wut, eine Schande auch für die Regierungen Afrikas, Italiens Präsident will neue europäische Asylpolitik / Kirche stellt Vier-Punkte-Plan für Syrien vor

Dienstag Abend, 08.10.2013: Radioakademie (Teil 2) - von Stefanie Stahlhofen
Der Glaube der Benediktinerinnen

Mittwoch Abend, 09.10.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Die Generalaudienz mit Papst Franziskus

Donnerstag Abend, 10.10.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Kirchliche Stimmen zur Flüchtlingsproblematik am Mittelmeer

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hören

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