RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 18.10.2013

Tagesmeldungen vom 18.10.2013

- Papst würdigt Arbeit des Vatikanfernsehens -
- Juden und Christen gegen Antisemitismus -
- Menschenhandel: „Die Opfer stark machen!“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

30 Jahre Vatikanfernsehen: Der Wert der kirchlichen Sichtweise
Nie eine weltliche, sondern immer eine kirchliche Sichtweise auf die Ereignisse möge sich der vatikanische Fernsehsender CTV bewahren. Dazu hat Papst Franziskus die Mitarbeiter des Senders aufgefordert. Zum 30. Geburtstag von CTV schickte der Papst eine Botschaft, in der er daran erinnerte, dass es heutzutage nichts gebe, „das nicht mit dem Universum der Medien zu tun“ habe. „Wenn es schon nicht einfach ist, die Ereignisse der Geschichte zu erzählen, dann ist es noch komplexer, die Ereignisse zu erzählen, die mit der Kirche zu tun haben, die Leib Christi ist, Volk Gottes und Tempel des Heiligen Geistes“, schreibt Franziskus in seiner Botschaft. Das erfordere ein „besonderes Verantwortungsbewusstsein und eine starke Fähigkeit, die Wirklichkeit in einem spirituellen Schlüssel zu lesen“. (rv)
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Katholisch-jüdischer Dialog: Kein Platz für Antisemitismus
Keine Macht dem Antisemitismus – besonders nicht in der Kirche, betonte Franziskus erst vor wenigen Tagen gegenüber den Juden Roms. An diesem Donnerstag endete die erste internationale Konferenz eines gemischten katholisch-jüdischen Gremiums in diesem Pontifikat: In Madrid tagte das Internationale katholisch-jüdische Verbindungskomitee, das offizielle Forum für die fortlaufenden Gespräche zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Judentum. Über Franziskus‘ Engagement im jüdisch-katholischen Dialog seien die Juden hocherfreut, berichtete der Salesianerpater Norbert Hofmann im Anschluss gegenüber Radio Vatikan. Der Zuständige für die Kontakte zum Judentum im Vatikan nahm neben Kardinal Kurt Koch an der Konferenz teil. (rv)
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Papstpredigt: Die Wallfahrt ins Altersheim
„Alle haben mich im Stich gelassen.“ Diese bitteren Worte des Apostels Paulus finden sich in seinem zweiten Thessalonicherbrief, einem der ersten christlichen Texte überhaupt. Von ihm ging Papst Franziskus an diesem Freitag in seiner Predigt bei der Frühmesse aus: „Auch dem Petrus wird gesagt: Wenn du alt wirst, wird man dich führen, wohin du nicht willst. Wenn ich so an den Sonnenuntergang des Apostels denke, dann fallen mir die ganzen Heiligtümer des Apostolischen und der Heiligkeit ein: Ich meine die Altersheime für Priester und Ordensfrauen. Hier warten gute Priester und gute Schwestern unter der Last der Einsamkeit, dass der Herr kommt und an die Tür ihres Herzens klopft. Vergessen wir sie nicht!“ Zu diesen Altersheim-Heiligtümern könne man doch „auch einmal eine Pilgerreise machen“, schlug der Papst hier vor. So wie man „zur Madonna, zum heiligen Franziskus, zum heiligen Benedikt“ wallfahre. (rv)
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Tag gegen Menschenhandel: „Die Opfer stark machen!“
Deutschland muss endlich die Opfer des Menschenhandels stärken, statt sich auf die Täter zu konzentrieren – das fordert Petra Follmar-Otto vom Deutschen Institut für Menschenrechte. Deutschland habe bis heute die EU-Richtlinie gegen Menschenhandel nicht unterzeichnet, klagt die Expertin im Gespräch mit dem Domradio: „Wir sehen in Deutschland nach wie vor eine Konzentration auf die Perspektive ,Strafverfolgung gegen die Täter‘ – die Opferrechte sind viel weniger im Fokus. Es muss hier einen Perspektivwechsel geben, hin zur Stärkung der Menschenrechte der Opfer, damit sie sich selbst aus diesen Situationen von Ausbeutung und Zwang befreien können!“ Am 18. Oktober ist der Europäische Tag gegen Menschenhandel. (domradio)
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HINTERGRÜNDE:

