RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 11.10.2013

Tagesmeldungen vom 11.10.2013

- Papst sagt Nein zu Antisemitismus -
- Bischof Ackermann: Wir wollen Klarheit in Limburg -
- EU-Parlament lädt Franziskus ein -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst: „Möge der Antisemitismus verschwinden!“
Papst Franziskus hat die jüdische Gemeinde von Rom zu einer Audienz im Vatikan empfangen. Als Bischof von Rom fühle er sich ihnen besonders nahe, sagte er dabei. Zusammen mit Oberrabbiner Riccardo Di Segni erinnerte der Papst an den 70. Jahrestag der Deportation von Juden aus Rom. Paradoxerweise, so der Papst, habe „die Tragödie des Krieges“ Christen und Juden gelehrt, ihren Weg gemeinsam zu gehen. „Wir werden dadurch aber auch angeleitet, in unserer Wachsamkeit allen Formen der Intoleranz und des Antisemitismus gegenüber nicht nachzulassen, ob in Rom oder im Rest der Welt. Möge der Antisemitismus aus dem Herzen und dem Leben jedes Mannes und jeder Frau verschwinden!“ (rv)
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Bischof Ackermann: „Wir wollen Klarheit in Limburg“
Die deutschen Bischöfe wollen eine schnelle Lösung der Krise im Bistum Limburg. Angesichts der sich zuspitzenden Lage ist bei den deutschen Oberhirten eine Schmerzgrenze erreicht, lässt der Trierer Bischof Stephan Ackermann im Interview mit Radio Vatikan durchblicken. Das Vertrauen im Bistum sei „massiv gestört“, klagte Ackermann, dessen Bistum an das Bistum Limburg angrenzt. Die Lage sei außerordentlich „verknotet“, sagte Ackermann wörtlich. „Wichtig ist natürlich, dass es jetzt noch mehr Klarheit gibt“ (rv)
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EU-Parlamentspräsident beim Papst: „Bewegt sich was beim Volk, bewegt sich auch die Politik“
Das Europäische Parlament lädt Papst Franziskus ein, in einer seiner Plenarsitzungen zu sprechen. Parlamentspräsident Martin Schulz wurde an diesem Freitag vom Papst empfangen und überbrachte eine Einladung. An diesem Freitag sind es genau 25 Jahre, seitdem mit Johannes Paul II. das letzte mal ein Papst vor dem Europaparlament sprach. Franziskus wäre gerade mit seinem nichteuropäischen Hintergrund „für uns ein in jeder Hinsicht vielversprechender Gast, der uns in einer sehr klaren Form seine Vorstellungen über die Rolle Europas und die Rolle der Kirche in diesem 21. Jahrhundert vortragen könnte“, sagte Schulz zu Radio Vatikan. (rv)
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Papstpredigt: „Hütet euch vor dem Dämon“
Seid auf der Hut vor den Verlockungen des Satans! Dazu hat Papst Franziskus an diesem Freitag aufgerufen. In seiner Predigt bei der Frühmesse in Santa Marta bezog sich der Papst auf den Text aus dem Lukasevangelium, in dem Jesus „einen Dämon, der stumm war“, austreibt. „Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden.“ Man müsse einen solchen Text ernst nehmen, kommentierte Franziskus, und Jesus nicht als „bloßen Heiler“ darstellen. (rv)
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Vatikan: Marianische Tage mit der Muttergottes von Fatima
Papst Franziskus feiert am Sonntag eine Messe zu Ehren der Madonna von Fatima. Dazu wird die Marienstatue aus dem portugiesischen Wallfahrtsort nach Rom gebracht. Die Messe auf dem Petersplatz ist Teil eines „Marianischen Tages“ im Rahmen des „Jahres des Glaubens“. Am Samstag findet eine Marienandacht auf dem Petersplatz mit dem Papst statt, zu der 150.000 Menschen erwartet werden. Radio Vatikan begleitet Andacht wie Messe mit einem deutschen Live-Kommentar. Beginn der Übertragung am Samstag ist 16.50 Uhr, jener am Sonntag um 10.20 Uhr. Sie können beide Übertragungen auf unserem Vatikan-Player mitverfolgen. (rv/kna)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Religionsfreiheit: „Vielschichtiger Kampf um ein Menschenrecht“
Kirche muss klar und selbstbewusst für den Schutz der Religionsfreiheit eintreten. Das betont Bischof Stephan Ackermann mit Blick auf Einschränkungen der Religionsfreiheit in den säkularen Ländern des Westens. Ob bei Debatten um religiöse Symbole oder bei Urteilen wie dem zur religiösen Beschneidung jüngst in Deutschland – die katholische Kirche und ihre Mitglieder müssten sich engagiert in die öffentliche Diskussion einbringen, plädierte der Trierer Bischof am Donnerstagabend in Rom. Dabei seien Bestimmtheit und zugleich eine Haltung der Bescheidenheit wichtig, so Ackermann: Die Kirche dürfe sich weder als Opfer darstellen noch auftrumpfend die Wahrheit predigen. (rv)
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Bahrain: Die stille Repression
Das arabische Land Bahrain stand vor zwei Jahren in den Schlagzeilen wegen politischer Unruhen. Das sunnitische Regime setzte vor allem die schiitische Bevölkerung, die die Mehrheit im Land bildet unter Druck. Bahrain, das bis dahin als vorbildliches Land in der Region galt und sogar Austragungsort von Formel1-Rennen war, verfiel plötzlich in ein undemokratisches und gefährliches Land. Zwei Jahre sind seit jetzt den Unterdrückungen vergangen, doch die Lage hat sich kaum verändert. Vor einer Woche wurden in Bahrain 50 Menschen wegen den Aufständen vor zwei Jahren zu 15 Jahren Haft verurteilt. (rv/nzz)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat die Heiligkeit von Angela von Foligno bestätigt. Das geht aus einer Vatikanerklärung hervor, die an diesem Freitag bekannt wurde. Die Mystikerin des 13. Jahrhunderts wird schon seit ihrem Tod 1309 als Heilige verehrt. Vor 320 Jahren wurde sie selig gesprochen. Jetzt wird sie auf dieselbe Weise als Heilige bestätigt, wie das im vergangenen Jahr auch Hildegard von Bingen durch Papst Benedikt widerfuhr. Auch in ihrem Fall gab es kein offizielles Heiligsprechungsverfahren. (rv)
Wegen eines Prägefehlers müssen die ersten offiziellen Medaillen zum Pontifikat von Papst Franziskus wieder eingeschmolzen werden. Der Fauxpas unterlief laut Medienberichten offenbar der staatlichen italienischen Münzanstalt, die für die Prägung der vatikanischen Medaillen verantwortlich ist. Die erste Kollektion war am Dienstag in den Handel gekommen. Dabei stellte sich heraus, dass der Name „Jesus“ auf der Rückseite der Medaille mit einem „L“ statt mit einem „J“ geprägt worden war. Die Münzanstalt verteidigt sich, sie habe nur die Vatikanvorgaben umgesetzt. Der Fehler habe sich schon in der Gipsform befunden, die der Vatikan vorgelegt habe. (kna/adnkronos)

