RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 22.10.2013

Tagesmeldungen vom 22.10.2013

- Müller: Wiederverheiratete bleiben ausgeschlossen -
- Gänswein:
Benedikt XVI. ist kein Gegenpapst -
- Vatikan/UNO: PID ist kein Menschenrecht -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Erzbischof Müller: „Barmherzigkeit Gottes kein Dispens von den Geboten Gottes“
Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat den Ausschluss wiederverheirateter Geschiedener vom Empfang der Sakramente bekräftigt. Nach geltender kirchlicher Lehre könne es in dieser Frage keine Ausnahmen geben. Bei dieser Frage handle es sich „aufgrund der zunehmenden Zahl der Betroffenen in Ländern alter christlicher Tradition“ um „ein pastorales Problem großer Tragweite“. Das schreibt Erzbischof Müller, in einem langen Artikel, den die Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ an diesem Dienstagnachmittag publizierte. Müllers Text war bereits im Juni des Jahres in der deutschen Zeitung „Tagespost“ erschienen; Papst Franziskus hat der Veröffentlichung in der Vatikanzeitung ausdrücklich zugestimmt. Die Frage der Sakramente müsse „im Einklang mit der katholischen Lehre über die Ehe erörtert werden“, mahnt der Präfekt. (rv/or)
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Wir dokumentieren Müllers Text hier in voller Länge

Gänswein: „Die Gefahr eines Gegenpapstes existiert nicht“
Erzbischof Georg Gänswein sieht keine Gefahr, dass es im Vatikan „einen Papst und einen Gegenpapst“ geben könnte. „Wer Benedikt  XVI. kennt, weiß, dass diese Gefahr nicht existiert. Er hat sich nie in die Regierung der Kirche eingemischt und tut das auch jetzt nicht, es gehört nicht zu seinem Stil“, sagte Gänswein in einem Interview in der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“. Auch wisse der emeritierte Papst, dass jedes Wort von ihm Aufmerksamkeit erregen und entweder für oder gegen seinen Nachfolger interpretiert werden würde. Erzbischof Gänswein ist nach wie vor Papst Benedikts Sekretär und gleichzeitig Präfekt des Päpstlichen Hauses von Franziskus. (rv/messaggero)
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Papstpredigt: „Gottes Größe versteht man nicht mit dem Kopf“
Mit dem Intellekt allein lässt sich Gott nicht begreifen, es braucht dafür Kontemplation, Nähe und Fülle. Über diese drei Begriffe meditierte Franziskus an diesem Dienstagmorgen bei seiner Predigt im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Man könne Gott nicht mit dem Kopf erschöpfend erklären, so der Papst ausgehend vom Römerbrief des Paulus, die Kirche fasse das Geheimnis Gottes in Begriffen des Wunders und Mysteriums. Gott sei uns mit der Fülle seiner Gnade und seiner Zärtlichkeit nah, denn er sei ein Gott der Barmherzigkeit, so der Papst. (rv)
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Johannes Paul II.: „Habt keine Angst“ brannte sich ins Gedächtnis
An diesem Dienstag begeht die katholische Kirche den liturgischen Gedenktag von Papst Johannes Paul II. Der 22. Oktober ist zugleich der Tag der Amtseinführung des ersten polnischen Papstes vor genau 35 Jahren. Maurizio Mirilli ist einer der letzten Priester, die am 2. Mai 2004 von Johannes Paul II. geweiht wurden. Im Interview mit Radio Vatikan erinnert sich der Geistliche, der heute in Rom für die Jugendpastoral verantwortlich ist, an diesen bewegenden Moment:

„Ich erinnere mich gut an die Emotionen am Tag meiner Weihe: Ich spüre heute noch Johannes Pauls Hände auf meinem Kopf; der Papst war damals schon krank, er saß und hatte Schwierigkeiten zu sprechen. Ich kniete nieder, denn er konnte nicht aufstehen. Er legte meine Arme auf die Armlehnen seines Stuhls und legte seine Hände auf meine, er drückte sie ganz fest und schaute mir in die Augen mit seinem durchdringenden Blick. Es war, als ob er mir sagen wollte: ,Nun bist du dran! Nur Mut, hab' keine Angst!‘“ (rv)
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BLICKPUNKT LEBENSSCHUTZ:

