RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 9.10.2013

Tagesmeldungen vom 9.10.2013

- Papst bittet um Gebet für Frieden im Nahen Osten -
- Kard. Maradiaga: „Jetzt ist Zeit für Kollegialität“ -
- Deutschland: Neuer Druck auf Limburgs Bischof -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst ruft zum Gebet für Frieden in Nahost auf
Franziskus hat am Mittwoch zum Gebet für den Frieden im Nahen Osten aufgerufen. Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz beklagte er die Konflikte in Syrien, Irak, Ägypten, Libanon und im Heiligen Land. Den Bischöfen von Äthiopien und Eritrea gegenüber sprach der Papst das jüngste Flüchtlingsdrama von Lampedusa an. Viele der toten Migranten kommen aus diesen Ländern. Der Papst schloss sich der Trauer der Religionsvertreter über die Todesopfer an. (rv)
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Franziskus: „Katholische Kirche ist vielfältig und universell“
Die katholische Kirche ist universell, vielfältig und schöpft Kraft aus der Einheit. Daran hat der Papst an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz erinnert. Vor tausenden Pilgern, die sich trotz Regen auf dem Petersplatz versammelt hatten, ging Franziskus auf die Katholizität der Kirche ein. Ein wichtiges Merkmal der katholischen Kirche sei „Einheit in der Vielfalt“, so Franziskus. Wie in einem großen Orchester spielten die Instrumente der Weltkirche ein gemeinsames Stück, jede Stimme sei dabei für die Harmonie des Ganzen wesentlich. (rv)
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Kardinal Marx: „Wir sind auf einem gemeinsamen Weg“
Die Freiburger Handreichung zu wiederverheirateten Geschiedenen ist ein noch in Arbeit befindlicher Prozess. Das betont der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx. Im Januar wird einen Bericht der deutschen Bischöfe zum Thema geben, so der Kardinal im Gespräch mit den Münchner Kirchennachrichten. „Ich glaube, dass wir Wege finden können“, so Marx auch mit Verweis auf die Synode zur Familienpastoral, die in einem Jahr im Vatikan stattfinden soll. Bis dahin müsse man gründlich diskutieren, so Marx. (rv/müncher kirchennachrichten)
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Hier lesen Sie, was der Päpstl. Familienrat zu dem Thema sagt

Kardinal: „Jetzt ist die Zeit für Kollegialität“
„Synodalität“ ist das Stichwort der Reform, die Papst Franziskus der Kirche verordnet. Das sagt Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga aus Honduras nach den Sitzungen des Kardinalsrates, der vergangene Woche erstmals im vatikanischen Gästehaus Santa Marta tagte. Synodalität bezieht sich auf Synode, also Bischofsversammlung, und der Papst ist als Bischof von Rom Erster unter Gleichen. Maradiaga erklärt, wie Franziskus seine Autorität als Bischof von Rom begreift: „Der Papst ist ein Autor, der jeden Tag eine neue Seite jenes Buchs des Lebens schreibt und Seite um Seite einer lebendigen Kirche hinzufügt.“ Der Papst wünsche sich die Kurie als Einheit des Dienstes an den Ortskirchen, so Maradiaga. (rv)
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UNSER FILMTIPP:

