RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 21.10.2013

Tagesmeldungen vom 21.10.2013

- Tebartz-van Elst trifft Franziskus im Vatikan -
- Papst predigt gegen Geldgier -
- Chaos in der Zentralafrikanischen Republik -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Tebartz-van Elst traf den Papst - Auch Meisner bei Franziskus
An diesem Montagmittag hat Papst Franziskus den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zur Audienz empfangen. Der Limburger Bischof befindet sich seit dem vergangenen Wochenende in Rom. Ebenfalls am Montag hat der Papst auch den Kölner Kardinal Joachim Meisner getroffen, zu dessen Kirchenprovinz das Bistum Limburg gehört. Laut dem Programm hat der Papst Kardinal Meisner eine halbe Stunde vor Tebartz-van Elst getroffen. Der Limburger Bischof wurde hingegen kurzfristig in das Audienzprogramm genommen und stattdessen eine bereits anberaumte Papstbegegnung mit dem Apostolischen Nuntius in Australien, Erzbischof Paul Richard Gallagher, verschoben. Meisners Audienz sei „schon vor Monaten vereinbart“ worden und stand ursprünglich nicht im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um das Bistum Limburg, betonte das Erzbistum Köln. (rv/kna)
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Papstpredigt: „Geldgier zerstört Familien und Beziehungen“
Geldgier zerstört Menschen, Familien und menschliche Beziehungen. Das betonte an diesem Montagmorgen Papst Franziskus bei der Messe in der Kapelle von Santa Marta im Vatikan. Jesus lade die Menschen nicht ein, arm zu werden, sondern den Reichtum, den Gott uns schenkt, für gute Zwecke und für die Mitmenschen zu verwenden. Jesus habe beim Thema Geld Klartext gesprochen, so Franziskus weiter. Man könne nicht zwei Herren dienen, sei der berühmte Spruch Jesu. Gleichzeitig habe Jesus aber den Menschen Zuversicht geschenkt, wenn er sage, dass man sich um nichts kümmern müsse. (rv)
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Papst: „Katholiken und Lutheraner müssen gemeinsam um Vergebung bitten“
Franziskus hat Katholiken und Lutheraner zu einer ehrlichen Aufarbeitung der Reformationszeit und ihrer Konsequenzen aufgerufen. Beide Seiten müssten „Vergebung für das Schlechte erbitten, das sie sich gegenseitig zugefügt haben, und für die Schuld, die sie vor Gott begangen haben“, sagte er am Montag bei einer Audienz für eine Delegation des Lutherischen Weltbunds im Vatikan. Der Dialog zwischen Katholiken und Lutheraner habe enorme Fortschritte gemacht. Insbesondere seien  Erfolge in der „spirituellen Ökumene“ ersichtlich, unterstrich Papst Franziskus. Eine 14-köpfige Delegation unter der Begleitung des vatikanischen Ökumene-Verantwortlichen Kardinal Kurt Koch war beim Papst zu Besuch. (rv/kna)
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Zentralafrikanische Republik: Seleka greift Christen an
Die Zentralafrikanische Republik droht auseinanderzubrechen. Die Rebellengruppe Seleka, die seit März de facto das Land regiert, ist intern zerstritten. Darunter leiden vor allem auch die christlichen Einrichtungen. Missionare werden verfolgt, da sie als „Verbündete des Feindes“ gelten. Im Nordwesten des rund fünf Millionen Einwohner zählenden Landes sind mehrere zigtausend Menschen auf der Flucht. Der Karmeliterpater Anastasio Roggero ist seit 1975 in dem afrikanischen Land tätig, auch wenn er seit einigen Jahren Rektor der Wallfahrtskirche des Prager Jesuskindes ist. Ein Mitbruder in der zentralafrikanischen Stadt Bangui wurde regelrecht zusammengeschlagen und ist mittlerweile aus Sicherheitsgründen untergetaucht. P. Anastasio hatte mit ihm aber vor kurzem Kontakt. (rv/fr-online)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Menschen in der Zeit: Jan Roß
Jan Roß ist kein Theologe – er gehört aber zu den wenigen Starjournalisten, die sich grundlegend mit Religion beschäftigen. Dabei misst der evangelische Christ und verantwortliche Redakteur für die außenpolitische Berichterstattung der angesehenen Wochenzeitung „Die Zeit“ auch der katholischen Kirche und ihrer Institution viel Respekt und Sympathie bei. Der 1965 geborene Hamburger hat mehrere Bücher über religiöse Themen publiziert, darunter eines über Papst Johannes Paul II. und zuletzt „Die Verteidiung des Menschen, warum Gott gebraucht wird“. Ihm - dem Suchenden – ist es ein Anliegen, den christlichen Glauben an die nächste Generation weiterzugeben. Wie er sich das vorstellt, das sagt er uns im folgenden Gespräch… (rv)
Hier lesen und hören Sie die Sendung von Aldo Parmeggiani