EU-Bischofskonferenzen: „Keine Irreführung bei Abtreibung!“
Die Europäische Union besitzt für das Thema Abtreibung in ihren Mitgliedsstaaten keine Kompetenz und darf ihre Bürger dahingehend auch nicht irreführen. Darauf hat die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft COMECE am Dienstag in einer Aussendung hingewiesen. Anlass für die Äußerung war eine geplante Abstimmung an diesem Dienstag im Europäischen Parlament über „Sexuelle und reproduktive Gesundheit und die damit verbundenen Rechte“. Der Bericht beinhaltet unter anderem das Thema Abtreibung. Das Plenum des Europaparlamentes allerdings stimmte nicht über den Bericht ab, sondern verwies ihn zurück in den Frauenausschuss. (kap)
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UNO/Vatikan: „Nicht der Staat, sondern die Familie erzieht Kinder“
„Jedes Kind hat vor allem ein Recht darauf, überhaupt geboren zu werden.“ Das sagte der Vatikan-Beobachter bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Francis Chullikat, jetzt bei einer UNO-Sitzung zur Konvention über die Rechte von Kindern. Eine vorgeburtliche Diagnostik, die darüber entscheide, ob ein Kind zur Welt gebracht werden solle, sei unvereinbar mit der Konvention, so der päpstliche Diplomat. Das ungeborene Kind sei „ein Mitglied der Menschheitsfamilie und gehört nicht zu einer Unterkategorie des Menschlichen“, sagte Chullikat. (rv)
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BLICKPUNKT ÄGYPTEN:

Ägypten: „Mehr Bildung gegen den Terrorismus“
Nach dem blutigen Anschlag auf eine koptische Hochzeitsgesellschaft vom Sonntag in Kairo warnen Kirchenvertreter vor religiösen Spannungen in Ägypten. Bischof Adel Zaki vom Vikariat Alexandria hält es für wahrscheinlich, dass islamistische Terroristen hinter dem Angriff stecken. Bei dem Attentat waren vier Kopten, darunter auch ein Kind, ums Leben gekommen. Ziel der Terroristen sei es, „Chaos zu verursachen“ und die Regierung und Armee dafür verantwortlich zu machen, „denen es nicht gelingt, Sicherheit zu garantieren“, sagte Zaki gegenüber dem Fidesdienst. Die Muslimbrüder hatten den Anschlag offiziell verurteilt. Dies begrüßt Pater Hani Bakhoum, Sekretär des Patriarchates von Alexandria, im Interview mit Radio Vatikan. Nun brauche es aber auch konkrete Taten, so Bakhoum weiter. Gegen Terrorismus helfe nur eines und dies sei Bildung. fides/rv)
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UNSERE LATEIN-NACHRICHTEN:

Jede Woche frisch: unsere Nachrichten auf Latein. Gero P. Weishaupt übersetzt für Radio Vatikan ausgewählte Meldungen unseres Programms. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Heilige Stuhl und Ungarn haben ein neues Abkommen unterzeichnet. Das teilte der vatikanische Pressesaal mit. In dem modifizierten Staatsvertrag geht es um Finanzierungs- und Entschädigungsfragen für die Kirche in Ungarn. Das neue Abkommen passe die Vereinbarung aus dem Jahre 1997 an das seit April 2011 geltende neue Grundgesetz an, so die Vatikannote. Die Unterzeichnung des Vertrags fand am Montag am Sitz des Parlaments in Budapest statt. Unterzeichnet wurde das Abkommen vom Vatikanbotschafter in Ungarn, Erzbischof Alberto Bottari de Castello, und dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Zsolt Semjen. Das neue Gesetz betreffe Finanzierungsfragen des schulischen Religionsunterrichts sowie höherer katholischer Bildungseinrichtungen, so der Vatikan. Zudem würden Restaurierung und Pflege kirchlichen Kulturerbes geregelt. Weiter würden Entschädigungsfragen für früheren, von den Kommunisten enteigneten Kirchenbesitz geklärt, die nicht in dem Abkommen von 1997 erfasst seien. (rv/kna)

Europa

Deutschland
Kritik an der Berichterstattung mancher Medien über Kirchenfinanzen kommt jetzt von evangelischer Seite: „Es wird der Eindruck erweckt, da sitzen Leute auf einem Riesenschatz Geld und wissen nicht, was sie damit anfangen sollen“, sagte der Finanzdezernent der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Oberkirchenrat Thomas Begrich, gegenüber dem Nachrichtenportal idea. Anlass seiner Kritik sind Presseberichte, die sich mit dem „Reichtum“ der Kirchen befassen. Auslöser waren die von fünf Millionen auf bis zu 40 Millionen Euro gestiegenen Kosten für den Umbau der Residenz des katholischen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst. Im Blick auf die evangelische Kirche widersprach Begrich Behauptungen, sie schwimme im Geld: „Was wir haben, geben wir in die kirchliche Arbeit. Wir bauen keine Schlösser. Unser wahrer Reichtum sind Hunderttausende von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern.“ Auftrag der Kirche sei es, verantwortlich und transparent mit den von ihren Mitgliedern anvertrauten Geldern umzugehen: „Wir tun das so gut wir nur können.“ (idea)

