RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 6.9.2013

Tagesmeldungen vom 6.9.2013

- Papst twittert für Frieden in Syrien und auf der Welt -
- Franziskus empfängt Boliviens Präsident-
- Dominik. Republik: Untersuchung gegen Nuntius -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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SYRIEN / GEBETSTREFFEN FÜR DEN FRIEDEN:

Live bei Radio Vatikan: Gebetstreffen mit Papst Franziskus
Am kommenden Samstagabend (7. September 2013) wird auf Einladung des Papstes auf dem Petersplatz ein Gebetstreffen für Syrien, den Nahen Osten und weitere Krisengebiete auf der Welt veranstaltet. Radio Vatikan überträgt dieses Treffen live und mit deutschem Kommentar von 18.50 bis 23.00 Uhr. Unser Kommentator ist Stefan Kempis. Sie können diese Übertragung über den Vatican-Player mitverfolgen. (rv)
Hier lesen Sie das Programm für den Samstag

Das liturgische Begleitheft zur Vorbereitung auf das Gebetstreffen am Samstag ist ab sofort im Internet einsehbar, am Samstag selbst wird die Druckversion dann auf dem Petersplatz an die Teilnehmer verteilt.
Hier finden Sie das Libretto für den Samstag

Papst twittert für den Frieden in Syrien
Auch die zwei neuesten Twitter-Botschaften von Papst Franziskus beschäftigen sich mit dem Thema Frieden. Er schreibt auf dem Kurznachrichtendienst: „Der Frieden ist ein Gut, das alle Grenzen überwindet, weil es eben ein Gut der ganzen Menschheit ist.“ Eine weitere Botschaft lautet: „Liebe junge Freunde, betet gemeinsam mit mir für den Frieden in der Welt.“ Am Samstagabend hält Papst Franziskus eine Gebetswache für Syrien, den Nahen Osten und andere Konfliktherde. Die Feier auf dem Petersplatz wird die längste Liturgie eines Papstes in der Neuzeit. Viele Gruppen weltweit schließen sich dem Aufruf von Franziskus an, den Samstag als Tag des Fastens und Betens für Syrien zu begehen. In Syrien selbst wollen sich unter anderem die Menschen im Dorf Maaloula an der Initiative beteiligen. (rv)
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Syrien: Eine schwierige Gewissensentscheidung
Beim G-20-Gipfel in St. Petersburg ist auch der Friedensappell des Papstes für Syrien zur Sprache gekommen. Das berichten Medien aus der russischen Stadt. Während des gemeinsamen Abendessens der Staats- und Regierungschefs habe der italienische Ministerpräsident Letta am Donnerstag auf den Brief von Franziskus an die G-20 hingewiesen. Auch Russlands Präsident Vladimir Putin erinnerte am Freitagnachmittag vor Journalisten an die Papstbotschaft: Er betonte, dass Franziskus einen Militärschlag des Westens in Syrien für nicht zulässig halte. In dem am Donnerstag bekannt gewordenen Schreiben fordert der Papst den Einsatz der Internationalen Gemeinschaft für eine friedliche Verhandlungslösung in Syrien. Bemühungen um eine militärische Lösung nennt er „sinnlos“. Allerdings rügt er auch bisherige Blockaden im Sicherheitsrat, die die Lage in Syrien immer mehr verschärft haben. Zusehen in Syrien, oder eingreifen? (domradio/agi/rv)
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Die Päpste und der Weltfrieden - 100 Jahre wechselhafte Geschichte
Am Samstagabend will Franziskus fünf Stunden lang auf dem Petersplatz um Frieden beten, und auch der Großmufti von Damaskus möchte dazu anreisen. Die Päpste und der Frieden, das ist seit ungefähr 100 Jahren ein spannendes Kapitel, mit manchem Aufs und Abs. Hören Sie hier einen historischen Rückblick mit vielen Original-Tönen: der Bogen reicht von Benedikt XV. während des Ersten Weltkriegs bis hin zu Benedikt XVI. 2012 in Beirut. (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Papstpredigt: Franziskus verteidigt die Ehe
Papst Franziskus verteidigt die kirchliche Lehre von Ehe und Familie. Bei seiner Frühmesse im Vatikan-Gästehaus Santa Marta nannte er sie ein Abbild der Verbindung Christi mit seiner Kirche. Genau deshalb liege der Kirche das Sakrament der Ehe „derart am Herzen“. Das Verhältnis der Christen zu ihrem Herrn, so führte Franziskus aus, sei in erster Linie von Freude bestimmt, hochzeitlicher Freude:

