RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 16.10.2013

Tagesmeldungen vom 16.10.2013

- Papst: Schluss mit der Verschwendung! -
- Woelki: Mehr gegen Armut tun -
- Bischof: Christen sollen in Syrien bleiben  -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefanie Stahlhofen
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst will keine „Sakristei-Christen“
Papst Franziskus kritisiert mit deutlichen Worten eine „verschlossene Kirche“. Jeder, auch er selbst, müsse sich immer wieder prüfen und fragen, wie er das Evangelium verkünde: ob er nur ein „Sakristei-Christ“ sei, ein „reiner Wortchrist“, oder ob er das Evangelium wirklich lebe. Das sagte er bei seiner Generalaudienz an diesem Mittwoch auf dem römischen Petersplatz. Die Katechese vor Tausenden von Pilgern und Touristen kreiste um den apostolischen Charakter der Kirche. (rv)
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Papst zum Welternährungstag: Schluss mit der Verschwendung!
Es ist ein „Skandal“, dass es immer noch Hunger und Unterernährung in der Welt gibt. Das schreibt Papst Franziskus in einer Botschaft zum Welternährungstag 2013. Hunger und Unterernährung könnten nicht als „normal“ oder „naturgegeben“ hingenommen werden, so der Papst. Der Kampf gegen den Hunger dürfe sich jedoch nicht allein auf Lebensmittelhilfen in akuten Notfällen beschränken – Solidarität mit den Hungernden bedeute vielmehr, diesen Menschen dauerhaft die Möglichkeit zu geben, wirtschaftlich unabhängig zu sein. Hierfür sei ein Wandel des Lebensstils in der westlichen Welt erforderlich. Der Papst erwähnte, dass ein Drittel aller Lebensmittel weltweit verschwendet werden: Damit müsse Schluss sein. (rv/kna)
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Österreich: Ordensfrauen im Einsatz gegen Zwangsprostitution
Seit ziemlich genau einem Jahr bieten Ordensfrauen in Wien Frauen, die der Zwangsprostitution entkommen sind, Unterkunft und Hilfe in einer Schutzwohnung. Dort können die Frauen mit ihren Kindern leben und einen Neuanfang wagen. Die Ordensschwestern engagieren sich insgesamt schon seit drei Jahren in Österreich für Frauen, die Opfer von Menschenhandel wurden. Vor rund einem halben Jahr gründeten sie die Hilfsorganisation „Solwodi“- Österreich, was „Solidarity with women in distress - Solidarität mit Frauen in Not“ bedeutet. Sie stünden „für die Prostituierten, aber gegen die Prostitution“, sagt Schwester Anna Mayrhofer. (kap)
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RV-HINTERGRÜNDE:

Vor 70 Jahren: Judendeportation in Rom
Die Deutschen kamen im Morgengrauen und nahmen alle mit, die auf ihrer Liste standen. Vor 70 Jahren, am 16. Oktober 1943, fand die große Judenrazzia in Rom statt. 1.024 Menschen wurden nach Auschwitz deportiert, nur 16 kamen zurück. Mindestens 5.000 römische, italienische und ausländische Juden fanden derweil in Klöstern und anderen Kircheneinrichtungen Schutz. Es war Papst Pius XII. selbst, der die Öffnung dieser Einrichtungen anordnete. An diesem 16. Oktober wurde in Rom an die Opfer der Judendeportation erinnert. (rv)
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Welternährungstag 16. Oktober: Hungerbrennpunkte Südasien und Subsahara-Länder
Eine Welt ohne Hunger – Utopie oder ein erreichbares Ziel? Das erste der insgesamt acht globalen Millenniums-Entwicklungsziele will extreme Armut und Hunger bis zum Jahr 2015 beseitigen. Ein Teilziel dabei benennt konkret, dass der Anteil der Menschen, die unter Hunger leiden, um die Hälfte gesenkt werden soll. Eine realistische Aussicht? Annette Funke, die Fachreferentin für Ernährung im Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, glaubt das schon. Schließlich sei der Anteil der unterernährten Menschen weltweit in den letzten 21 Jahren gesunken, „so dass das Teilziel der Hungerbekämpfung global fast erreicht werden kann“. Weltweit hungerten aber weiterhin 870 Millionen Menschen, die meisten von ihnen in Entwicklungsländern. (die sternsinger/rv)
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UNSERE LATEIN-NACHRICHTEN:

Jede Woche frisch: unsere Nachrichten auf Latein. Gero P. Weishaupt übersetzt für Radio Vatikan ausgewählte Meldungen unseres Programms. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Deutschland
Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki erwartet von der neuen Bundesregierung mehr Engagement gegen Armut. Alleinerziehende, Arbeitslose, Migranten und Familien mit drei oder mehr Kindern seien trotz mancher Verbesserungen vom Armutsrisiko bedroht, sagte der Vorsitzende der Caritas-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz am Mittwoch in Hildesheim. Vor allem müsse mehr in Bildung investiert werden; für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollten flexiblere Lösungen gefunden werden. Woelki äußerte sich vor der Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes. (kna)

Schweiz
Die Sozialhilfe in der Schweiz steht derzeit unter massivem Druck, in verschiedenen Kantonen werden Leistungskürzungen anvisiert. Das beklagt der Caritasverband. Selten werde dabei der Blick auf die von Armut Betroffenen gerichtet, die laut Caritas mehr als eine halbe Million Menschen ausmachen: Die Armutsquote in der Schweiz bleibt mit 7,6 Prozent auch dieses Jahr konstant hoch. 582.000 Menschen leben in der Eidgenossenschaft derzeit unter der Armutsgrenze, das heißt, sie sind nicht in der Lage ihre Existenz zu sichern, und ihre Möglichkeiten zur Teilhabe an der Gesellschaft sind stark eingeschränkt. Die Sozialhilfe ist das letzte Auffangnetz zur Sicherung des sozialen Existenzminimums. (kipa)

Italien
Nach schweren Tumulten ist die kirchliche Begräbnisfeier für den NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke in Albano bei Rom am Dienstagabend kurzfristig abgesagt worden. Demonstranten hatten Angehörige und Freunde am Betreten der Kirche der traditionalistischen Piusbruderschaft gehindert, in der die Totenmesse stattfinden sollte. Daraufhin habe Priebkes Anwalt, Paolo Giachini, den Gottesdienst abgesagt. Von 100 geladenen Gästen seien nur 25 erschienen. Demonstranten hatten den Leichenwagen zuvor mit Fausthieben und Fusstritten empfangen und das Fahrzeug bespuckt. Ein traditionalistischer Geistlicher musste unter Polizeischutz die Kirche betreten und wurde von Demonstranten beschimpft. Ausser Kontrolle geriet die Situation, als eine Gruppe von 20 Neonazis vor der Kirche der traditionalistischen Piusbruderschaft mit Hitler-Gruss aufmarschierte. Nach der Absage der Trauerfeierlichkeiten kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Neonazis, Priebke-Gegnern und der Polizei. Der Bürgermeister von Albano hatte die Totenmesse untersagt. Der Präfekt von Rom hatte das Verbot jedoch aufgehoben. Priebkes Leichnam soll noch in der Nacht nach Rom zurück gebracht worden sein. Priebke war am Freitag im Alter von 100 Jahren in seinem römischen Hausarrest gestorben. Anschliessend kam es zu einem Streit über seine Bestattung. Das Bistum Rom hatte eine öffentliche katholische Begräbnisfeier untersagt; zugelassen seien nur Gebete für den Verstorbenen in strikt privatem Rahmen. Die Stadt Rom verwahrte sich ebenfalls gegen ein Totengedenken im öffentlichen Raum. (kna)