Frankreich
Die französische Stadt Marseille hat am Montag das größte Wohnlager von Roma-Familien geräumt. Das von rund 400 Personen illegal bewohnte Lager im Stadtteil „La Capelette“ wurde von Bulldozern zerstört, wie die Tageszeitung „Le Monde“ am Montag berichtete. Die Justiz hatte die Räumung bereits im Juli angeordnet und den Roma zwei Monate Zeit gegeben, das Lager zu verlassen. Sie hatten seit mehr als einem Jahr in dem Camp gewohnt. Der Staat handhabt das Problem mit den Roma nach wie vor gewaltsam, diskriminierend und entgegen der Grundrechte“, beklagte der Vizepräsident des Verbands für Menschenrechte des Departements Bouches-du-Rhone, Jean-Claude Aparicio, laut Zeitung. Diese Politik könne nicht so weitergehen. Laut Verband werde die Räumung dazu führen, dass die Roma auf andere Lager in Marseille auswichen. Innerhalb der Lager führe das zu noch mehr Elend. Seit Monaten steht Frankreichs Regierung wegen Roma-Vertreibungen in der Kritik. (kna)

Slowenien
Die Religionsgemeinschaften sind zwar erleichtert darüber, dass es nun doch keine Immobiliensteuer auf Kirchen und Sakralbauten geben soll. Doch eine Erklärung der Bischöfe nennt das lediglich „einen ersten Erfolg auf einem Weg, der unsicher bleibt“. Vor allem bleibe „ungeklärt, ob Seelsorgezentren, Pfarreien und Klöster steuerpflichtig werden oder nicht“, so das Statement. Die Regierung hatte ursprünglich geplant, sakrale Bauten in die neue Immobiliensteuer mit einzubeziehen; davon war sie unlängst nach dem Protest des Rates der christlichen Kirchen und der Islamischen Glaubensgemeinschaft wieder abgerückt. Die Vertreter der katholischen, evangelischen und serbisch-orthodoxen Kirche, der Pfingstgemeinde sowie der Islamischen Glaubensgemeinschaft hatten davor gewarnt, dass die Steuerpläne zu einer Doppelbesteuerung der Gläubigen führen würden - zuerst als Bürger und dann als Mitglieder der jeweiligen Religionsgemeinschaften. Dies komme einer Diskriminierung gleich und würde für die Gemeinden „ernste finanzielle Probleme“ mit sich. (rv/kap)

Afrika

Ägypten
Die Familie des ersten arabischstämmigen „Gerechten unter den Völkern” weist die israelische Ehrung aus politischen Gründen zurück. „Hätte ein anderes Land die Auszeichnung vergeben, wären wir glücklich“, äußerte sich ein Familienangehöriger des 1982 verstorbenen Mohamed Helmy. Der ägyptische Arzt hatte während des Krieges in Berlin unter Todesgefahr eine jüdische Familie versteckt, darunter die damals 21jährige Anna Boros, später Gutmann. Der 1901 geborene Helmy erhielt seine Ausbildung zum Arzt in Deutschland. 1937 musste er aufgrund seiner „nichtarischen“ - arabischen - Herkunft das Robert Koch Institut in Berlin verlassen. Nach dem Krieg blieb er in Deutschland bis zu seinem Tod. Von den rund 25.000 „Gerechten unter den Völkern“ sind rund 60 Muslime, aber bisher noch kein einziger Araber. Der Titel „Gerechter unter den Völkern“ ist die höchste Auszeichnung des jüdischen Volkes. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem verleiht den Titel ausschließlich an Nichtjuden, die sich an der Rettung verfolgter Juden beteiligt haben. (apic)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, Abend, 22.10.2013: Radioakademie (Teil 4)
Der gelebte und reflektierte Glaube. Die Benediktinerinnen der Abtei Mariendonk im „Film der Antworten“

Mittwoch Abend, 23.10.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Ratzinger-Preis an den deutschen Laientheologen Christian Schaller / Generalaudienz mit Papst Franziskus

Donnerstag Abend, 24.10.2013: Kreuz des Südens

Freitag Abend, 25.10.2013: Prisma-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
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· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
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· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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