RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 3.9.2013

Tagesmeldungen vom 3.9.2013

- Franziskus: „Jesus braucht kein Heer“ -
- Päpstlicher Friedensrat: „Syrien ist Pulverfass“ -
- Deutschland: „Wählen mit Verantwortung“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefanie Stahlhofen
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papstpredigt: „Jesus braucht kein Heer“
Jesus braucht kein Militär, keine Armee, um „böse Geister“ zu vertreiben, er braucht keinen Hochmut, keine Kraft des Stolzes. Dies hat Papst Franziskus am Dienstag bei seiner Morgenmesse im Vatikan unterstrichen: „Was ist das für ein Wort, mit dem er die anderen, unreinen Geister besiegt, so dass sie fliehen? Es ist ein barmherziges, mildes Wort mit sehr viel Liebe: Es ist ein Wort, das uns in Momenten des Kreuzes begleitet. Bitten wir den Herrn darum, dass er uns die Gnade Seines Lichtes gibt und dass er uns lehrt, dieses Licht von dem künstlichen Licht zu unterscheiden, das der Feind macht, um uns zu verwirren.“ Die christliche Identität sei eine „ „Identität des Lichts und nicht der Finsternis“, erklärte Franziskus: „Das Licht Jesu ist ein Licht des Wissens und der Weisheit, anders als das Licht auf der Welt.“ (rv)
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Päpstlicher Friedensrat: „Syrienkrise droht sich auszuweiten“
Ein Angriff westlicher Kräfte in Syrien könnte den Krieg dort ausweiten, auch über die Landesgrenzen hinweg. Vor dieser Gefahr hat der Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden gewarnt. Erzbischof Mario Toso entwarf im Interview mit Radio Vatikan ein erschreckendes Szenario und warnt eindringlich vor einem Militäreinsatz: „Die Gewalt würde so nicht vermindert – im Gegenteil, es besteht das Risiko, dass sie sich auf andere Länder ausbreiten könnte: Der Konflikt in Syrien enthält alle Voraussetzungen, um zu einem Krieg zu werden, der weltweite Dimensionen erreicht. Bei Gewalt oder einem gewaltsamen Konflikt kommt keiner ohne Schaden davon.“ Die US-Regierung wirbt derweil noch um eine breite Unterstützung für den geplanten Militärschlag in Syrien. Deutschland ist strikt gegen einen militärischen Eingriff ohne völkerrechtliches Mandat. (rv)
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Hier lesen Sie: Massenflucht aus Syrien

Erzbischof Zollitsch: „Bei Bundestagswahl Verantwortung zeigen“
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat die Bürger dazu aufgerufen, bei der Bundestagswahl am 22. September wählen zu gehen. Beim St. Michael-Jahresempfang des Katholischen Büros in Berlin sagte Zollitsch, es sei Aufgabe der Kirche, die Menschen an ihre Verantwortung zu erinnern, sich in die politischen Meinungsbildungsprozesse aktiv einzubringen und von ihren demokratischen Rechten Gebrauch zu machen: „Entscheidend für die Qualität in unserer Gesellschaft weit über jeden Wahltag hinaus ist es, wie wir mit denen umgehen, die nicht in der Sicherheit und Geborgenheit der Mitte der Gesellschaft sind. Und damit meine ich bei weitem nicht alleine die materielle Sicherheit. Bei aller Unterschiedlichkeit der Aufgabenstellung und Funktionsweise von Politik und Kirche sehe ich hier gemeinsame Herausforderungen.“ (domradio/rv)
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Brasilien: „Wir brauchen pastoraler Dienst vor Ort“
Die Bischofskommission für Amazonien organisiert unter Vorsitz des emeritierten Kurienkardinals Claudio Hummes für Oktober ein Treffen in Manaus. Vom 28. bis zum 31. Oktober soll dort über die Herausforderungen für die Kirche in der Region diskutiert werden. Erwin Kräutler lebt seit den 60er Jahren als Missionar im Amazonasgebiet. Papst Franziskus sehe Amazonien als „eine Nagelprobe für den augenblicklichen und zukünftigen Weg nicht nur der Kirche in Brasilien, sondern auch für die gesamte brasilianische Gesellschaft“, sagte der Bischof jetzt im Gespräch mit Radio Vatikan. Die brasilianische Kirche müsse Präsenz in Amazonien zeigen – nur so könne Pastoral in der weitläufigen Region gelingen. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Franziskus bekommt am Mittwoch ein Bilderbuch von Kinderbotschaftern überreicht. Es enthalte Zeichnungen und Briefe von „Kindern aus den Peripherien zahlreicher Städte Europas“, gab der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) in einer Pressemeldung bekannt. Idee ist nach Angaben des Bischofsrates, dem Papst „die Freuden und die Nöte unserer Zeit“ aus Sicht der Kinder mitzuteilen. Vertreten sind Kinder aus allen 42 Mitgliedsländern; das jüngste ist fünf Jahre alt. Stellvertretend für alle an dem Werk beteiligten Kinder werde ein Junge aus Moldawien dem Papst eine Kopie des Buches am Ende der Generalaudienz überreichen. Er kommt zusammen mit einer Delegation des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen nach Rom. Franziskus werde das Buch dann signieren, heißt es. (pm)

