RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 19.10.2013

Tagesmeldungen vom 19.10.2013

- Papst: Kunst bezeugt Sehnsucht der Menschen -
- Limburg: „Medienwelt ist aus dem Ruder gelaufen“ -
- Papstsekretär Xuereb über Benedikt XVI. -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst trifft Kunstförderer: „Vatikanische Museen vermitteln christliche Botschaft“
Die Kunst bezeugt die geistliche Sehnsucht der Menschen. Das sagte der Papst an diesem Samstagmittag im Vatikan. In der Kunst könne sich die „befreiende Botschaft“ des Evangeliums zum Ausdruck bringen. Franziskus sprach bei einer Audienz für Mitglieder der Stiftung „The Patrons of the Arts“. Die vor 30 Jahren gegründete Stiftung unterstützt die Arbeit der Vatikanischen Museen finanziell. Und die Vatikanischen Museen standen im Mittelpunkt seiner Begrüßungsrede, sie seien ein herausragender Vermittler der christlichen Botschaft. Durch sie erhielten unzählige Rom-Besucher die Möglichkeit, dieser Botschaft durch Kunstwerke zu begegnen, die die geistlichen Hoffnungen der Menschheit und die großen Mysterien des christlichen Glaubens zum Ausdruck brächten, so Franziskus. (rv)
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Berichte zu Limburger Bischof: „Medienwelt ist aus dem Ruder gelaufen“
Es begann mit hartnäckiger Berichterstattung und Recherche, vor allem durch die FAZ und den Spiegel: In der vergangenen Woche sprachen dann mit dem Antrag eines Strafbefehls gegen Bischof Tebartz-van Elst alle Medien auf die Geschichte auf, es begann eine Berichtsflut, die ihresgleichen sucht. War diese Menge und Intensität gerechtfertigt? Und: Wie sollte sich Kirche in so einem Fall verhalten? Ein Gespräch mit dem Medienethiker Alexander Filipovic über ‚überschießende Erregungspotentiale’ und die Notwendigkeit der Selbstreflexion der Medien. (rv)
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Sekretär zweier Päpste: Alfred Xuereb über Benedikt XVI.
Er ist einer der engsten Mitarbeiter des Papstes: der Malteser Alfred Xuereb ist seit der Wahl von Papst Franziskus der „Sekretär des Heiligen Vaters“. Bereits unter Benedikt XVI. war Xuereb als zweiter Papstsekretär für die bürokratischen Angelegenheiten zugständig. Bei einer Buchpräsentation in der norditalienischen Stadt Pordenone über Texte von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI., die der Vatikanverlag LEV publiziert hat, ging der Malteser auf seine Arbeitsbeziehung mit dem emeritierten Papst ein. Er wolle so einen Beitrag dazu leisten, Benedikt besser zu verstehen. (rv)
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Österreich: Apostelgeschichte 2.1, Reform eines Erzbistums
Die Weitergabe des Evangeliums ist und bleibt die zentrale Aufgabe bei allen Reformbestrebungen in der Kirche. Dieses Resümee zog Kardinal Christoph Schönborn bei der abschließenden Eucharistiefeier im Rahmen der 4. Wiener Diözesanversammlung am Samstag im Stephansdom. Die Messe war Höhepunkt und Abschluss der bislang vierten Diözesanversammlung im Rahmen des Entwicklungsprozesses der Erzdiözese Wien. Ziel dieser bis zum Jahr 2022 angelegten Reform ist es, die missionarische Dynamik der Kirche in Wien zu stärken und dafür zeitgemäße und schlankere kirchliche Strukturen zu schaffen. Rund 1.500 Delegierte hatten an der Versammlung teilgenommen. Schönborn unterstrich bei einer Pressekonferenz zu Beginn der Versammlung einmal mehr, dass den Laien in der Kirche künftig wesentlich mehr Verantwortung zukommen werde. „Es braucht den priesterlichen Dienst, aber der Priester kann und muss in den Gemeinden nicht mehr alles machen", so Schönborn wörtlich. (kap)
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UNSER BUCHTIPP:

Michael Bordt: Die Kunst sich selbst auszuhalten. Ein Weg zur inneren Freiheit.
Eine Besprechung von Pater Bernd Hagenkord.
Auf der Suche nach der Freiheit stehen wir uns selber meistens im Weg. Nicht äußere Umstände, sondern innere Hindernisse sind die Ursache für einen Mangel an Freiheit. Diese Einsicht ist nicht neu, sie stammt – für unseren Kulturkreis – von den griechischen Philosophen, verschiedenen Schulen haben Wege gesucht, damit umzugehen. So ist es vielleicht passend, dass ein Kenner der griechischen Philosophie ein Buch über den Weg zur inneren Freiheit geschrieben hat, keine Auslegung der alten Weisen, sondern ganz praktisch für den Menschen von Heute. Die Versuchung, sich selbst als Opfer zu sehen, der Umgang mit Neid und anderen ‚schlechten’ Gefühlen, all das kommt in den Blick. Ein „nüchterner“ Blick will es sein, ein „ehrlicher Blick“, eine Hilfe für alle, die innere Freiheit suchen, die sich selber dabei ernst nehmen wollen und keine Angst haben, ehrlich mit sich selbst zu sein. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der seit Dienstag amtierende vatikanische Staatssekretär ist weiterhin im Krakenhaus. Erzbischof Pietro Parolin befinde sich in einer Klinik in der norditalienischen Stadt Padua, berichtet die Nachrichtenagentur apic an diesem Samstag. Parolin konnte am Dienstag nicht persönlich bei der Stabsübergabe im Vatikan dabei sein, wie Papst Franziskus mitteilte. Nach italienischen Medienangaben sei Parolin mittlerweile bereits operiert worden, bleibe jedoch noch einige Tage im Krankenhaus, um sich vollends kurieren zu lassen. (rv)
Seine Unterschrift ist auf jeder Euro-Note: Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, traf den Papst an diesem Samstag im Vatikan. Zum genauen Inhalt der Gespräche machte das vatikanische Presseamt keine Angaben. Wiederholt hatte Papst Franziskus eine gerechtere Gestaltung des weltweiten Finanz- und Wirtschaftssystems gefordert, das zugunsten ärmerer Länder sei. Auch prangerte der Papst mehrmals die Profitgier der Märkte an. (rv)
Der Staat der Vatikanstadt hat einen neuen Generalstaatsanwalt: Er heißt Gian Piero Milano und war bisher bereits tätig für die vatikanische Generalstaatsanwaltschaft. Papst Franziskus hat ihn an diesem Samstag dazu ernannt. Milano ist auch Professor an der römischen Universität Tor Vergata und hat in den vergangenen Monaten bereits mehrmals den bisherigen Generalstaatsanwalt Nicola Picardi ersetzt, da dieser wegen gesundheitlicher Probleme nicht immer zur Verfügung stehen konnte. (rv)