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus schätzt es nicht, wenn Priester teure Urlaubsreisen machen oder in den besten Restaurants verkehren. Das sagte der ehemalige Berater von Jorge Mario Bergoglio, Victor Manuel Fernández, gegenüber der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ in der Montagsausgabe. Fernández ist Rektor der Katholischen Universität Argentiniens und war 2007 Assistent Bergoglios beim Treffen der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz von Aparecida. Bergoglios Priesterverständnis, so Fernández, beruhe auf der Verkündung der Frohen Botschaft und weniger auf „äußerlichen und materiellen Gütern“. Das Evangelium zu verkünden sei nicht einfach, denn oft werde dies mit einer Aufzählung von Verboten gleichgestellt. „Wir müssen hingegen auf die schönen und positiven Seiten beispielsweise der Ehe oder des Priesterseins aufmerksam machen“, sagt Fernández. (rv/repubblica)
Kenneth Hackett ist der neue US-Botschafter
beim Heiligen Stuhl. Er wolle sich für eine Zusammenarbeit seiner Regierung mit dem Vatikan beim Kampf gegen Menschenhandel und Aids einsetzen. Als weitere gemeinsame Anliegen nannte Hackett in seinem Blog am Montag interreligiösen Dialog und Konfliktlösung sowie Nahrungsmittelsicherheit und Umweltschutz. Hackett überreichte an diesem Montagvormittag dem Papst sein Beglaubigungsschreiben. Der 66-jährige Amerikaner gilt als Experte für „Armutsbekämpfung“. Der Diplomat folgt auf den Theologen und Hispanoamerikaner Miguel Diaz. Hackett war mehrere Jahre lang Mitarbeiter bei der US-Caritas „Catholic Relief Service“ und bis vor kurzem auch deren Präsident. Des Weiteren war er von 1996 bis 2004 Vize-Präsident bei Caritas Internationalis sowie Mitglied im vatikanischen Sozialdikasterium „Cor Unum“. (rv/kna)
Die historische und christologische Untersuchung
Joseph Ratzingers zu den Evangelien ist das Hauptthema eines Symposiums in dieser Woche in Rom. Am Donnerstag und Freitag werden namhafte Theologen an der Lateranuniversität und in der vatikanischen Audienzhalle Vorträge zu dem Thema abhalten, wie der Organisator des Symposiums, Erzbischof Jean-Louis Bruguès, an diesem Montag erklärte. Ausgangspunkt sei die Trilogie über Jesus von Nazareth von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. Diese drei Bände hätten einen wichtigen Beitrag zur theologischen Diskussion über die Evangelien geleistet, fügt Luis Romera, Vizepräsident des Organisationskomitees des Symposiums an. Der emeritierte Papst hatte zwischen 2007 und 2012 die drei Teile über das Leben und Wirken Jesus von Nazareth veröffentlicht. (rv)
Der in Polen als Kirchenrebell
bekannte Priester Wojciech Lemanski ist mit einer Beschwerde gegen das ihm auferlegte kirchliche Redeverbot gescheitert. Wie das Bistum Warschau-Praga am Montag mitteilte, bestätigte die vatikanische Kleruskongregation die Strafe. Ortsbischof Henryk Hoser hatte dem Gemeindepfarrer im Juli wegen Ungehorsam Äußerungen gegenüber Journalisten untersagt und ihn angewiesen, in ein Altersheim für Geistliche zu ziehen. Die Kleruskongregation urteilte nach Angaben des Bistums, Lemanski sei „ohne jeden Zweifel“ ungehorsam gewesen. Das belegten 208 vorgelegte Aussagen des Priesters unter anderem in Zeitungsartikeln und in seinem Blog. Über die Beschwerde Lemanskis gegen seine Abberufung als Leiter einer Pfarrei in Jasienica bei Warschau habe der Vatikan noch nicht entschieden. (kna/kai)