„Der Christ ist im Tiefsten ein freudiger Mensch! Und darum hat Jesus auf der Hochzeit von Kana sein Zeichen am Wein gewirkt. Stellen wir uns doch mal vor, wie die Hochzeit von Kana ohne dieses Zeichen geendet hätte: Die hätten am Schluss nur noch Tee oder Saft getrunken – das geht doch nicht! Die Ehe ist ein Fest, und darum bittet die Muttergottes um das Wunder. Genauso verhält es sich mit dem christlichen Leben – es hat eine Haltung der tiefen, von Herzen kommenden Freude!“ (rv)
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Hier lesen Sie eine deutsche Zusammenfassung der Papstpredigt in S. Marta

EU: Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit
Junge Arbeitslose in Europa gab es auch schon vor der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, ihre Zahl stieg in den letzten Jahren jedoch rapide an, vor allem in südeuropäischen Ländern wie Spanien. Dort sind in einigen ländlichen Regionen heute bis zu 50 Prozent der jungen Erwachsenen arbeitslos. Das Thema stand in dieser Woche in Brüssel auf der Agenda – bei einer Konferenz, die die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) organisiert hat. Lisi Maier vom Bund der Deutschen katholischen Jugend war mit dabei. Chancengleichheit für junge Menschen gebe es in Europa derzeit weniger denn je, so die BDKJ-Bundesvorsitzende im Gespräch mit Radio Vatikan. Sie plädiert für mehr Förderung und Beteiligung junger Menschen am europäischen Arbeitsmarkt und an den politischen Entscheidungsprozessen. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat am Freitag im Vatikan den bolivianischen Präsidenten Evo Morales in Audienz empfangen. In dem halbstündigen und herzlichen Gespräch ging es nach Vatikanangaben auch um den Einsatz gegen Ungleichheit und Armut in Bolivien. Beide Seiten seien sich darüber einig gewesen, wie wichtig gute Staat-Kirchen-Beziehungen in einem Land seien. Auch der Krieg in Syrien war ein Thema. Der sozialistische Politiker Morales hatte vorher angekündigt, er wolle mit dem Papst über die Themen Befreiungstheologie und Revolution reden. Das Verhältnis des ersten indigenen Staatsoberhaupts Südamerikas zur katholischen Kirche gilt als gespannt. Von der Begegnung erhoffen sich viele Katholiken in Bolivien eine Verbesserung der Beziehungen. (rv)
Papst Franziskus hat den bisherigen Nuntius in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski, von seinem Amt entbunden. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ an diesem Freitag. Gegen den polnischen Erzbischof seien Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen laut geworden. Papstsprecher Federico Lombardi bestätigte, Wesolowski sei nach etwa fünf Jahren Amtszeit zurückgerufen worden, ohne aber weitere Details zu nennen. Nach Angaben der Zeitung hat der Heilige Stuhl bereits im August eine Untersuchung gegen den 65-jährigen Nuntius eingeleitet. Papst Franziskus „setzt die Politik seines Vorgängers Benedikt XVI. fort, bei Missbrauchsfällen keine Toleranz zu zeigen“, so die FAZ. (faz/reuters/ap/afp)
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Europa

Deutschland
Präses Nikolaus Schneider denkt bei der Syrien-Krise auch an die Bedrängnis Israels: „Wir sehen mit großer Anteilnahme die besondere Gefährdung Israels in dem kaum zu durchschauenden Machtpoker um die Region“, schreibt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in seinem Glückwunschschreiben von zum jüdischen Neujahrsfest. An den Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, gerichtet fuhr Schneider weiter fort: „Umso dringender begleitet Sie und uns heute der Wunsch nach Frieden und nach dem besonnenen Umgang aller Beteiligten mit ihrer Macht und Verantwortung.“ Das jüdische Neujahrsfest erinnert an den Bund Gottes mit Israel. Es wird an den ersten zwei Tagen des Monats Tischri im jüdischen Kalender gefeiert; in diesem Jahr sind das der 5. und 6. September. Damit beginnt für Juden das Jahr 5774. (pm)

Österreich
Kardinal Christoph Schönborn von Wien betont im Blick auf die Asylgewährung für syrische Christen deren besondere Schutzwürdigkeit. Österreichs Bundesregierung habe sich „dankenswerter Weise“ bereiterklärt, 500 syrische Flüchtlinge aufzunehmen. „Syrische Christen werden dabei nicht bevorzugt, sondern sind eine besonders bedrohte Minderheit. Deshalb bedürfen sie eines besonderen Schutzes“, schreibt Schönborn in seiner Freitags-Kolumne in der Gratiszeitung „Heute“. (kap)