Europa

Europäische Union
Kardinal Reinhard Marx von München hat dem EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso seine tiefe Sorge über die Lage von Flüchtlingen und Asylsuchenden ausgedrückt. Marx, der den Rat von EU-Bischofskonferenzen (ComECE) leitet, traf sich am Donnerstag in Brüssel mit Barroso, der am Vortag Lampedusa besucht hat. Angesichts des Flüchtlingsdramas auf Lampedusa rief Kardinal Marx die Europäer zum Handeln auf. Die EU sei „keine abstrakte internationale Einheit“, sondern „eine Union von Menschen, die an gemeinsame Werte glauben“, so der Kardinal. Unter diesen Werten sei die Menschenwürde „die wichtigste“. Die Europäer seien zur „Solidarität untereinander wie auch gegenüber dem Rest der Welt verpflichtet“. (pm)

Deutschland
Die Deutsche Bischofskonferenz und die russisch-orthodoxe Kirche haben über das Thema Werteverfall beraten. In Magdeburg ging ihre achte theologische Gesprächsrunde zu Ende. Die Frage, welche Rolle Werte im allgemeinen und christliche Werte im Besonderen in der heutigen Gesellschaft spielen, war dabei aus soziologischer, ethischer und ekklesiologischer Perspektive dargestellt und diskutiert worden. Aus soziologischer Sicht sei eher von einem Wertewandel als von einem Werteverfall zu sprechen, hieß es zum Abschluss. Aus ethischer Perspektive wurde hervorgehoben, dass neben der Erosion traditioneller Werte durchaus auch eine Entdeckung neuer Werte zu beobachten ist. (pm)

Österreich
„Die neue Bundesregierung wird keine Wunder wirken können, aber sie wird sorgfältig auf eine gerechte Verteilung der Lasten zu achten haben.“ Das hat Kardinal Christoph Schönborn in seiner Freitags-Kolumne in der Tageszeitung „heute“ betont. Österreich habe nach EU-Berechnung die geringste Arbeitslosenquote in Europa, schrieb der Wiener Erzbischof. „Aber die Einkommensschere klafft immer weiter auseinander. Immer weniger Menschen haben sichere Arbeitsplätze. Die Zahl der sogenannten „prekären“ Arbeitsverhältnisse nimmt stark zu, besonders für junge Menschen, aber auch für Ältere. Und noch schwieriger ist es für Menschen mit weniger fundierter Ausbildung.“ (kap)

