RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 12.10.2013

Tagesmeldungen vom 12.10.2013

- Papst: Rolle von Frauen in der Kirche stärken -
- Große Fatima-Feiern im Vatikan -
- Massenseligsprechung in Spanien -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Franziskus über Frauen in der Kirche: „Dienst, keine Dienerschaft“
Die Aufgabe der Frau in der Kirche darf sich nicht auf die niederen Dienste beschränken. Das hat Papst Franziskus an diesem Samstag vor Frauen und Männern gesagt, die an einem Vatikan-Kongress zum 25. Jahrestag des päpstlichen Dokumentes „Mulieris dignitatem“, auf Deutsch: „die Würde der Frau“, teilnahmen. Von seinem Redemanuskript abweichend, bekannte der Papst:

„Ich sage euch ehrlich: Ich leide, wenn ich sehe, wie in der Kirche oder in einigen kirchlichen Einrichtungen die Rolle des Dienstes der Frau in eine Rolle der Dienerschaft abgleitet. Wir alle haben - und wir müssen es haben - eine Rolle des Dienstes in der Kirche. Dienst. Aber wenn ich Frauen sehe, die Arbeiten der Dienerschaft und nicht des Dienstes verrichten... Es ist so, dass man nicht recht versteht, was eine Frau tun soll. Welche Rolle hat die Frau in der Kirche? Kann sie noch stärker gewürdigt werden?“ (rv)
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Große Fatima-Feiern im Vatikan
Zehntausende von Pilgern wollen an diesem Samstag und Sonntag (12. und 13. Oktober 2013) im Vatikan „Marianische Tage“ feiern. Dazu ist die berühmte Marienstatue aus dem portugiesischen Wallfahrtsort Fatima ausnahmsweise nach Rom gebracht worden. An einem 13. Oktober hatte, im Jahr 1917, die letzte der Marienerscheinungen von Fatima stattgefunden. Dabei hatte Maria den drei Seherkindern besonders das Rosenkranzgebet nahegelegt. Diesen Impuls wollen die Organisatoren des „Glaubensjahres“, die auch für die Marientage auf dem Petersplatz verantwortlich sind, aufnehmen. Am Ende der Messfeier vom Sonntag will Papst Franziskus die Kirche und die Welt feierlich der Muttergottes von Fatima weihen. (rv/zenit)

Radio Vatikan überträgt live
Ab 16.50 Uhr überträgt Radio Vatikan an diesem Samstag die Marienfeier
des Papstes auf dem Petersplatz, sowie am Sonntag ab 10.20 Uhr die Messfeier des Papstes. Sie können beide Übertragungen mit dem Vatikan-Player auf unserer Homepage und über unsere Partnersender mitverfolgen. (rv)

Spanien: Massen-Seligsprechung in Tarragona
In Tarragona findet am Sonntag eine Massenseligsprechung statt: 522 katholische Bischöfe, Priester, Ordensfrauen und Mönche, die während der Wirren des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) „als Märtyrer für ihren Glauben“ gestorben sind, erhalten die hohe Kirchenehrung. Papst Franziskus wird in Tarragona durch den italienischen Kurienkardinal Angela Amato, Präfekt der Heiligsprechungskongregation, vertreten. Der größte Teil der Priester und Ordensleute wurde von Soldaten und Anhängern der spanischen Republik ermordet, da die katholische Kirche in Spanien offiziell den faschistischen Putschgeneral und späteren Diktator Francisco Franco unterstützte und deshalb den linken Republikanern verhasst war. (kna/or)
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HINTERGRÜNDE:

Oberrabbiner über Papst: „Wir waren beeindruckt“
„Wir waren beeindruckt von seiner Offenheit und Herzlichkeit. Von seiner Fähigkeit, sich über 360 Grad zu allem zu äußern.“ Das sagt der römische Oberrabbiner Riccardo Di Segni über die Audienz vom Freitag. Papst Franziskus hatte im Vatikan erstmals die jüdische Gemeinde von Rom empfangen. „Wir haben über alles geredet, von Bibelexegese bis hin zu sozial dringenden Themen. Dabei war das Klima gleichbleibend gut, ein gegenseitiges Zuhören.“ (rv)
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Ägypten: Al-Azhar-Vertreter verteidigt Mursis Sturz
Christen sind in Ägypten das schwächste Glied in der Kette. Kein Wunder, dass sie besonders darunter zu leiden haben, wenn die Ägypter jetzt an den Ketten rütteln. Vor allem wütende Muslimbrüder verüben in diesen Wochen immer wieder Anschläge auf koptische Kirchen und Einrichtungen; viele koptische Christen sind jetzt in Panik und sagen, sie würden so stark diskriminiert wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Mahmud Azab ist der Verantwortliche für interreligiösen Dialog der Universität Al-Azhar von Kairo. Wir sprachen mit ihm über die Lage der Kopten. (rv)
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UNSER BUCHTIPP:

Hellmut Flashar: Aristoteles – Lehrer des Abendlandes. Aristoteles war in vielem der Erste, zum Beispiel hat er als erster eine „Ethik“ im Sinn eines „abgegrenzten Teilgebietes der Philosophie“ verfasst. Aber wer wusste schon, dass das gleich mehrere verschiedene Ethiken aus seiner Feder waren, die fast ganz unabhängig voneinander argumentieren? Oder dass Ethik für ihn zur politischen Wissenschaft gehörte? Flashar beschreibt zunächst den Stand der Philosophie vor Aristoteles; dann stellt er dessen Werke vor, und schließlich umreißt er deren Fortwirkung durch die Jahrhunderte bis heute. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die kirchliche Basis soll bei Bischofssynoden stärker einbezogen werden. Dies deutete Erzbischof Lorenzo Baldisseri, der neue Vatikan-Verantwortliche für Bischofssynoden, in einem Interview mit der Vatikanzeitung Osservatore Romano an. Entsprechend dem Wunsch des Papstes sei es „nötig, die Basis wie etwa Pfarreien und Bistümer stärker einzubeziehen, nicht nur in der Vorbereitung, sondern auch in der Durchführung und beim Umsetzen“. Gleichzeitig sollten „die internen Prozesse vereinfacht“ werden. Paul VI. habe die Synoden 1965 als „Ständigen Rat von Bischöfen für die Weltkirche von Rom aus“ beschrieben, die Synoden repräsentierten den ganzen katholischen Episkopat. (rv/or)
Der vatikanische Migrantenminister, Kardinal Antonio Maria Vegliò, wirft Europa eine „egoistische“ Flüchtlingspolitik vor. Menschen, die vor Krieg und Not nach Europa flüchteten, dürften nicht als illegale Einwanderer behandelt werden, sagte er der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“. Wörtlich fragte der Präsident des Päpstlichen Migrantenrats: „Waren denn alle Opfer, die im Meer vor Lampedusa ertranken, Übeltäter?“ Diese Menschen seien auch Opfer einer „kurzsichtigen, egoistischen Politik“. (kna)
An der Heiligsprechung von Johannes XXIII. und Johannes Paul II. kann jeder teilnehmen und eine Eintrittskarte ist nicht nötig. Das kündigt die Präfektur des Päpstlichen Hauses in einem Statement von diesem Samstag an. Jeder, der rechtzeitig am 27. April 2014 am Petersplatz sei, dürfe an den von Papst Franziskus vorgenommenen Heiligsprechungen teilnehmen. (rv)
Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas wird Papst Franziskus treffen. Am 16. und 17. Oktober reist der Präsident nach Rom; dabei wird er unter anderem dem Papst begegnen. Das kündigte die neue palästinensische Vertreterin beim Quirinal, Mai Alkaila, am Samstag an. Generell wolle Mahmud Abbas im Vatikan, in Italien und anschließend u.a. in Deutschland Gespräche über den Stand der israelisch-palästinensischen Friedensbemühungen führen. (agi)
Papst Franziskus schenkt der römischen Caritas eine „Harley Davidson“. Sie soll versteigert werden, um Geld für die Renovierung eines Obdachlosen-Unterschlupfs der Caritas am Bahnhof Termini zusammenzubekommen. Von einem „wertvollen Geschenk“ sprach der Direktor der römischen Caritas am Samstag auf einer Pressekonferenz auf dem Kapitol. Das Motorrad hatte Franziskus im Juni bei einem Biker-Treffen in Rom als Geschenk erhalten. (adnkronos)