Europa

Deutschland
Bei den Kirchenfinanzen braucht es größere Transparenz. Das fordert der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, als Konsequenz aus den Querelen im Bistum Limburg. Dort gebe es seiner Meinung nach noch großen Nachholbedarf. Neher sagte dies dem RBB-Inforadio am Freitag in Berlin. Jede Form von Geheimniskrämerei müsse überwunden werden. Die Caritas bemühe sich, um eine größtmögliche Transparenz. Trotzdem erhalte er wegen der Limburger Situation E-Mails und Brief von wütenden Menschen, die kein Geld mehr an die Hilfsorganisation spenden wollten. Mit Blick auf den dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst betonte Neher, ohne einen Neuanfang in Limburg werde es schwer werden, die gegenwärtige Krise zu überwinden. (pm/kna)
Der Architekt des umstrittenen Diözesanen Zentrums in Limburg, Michael Frielinghaus, weist die Vorwürfe von Geldverschwendung und luxuriöserer Bauweise zurück. Es habe „keine Kostenexplosion“ gegeben und auch der Begriff „Protzbau“ treffe nicht zu, so Frielinghaus am Freitag in der ZDF-Sendung „Aspekte“. Zugleich nahm Frielinghaus, der auch Präsident des Bundes deutscher Architekten ist, Bischof Tebartz-van Elst in Schutz. „Wir haben einen klugen Menschen erlebt, der zuhören kann“, erklärte der Architekt. Was über den Bischof nun geschrieben werde, könne er nicht nachvollziehen. Frielinghaus beklagte allerdings die „fatale“ Kommunikation über Kosten und Baufortschritt. Die Öffentlichkeit hätte darüber „transparenter“ informiert werden müssen. Insofern könne er die Aufregung jetzt auch verstehen. Er hoffe aber, dass durch Aufklärung die Betrachtung wieder „objektiver“ werde. (kna)

Schweiz
Kein Sexualunterricht im Kindergarten und Grundschule: Das ist das Ziel einer Unterschriftensammlung in der Eidgenossenschaft. Über 90.000 Unterschriften wurden bereits gesammelt und es fehlen noch 10.000 damit es zu einer nationalen Abstimmung kommt. Die Sammelfrist läuft erst in zwei Monaten am 19. Dezember ab. Unter den Gegnern des Sexualunterrichtes an Schulen sind auch einige christliche Organisationen und Initiativen. Ihr Ziel ist es, dass der schulische Sexualkundeunterricht nicht vor dem neunten Altersjahr stattfinden darf und anschließend freiwillig sein soll. Ab zwölf Jahren sollen die Schulkinder in einem obligatorischen Biologieunterricht über die menschliche Fortpflanzung unterrichtet werden. Die Den Anstoß für das Volksbegehren gab der umstrittene „Sex-Koffer“, eine Materialbox, die Bücher, Puppen, Holzpenisse und eine Plüsch-Vagina enthält. Sie kann von Primarlehrern des Kantons Basel-Stadt im Unterricht eingesetzt werden.

Polen
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Jozef Michalik, sorgt derzeit für Aufsehen wegen seinen Äußerungen zu den Ursachen von Pädophilie. Der polnische Erzbischof habe geschiedenen Eltern vorgeworfen, das Risiko von Missbrauch bei ihren Kindern zu erhöhen, berichten polnische Medien. Viele Missbrauchsfälle könnten „bei einer gesunden Beziehung zwischen den Eltern vermieden werden“, sagte Michalik in einem Gespräch mit der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Erst Anfang Oktober hatten sich die polnischen Bischöfe für die Taten von pädophilien Priestern öffentlich um Entschuldigung gebeten. (rv/pap)

Ungarn
Der ungarische Märtyrer Stefan Sándor ist an diesem Samstag in Budapest heiliggesprochen worden. Sándor war Buder im Salesianerorden. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Kommunisten das Land regierten, kam es in Ungarn zu einer Verfolgungswelle gegen Ordensleute. Im Juli 1952 wurde Sándor an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Seitdem wurde er von seinen Mitbrüdern nicht mehr gesehen. Ein offizielles Dokument besagt, dass er vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und am 8. Juni 1953 durch Erhängen hingerichtet wurde. (rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 19.10.2013: Unsere Woche
Die Berichterstattung der Causa Bischof Tebartz-van Elst, ferner: Ein Interview mit Papstsekretär Alfred Xuereb

Sonntag Abend, 20.10.2013: Aktenzeichen – von Aldo Parmeggiani
Der Journalist Jan Ross

Montag Abend, 21.10.2013: Weltkirchen-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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