Vatikan/Italien
Franziskus hat der jüdischen Gemeinde Rom zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana gratuliert. In einem an Oberrabbiner Riccardo Di Segni adressierten Schreiben, das die jüdische Gemeinde am Dienstag auf ihrer Internetseite veröffentlichte, heißt es: „Möge der Gott der Väter reichlichen Segen über den gesamten Verlauf des neuen Jahres ausgießen und den Weg der Freundschaft zwischen Juden und Christen stärken.“ Die Wünsche beziehen sich auf das am Mittwochabend beginnende Neujahrsfest, das eine gute Woche später anstehende Versöhnungsfest und das Laubhüttenfest. Am Donnerstag beginnt nach jüdischer Zeitrechnung das Jahr 5.774. (kna)

Europa

Deutschland
Bundespräsident Joachim Gauck und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz
, Erzbischof Robert Zollitsch, haben den jüdischen Mitbürgern zum Neujahrsfest Rosch ha-Schana gratuliert. Gauck verwies am Dienstag in Berlin auf eine wachsende Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland und sprach von einem großen Geschenk. „Es entstehen neue Synagogen und Gemeindezentren an Orten, wo sie einst grausam zerstört wurden“, so der Bundespräsident: „Auch jüdische Gelehrsamkeit, Theologie und Bildung blühen heute wieder auf in Deutschland. Dafür bin ich zutiefst dankbar.“ Zollitsch verwies in einem in Bonn veröffentlichten Glückwunschschreiben auf eine gemeinsame Verpflichtung von Christen und Juden, noch stärker als bislang gemeinsam gegen die offenen und versteckten Formen der Herabsetzung von Menschen Stellung zu nehmen. (kna/pm)

Österreich
Während in Österreich gerade für hunderttausende Schülerinnen und Schüler wieder der Unterricht begonnen hat, ist in vielen Teilen der Welt ein Schulbesuch keine Selbstverständlichkeit. Daran hat das internationale kirchliche Hilfswerk „Jugend Eine Welt“ am Dienstag anlässlich des Weltalphabetisierungstages am 8. September erinnert. Weltweit gibt es mehr als 775 Millionen Analphabeten, Armut ist laut dem „Jugend Eine Welt“-Vorstandsvorsitzenden Reinhard Heiserer die häufigste Ursache, dass junge Menschen nicht lesen und schreiben lernen. Gleichzeitig sei eine gute Ausbildung aber Voraussetzung dafür, der Armut zu entkommen. „Jugend Eine Welt“ unterstützt weltweit Bildungsprojekte, durch die junge Menschen ihre Zukunftschancen markant erhöhen. (kap)

Österreich/Indien
Kardinal Christoph Schönborn hat am Montag den „Katholikos des Ostens“, Baselios Mar Thoma Paulos II., zu ökumenischen Gesprächen in Wien empfangen. An diesem Dienstag trafen die beiden Geistlichen zu einem Mittagessen zusammen, teilte die Stiftung „Pro Oriente“ mit. Abends sei ein ökumenisches Treffen in der Pfarrei „Auferstehung“ in der Wiener Leopoldstadt vorgesehen. Anschließend wird das Oberhaupt der syromalankarischen orthodoxen Kirche zu ökumenischen Gesprächen weiter nach Rom reisen. Baselios Mar Thoma Paulos II ist der achte Katholikos der in Indien beheimateten syromalankarisch orthodoxen Kirche. (kap)

Großbritannien
Rund zwei Drittel der katholischen Bischofskirchen in England und Wales verzeichnen eine starke Zunahme von Beichten. Die Tageszeitung „Daily Telegraph“ berichtet in ihrer Onlineausgabe vom Montag, viele Geistliche sähen einen größere Bereitschaft von Besuchern, sich im Beichtgespräch zu „erleichtern“. Etwa jeder dritte Befragte machte für den Zuwachs den neuen Stil von Papst Franziskus sowie eine Langzeitwirkung des Großbritannien-Besuchs von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 verantwortlich. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 03.09.2013: Die Radioakademie (Teil 5) - von Stefan von Kempis
Sendereihe zu Franz von Assisi

 

Mittwoch Abend, 04.09.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Erste Generalaudienz mit Papst Franziskus nach der Sommerpause / Wer ist der neue Staatssekretär Pietro Parolin? / Benedikt XVI. predigt vor dem Ratzinger Schülerkreis, der „Ratzingers Denken in Zukunft auch nach Afrika tragen“ will / Mit dem Fahrrad zu Gott – die Radwallfahrt der Pallottiner nach Rom

 

Donnerstag Abend, 05.09.2013: Kreuzfeuer - Kirche, wo es kritisch wird
Themen u.a.: „Pace! Friede! Paix!“ – die Friedensappelle der Päpste

 

Freitag Abend, 06.09.2013: Prisma-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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