Stein der Geduld
Eine junge afghanische Mutter bringt ihre beiden Töchter bei einer Tante unter, weil das Leben in der Stadt zu gefährlich geworden ist. Sie selbst harrt bei ihrem im Koma liegenden Ehemann aus und beginnt, ihm ihre Gedanken und Gefühle zu erzählen. Ihre monologischen Geständnisse leben von der Kunst der Hauptdarstellerin, die der Ohnmacht ihrer Figur kämpferische Gefühle, aber auch viel Humor entgegensetzt. Ein fesselndes Frauenporträt, das als Protokoll eines sich anbahnenden Befreiungsaktes angesichts der realen Verhältnisse in Afghanistan umso mehr erschauern lässt. - Sehenswert ab 16. (FilmDienst)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die verschärfte Anti-Geldwäsche-Gesetzgebung des Vatikans ist am Dienstag bestätigt worden. Das gab der Vatikan an diesem Mittwoch bekannt. Die neuen Vorschriften, die bereits seit 8. August durch einen Erlass des vatikanischen Verwaltungschefs Kardinal Giuseppe Bertello in Kraft traten, weiten unter anderem die Kontrollbefugnisse der vatikanischen Finanzaufsichtsbehörde AIF auf alle Einrichtungen der römischen Kurie und des Vatikanstaats aus. Es handele sich um einen „weiteren wichtigen Schritt in Richtung Transparenz und Überwachung der finanziellen Aktivitäten im Vatikan“ und einen „Beitrag zur Stabilität und Integrität“ des Finanzsektors auf globaler Ebene, heißt es in der Mitteilung des vatikanischen Presseamtes. 90 Prozent der Arbeit auf diesem Feld seien nun getan, erläuterte Vatikansprecher Federico Lombardi vor Journalisten. (rv/kna)
Der Papst hat sich über die Herausforderungen der US-amerikanischen Kirche informiert. Bei einer Audienz am Montag für die Mitglieder der US-amerikanischen katholischen Bischofskonferenz sei es unter anderem um Fragen der katholischen Schulen, um Priesterberufungen und um die lateinamerikanischen Gläubigen in den USA gegangen. Dies berichtete Kardinal Timothy Dolan nach dem Treffen im Interview mit Radio Vatikan. Bei der herzlichen Begegnung, die etwa eine halbe Stunde dauerte, habe der Papst eine „gesunde Neugier“ auf Belange der US-amerikanischen Kirche gezeigt, so der New Yorker Erzbischof. (rv)
Franziskus hat an Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner geschrieben, um ihr gute Besserung zu wünschen. Die Politikerin ist am Dienstag wegen eines Blutergusses unter der Hirnhaut operiert worden, die Folge eines Sturzes im August. In dem Brief nennt der Papst, der aus Argentinien stammt, die Präsidentin vertraulich beim Vornamen. Er bitte Unsere Liebe Frau von Luján für ihre „völlige Genesung“, heißt es weiter. In seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires hatte der heutige Papst zu den Kirchners, also der heutigen Präsidentin und ihrem Mann, der auch ihr Amtsvorgänger war, eine konfliktreiche Beziehung. (rv)
Der Papst feiert am Sonntag eine Messe zu Ehren der Madonna von Fatima. Dazu wird die Marienstatue aus dem portugiesischen Wallfahrtsort nach Rom gebracht. Die Messe auf dem Petersplatz ist nach Vatikanangaben Teil eines „Marianischen Tages“ im Rahmen des „Jahres des Glaubens“, das noch sein Vorgänger Benedikt XVI. ausgerufen hatte. Wir übertragen die Ankunft der Statue sowie die Messe auf dem Petersplatz live und mit deutschem Kommentar. Die Feier und Live-Übertragung beginnt am Samstagabend, 12. Oktober, beginnt, um 16.50 Uhr. Die Messe und das Angelus-Gebet werden am Sonntagmorgen, 13. Oktober, ab 10.20 Uhr übertragen. Sie können beide Übertragungen auf unserem Vatican Player mitverfolgen. (rv/kna)

Vatikan/Italien
Der Vatikan hat den verfolgten Juden Roms während des Zweiten Weltkriegs möglicherweise umfassender geholfen als bislang bekannt. Das schreibt die italienische Historikerin Anna Foa in einem Gastbeitrag für die vatikanische Tageszeitung „L’Osservatore Romano“ am Mittwoch. Darin präsentiert die in Rom lehrende Wissenschaftlerin mögliche Hinweise auf eine geheime diplomatische Intervention des Vatikans zum Schutz der Juden vor weiteren Verfolgungen durch die deutschen Besatzer nach der großen SS-Razzia am 16. Oktober 1943. Für ein solches Eingreifen spreche, dass die Deutschen später kaum noch Razzien durchführten, obwohl sich die Juden, die der ersten Razzia entkommen waren, nicht selten in ihren ursprünglichen Wohnungen aufhielten und ihre Adressen den Besatzern durch Listen bekannt waren, so Foa. (kna)

Europa

Deutschland
Der Streit um die hohen Baukosten des Diözesanen Zentrums St. Nikolaus in Limburg ebbt nicht ab. Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst will sich derzeit zu den Vorwürfen und teilweise auch Rücktrittsforderungen an ihn nicht äußern. Das Bistum Limburg hatte am Montagabend mitgeteilt, die Kosten für den Bau beliefen sich auf insgesamt rund 31 Millionen Euro. Zu Beginn der Baumaßnahmen 2010 war man noch von fünf Millionen Euro ausgegangen. Auf Wunsch des Limburger Bischofs wird eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz die Vorgänge um den Bau prüfen. Diesen Prüfbericht will das Bistum abwarten. (welt-online/faz/pm)

Schweiz
Der Generalsekretär des Weltkirchenrates (ÖRK), Olav Fykse Tveit, hat die Kirchen der Reformation zur Selbstreflexion ermuntert. Die oftmals unter sich zerstrittenen Kirchen sollten sich überlegen, welchen Beitrag zur Ökumene sie zum Reformationsjubiläum 2017 hin liefern können, sagte Fykse Tveit am Dienstag in Zürich vor den 250 Delegierten eines Internationalen Kongresses zur Vorbereitung des 500-Jahr-Gedenkens 2017. Die blutige Geschichte der Reformation dürfe dabei nicht ausgeklammert werden. Als bedeutendste Fortschritte im Zusammengehen der christlichen Kirchen benannte der ÖRK-Generalsekretär die gemeinsame Bibellektüre. (kipa)

