RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 24.10.2013

Tagesmeldungen vom 24.10.2013

- Papst: Rassismus durch Erziehung mindern -
- Theologie-„Nobelpreis“ an Regensburger -
- Fall Limburg: „Papst nimmt Druck heraus“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst dankt Wiesenthal-Center für Kampf gegen Antisemitismus
Die Begegnung war schon unter Benedikt XVI. geplant gewesen: An diesem Donnerstag traf sein Nachfolger Franziskus eine Delegation des „Simon Wiesenthal-Center“. Die internationale jüdische Organisation hat es sich zur Aufgabe gesetzt, Rassismus und Antisemitismus zu bekämpfen. Daran erinnerte auch Papst Franziskus in seinen Grußworten. Wo eine Minderheit verfolgt oder ausgeschlossen werde, egal aus welchen Gründen, dort steht das Gemeinwohl der ganzen Gesellschaft auf dem Spiel. Als Beispiel nannte der Papst die Christenverfolgungen in vielen Ländern der Welt. (rv)
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Bischof Ackermann: „Papst hat im Fall Limburg als Jesuit entschieden“
Der Trierer Bischof Stefan Ackermann ist erleichtert über die Entscheidung des Vatikans, dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Auszeit zu gewähren. Das mindere den Druck für alle Beteiligten: das Bistum, den Bischof und die katholische Kirche in Deutschland insgesamt, erklärte Ackermann. Es sei klug, den Bericht der Untersuchungskommission der Deutschen Bischofskonferenz zu den Vorgängen in Limburg abzuwarten. Der Papst habe in der Causa Limburg „als Jesuit entschieden“, so Ackermann. Ordensgründer Ignatius habe geraten, einen lebenseinschneidenden Beschluss „nie in einer Situation von Depression oder Druck“ zu fällen. Nur in einer beruhigten Situation könne man „eine solide Entscheidung treffen“. (pm/kna)
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Paderborner Weihbischof Grothe leitet die Prüfungskommission in Limburg

„Nobelpreis der Theologie“ an Regensburger Laientheologen
Zwei Theologen, einem deutschen und einem britischen, verleiht Papst Franziskus am Samstag den diesjährigen Ratzinger-Preis, der auch als „Nobelpreis der Theologie“ gilt. Die beiden Geehrten sind der Regensburger Laientheologe Christian Schaller sowie der Anglikaner Richard A. Burridge, übrigens der erste Nichtkatholik, der den seit 2011 vergebenen Preis erhält. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte Schaller, die Auszeichnung anerkenne auch die Arbeit des Instituts Benedikt XVI. in Regensburg, das die Gesammelten Werke Joseph Ratzingers herausgibt. Schaller ist Vizedirektor des Instituts. (rv)
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Papstpredigt: „Gläubige sollen nicht oberflächlich leben“
Jeder Gläubige ist dazu berufen, heilig zu werden. In seiner Predigt bei der Morgenmesse in der Casa Santa Marta meditierte Papst Franziskus ausgehend von der Ersten Lesung über den Sinn und Zweck, Christ zu sein. Paulus betone in seinem Brief, dass mit Jesus ein „davor und danach“ in die Geschichte der Menschheit entstehe. „So wurden wir sozusagen in Christus neu erschaffen. Das Blut Christi hat uns neu geschaffen“, sagte der Papst wörtlich. Mit der neuen Erschaffung in Christus habe sich das Schicksal des Menschen verändert. „Nun können wir einen neuen Weg der Gerechtigkeit wählen. Wir sind Heilige durch das Blut Christi.“ (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