Ägypten: Katharinenkloster im Sinai für Touristen geschlossen
Es ist eines der ältesten und berühmtesten Klöster der Welt: das Katharinenkloster im Sinai, zu Füßen des Mosesberges. Im fünften Jahrhundert ist es auf Anordnung von Kaiser Justinian gebaut worden, Heerscharen von Pilgern und Touristen haben es besucht, zerstört wurde es nie. Aber seit dem 6. September ist das griechisch-orthodoxe Kloster für die Öffentlichkeit geschlossen, auf Antrag der ägyptischen Behörden. Grund ist die rapide Verschlechterung der Sicherheitslage auf der Halbinsel Sinai: Seit der Absetzung des ägyptischen Präsidenten Mohamed Mursi vom Juli kommt es hier immer wieder zu Kämpfen zwischen der Armee und Muslimbrüdern. Darum bleiben die Touristen weg. Der Ägyptologe Ivan Koenig erzählt im Interview mit Radio Vatikan über die bedeutsame Geschichte des Klosters. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Franziskus überreicht am 26. Oktober den diesjährigen Preis der Vatikanischen Ratzinger-Stiftung. Das wurde an diesem Freitag in Rom bekannt. Die Zeremonie in der Sala Clementina bildet den Abschluss eines internationalen Symposions über „Die Evangelien: Geschichte und Christologie. Die Forschung von Joseph Ratzinger“, die von 24. bis 26. Oktober an der Päpstlichen Lateran-Universität in Rom stattfindet. Wie die Vatikanische Ratzinger-Stiftung im Juni bekannt gab, geht der Ratzinger-Preis an den deutschen Laientheologen Christian Schaller sowie an den anglikanischen Theologen Richard A. Burridge. Schaller war theologischer Referent des damaligen Bischofs von Regensburg Gerhard Ludwig Müller und wirkt derzeit als Stellvertretender Direktor des Instituts Benedikt XVI. in Regensburg, das die Gesammelten Werke Joseph Ratzingers herausgibt. Burridge ist der erste nichtkatholische Theologe, der den seit 2011 vergebenen Preis erhält. (sir)

Vatikan/Deutschland
Die Handreichung des Bistums Freiburg zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen war nach Angaben von Erzbischof Robert Zollitsch nicht Thema seines Gesprächs mit Papst Franziskus am Donnerstag. Das teilte der Freiburger Bistumsleiter und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz nach der Unterredung in Rom mit. Die vom Freiburger Seelsorgeamt Anfang Oktober veröffentlichte Handreichung beschreibt Wege, wie nach einer Scheidung erneut standesamtlich verheiratete Katholiken mit kirchlicher Erlaubnis beichten und zur Kommunion gehen können. Sie hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt und Spekulationen über einen Kurswechsel der katholischen Kirche ausgelöst. Papst Franziskus hat für Oktober 2014 eine Sonderbischofssynode zur Familienpastoral einberufen. (kna)

Vatikan/Kamerun
Der Heilige Stuhl und Kamerun stehen kurz vor dem Abschluss eines Rahmenvertrages über den Rechtsstatus der katholischen Kirche in dem westafrikanischen Land. Darüber sprach an diesem Freitag Papst Franziskus mit dem Präsidenten Kameruns, Paul Biya, den er in Audienz empfing. Biya würdigte dabei das Wirken der Kirche in seinem Land, besonders in den Bereichen Bildung und Gesundheitswesen, heißt es in einer Mitteilung aus dem Vatikan im Anschluss an die Audienz. Der Papst und der Präsident sprachen demnach auch über den Einsatz Kameruns für Sicherheit und Frieden in der Region Subsahara. (rv)