Asien

Singapur
Der Stadtstaat Singapur soll ein „Zentrum der Nächstenliebe“ im Herzen der Stadt bekommen, wie die Nachrichtenagentur „Apic“ am Dienstag berichtet. Das Zentrum soll den Namen Agape- Village tragen. Es werde Erste- Hilfe Räume bieten, ein Zentrum für juristische Unterstützung, Hilfe bei der Jobsuche, sowie Seelsorge, Ruheräume, Schlafsäle sowie eine Suppenküche. Die Direktorin des Zentrums, Janet Ang, betonte, dass sich dort alle willkommen fühlen dürfen – gleich welcher Religion oder Herkunft sie seien. Das Projekt wird von der Caritas Singapur und von der Erzdiözese getragen und soll etwa 4 Millionen Dollar kosten. Etwa 18 Prozent der Bevölkerung Singapurs sind Christen. (apic)

Amerika

Vereinigte Staaten
Vom Verwaltungs-Stillstand in den USA, dem so genannten „Shutdown“, sind auch katholische Militärgeistliche betroffen. Das sagte US-Erzbischof Timothy Broglio jetzt in Radio Vatikan. Militärgeistliche, deren Vertrag nicht über den 1. Oktober hinausreiche, dürften jetzt von Rechts wegen nicht einmal mehr die Militärbasis betreten, auf der sie Dienst täten, und keinerlei Dienstleistung anbieten. Das Verteidigungsministerium hat allerdings mit einer Übergangsmaßnahme Militärgeistliche zu „unentbehrlichem Personal“ erklärt, und dem Senat wird jetzt ein vom Repräsentantenhaus bereits verabschiedetes Gesetz vorgelegt, das Militärgeistliche explizit vom „Shutdown“ ausnimmt. Von den über 200 Militärgeistlichen in den USA arbeiten an die 75 auf Vertragsbasis. Der Verwaltungs-Stillstand in den USA geht auf ein Kräftemessen zwischen Demokraten und Republikanern über den Staatshaushalt zurück. (rv)

Argentinien
Papst Franziskus hat die argentinische Regierung und Opposition zumindest für einen Moment vereint: Bei einer Buchvorstellung mit Predigten des Papstes aus Argentinien waren in Buenos Aires laut argentinischen Medienberichten vom Dienstag Spitzenpolitiker beider Lager versammelt. Neben Oppositionspolitiker Sergio Massa gehörte demnach auch Martin Insaurralde, Kandidat der Partei von Staatspräsidentin Cristina Kirchner bei den anstehenden Parlamentswahlen, zu den Zuhörern. Der katholische Geistliche Carlo Accaputo hat in seinem Buch die wichtigsten Predigten des ersten Papstes aus Lateinamerika zusammengestellt. Accaputo gilt seit Jahren als wichtiger Ratgeber des vormaligen Erzbischofs Jorge Mario Bergoglio in Gewerkschafts- und sozialen Fragen. (kna)

Mexiko
Als einen „wichtigen Beitrag zur Autonomie der indigenen Völker“ sieht das bischöfliche Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die jüngste Freigabe der Übersetzung für die Sakramente in zwei indigene Sprachen in Mexiko durch Papst Franziskus. „Die Ureinwohner Mexikos sind vor 500 Jahren in einer fremden Sprache evangelisiert worden und können nun die Sakramente in ihrer eigenen Sprache feiern“, erklärte Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka am Mittwoch in Essen. Dadurch sei den Menschen in der mexikanischen Region Chiapas nun ein ganz anderer Zugang zum christlichen Glauben möglich. Papst Franziskus hat nach Angaben von Bischof Felipe Arizmendi Esquivel aus der Region Chiapas die Übersetzung der Formeln für die Sakramente der Taufe, der Kommunion und der Firmung in die Sprachen Tzotzil und Tzeltal autorisiert. Sie sind damit die ersten indigenen Sprachen Mexikos, die eine solche Genehmigung aus Rom erhalten haben. (kna/pm)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 09.10.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Die Generalaudienz mit Papst Franziskus / Kardinal Maradiaga zur Kurienreform / 25 Jahre „Mulieris dignitatem“

Donnerstag Abend, 10.10.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Kirchliche Stimmen zur Flüchtlingsproblematik am Mittelmeer / Zentralafrikanische Republik: Angriff auf Christen

Freitag Abend, 11.10.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Erzbistum Freiburg: Papier zu wiederverheirateten Geschiedenen / Bischof Ackermann zu Religionsfreiheit / Belgien: Kirche gegen Sterbehilfe für Minderjährige

Samstag Abend, 12.10.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
EU-Parlamentspräsident Martin Schultz beim Papst, die Morgenmessen mit Papst Franziskus in dieser Woche

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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