RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 15.10.2013

Tagesmeldungen vom 15.10.2013

- Vatikan verschärft Kontrolle bei Finanzgeschäften -
- Papst verabschiedet Staatssekretär Bertone
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Traditionalisten halten Totenmesse für Priebke
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Neues Aufsichtsgremium für vatikanische Güterverwaltung
Der Vatikan verschärft die Kontrolle seiner Finanzgeschäfte. Am Dienstag gab er die Schaffung eines neuen Aufsichtsgremiums für die Güterverwaltung des Heiligen Stuhls (APSA) bekannt. Deren außerordentliche Abteilung, die sich unter anderem um die Kapitalanlagen des Vatikan kümmert und in Kontakt mit internationalen Großbanken steht, wird künftig von einem „Supervisory Board“ überwacht. Das Gremium besteht laut Mitteilung aus bisherigen Beratern der Apsa. (rv/kna)
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Abschied von Kardinal Bertone als Kardinalstaatssekretär - Parolin tritt Amt später an
Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone ist an diesem Dienstag offiziell aus dem Amt verabschiedet worden. Papst Franziskus dankte der bisherigen „Nummer zwei“ im Vatikan in einer Ansprache vor Vertretern des Staatssekretariates. Der Papst grüßte auch Bertones Nachfolger Pietro Parolin. An der kurzen Zeremonie in der Bibliothek des Apostolischen Palastes konnte der Italiener allerdings wegen eines „kleinen chirurgischen Eingriffs“, wie Franziskus mitteilte, nicht teilnehmen.  (rv)
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Papstmesse: Heilung von der Heuchelei
Götzendienst und Heuchelei sind auch dem christlichen Leben nicht fremd. In seiner Predigt während der Morgenmesse in der Kapelle von Santa Marta sprach Papst Franziskus an diesem Dienstag über die Laster des Lebens: Um diesen Sünden nicht in die Falle zu gehen, müsse man sich an das Gebote der Gottes- und Nächstenliebe halten. Die Alternative: Man werde ein Apostel seiner eigenen Ideen, ein Verehrer des eigenen Wohlergehens. Wieder einmal reflektierte der Papst damit die Hindernisse, die sich einem christlichen Leben in den Weg stellen können. (rv)
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Massengrab Mittelmeer: „Papstkritik wohl platziert“
In den letzten 15 bis 20 Jahren sind 21.000 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer umgekommen. Diese erschreckende Zahl gab jetzt der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (OIM), William Lacy Swing, im Gespräch mit der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ bekannt. Allein Anfang Oktober kamen bei einem Schiffbruch vor Lampedusa über 360 Migranten ums Leben. Angesichts der zahlreichen Boote, die sich in diesen Tagen Richtung Europa aufmachen, muss erste Priorität sein: Leben retten. Das unterstreicht William Lacy Swing im Gespräch mit Radio Vatikan. (or/rv/kna)
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BLICKPUNKT MALAYSIA:

Malaysia: „Wir werden weiterhin in der Messe Allah sagen“
Der Gerichtsentscheid in Malaysia, der den Christen untersagt, den Begriff „Allah“ für Gott zu benützen, ist „eine politische Entscheidung“. Das sagt im Gespräch mit Radio Vatikan P. Lawrence Andrew, der Direktor der katholischen Zeitschrift „Herald Malaysia“. Der Prozess richtet sich vor allem gegen seine Zeitschrift, denn das Verfahren wurde eingeleitet, weil Muslime sich darüber beschwerten, dass die katholische Zeitschrift den Begriff „Allah“ für Gott verwendete. In der Landessprache gibt es kein anderes Wort für Gott. Die Bischofskonferenz Malaysias hat derweil angekündigt, dass während der Gottesdienste weiterhin das Wort „Allah“ verwendet werde. Denn es gebe keinen anderen Begriff in der Landessprache für Gott. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikanmitarbeiter haben eine „besondere Verantwortung“ und müssen Treue zur „spirituellen und pastoralen Mission“ des Heiligen Stuhls zeigen. Das schreibt Papst Franziskus in einem Brief zur Verleihung der Würde eines Erzbischofs an den Generalsekretär des vatikanischen Governatorats, Pater Fernando Vérgez Alzaga. Trotz der Verschiedenheit der konkreten Aufgaben hätten Vatikanmitarbeiter ein „einheitliches Ziel“, so Franziskus. Der Brief wurde an diesem Dienstag veröffentlicht. (rv)