Europa

Für immer mehr Widerstand in katholischen Reihen sorgt der Vorstoß einer EU-weiten gesetzlichen Neuregelung der Abtreibung. Zuletzt hat die „Aktion Leben Österreich“-Abgeordnete des EU-Parlaments dazu aufgefordert, nächsten Dienstag gegen den Antrag zu votieren. Die Abstimmung unter der Bezeichnung „Entschließung zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit und den damit verbundenen Rechten“ laufe nicht nur UN-Grundsätzen zuwider, sondern missachte auch die besonderen Umstände schwangerer Frauen, so die Lebensschutz-Vereinigung. Der Entschließungsantrag fordert unter anderem ein „Grundrecht auf Abtreibung“. - Gleichzeitig läuft auf europäischer Ebene eine höchst erfolgreiche Unterschriften-Initiative gegen die Vergabe von EU-Geldern für Embryonenversuche und Klonen. Die Aktion „One of us“ hat mit über 1,2 Millionen Unterstützern die nötige Vorgabe bereits überschritten. (kap)

Asien

Malaysia
Das Verbot des Wortes „Allah“ durch Christen gilt nicht allgemein, sondern ausschließlich für die katholische Zeitschrift Herald. Das teilte nun der Vize-Innenminister des Landes mit. Andere christliche Veröffentlichungen oder die Bibel in malaiischer Sprache „Al-kitab” seien von diesem Verbot nicht betroffen, so der Politiker. Im überwiegend muslimischen Malaysia findet derzeit eine öffentliche Debatte zu diesem Thema statt, weil das Berufungsgericht vor einigen Tagen der Zeitschrift Herald die Benutzung des Wortes „Allah” für Gott verboten hat. Unterdessen benutzen nach Angaben von Bischöfen die verschiedenen christlichen Konfessionen den Begriff in den Gottesdiensten und in der Bibel weiter, weil es im Malaiischen kein anderes Wort für „Gott“ gibt. (fides)

Amerika

Peru
Die Bischofskonferenz des Landes hat den Opfern eines pädophilen Bischofs ihre Solidarität ausgedrückt. Die zivile Justiz müsse den Fall aufarbeiten, schreiben die Bischöfe in einer Stellungnahme, aus der die Tageszeitung „El Comercio“ zitiert. Der Heilige Stuhl hatte den Weihbischof Gabino Miranda Melgarejo in den Laienstand zurückversetzt und damit die höchste Strafe verhängt, die das Kirchenrecht für Kleriker kennt. Miranda war seit 2004 Weihbischof in der Erzdiözese Ayacucho o Huamanga. Sein Amt hat er bereits im Mai des Jahres niedergelegt. Die Stellungnahme der Kirche ist die erste offizielle Reaktion der Bischofskonferenz auf die jüngsten Skandale. (kna)

Venezuela
Die jahrelang angespannten Beziehungen zwischen der sozialistischen Regierung und der katholischen Kirche in Venezuela werden besser. Das denkt der Vorsitzende der venezolanischen Bischofskonferenz. „Seit unserem letzten Treffen akzeptiert uns die Regierung als Gesprächspartner und auch als Vermittler zwischen den verschiedenen politischen Lagern“, sagte Erzbischof Diego Rafael Padron Sanchez der Tageszeitung „Diario Catolico“. Dass Papst Franziskus mit dem venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro sprach, habe wesentlich zu der besseren Atmosphäre beigetragen. – Erste vorsichtige Annäherungen, die noch unter die Zeit von Präsident Hugo Chavez fielen, gab es bereits durch den bisherigen Nuntius in Caracas, Erzbischof Pietro Parolin. Der Diplomat ist nun neuer vatikanischer Kardinalstaatssekretär. (kna/rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 18.10.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Katholische und orthodoxe Kirchen sollen voneinander lernen: Kardinal Koch bei einer Tagung in Wien / Wien: Ein Jahr Haus für Opfer von Menschenhandel

Samstag Abend, 19.10.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
Die Deportationen der Juden Roms 1943: Ein Kongress

Sonntag Abend, 20.10.2013: Aktenzeichen – von Aldo Parmeggiani
Der Journalist Jan Ross

Montag Abend, 21.10.2013: Weltkirchen-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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