Europa

Deutschland
Auf eine klare Entscheidung im Fall Limburg schon in der nächsten Woche in Rom, hofft der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück. Einen Verbleib des Limburger Bischofs in seinem Amt halte er für unwahrscheinlich, sagte er der Tageszeitung „Die Welt“. Ursprünglich hatte der Limburger Bischof an diesem Wochenende mit einem Brief auf die Kritik antworten wollen. Doch es wird diesen Brief am Wochenende nicht geben, heißt es in Limburg. In Rom stellte sich der Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hinter den angeschlagenen Bischof. Gegen Tebartz-van Elst sei eine Medienkampagne im Gang, sagte Müller in einer Predigt am Samstagabend in Rom. Zeitungsberichten zu Folge trifft Bischof Tebartz-van Elst an diesem Samstag in Rom zu Gesprächen ein. (rv/kna/pm/faz/welt)
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Kardinal Reinhard Marx hat zu konkreter Solidarität mit Flüchtlingen
aufgerufen. „Bitte helfen Sie vor Ort in Ihren Gemeinden! Wir wollen die Flüchtlinge begleiten und betreuen. Dazu brauchen wir das Engagement der Ehrenamtlichen“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Freitagabend bei der Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken in Freising. Der Kardinal kritisierte erneut die europäische Flüchtlingspolitik: „Hinter der Tragödie von Lampedusa steckt der Gedanke, möglichst zu verhindern, dass jemand europäischen Boden betritt. Auch wenn Europa nicht jeden aufnehmen kann, dürfen wir niemanden an den Grenzen zu Tode kommen lassen“, so Marx. (pm)
Bischof Gebhard Fürst von Rottenburg-Stuttgart will freie Räume des seit Jahren leerstehenden Benediktinerklosters Weingarten für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Zum Abschluss eines viertägigen Martinus-Kongresses sagte Bischof Fürst am Samstag in Weingarten, Mantelteilung nach dem Vorbild des heiligen Martin bedeute, solidarisch auch Wohnraum zu teilen. Fremde und Flüchtlinge aufzunehmen, entspreche dem Wort Jesu „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen“. Bischof Fürst ermunterte dazu, nach dem Vorbild des heiligen Martin Möglichkeiten zu suchen, heimatlos gewordenen Menschen Herberge zu bieten. Es lohne, sich im Interesse christlicher Nächstenliebe an Martinus zu orientieren. (pm)

Italien
Vor der italienischen Insel Lampedusa ist es zu einem weiteren Flüchtlingsdrama gekommen: Ein völlig überfülltes Flüchtlingsboot geriet zwischen Lampedusa und Malta in Seenot; mindestens 34 Menschen kamen ums Leben, 206 konnten gerettet werden. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmstroem forderte daraufhin die EU-Mitgliedsländer auf, schnell genug Gelder für die Agentur Frontex bereitzustellen. Diese solle das Mittelmeer „von Zypern bis Spanien überwachen“, „um Schiffe in Seenot rascher zu identifizieren und Rettungsmaßnahmen einleiten zu können“. (rv)

Amerika

Ecuador
Eine Debatte über eine Aufhebung des Abtreibungsverbots in bestimmten Fällen ist im Parlament nicht zustande gekommen. Die Abgeordnete Paola Pabón zog ihren Antrag auf die Debatte wieder zurück, nachdem Präsident Rafael Correa mit seinem Rücktritt gedroht hatte. Wörtlich sagte Correa in einem Fernsehinterview: „Ich werde nie eine Freigabe der Abtreibung über das, was das jetzige Recht sagt, hinaus erlauben.“ (efe)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 12.10.2013: Unsere Woche
Religionsfreiheit: Ein Interview mit Bischof Stephan Ackermann / Der Papst und die Frauen: Ein Kongress im Vatikan / Papst Franziskus empfängt die jüdische Gemeinde Roms

Sonntag Abend, 13.10.2013: Reden über Gott und Welt - Mit Lilli Gruber

Montag Abend, 14.10.2013: Weltkirchen-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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