Europa

Deutschland
Kirchennahe Politiker von SPD und Grünen haben mehr Transparenz im kirchlichen Finanzsystem gefordert. Die Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, sagte am Montag „Spiegel online“, die Kirchen brauchten „größtmögliche Transparenz“, denn sie seien mehr als jede andere Institution auf das Vertrauen der Menschen angewiesen. „Es stimmt mich traurig, wenn katholische Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen wie die Caritas jetzt unter dem Limburger Finanzskandal leiden müssen, weil die Spendenbereitschaft zurückgeht“, fügte die Protestantin hinzu. Von rückläufiger Spendenbereitschaft hatte zuvor Caritaspräsident Peter Neher berichtet. Barbara Hendricks, Bundesschatzmeisterin der SPD und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, sagte dem Nachrichten-Magazin „Spiegel“, die Mitglieder der Kirche hätten einen Anspruch darauf, dass innerkirchlich in den entsprechenden Gremien volle Transparenz über Einnahmen und Ausgaben hergestellt werde. (kna)
Auch das Bistum Speyer legt angesichts der aktuellen Debatten rund um das Diözesanzentrum im Bistum Limburg die Finanzen des Bischöflichen Stuhls offen. Bischof Karl-Heinz Wiesemann reagiere mit diesem Schritt auf die Verunsicherung vieler Katholiken, heißt es in der am Montagabend veröffentlichten Erklärung. Aktuell hat der Bischöfliche Stuhl im Bistum Speyer demnach ein Vermögen in Höhe von rund 46,5 Millionen Euro. Es handele sich um ein „langfristig angelegtes Stammvermögen, das nicht angetastet wird“. Nur die Erträge würden verwendet, „für kirchliche, mildtätige und karitative Zwecke“. Mit den Erträgen aus dem Vermögen des Bischöflichen Stuhls würden pastorale und karitative Projekte im Bistum Speyer gefördert. In den letzten Tagen hätten sich viele Gläubige mit Sorge an den Bischof und das Bischöfliche Ordinariat gewandt, heißt es weiter. (kna)

Italien
Der NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke soll nach Informationen italienischer Medien an diesem Dienstag eine Trauerfeier durch die traditionalistische Piusbruderschaft erhalten. Der Gottesdienst finde in der Kapelle der Piusbrüder in Albano südöstlich von Rom statt. Dort hat die von der römisch-katholischen Kirche getrennte Vereinigung ihren italienischen Hauptsitz. Laut der Zeitung Il Tempo riegelten Sicherheitskräfte den Hintereingang des römischen Gemelli-Krankenhauses ab, wo sich der Leichnam Priebkes bislang befand. Priebke war am Freitag im Alter von 100 Jahren in Rom gestorben. (kna/agi)
Die Bischöfe Siziliens haben zu einem langen Atem im Umgang mit dem Flüchtlingsproblem aufgerufen. Es sei „Heuchelei“ zu meinen, dass der Notstand nur kurz andauern werde, hieß es in einer am Montag verbreiteten Erklärung der Sizilianischen Bischofskonferenz zum Abschluss ihrer Herbsttagung in Syrakus. Für „skrupellose Verbrecher, die mit dem Leiden von Menschen auf der Flucht vor Verfolgung und Kriegen spekulieren“, dürfe die Rechnung nicht aufgehen. Im Blick auf die Insel Lampedusa warfen die Kirchenvertreter den Behörden vor, sie hätten teils „nicht zur Lösung des Problems beigetragen, sondern die Zahl der Opfer vervielfacht“. (kna)

Naher Osten

Syrien
Pax Christi Italien fordert eine schnelle Einberufung der immer wieder verschobenen Friedenskonferenz für Syrien. In einem Statement weist die italienische Variante der internationalen katholischen Friedensbewegung darauf hin, dass weiter Tausende von Menschen aus Syrien in die Nachbarländer flüchten. Neben der Friedenskonferenz könne vor allem „ein Stopp des Waffenhandels in Krisenregionen“ zu einem Ende des Syrienkriegs beitragen. (rv)

Amerika

Nicaragua
Der Bischof von Jinotega fordert die Armee dazu auf, bei ihrer Offensive gegen bewaffnete Gruppen im Norden des Landes die Zivilbevölkerung zu verschonen. „Es ist nicht die Schuld der Zivilisten, wenn in ihrer Gegend auf einmal bewaffnete Gruppen aktiv werden“, so Bischof Carlos Herrera. „Die armen Bauern leiden am meisten unter dieser sozialen Instabilität und den Schusswechseln“, so der Bischof, der von mehreren Toten berichtet. Von der Regierung in Managua gibt es keine Bestätigung für die Kämpfe in den ländlichen Regionen Pantasma und Wiwilí, sie spricht von einem normalen Vorgehen gegen einige Kriminelle. (rv)

Kolumbien
Die kolumbianische Rebellengruppe ELN hat ihre Bereitschaft zur Aufnahme von Friedensgesprächen mit der Regierung bekräftigt. In einem am Montag (Ortszeit) auf der Internetseite der Guerilla veröffentlichten Schreiben heißt es, die Verhandlungsdelegation für Sondierungsgespräche mit der kolumbianischen Regierung stehe bereit. Zugleich kritisierte die ELN, die Vorgespräche für die offizielle Aufnahme eines Dialogs kämen derzeit nicht über „Startversuche“ hinaus. Schon mehrmals hatte die zweitgrößte Guerilla-Gruppe des südamerikanischen Landes in den vergangenen Monaten betont, einen Friedensprozess, ähnlich der seit November vergangenen Jahres in der kubanischen Hauptstadt Havanna stattfindenden Verhandlungen zwischen der FARC-Guerilla und der kolumbianischen Regierung, anzustreben. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 15.10.2013: Die Radioakademie (Teil 3) - von Stefanie Stahlhofen
Der Glaube der Schwestern

Mittwoch Abend, 16.10.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Die Generalaudienz des Papstes / Neuer Staatssekretär im Vatikan / In Rom Tagt der Rat der Neuevangelisierung

Donnerstag Abend, 17.10.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Massengrab Mittelmeer: Schwerpunkt Flüchtlinge / Malaysia und der Name Gottes

Freitag Abend, 18.10.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Katholische und orthodoxe Kirchen sollen voneinander lernen: Kardinal Koch bei einer Tagung in Wien

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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