Italien/Vatikan
Papst Franziskus hat unter den Flüchtlingen auf der Insel Lampedusa 1.600 Telefonkarten verteilen lassen. Das berichtet die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ in ihrer Freitagsausgabe. Der Päpstliche Almosen-Verantwortliche, Erzbischof Konrad Krajewski, habe den Flüchtlingen die Karten gegeben: Sie sollen den etwa 1.500 Flüchtlingen auf der Insel helfen, Kontakt zu ihren Verwandten in der Heimat zu halten. Außerdem sei für die Kinder im Aufnahmelager mit päpstlichen Geldern ein Spielezelt angeschafft worden. Papst Franziskus lässt sich nach Angaben des Osservatore Romano weiter ausführlich über die Lage der Flüchtlinge auf der kleinen Insel vor Sizilien informieren. (or/kna/rv)

Spanien
Im spanischen Schulsystem soll Religionsunterricht wieder als versetzungsrelevantes Pflichtfach eingeführt werden. Das sieht die Bildungsreform vor, welche die regierende konservative Volkspartei von Ministerpräsident Mariano Rajoy mit ihrer absoluten Mehrheit im Madrider Parlament verabschiedete. Die Reform, die in den letzten Wochen heftige Proteste von Lehrern, Studenten und Schülern auslöste, sieht zudem die Abschaffung der Staatsbürgerkunde vor. Das Fach war erst von der sozialistischen Vorgängerregierung unter Jose Luis Rodriguez Zapatero als Ersatz für den Religionsunterricht eingeführt worden. (kna)

Großbritannien
Der katholische Migranten-Bischof Patrick Lynch ist bestürzt über Pläne, es Einwanderern ohne Arbeitserlaubnis künftig in Großbritannien so schwer wie möglich zu machen. Vor allem die Vorschrift, dass Vermieter den Aufenthaltsstatus von Einwanderern prüfen sollen, bevor sie ihnen eine Wohnung vermieten, werde „vielen Migrantenfamilien das Recht auf würdige Behausung verweigern“. Die Londoner Innenministerin Theresa May hat am Donnerstag einen Gesetzentwurf präsentiert, der für illegale Einwanderer eine „feindliche Umgebung“ schaffen soll. (rv)

Afrika

Die Nordafrikanische Bischofskonferenz (CERNA), hat sich vom 6. bis 9. Oktober in Rom getroffen. In ihrem Schluss-Statement äußert sie sich besorgt über die wackelige Sicherheitslage in Libyen. „Sie hat dazu geführt, dass die Mehrheit der Ordensleute, die im Gesundheitswesen in Libyen gearbeitet haben, auf Drängen der Behörden das Land verlassen mussten“, so die Bischöfe. Auch in Tunesien, wo nach monatelanger Regierungskrise jetzt ein sogenanntes Expertenkabinett ans Ruder gekommen ist, stellen die Bischöfe „Unsicherheit und offene Fragen“ fest. Immerhin sei die öffentliche Ordnung nicht in Gefahr; doch auch zwei Jahre nach den Wahlen habe das Land, das von „wachsenden wirtschaftlichen und sozialen Spannungen“ geprägt sei, noch keine neue Verfassung. (rv)

Naher Osten

Syrien
Im Fall der vor mehr als fünf Monaten in Syrien entführten Metropoliten von Aleppo hat der orthodoxe Moskauer Patriarch Kyrill I. daran erinnert, dass er mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin, US-Präsident Barack Obama und dem türkischen Ministerpräsident Recep Erdogan in dieser Angelegenheit Kontakt aufgenommen habe. Die russisch-orthodoxe Kirche sei sehr froh, dass gerade Russland das Land sei, das Vorschläge zur Beendigung des Blutvergießens in Syrien formuliere und vorlege. (kap)

Amerika

Argentinien
Die Stadtverwaltung von Buenos Aires hat eine Internetseite mit dem Titel „Die Papst-Stadt“ erstellt: Auf ihr sammelt sie Nachrichten über den in Buenos Aires aufgewachsenen Papst, präsentiert seine Biografie und lädt Gäste ein, Fotos von Jorge Mario Bergoglio, dem jetzigen Papst Franziskus, einzustellen. Die Seite ist vom offiziellen Internetauftritt der argentinischen Hauptstadt aus zugänglich. Auf ihr lassen sich auch „Papst-Touren“ per Bus oder zu Fuß an Orte in der Stadt buchen, die mit Franziskus zu tun haben. (efe)

____________________________________Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 11.10.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: EU-Parlamentspräsident Martin Schultz beim Papst / Limburg und kein Ende? / Erzbistum Freiburg: Papier zu wiederverheirateten Geschiedenen / Belgien: Kirche gegen Sterbehilfe für Minderjährige

Samstag Abend, 12.10.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
D
ie Morgenmessen mit Papst Franziskus in dieser Woche

Sonntag Abend, 13.10.2013: Reden über Gott und Welt - Mit Lilli Gruber

Montag Abend, 14.10.2013: Weltkirchen-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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Im Internet:

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