Europa

Europäische Union
Den Kirchen kommt beim Kampf gegen den Klimawandel eine entscheidende Rolle zu. Das war der Tenor eins „Dialogseminars“, das die Kommission für Kirche und Gesellschaft der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) mit Vertretern der EU kürzlich in Brüssel abhielten. Martin Scheele von der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission betonte die Notwendigkeit, das Verbraucherverhalten zu verändern. Mehr Eigenverantwortung wahrzunehmen und ein Paradigmenwechsel hin zu einem „Genug-Haben“ seien Schlüsselaufgaben, denen es sich zu stellen gelte. Gerade hier seien die Kirchen gefragt, sie müssten freilich selbst auch als Vorbilder im eigenen Lebensstil und Konsumverhalten wirken. (pm/kap)

Schweiz
Finanzielle Transparenz trägt zur Glaubwürdigkeit einer Institution bei. Das schreibt der Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ), Daniel Kosch, in einer Presseaussendung von Montag. Die RKZ ist jene Institution in der Schweiz, die sich um die Finanzierung der katholischen Kirche kümmert. Die Kirche müsse als Richtschnur beim Umgang mit Geld auf den Dienst am Menschen setzen, so Kosch weiter. Diese beiden Lehren seien aus dem „Fall Limburg“ zu ziehen. Kosch hält fest, dass die RKZ keine Beiträge an die Bistümer oder die bischöflichen Ordinariate leiste. Die Schweizer Diözesen haben ihre eigenen Finanzhaushalte. (kipa)

Afrika

Algerien
Die Basilika des heiligen Augustinus im algerischen Annaba ist nach zweieinhalbjähriger Renovierung wiedereröffnet worden. Die Kirche befindet sich in der Nähe des antiken Bischofssitzes Hippo, wo der Kirchenlehrer wirkte. Die Augustinus-Basilika musste renoviert werden, da Regenwasser den Bau gefährdete. Auch Papst Benedikt XVI. hatte sich in seiner Amtszeit mit einer persönlichen Spende an den Renovierungsarbeiten beteiligt. Joseph Ratzinger war seit seiner Studienzeit ein großer Verehrter von Augustinus und bezog sich als Papst immer wieder auf den nordafrikanischen Kirchenlehrer. Bei der Eröffnungsfeier am Wochenende nahmen auch deutsche Vertreter teil, berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur. (afp/kna)

Ägypten
Vier Kopten sind bei einem Anschlag am Sonntag während einer Hochzeit ums Leben gekommen. Zwei bewaffnete Attentäter hätten auf die Gäste der koptischen Hochzeitsfeier in Kairo geschossen, berichten ägyptische Medien. Das Attentat ereignete sich vor der Kirche im Kairoer Vorort Waraak. Nach Angaben der staatlichen ägyptischen Nachrichtenagentur „Mena“ ist unter den Toten auch ein acht Jahre altes Kind. Es ist noch unklar, was der Hintergrund des Anschlags sein könnte. Beobachter gehen davon aus, dass es sich um einen gezielten Anschlag von Islamisten gegen Kopten gewesen sei. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach in einem Anfang Oktober vorgestellten Bericht von einer regelrechten Gewaltwelle gegen Kopten, die mit der gewaltsamen Machtübernahme der Armee im August zusammenhänge. Die Kopten machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus. (adnkronos)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Montag Abend, 21.10.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Mexiko: Ein Priester versorgt in einem Gästehaus Immigranten aus Lateinamerika, die in die USA wollen / Syrien: Eine italienische Katholikin erzählt über ihren Einsatz im Bürgerkriegsland

Dienstag Abend, 22.10.2013: Radioakademie (Teil 4)
Der gelebte und reflektierte Glaube. Die Benediktinerinnen der Abtei Mariendonk im „Film der Antworten“

Mittwoch Abend, 23.10.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Generalaudienz mit Papst Franziskus

Donnerstag Abend, 24.10.2013: Kreuz des Südens

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hören

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