EU: Flüchtlingspolitik „vertagt“
Vor dem Brüsseler EU-Gipfel haben Kirchenvertreter und Menschenrechtsorganisationen Änderungen in der Flüchtlingspolitik und ein Ende der „europäischen Abschottung“ gefordert. Unter dem Eindruck der jüngsten Tragödie von Lampedusa wird die Lage der Mittelmeerflüchtlinge am Freitag zwar Thema beim Gipfel sein; doch über eine gemeinsame europäische Einwanderungspolitik will man nicht entscheiden: Diese Frage wurde auf Juni 2014 vertagt. In welchen Punkten jetzt schon eine Neuregelung dringend fällig wäre, zählt im Interview mit Radio Vatikan Pater Frido Pflüger auf. Er ist Leiter des Berliner Büros des Europäischen Jesuitenflüchtlingsdienstes. Grundsätzlich brauche es geregelte und legale Wege der Einwanderung nach Europa, um noch mehr Tote und Opfer des Menschenhandels zu verhindern. (rv)
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UNO: Fortschritte im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung
Der Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung zeigt weltweit Erfolge. Das wurde jetzt auf einer UNO-Konferenz in Rom deutlich, die über internationale Initiativen im Kampf gegen die Praktik informierte. Vertreter von Regierungen, Menschenrechts- und Hilfsorganisationen aus über 25 Ländern kommen dafür noch bis Freitag in der Ewigen Stadt zusammen. Die zumeist aus der Tradition begründete Verstümmelung oder Entfernung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane ist im westlichen und nordöstlichen Afrika, aber auch in Asien verbreitet, etwa in Malaysia, Indonesien, Irak und im Jemen. Laut UN-Angaben sind weltweit 100 bis 140 Millionen Frauen und Mädchen betroffen. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus traf die für die arabische Halbinsel zuständigen Bischöfe. Zu der gemeinsamen Begegnung am Donnerstag waren die Apostolischen Vikare von Nord- und Südarabien anwesend. Es sind dies die Bischöfe Camillo Ballin und Paul Hinder, sowie der bischöfliche Vikar für Saudi-Arabien, Pater Aldo Berardi. In den mehrheitlich islamischen Ländern Arabiens leben mehrere Millionen katholische Gastarbeiter aus süd- und südostasiatischen Ländern. Ihre Religionsfreiheit ist vielerorts jedoch stark eingeschränkt. - Am selben TAg empfing der Papst Vertreter des Simon Wiesenthal-Centers. Er bat die Angehörigen der internationalen jüdischen Organisation, bei der Bekämpfung von Christenverfolgung zu helfen. (rv)
Der Erbgroßherzog Guillaume von Luxemburg hat den Papst im Vatikan besucht. Das teilte das vatikanische Presseamt mit. Zum Inhalt des Gesprächs am Donnerstag machte der Vatikan keine Angaben. Guillaume wurde von seiner Frau Stephanie begleitet. Der 31 Jahre alte studierte Politikwissenschaftler ist das älteste von fünf Kindern von Großherzog Henri und dessen Frau Maria Teresa und damit Thronfolger. (rv)

Europa

Europäische Union
Mehr als 1,4 Millionen EU-Bürger haben bereits die Lebensschutz-Initiative „Einer von uns“ unterschrieben. Die Initiative lehnt EU-Fördergelder für Aktivitäten ab, die zur Tötung menschlicher Embryonen führen. Wie das EU-Parlament auf das Bürgerbegehren reagiert, ist ungewiss. Die Unterschriftenaktion endet am Freitag nächster Woche. Bisher bekennen sich im Europaparlament nur einige konservative Abgeordnete zu der Bürgerinitiative. Die übrigen Fraktionen schwiegen bisher. Während fast alle katholischen Bischöfe wie Papst Franziskus und sein Vorgänger Benedikt XVI. zur Unterstützung der Bürgerinitiative aufriefen, antworteten evangelische Bischöfe nach Angaben von „Einer von uns“ bisher nicht auf entsprechende Anfragen. (kna)