Naher Osten

Syrien
Ein katholischer Bischof in Syrien hat sich kritisch zur Aufnahme syrischer Christen im Ausland geäußert. Mit einer solchen Praxis förderten Deutschland und andere Länder die Auswanderung von Christen, sagte der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Boutros Marayati, am Mittwoch dem vatikanischen Pressedienst Fides. Der Anreiz, das Land zu verlassen, sei durch das Aufnahmeangebot größer geworden, so der Erzbischof. Bislang handle es sich zwar nicht um ein „Massenphänomen“, doch die Zahl der ausreisewilligen christlichen Familien wachse. Vor allem reiche Christen hätten das Bürgerkriegsland bereits verlassen. Weniger Wohlhabende blieben oft in Syrien, weil eine Auswanderung zu gefährlich und kostspielig sei. (fides)

Asien

Philippinen
Die Bischöfe der Philippinen haben nach dem schweren Erdbeben zum Gebet für die Opfer und ihre Angehörigen aufgerufen. Am Dienstag waren bei einem Beben der Stärke 7,2 in dem Land mindestens 85 Menschen ums Leben gekommen. Die Erdstöße hatten am frühen Morgen auf den Inseln Cebu, Bohol und Siquijor zahlreiche Gebäude, darunter auch historische Kirchen, zerstört. Geplante Gottesdienste wurden abgesagt oder auf die Plätze vor den Kirchen verlegt. Der Bischof einer der hauptbetroffenen Diözesen Tagbilaran, Leonardo Medroso, rief am Nachmittag zum Gebet für alle Opfer auf, berichtete die Bischofskonferenz: „Betet für die Verstorbenen, für ihre Hinterbliebenen, für die Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben und für die Heilung der betroffenen Gebiete“, so der Geistliche an die Gläubigen seines Landes. Allein 69 der Todesopfer wurden auf der bei Urlaubern beliebten Insel Bohol geborgen, wo das Epizentrum des Bebens lag. Ein Zusammenschluss einiger Kultureinrichtungen habe indessen eine Arbeitsgruppe für den Wiederaufbau der zerstörten Kirchen eingerichtet. Die „Heritage task force“, die auch eng mit der Kirche zusammenarbeite, wird erstmals am Donnerstag zusammenkommen und die Provinzen Cebu und Bohol in Augenschein nehmen. (kap)

Amerika

Panama
Die katholische Kirche will zwischen der Regierung und den seit mehreren Wochen streikenden Ärzten vermitteln. Das kündigte der Erzbischof von Panama-Stadt, Erzbischof José Domingo Ullao, an. Die Ärzte streiken gegen die Verabschiedung eines neuen Gesetzes, dass die Einstellung ausländischer Ärzte ermöglicht. Sie befürchten außerdem eine zunehmende Privatisierung des Gesundheitssystems. „Wir müssen gegenseitiges Vertrauen schaffen, denn die Glaubwürdigkeit ist auf der einen wie auf der anderen Seite verloren gegangen“, so der Erzbischof. Die meisten Ärzte sollen inzwischen an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sein, doch in zahlreichen Gesundheitseinrichtungen bleibe die Situation kritisch. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 16.10.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Die Generalaudienz des Papstes / Neuer Staatssekretär im Vatikan / In Rom tagt der Rat der Neuevangelisierung / 16. Oktober 1943: Tag der Deportation der römischen Juden

Donnerstag Abend, 17.10.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Mittelmeerflüchtlinge: der OIM-Generaldirektor spricht mit dem Papst über das Thema / Malaysia und der Name Gottes / Zum Welternährungstag: Hungerbrennpunkte Südasien und Subsahara-Länder

Freitag Abend, 18.10.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Katholische und orthodoxe Kirchen sollen voneinander lernen: Kardinal Koch bei einer Tagung in Wien / Wien: Ein Jahr Haus für Opfer von Menschenhandel

Samstag Abend, 19.10.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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