Naher Osten

Iran
Irans Staatspräsident Hassan Rohani hat mit Grüßen zum jüdischen Neujahrsfest Aufsehen erregt. Über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter soll er eine Botschaft an alle Juden gerichtet haben: „Gleich ist in Teheran Sonnenuntergang. Ich wünsche allen Juden der Welt, vor allem den iranischen Juden, ein frohes Rosch Haschana.“ Das teilte der deutschsprachige Informationsdienst „Transparency for Iran“, Offenheit für Iran, am Donnerstag mit. In der Islamischen Republik leben etwa 40.000 Juden. Da sich Rohani aber ausdrücklich an „alle Juden“ wendet, werten Beobachter seine Grußbotschaft auch als Geste guten Willens an Israel. Ob die Nachricht tatsächlich von Rohani stammt, ist derweil unklar: Der Staatspräsident nutze üblicherweise nicht Twitter, heißt es, zudem sind Facebook und Twitter im Iran offiziell blockiert. (idea)

Jordanien/Vatikan
Der Präsident des Päpstlichen Dialogrates, Kardinal Jean-Louis Tauran, ist beeindruckt vom Engagement der jordanischen Führung für arabische Christen. Der französische Kurienkardinal nimmt derzeit in Amman an einer Konferenz über das Christentum in Nahost teil, zu der der jordanische König Abdullah eingeladen hat. Im Gespräch mit ihm, berichtet Tauran, habe sich der König als „Beschützer der Christen“ bezeichnet. Abdullah sei sich im Klaren darüber, dass die Christen in der Region kein Fremdkörper seien, sondern Einheimische. Er sei beeindruckt, wie offen auf der Konferenz gesprochen werde, so Tauran gegenüber Radio Vatikan. Wenn die Christen im Nahen Osten von den Muslimen stärker respektiert würden, dann würde das aus seiner Sicht „ihre Motivation steigern“, etwas für den Aufbau der Gesellschaft zu tun. (rv)

Asien

Vietnam
Am vergangenen Mittwoch wurde in Vietnam eine friedliche Demonstration von Christen gewaltsam beendet. 300 Demonstranten forderten die Freilassung zweier Christen, die im Juni verhaften worden waren. Die Polizei sei unteranderem mit Elektroschockern auf die Menschen losgegangen, so apic. Mehrere Personen wurden schwer verletzt und mussten in Krankenhäuser in die Hauptstadt Hanoi geflogen werden. (apic)

Philippinen
Am vergangenen Dienstag sind auf den Philippinen zwei kirchliche Mitarbeiter entführt worden. Wie die Agentur „Ucanews“ berichtet, soll es sich bei den Entführern um Abu-Sayyaf-Mitglieder handeln, eine Untergruppierung von Al Kaida. Laut lokalen Polizeiberichten sollen die Mitarbeiter des katholischen Claretiner-Ordens auf die südliche Philippinen-Insel Basilan verschleppt worden sein. Die separatistische islamische Abu-Sayyaf-Gruppe wird für eine Vielzahl von Attentaten und Anschlägen vor allem im Süden des Landes verantwortlich gemacht. Die philippinische Armee bekämpft sie. (ucanews)

Vereinte Nationen

Zum ersten Mal haben die Vereinten Nationen an diesem 5. September einen „Welttag der Caritas“ begangen. Er erinnert an den Todestag der seligen Mutter Teresa von Kalkutta; die Friedensnobelpreisträgerin starb am 5. September 1997. Vatikan-Erzbischof Francis Chullikat hat sich bei der UNO für die Einführung des Caritas-Tags bedankt. In einem Statement erinnert der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UNO daran, dass die katholische Kirche unter den nicht-staatlichen Einrichtungen „der größte Lieferer von Bildungs- und Gesundheits-Dienstleistungen bleibt“. Insgesamt biete die Kirche „mindestens 26 Prozent aller Gesundheitsleistungen weltweit“ an, so Chullikat. (rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 06.09.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Die katholische Kirche und der Wahlkampf in Deutschland / Limburgs Bischof Tebartz-van Elst wirbt um neues Vertrauen / Abschiebungshaft statt Asyl in Deutschland? Dazu Heiko Habbe vom Jesuitenflüchtlingsdienst / Was tut die EU gegen Jugendarbeitslosigkeit?

Samstag Abend, 07.09.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
Zur Neuausrichtung des Ratzinger Schülerkreises / „Best of Franziskus“ – Ausschnitte der Papstpredigten der Woche

Sonntag Abend, 08.09.2013: Menschen in der Zeit - von Aldo Parmeggiani
Andrea Nahles, Generalsekretärin der SPD

Montag Abend, 09.09.2013: Weltkirchen-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hören

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