Österreich
Militärbischof Christian Werner hat aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt bei Papst Franziskus eingereicht. Das bestätigte Werner der Nachrichtenagentur „Kathpress“ am Donnerstag. Die Annahme durch Papst Franziskus stehe jedoch noch aus, erklärte der Bischof, der im Dezember 70 Jahre alt wird. Eine kürzlich vorgenommene ärztliche Untersuchung habe festgestellt, dass er die Leitung der Militärdiözese nicht mehr wahrnehmen könne. Die Österreichische Militärdiözese wurde 1986 gegründet. Ihr gehören derzeit 22 Priester, 3 Diakone und rund 10 Milizpfarrer an. (kap)

Schweiz
Unter dem Titel „Chance Kirchenberufe“ wollen die sechs Schweizer Diözesen mit einer Werbekampagne Nachwuchs finden. Es bestehe kein Notstand, die Bischöfe würden aber zehn Jahre im Voraus denken, sagte der Basler Bischof Felix Gmür, wie die katholische Presseagentur „Kipa“ am Mittwoch berichtete. Mit dem auf vier Jahre angelegten Projekt reagierten die Diözesen auf den knapper werdenden Nachwuchs in der Seelsorge und in den Ausbildungsstätten für Theologie. (kipa)
Das Südostschweizer Bistum Chur zieht das Gerichtsurteil im Fall Adebar weiter. Die staatskirchenrechtliche Körperschaft Graubündens unterstützt seit mehreren Jahren die Familienberatungsstelle Adebar finanziell. Das Bistum kritisiert, dass die Stelle auch Abtreibung fördere. Im vergangenen Jahr hatte der Churer Generalvikar Martin Grichting eine weitere Finanzierung abgelehnt und einen Prozess in Kauf genommen. Das nun ergangene Gerichtsurteil gibt Grichting unrecht. Das Bistum wird jetzt vor die nächste Instanz ziehen. Es gehe um die Grundsatzfrage, ob es in der Schweiz zulässig sei, „dass eine staatskirchenrechtliche Körperschaft entgegen ihrer eigenen Zwecksetzung eine Organisation unterstützt, die in mehreren Tätigkeitsfeldern im offenen Widerspruch zur kirchlichen Lehre handelt“. (pm)

Russland
Präsident Wladimir Putin erwägt, syrischen Christen die russische Staatsbürgerschaft zu geben. Das bestätigte der Sprecher Putins. Der Präsident wolle damit das „christliche Erbe“ in dem Krisenland bewahren. Insgesamt sollen über 50.000 Christen aus der syrischen Region von Qualamun Anrecht auf die russische Staatsbürgerschaft haben. Syrische Christen hatten dem russischen Präsidenten vor einiger Zeit einen Brief geschrieben, in dem sie um die Staatsbürgerschaft baten. Putin seinerzeit hatte in jüngster Zeit mehrmals auf die weltweit verbreitete Christenverfolgung hingewiesen. (vaticaninsider)

Naher Osten

Jordanien
Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, hat eine Konferenz zur Rolle der Frau im Nahen Osten eröffnet. Die Konferenz startete am Donnerstag im jordanischen Fuheis und steht unter der Schirmherrschaft der jordanischen Königin Ranja. Bei den Gesprächen gehe es um „die Rolle der gläubigen Frau als Beitrag zum Leben, zur Würde und zum Gemeinwohl", berichtet der vatikanische Fidesdienst. Auf dem Programm stehen zahlreiche Beiträge arabischer Christinnen, die in der Politik und im Sozialen aktiv sind, darunter auch die Bürgermeister n von Bethlehem, Vera Baboun und die ehemalige Zuwanderungsministerin im Irak, Pascale Warda. Die Teilnehmerinnen werden sich auch mit der Figur der Jungfrau Maria in der Bibel und im Koran befassen. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 24.10.2013: Kreuz des Südens

Freitag Abend, 25.10.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: EU-Bischofskonferenzen: „Keine Irreführung bei Abtreibung!“ / Reaktionen auf Limburg-Entscheid in Deutschland

Samstag Abend, 26.10.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 27.10.2013: Reden über Gott und Welt

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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20.20 Uhr „Magazin“

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